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 PfWB ver-säckeln (Bd. 2, Sp. 1251)   PfWB sekundieren (Bd. 6, Sp. 58)   PfWB Säckel1 (Bd. 5, Sp. 693) 
   ver-säckeln schw.: einen v. 'einem beim Spiel alle Mittel, z. B. beim Klickerspiel alle Klicker, abgewinnen', ve(r)säckele [verbr. südl. VPf]. Mir han'n versäckelt [ LA-Herxhwey], -seckelt [ GH-Kuhdt]. Syn. s. PfWB abgewinnen 1. — Zu PfWB Säckel 'Tasche'. — Südhess. II 597; Rhein. VII 681; LothWB Lothr. 153; ElsWB Els. II 346.

 

   sekundieren schw.: sich s. 'sich zu helfen wissen, sich in Sicherheit bringen, sich erwehren können', sekundiere (segunˈdīrə) [NW-Haßl Spey Guentherodt Frz. 48 Bergz (Kamm 60) Kühn Hamet 138], sekendiere (segənˈdīrə) [KL-Ottbg Lambert Penns 148], sekendeere (segənˈdērə) [ KU-Gangl Schmittw/O], sekediere (segəˈdīrə) [IB-Ommh PS-Rodalb (Bernhard 170) NW-Gimmdg Wachh LA-Herxh Venn BZ-Nd'horb GH-Leimh N'potz Steinw Gimmel in: PfMus. 37/1920 51 Bergz (Kamm 60) PfId. 131 Thielen 104], sekedeere (segəˈdērə) [ KL-O'arnb], sikendeere (sigənˈdērə) [ RO-Messbhf], sikedeere (sigəˈdērə) [KU-Bechb Kaulb Ulm Trahw KL-Hirschhn Müller Dietschw 59]; Zs.: PfWB versekundieren. Ich kann mich net s. [ LA-Venn]. Er kann sich nimmer s. [ BZ-Nd'horb]. Er hadd sisch nimmie kenne seggedeere [Hussong Kirkel 154]. Mansche sinn wie e babbich Gudsl, vor dänne kannsch dich goornid seggediere! [Braun Lääse-

[Bd. 6, Sp. 59]
buuch II 245]. Der kann sich nimmeh s. vor der [ KL-Ottbg]. Vun der do Sort han ich mich ball net s. kenne 'Vor der Sorte (Menschen) habe ich mich bald nicht mehr retten können' [ IB-Ommh]. Un stelle die Brischt un mache am närrisch, daß ma sich nit segedeere kann [Kraus Putscheblum 43]. Die iwerlaafen em sou, do kammer sich nimmi s., mer bringt se nimmi lous [ NW-Gimmdg]. Mer kann sich nimmer s. vor Fleh (Flöhe) [ LA-Herxh]. — Seit dem 16. Jh. im Deutschen nachgewiesene Entlehnung aus lat. secundare 'unterstützen, beistehen, begünstigen' (Schulz-Basler IV 110 ff.), frz. seconder 'unterstützen'. — RhWB Rhein. VIII 68.

 

   Säckel1 m.:
1.
a. 'Tasche in Kleidungsstücken', Säckel (segəl, sęgəl) [mancherorts NPf, PfId. 131], Pl. wie Sg.; vgl. PfWB Sack 2 a; Zs.: Hosen-, Rocksäckel. Dem sei Säckel stihn eweg, von einem mit vollgestopften, abstehenden Hosentaschen [ RO-Odh]. Neckspruch auf die Bewohner von Gal-Falkenstein: 's Rußnäckel steht ufm Brickel un halt die Hand im S. [Krämer Gal 179]. —
b. 'Geldbeutel, Geldtasche' [mancherorts, Krämer Gal 179]; vgl. PfWB Sack 2 b; Zs.: PfWB Gemeinesäckel; RA.: mit'm Geld im S. kleppere 'Zahlungsfährigkeit bekunden' [ RO-Obd]. Der hot sich de S. net verreß, von einem Knauserigen [ RO-Bistschd]. a. 1515: Item 5 alb. 3 δ 2 heller ist in mor nickelß seckel geweßt [GgHospR]. a. 1529: vnd gath im daran abe, so soll er in sein seckel greiffen vnd soll den costen bezallen [PfWeist. 115 (IB-Bierb)]. a. 1562: soll mann kauffen ein seckel, daß mann daß frevelgeldt darin thu [PfWeist. 673 (LA-Godrst)]. —
2. 'Hodensack' [LA-Siebdg BZ-Albw Dierb Klein Prov. 99 Lambert Penns 148 Beam Penns 99]; vgl. PfWB Sack 4 a. RA.: Hinne draa, wie d'r S. am Eber [Fogel Prov. Penns Nr. 1961]. Volksgl.: Fer Kummetbloder ('Blase, Schwellung durch Druck des Kummets') am Gaul: Der Mann, as strigelt, soll sei Hand an seim S. wärme un sie noo uf die Kummetbloder hewe bis sie abgekihlt is [Fogel Beliefs Penns Nr. 792]. —
3.
a. Schimpfwort für schlechte, freche, unzuverlässige, faule Menschen [verbr.]; vgl. PfWB Sack 5; Zs.: Bauern-, Grind- 2, Lumpen- 2, Luren-, PfWB Sausäckel. Du S.! [ ZW-Gr'bundb]. Du bischt e richdiger S.! [ NW-Neidfs]. —
b. Pl. 'lärmende Kinderschar', Säckele

[Bd. 5, Sp. 694]
[ IB-Herbh]. —
4. vgl. Bock-, Farren-, Hexen-, Hirten-, PfWB Queckensäckel. — Südhess. V 17/18; RhWB Rhein. VII 680; ElsWB Els. II 345 Seckel.