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 PfWB ver-rücken (Bd. 2, Sp. 1247)   PfWB ge-scheit (Bd. 3, Sp. 242)   ElsWB würfleⁿ (Bd. 2, Sp. 850a) 
   ver-rücken, -ruckenschw.:
1. 'etwas von seiner Stelle rücken', vericke [allg.]; vgl. PfWB verrutschen 1, PfWB verschieben 1 a. a. 1512: wilcher gewalt drybt und gemarcken verruckt 'Grenzsteine versetzt' [PfWeist. I 468 (KU-Eßw)]. —
2. adj. Part. Perf.
a. 'geistig irre, nicht recht bei Verstand', verickt [fast allg.], vrickt [ KU-Bechb ZW-Wiesb PS-H'einöd], vereckt [ WD-Niedkch IB-Rohrb Ingb LA-Gommh], veruckt [ KU-Konk Don-Lovrin Kathreinf Rußl-Spey]; subst. Verickder, Verickdi [allg.]. Er is v. im Hern (im Hernkaschde, im owwre Stibbche) [LU-Alsh, verbr.]; vgl. PfWB hirnverrückt. Er is rein v. 'ganz v.' [KU-Diedk, verbr.], halwer v. [BZ-Eußth, verbr.]. Mer maant, du wärscht v. [RO-Sippf]. Deckmols denkt mer, die Welt isch v. [ ZW-Battw]. SprW.: Wann ener v. werd, fangt er im Kopp an [ ZW-L'wied, KU-Albb]. Alter Gassenhauer: Du bischt v., mein Kind, s. PfWB Berlin (I 710/11). Syn.: PfWB anderthalbtappig, PfWB beohmt, PfWB pervers, PfWB beschoßt, PfWB beschusselt, PfWB bestußt 1, PfWB plem-plem, PfWB daneben 2 b, PfWB tappig 2 a ε, PfWB darüber 1, PfWB darüberdraußen, PfWB desperat, PfWB toll I 1 a, PfWB tollhirnig 3, PfWB töricht 1, PfWB dösig 3, PfWB durcheinander 3, PfWB duselig 1 b, PfWB einfältig 2, PfWB verschroben, PfWB geck, geckerig, PfWB geckig, PfWB geistesabwesend, -gestört, -krank, PfWB hirngepickt, -krank, -los, -stößig, -toll, -verbrannt, -wütig, PfWB hüpfig, PfWB idiotisch, irre, PfWB irrsinnig, PfWB kindisch, PfWB letz, PfWB letzohrig, PfWB meschugge, närrisch, nebendran, -drauß, PfWB rabiat, PfWB rammdösig, PfWB rappelig, PfWB rappelkappig, -köpfig, PfWB rappig, PfWB scheckig, schockerzig, schockig, PfWB schotig, PfWB schusselig, PfWB unzurechnungsfähig, PfWB wahnsinnig; Adj. und Adv. mit vorangestelltem nicht (ganz) s. daheim, PfWB dicht, PfWB gescheit, PfWB hell, PfWB just, PfWB klar, PfWB koscher, PfWB normal, PfWB recht, PfWB richtig, PfWB sauber, PfWB zapfenduster; die Part. Perf. zu PfWB beißen, PfWB picken, PfWB verdrehen, verna-

[Bd. 2, Sp. 1248]
geln 2 b, PfWB verwirren 2, PfWB schucken, PfWB stechen, PfWB überschnappen, PfWB -spannen; die Subst. Bajaß 2, PfWB Bläß 5 c, PfWB Tappes 1 b δ, PfWB Tippel 2, PfWB Dollbohrer 2 a, PfWB Tolo 2, PfWB Tolpatsch 2, Turnel 2 f, PfWB Eulenspiegel 2 b, PfWB Halbnarr, -schäse, -schoten, -stiefel, PfWB Hanswurst, PfWB Haspel, PfWB Hospes, PfWB Irrwisch, PfWB Jochnagel, PfWB Kalfakter, Kasper, PfWB Mackes, PfWB Narr, PfWB Narrenbeutel, -bläß, -kopf, -vieh, PfWB Schalbes, PfWB Schampel, Schaus, PfWB Schockes, Schocko, PfWB Schossert, PfWB Schoten, PfWB Schotenbläß, -sabbel, PfWB Schussel, PfWB Simpel, PfWB Sparrenfantel, -gockel, PfWB Spinner, PfWB Spurkel, PfWB Stoffel, PfWB Strohbock, PfWB Zwickel; Wend. wie 'Er hat einen Käfer im Kopf' s. PfWB Boben 1 a, PfWB Drehwurm, PfWB Driller 2 b α, PfWB Drilles 3 b, PfWB Tupfen 4, PfWB Fieber 1 a, PfWB Fimmel 1, PfWB Fips 1 a, PfWB Flemme 3 d, PfWB Vogel 2 d ε, PfWB Furz, PfWB Hitze, PfWB Hormel, PfWB Käfer, PfWB Kaffeemühle, PfWB Klaps, PfWB Kopfweh, PfWB Krampf, PfWB Leibschaden, Narrengetüpfel, PfWB Rappel, PfWB Ratte, PfWB Schagrillen, PfWB Schlag, PfWB Spange, PfWB Spatz, PfWB Spinnenfieber, PfWB Spleen, PfWB Splitter, PfWB Sprosse, PfWB Stich, PfWB Stieben, PfWB Stroh, PfWB Stuß, PfWB Wurm, PfWB Zwirbel; Wend. wie 'Er spinnt' oder 'Es rappelt bei ihm' s. PfWB plaudern, PfWB brummen, PfWB träumen, PfWB drillern, PfWB fehlen, PfWB funken, PfWB krabbeln, PfWB rappeln, schnarren, PfWB simulieren, PfWB spinnen, PfWB spuken; weitere Wend. s. PfWB Pfingsten (I 836, Z. 14/15), Dach 2 a, PfWB Takt 1 c, PfWB Trost 1, PfWB Erbse 2 c, PfWB Fährte 1 b, Gefährt, PfWB Gehirn, PfWB Geiß, PfWB Geld, PfWB Geschichte, PfWB Gleis, PfWB Groschen, PfWB Gummizelle, PfWB Haus, PfWB Hirn, PfWB Hollen, PfWB Kappe, PfWB Klingenmünster, PfWB Linse, PfWB Mücke, PfWB Narrenhaus, PfWB Nerv, PfWB Oberspeicher, -stube, PfWB Rad, PfWB Schraube, PfWB Sinn, PfWB Sparren, PfWB Sprit, PfWB Stock, PfWB Stube, PfWB Wagen, PfWB Wasser, PfWB Zicken, PfWB Ziegel.
b. übertr. 'im Verhalten vom Normalen stark abweichend'.
α. Ausdruck des Tadels: Des is emol 'n verickder Kerl (Mensch) [KB-Harxh, verbr.]. Du verickdes Huhn! [NW-Kallstdt, verbr.], verickder Hund! [ KL-Hütschhs GH-Max'au]. —
β. 'sehr aufgeregt'. Er rennt (laaft, fahrt) wie v. [LA-Maik, verbr.]. —
γ. 'versessen auf etwas', vgl. PfWB verpichen 2. Er is ganz v. uf's Lese [ KU-Schmittw/O]. Du schaffscht jo wie v. [KL-Stelzbg, verbr.]. —
δ. 'heftig verliebt'. Sie esch v. of ehn (in ehn) [GH-O'lustdt, verbr.]. Die zwää sin v. ufnanner (inanner) [Frankth, ZW-L'wied SP-Schiffstdt]. Zs. mannsleutverrückt. — Südhess. II 593/94; RhWB Rhein. VII 560/61; ElsWB Els. II 249; Bad. II 97.

 

   ge-scheit Adj.:
1.
a. 'klug, intelligent', g(e)scheit (gəaid, gaid) [allg.]; vgl. PfWB gewichst 2, PfWB gewieft, PfWB gewürfelt 2 b. Syn. s. PfWB schlau. Er is g., gescheider wie du, der gescheitscht vun denne drei [ NW-Kallstdt, allg.]. Das is e gscheider Kerl [Pirmas, allg.]. Des es e gescheider Narr, von einem Verrückten [ KB-Kerzh]. Der is zwäämol g. [ KL-Bann]. Zs. all-, alt-, PfWB übergescheit. Des isch en Gscheider, von einem Kahlköpfigen [FR-N'lein, verbr.]. Die Junge wolle gescheider sein wie die Alde [ KU-Schmittw/O]. Du bischt net recht g. [ KL-H'spey, allg.]. Der alt Mann is nimmi recht g. 'kann seine Gedanken nicht zusammennehmen' [ ZW-L'wied]. Ich kann net aus dere Sach g. werre [ KU-Kaulb]. Er hat e gescheide Kopp [Kus, verbr.], e gescheidi Nas

[Bd. 3, Sp. 243]
'eine Spürnase' [ LU-Alsh BZ-Dierb]. Er macht e g. G'sicht [SP-Harths, verbr.]. Guck emol, was des Kind e g. Gesichdelche hot! [ FR-Bockh]. Vergl. u. RA.: Wann der g. es, sein alle Narre g. [ RO-Ruppeck]. Er war schun e Narr, wie er noch g. war [ KL-Neukch Mehling]. Der is so g. wie 's Käsperche von Dannenfels [Hebel 38]. M'r mänt, du wärscht e Kind vun zwää Mottere, so g. bischt du [Schandein Sprachsch.]. Er is g'scheider wie drei Paar Ochse [ Gal-Josbg]. 's Aai will g'scheider sei wie 's Hinkel, von einem naseweisen Kind [verbr.]. Dem sein kleener Finger is gescheider wie annere Leit ehr Kopp [verbr. Gal]. Der is am Aarsch g'scheider wie der anner am Kopp [ Gal-Broczk]. SprW.: Wer Geld hot, der esch g. [ BZ-Dernb]. Der Hättich (hätte ich) un der Hattich des waren zwee Leit; der eent war dumm, der anner net g. [verbr. Gal]. G'scheide Kinner werre net alt [Fogel Beliefs Penns Nr. 166, verbr. Don Gal Buch]. E g'scheides Hinkel leet alsemol aach newich 's Nescht [verbr. Don Gal Buch]. Die g'scheitschde Hinkele leen am erschde newer 's Nescht [Feierowend Nr. 31/1955 S. 7]. Es is noch kaan Gescheider vom Himmel gefall [ KB-Mauchh]. 's is besser, mit'eme G'scheide se verliere, als mit'eme Narr se gewinne [Gal-Brotschk Obl Landtreu]. De Gescheider gebt noh, hat de Ochs zum Metzjer gsaat [ PS-Saalstdt]. Volksgl.: Zwee Hoorwerbel uf'me Kind seim Kopp bedeit, as es g. werd [Fogel Beliefs Penns Nr. 23]. —
b. 'vernünftig, verständig'. Sei g.! [verbr.]. Ich hab geguckt wie nit g. [Zahn Pläsier 73]. Er is geloff wie net g. [ Gal-Dornf]. Der Unbelehrbare werd net g. [Kaislt, allg.]. Mer kann jo ken g. Wort mit'm schwätze [Reichard Penns 413]. RA.: Du werscht net eher g., bis die Hinkel vorwärts kratze, von einem, der beruflich nicht vorankommt [NPfGV 1974, S. 36]. —
c. 'recht, ordentlich'; en g'scheide Strääch (Streich) [ LU-Friesh]. Ich han nix G'scheides aanseziehe [Kaislt]. Sie is schee g. aangedun [Beam Penns 47]. RA.: Er mänt, er hätt de gescheide Dreck allään gefress [ KL-Weilb]. E gescheidi Pris 'kleine Menge Schnupftabak' schad kem dumme Kerl was [NW-Haßl (Wilde 240)]. —
2. adv., Kompar., vgl. PfWB gerecht 1 d, PfWB recht. Du hättscht g'scheider 's Maul g'halle [ NW-Wachh]. Du wärscht gescheider im Bett blebb, von einem, der trotz Unwohlseins arbeiten ging [ KU-Kaulb]. — Südhess. II 1282 ff.; RhWB Rhein. VII 1026/27; Lothr. 198/99; ElsWB Els. II 394; Bad. II 382/83.

 

  PfWB  LothWB  RhWB würfleⁿ [wîrflə Fisl. Heidw. Banzenh. Steinb.; wìrflə Hüss. Ruf.; wìrflə u. werflə nö. davon allg.] 1. würfeln, Würfel spielen; Part. g(e)würflt flink (wie ein Würfel, der aus dem Spielbecher herausrollt): Er is nit eso stark, awer r is gar gwürflt, r drëjt siʰ zeʰⁿ Mol ʰerum, wil dr andr e Mol Dü. 2. sich erbrechen, besonders infolge von Trunkenheit. Er würflt Mockeⁿ wi Füst [Fit Fäuste] NBreis. Syn. kotzeⁿ, Heizleⁿ macheⁿ, spaüeⁿ 2. — Basel 320. Schwäb. 539.