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| PfWB ver-rücken (Bd. 2, Sp. 1247) | PfWB rütschen (Bd. 5, Sp. 672) | |||||||||||||||
1. 'etwas von seiner Stelle rücken', vericke [allg.]; vgl. PfWB verrutschen 1, PfWB verschieben 1 a. a. 1512: wilcher gewalt drybt und gemarcken verruckt 'Grenzsteine versetzt' [PfWeist. I 468 (KU-Eßw)]. — 2. adj. Part. Perf. a. 'geistig irre, nicht recht bei Verstand', verickt [fast allg.], vrickt [ KU-Bechb ZW-Wiesb PS-H'einöd], vereckt [ WD-Niedkch IB-Rohrb Ingb LA-Gommh], veruckt [ KU-Konk Don-Lovrin Kathreinf Rußl-Spey]; subst. Verickder, Verickdi [allg.]. Er is v. im Hern (im Hernkaschde, im owwre Stibbche) [LU-Alsh, verbr.]; vgl. PfWB hirnverrückt. Er is rein v. 'ganz v.' [KU-Diedk, verbr.], halwer v. [BZ-Eußth, verbr.]. Mer maant, du wärscht v. [RO-Sippf]. Deckmols denkt mer, die Welt isch v. [ ZW-Battw]. SprW.: Wann ener v. werd, fangt er im Kopp an [ ZW-L'wied, KU-Albb]. Alter Gassenhauer: Du bischt v., mein Kind, s. PfWB Berlin (I 710/11). Syn.: PfWB anderthalbtappig, PfWB beohmt, PfWB pervers, PfWB beschoßt, PfWB beschusselt, PfWB bestußt 1, PfWB plem-plem, PfWB daneben 2 b, PfWB tappig 2 a ε, PfWB darüber 1, PfWB darüberdraußen, PfWB desperat, PfWB toll I 1 a, PfWB tollhirnig 3, PfWB töricht 1, PfWB dösig 3, PfWB durcheinander 3, PfWB duselig 1 b, PfWB einfältig 2, PfWB verschroben, PfWB geck, geckerig, PfWB geckig, PfWB geistesabwesend, -gestört, -krank, PfWB hirngepickt, -krank, -los, -stößig, -toll, -verbrannt, -wütig, PfWB hüpfig, PfWB idiotisch, irre, PfWB irrsinnig, PfWB kindisch, PfWB letz, PfWB letzohrig, PfWB meschugge, närrisch, nebendran, -drauß, PfWB rabiat, PfWB rammdösig, PfWB rappelig, PfWB rappelkappig, -köpfig, PfWB rappig, PfWB scheckig, schockerzig, schockig, PfWB schotig, PfWB schusselig, PfWB unzurechnungsfähig, PfWB wahnsinnig; Adj. und Adv. mit vorangestelltem nicht (ganz) s. daheim, PfWB dicht, PfWB gescheit, PfWB hell, PfWB just, PfWB klar, PfWB koscher, PfWB normal, PfWB recht, PfWB richtig, PfWB sauber, PfWB zapfenduster; die Part. Perf. zu PfWB beißen, PfWB picken, PfWB verdrehen, verna- [Bd. 2, Sp. 1248] geln 2 b, PfWB verwirren 2, PfWB schucken, PfWB stechen, PfWB überschnappen, PfWB -spannen; die Subst. Bajaß 2, PfWB Bläß 5 c, PfWB Tappes 1 b δ, PfWB Tippel 2, PfWB Dollbohrer 2 a, PfWB Tolo 2, PfWB Tolpatsch 2, Turnel 2 f, PfWB Eulenspiegel 2 b, PfWB Halbnarr, -schäse, -schoten, -stiefel, PfWB Hanswurst, PfWB Haspel, PfWB Hospes, PfWB Irrwisch, PfWB Jochnagel, PfWB Kalfakter, Kasper, PfWB Mackes, PfWB Narr, PfWB Narrenbeutel, -bläß, -kopf, -vieh, PfWB Schalbes, PfWB Schampel, Schaus, PfWB Schockes, Schocko, PfWB Schossert, PfWB Schoten, PfWB Schotenbläß, -sabbel, PfWB Schussel, PfWB Simpel, PfWB Sparrenfantel, -gockel, PfWB Spinner, PfWB Spurkel, PfWB Stoffel, PfWB Strohbock, PfWB Zwickel; Wend. wie 'Er hat einen Käfer im Kopf' s. PfWB Boben 1 a, PfWB Drehwurm, PfWB Driller 2 b α, PfWB Drilles 3 b, PfWB Tupfen 4, PfWB Fieber 1 a, PfWB Fimmel 1, PfWB Fips 1 a, PfWB Flemme 3 d, PfWB Vogel 2 d ε, PfWB Furz, PfWB Hitze, PfWB Hormel, PfWB Käfer, PfWB Kaffeemühle, PfWB Klaps, PfWB Kopfweh, PfWB Krampf, PfWB Leibschaden, Narrengetüpfel, PfWB Rappel, PfWB Ratte, PfWB Schagrillen, PfWB Schlag, PfWB Spange, PfWB Spatz, PfWB Spinnenfieber, PfWB Spleen, PfWB Splitter, PfWB Sprosse, PfWB Stich, PfWB Stieben, PfWB Stroh, PfWB Stuß, PfWB Wurm, PfWB Zwirbel; Wend. wie 'Er spinnt' oder 'Es rappelt bei ihm' s. PfWB plaudern, PfWB brummen, PfWB träumen, PfWB drillern, PfWB fehlen, PfWB funken, PfWB krabbeln, PfWB rappeln, schnarren, PfWB simulieren, PfWB spinnen, PfWB spuken; weitere Wend. s. PfWB Pfingsten (I 836, Z. 14/15), Dach 2 a, PfWB Takt 1 c, PfWB Trost 1, PfWB Erbse 2 c, PfWB Fährte 1 b, Gefährt, PfWB Gehirn, PfWB Geiß, PfWB Geld, PfWB Geschichte, PfWB Gleis, PfWB Groschen, PfWB Gummizelle, PfWB Haus, PfWB Hirn, PfWB Hollen, PfWB Kappe, PfWB Klingenmünster, PfWB Linse, PfWB Mücke, PfWB Narrenhaus, PfWB Nerv, PfWB Oberspeicher, -stube, PfWB Rad, PfWB Schraube, PfWB Sinn, PfWB Sparren, PfWB Sprit, PfWB Stock, PfWB Stube, PfWB Wagen, PfWB Wasser, PfWB Zicken, PfWB Ziegel. — b. übertr. 'im Verhalten vom Normalen stark abweichend'. α. Ausdruck des Tadels: Des is emol 'n verickder Kerl (Mensch) [KB-Harxh, verbr.]. Du verickdes Huhn! [NW-Kallstdt, verbr.], verickder Hund! [ KL-Hütschhs GH-Max'au]. — β. 'sehr aufgeregt'. Er rennt (laaft, fahrt) wie v. [LA-Maik, verbr.]. — γ. 'versessen auf etwas', vgl. PfWB verpichen 2. Er is ganz v. uf's Lese [ KU-Schmittw/O]. Du schaffscht jo wie v. [KL-Stelzbg, verbr.]. — δ. 'heftig verliebt'. Sie esch v. of ehn (in ehn) [GH-O'lustdt, verbr.]. Die zwää sin v. ufnanner (inanner) [Frankth, ZW-L'wied SP-Schiffstdt]. Zs. mannsleutverrückt. — Südhess. II 593/94; RhWB Rhein. VII 560/61; ElsWB Els. II 249; Bad. II 97.
| 1. 'rutschen, gleiten', ritsche [verbr., PfId. 116 Christmann Kaulb 22, 87 Mang 112 Schneckenburger 28 Höh 59 Bertram § 302, Krämer Gal 178], retsche [ WD-Niedkch], rutsche [ LU-Altr]; vgl. PfWB glitschen 1; Zs.: PfWB ab- 1, PfWB durch- 1, PfWB fort-, PfWB heraus-, PfWB herunter-, PfWB hinein- 1, PfWB hinunter-, PfWB zusammenrütschen; -rutschen. Die Gort (Gurte am Sattel) is geritscht [ KU-Schmittw/O]. RA.: Der es so gladdich, daß er em dorch die Finger ritscht, von einem Listigen [ RO-Dielkch]. Bei dem is eppes geritscht 'Er ist geistig nicht normal' [ KU-Bedb]. Dem is e Ziel (Ziegel) geritscht, dass. [ KU-Schmittw/O, KB-Kerzh]. 's es em e Knopp (e Hosseknopp) geritscht, dass. [ KB-Kriegsf]; Syn. s. PfWB verrücken 2 a. Dem is eppes iwwer die Lewwer geritscht 'Er ist verstimmt, verärgert' [ Don-Gottlob, mancherorts Don Gal Buch]. Im bes. a. 'sich auf dem Gesäß, auf den Knien o. ä. fortbewegen' [ KU-Schmittw/O]; Zs.: PfWB ver- 1, PfWB herauf-, PfWB herein- 1, PfWB her-, PfWB herum- 1, PfWB hin- 2, PfWB zusammenrütschen; -rutschen. Das Kind lernt r. (mit den Händen und Oberschenkeln) [ BZ-Dernb]. Klääne Kinn kenne deck gut r. [ KU-Schmittw/O]. Eine RA. s. PfWB Bitsch1. — b. 'gleiten und dabei hinfallen'; Zs.: PfWB ausrütschen 1, PfWB hinrutschen 1. Paß uf, dasse nit r. duusch! [ IB-Ensh]. Einen KR. s. PfWB Austerlitz1. — c. 'auf dem Eis gleiten' [ LA-Venn]; vgl. PfWB glitschen 1; Zs.: PfWB darüberrütschen 1; Syn. s. PfWB schleifen. — d. 'schlecht pflügen' [ WD-Niedkch]; vgl. PfWB Rütsche 1 d. — e. 'gut die Kehle hinunterrutschen, gut schmecken'. 's ritscht em [ KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB rütschig 2. — f. 'reiben, abnützen' in den Zs. [Bd. 5, Sp. 673] PfWB ab-, PfWB auf-, PfWB durch- 2, PfWB verrutschen 2; -rütschen. — 2. a. '(beim Arbeiten) vorankommen, gelingen'. Bei uns muß es immer r., owends muß mer eppes sähne [ NW-Gimmdg]. 's hott um's Schderwe net ritsche welle mit seiner Beförderung [Kunnrädel 111]. — b. s. die Zs. PfWB aus- 2, PfWB darauf-, PfWB darüber- 2, PfWB durch- 3, PfWB herein- 2, PfWB herum- 2, PfWB hinein- 2, PfWB zusammenrütschen; -rutschen. — Südhess. IV 1548 ff.; RhWB Rhein. VII 645 ff.; LothWB Lothr. 416, 422; ElsWB Els. II 309, 310.
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