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 PfWB ver-schlupfen (Bd. 2, Sp. 1265)   PfWB schlupfen (Bd. 5, Sp. 1126)   PfWB durch-schlupfen (Bd. 2, Sp. 660) 
   ver-schlupfen schw.: sich v.
1. 'sich verbergen', ve(r)schluppe [fast allg.], -schlupfe [GH-Leimh Minf Vollmw, vgl. K 1, Linie Apfel/ Appel]. Syn. s. PfWB versteckeln 1. 's oongeschosse Wild veschluppt sich deck [ KU-Schmittw/O]. Ich hätt mich in e Mausloch verschlupfe kinne [ GH-Leimh]. WR.: D' Sunn verschluppt sich, 's gebt Rechewedder [BZ-Dierb, verbr.]; vgl. PfWB verschleiern. —
2. 'sich müde schlüpfen'. In so'me Gehecks 'Dickicht' kammer sich v. [ KU-Kaulb Schmittw/O]; vgl. PfWB verboßen 2. — Südhess. II 614; Saarbr. 220; LothWB Lothr. 152 verschluffen; ElsWB Els. II 470; Bad. II 104.

 

   schlupfen schw.:
1.
a. 'sich gleitend, geschickt (durch eine Öffnung) in eine Richtung bewegen', schluppe (lubə) [verbr. (außer Südostecke), Bertram § 124 Christmann Kaulb 19 Heeger Südostpf. 11 Mang 108 Müller Dietschw 65 Schneckenburger 27, 40 Lambert Penns 136 Krämer Gal 188], schlupfe (lubfə) [Südostecke der Pf]; Zs.: PfWB dadurch-, PfWB darüber-, PfWB darunter-, PfWB durch-, PfWB ver-, PfWB fort-, PfWB heim-, PfWB heraus-, PfWB herein-, PfWB herüber-, PfWB herum-, PfWB hinab-, PfWB hinauf-, PfWB hinaus-, PfWB hinein-, PfWB hin-, PfWB hinüber-, PfWB hinunter-, PfWB nach-, PfWB unter-, weg-, PfWB zurückschlupfen. Die Maus schluppt ins Loch [ KU-Adb]. Die Hinkelcher schluppe unner die Gluck [ ZW-L'wied]. De Mairer (Maurer) schluppt in de Backowe, um ihn auszumauern [ KU-Schmittw/O]. Der es em dorch die Finger geschluppt [ RO-Dielkch]. Die Sunn

[Bd. 5, Sp. 1127]
schluppt hinner die Wolke [ KU-Bedb]. De Mund iss in die Wolke g'schluppt [Birmelin Penns Gezw. 53]. Wann die Katz ehre Kopp dorch e Loch bringt, kann se aach dedorch sch. [ KU-Schmittw/O]. RA.: Er esch in de Hanf g'schluppt 'Er hat Selbstmord begangen (sich am Hanfseil aufgehängt)' [ LA-Frankw]. Er schluppt em noch in de Orsch 'Er schmeichelt sich würdelos ein' [ KU-Schmittw/O]. Es schluppt ehr unner de Rock, von einem Kind, das sich ängstlich an die Mutter hält [ PS-Schmalbg]. Er schluppt zu er 'Er hat (ein heimliches, intimes) Verhältnis mit ihr' [ KB-Bennhs, mancherorts], schluppt unner die Schurz, dass. [ LA-Ranschb]. De Valtin schluppt zu de Luwis, dass. [ KU-Schmittw/O]. Ich wellt, ich kennt in e Mausloch sch. 'Ich möchte mich (aus Scham) verkriechen' [ LA-Nd'hochstdt]. Schlupp in de Backofe, dann bischt außer de Welt!, sagt man zu einem, der sich einer unangenehmen Situation entziehen möchte [LA-Nußd, vereinzelt VPf]. BR.: Wann die Sunn in de Sack schlupft 'vor ihrem Untergang in einer Wolke verschwindet', gibt's Rechewedder [ BZ-Steinf]. Volksmed.: Bei Nesselsucht muß man in e Mehlsack sch. [ KU-Bedb]. Brauchspruch bei Mutterwehen: Mudder, du sollscht rucke, durch meinen Daumen sollschde sch. [ BZ-Albw]. VR.: Hoschde Hunger? - Schlupp in die Gummer! [Wilde 81, Var. ebd.]. Is ders heeß? - Schlupp in die Geeß [ KU-Diedk]; einen weiteren VR.: s. PfWB kreischen1 1 a. —
b. 'untertauchen, untergehen'. De Nache is g'schluppt 'Der Nachen ist untergegangen' [ LU-Altr]. —
2. 'in ein (aus einem) Kleidungsstück schlüpfen' [verbr.]; in de Mandel (Hut, Ärmel) sch. [KU-Diedk, verbr.]; in die Hosse (Schuh, Strimp, Klääder) sch. [LA-Ranschb, verbr.]. Schlupp emol in de Wammes! [ KU-Kollw]. Ich schlupp schnell in mein Anzug [ LA-Nd'hochstdt]. Komm, schlupp!, sagt der Fuhrmann, wenn er dem Pferd das Kummet anzieht [ BZ-Dernb]. Die Mäde, die schluppe / trotz Kält in's dinn Kläd [Kraus Pädcher 16]. RA.: unner die Haub sch. 'sich verheiraten' [ KU-Nerzw, mancherorts]. Die Sunn schluppt in die Hose 'versinkt in Wolken' [ ZW-Gr'bundb]. Volksgl.: Mit wellre Hand as en Bobbel 'Baby' 's erscht Mol in die Kleeder schluppt, weist, ebs rechts oder links werd [Fogel Beliefs Penns Nr. 93]. —
3. 'ausschlüpfen, aus einem Ei, einer Verpuppung, einer Knospe herauskommen' [verbr.]; vgl. PfWB ausschlüpfen. Die Hinkelcher schluppe aus de Schal [ KL-Wörsb]. Die Bien sinn frisch geschluppt [ KL-Matzb]. Sie schluppe aus de Woll, die Knospen des Weinstocks [ LA-Rhodt GH-Freckf]. RA.: wie aus em Ei geschluppt 'frisch, neu, adrett' [ KU-Jettb, mancherorts]. Der esch erscht aus de Schal geschluppt 'Er ist noch zu jung, zu unerfahren' [ BZ-Stein]. — Südhess. V 476; RhWB Rhein. VII 1409 schluppen; ElsWB Els. II 469, ALA I 187.

 

  -schlupfen schw. :
1. 'durch etwas hindurchschlüpfen', auch 'unter etwas durchkriechen', -schluppe [verbr.], -schlupfe [ SO-Ecke]; vgl. PfWB durchwinden 1. RA.: Der schlupft dorch, sau (so) schnell wie'n Hagschlipfer 'Zaunkönig' [ LA-Freimh]. Volksgl.: En Kind, as unner'me Riegel, Strick oder so eppes därichschluppt, wachst net [Fogel Beliefs Penns Nr. 99]. Das bei Brücke 1 (I 1269, Z. 11) beschriebene Kinderspiel heißt Durchschluppe [J. Hoffmann, Chronik von Kriegsfeld (1897), S. 68]. —
2. übertr. 'entkommen, einer Gefahr entrinnen', vgl. PfWB durchgehen I 4 a. Der Haas is do dorchgeschluppt [ KU-Schmittw/O]. Ich loß dich noch emol durch-

[Bd. 2, Sp. 661]
schluppe 'Ich lasse dich noch einmal ungestraft' [ LU-Alsh]. — Südhess. I 1879; ElsWB Els. II 470; Bad. I 605. —