| Netz-Navigator | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| PfWB ver-legen (Bd. 2, Sp. 1211) | PfWB ein-stufen (Bd. 2, Sp. 834) | DWB stufe (Bd. 20, Sp. 292) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1. etwas v. a. 'zerlegen', vom Schlachttier, ve(r)lee, -leje, -leche, -legge, s. PfWB legen [verbr.]. De Metzjer velecht d' Sau [LA-Wollmh, verbr.]; vgl. PfWB vertranschieren. — b. α. 'an einen anderen Ort bringen'; de Betrieb verleche, umgspr. [Neustdt, verbr.]; de Wein verleje 'aus einem großen Faß in kleinere Fässer umfüllen' [KB-Zell, verbr. im Weinbaugebiet]. — β. Rewe verleche 'Reben mit Ablegern verjüngen' [ LA-Edk]; vgl. PfWB einlegen 1 b, PfWB einstufen 2, PfWB verschleifen2 2. — c. 'an einen falschen Ort legen', umgspr.; die Brill v. [verbr.]. — d. 'zeitlich verschieben', umgspr.; die Sitzung v. [verbr.]. — e. 'versetzen, verpfänden'. a. 1514: (den Acker) verlaicht zu einem vnderpfande [Kurpf. 884 (Kirchengefälle Duchroth)]. — 2. sich auf etwas v., umgspr. Jetzt dun se sich richtich uf de Wein 'auf den Weinbau' velege [ BZ-Nd'horb]. — Südhess. II 552; RhWB Rhein. V 300/01; Lothr. 146/47; ElsWB Els. I 573; Bad. II 79.
| 1. a. Bohnen e. 'in die vorbereiteten Löcher (s. PfWB Stufe) legen', einstufe (-dūfə) [ LU-Fußgh Limbghf GH-Zeisk]; vgl. PfWB einlegen 1 a. — b. 'Baumsetzlinge einpflanzen', auch 'Eicheln in den Boden legen', instufe [Bd. 2, Sp. 835] [ PS-Gersb, Kirchhbol]. — 2. 'junge Reben in die Erde einschlagen'; Worzelrewe einstufe [Wilde 199, Journal 1787, S. 212]; vgl. PfWB einlegen 1 b. — Südhess. II 146; Bad. I 666.
| 1) westgerm. bildung. ahd. stuofa (oder stuof, m.?); mhd. stuofe; alts. stôpo; mnd. stôpe; altfries. mit anderer bedeutung in geldstōpe beisteuer zum wergeld, s. zs. f. dt. wortforschung 7, 284 f.; neufries. stoepe friesch wb. 3, 212. bedeutungsmäszig nahe liegt das zum selben stamm gehörende, auf derselben ablautstufe stehende ags. stôpel 'a footstep, mark left by the foot' 924, im suppl. 712 auch als 'treppenstufe' belegt. zu einer mit idg. stēb, stəb variierenden wurzelform step gehört altkirchenslav. stepen treppe, stufe, stopa fuszspur 2, 625 mit der zugehörigen slavischen sippe 321. 2) stufe gehört zu dem verbalstamm stap-, stōp 'auftreten, schreiten', der im ags. afries. altsächs. als starkes verb erhalten, im hd. aber zu dem schwachen verb stepfen, stapfôn : stapfen weiterentwickelt ist, vgl. teil 10, 2, 864; ahd. gram. § 347, 6; Paul dtsche gram. II § 247, 4; nom. postverb. 1, 190. die schwierigkeit, die s. v. staffel (teil 10, 2, 515) darin gesehen wird, dasz stufe mit stapfen nur auf grund der 'ungewöhnlichen' bedeutung 'steigen' zusammenzubringen sei, besteht nicht, da diese bedeutung im ahd. geläufig ist und auch später nicht fehlt, vgl. 10, 2, 865 sowie 2, 545, 19 ff. und die compos. uberstephet unde ubersprungen transiliente 2, 140, 21; kantemo instephentemo ascendente (eo in naviculum) ahd. gl. 1, 711, 24; uzstafti desiliat 2, 469, 22. vgl. zudem tritt zu treten, treppe zu trappen und das verwandte stapf als gradus, teil 10, 2, 860. 3) das wort stufe zeigt für die verschiedenen bedeutungen keine einheitliche verbreitung; sein hauptgebiet ist das mitteldeutsche, wo auch die hauptbedeutung gradus 'treppenstufe' zu hause ist; einzelne weniger entwickelte bedeutungen erscheinen auch auszerhalb dieses bezirks, im nd. 'stufe vor dem hause' (s. DWB B 2 b), im obd. 'vertiefung im erdboden' (s. DWB A 2); hier tritt in ahd. zeit vereinzelt auch die bedeutung 'gradus' auf: 1, 10, 29, s. DWB B 1 a; diese geht dann aber dem obd. verloren, vgl. v. wortwahl 9, während sie mhd. für das sächs. und nordböhm. bezeugt ist bei Frauenlob und Peter v. Reichenbach, s. u. DWB A 1. von hier dringt sie durch Luther in die schriftsprache schriftspr. Luthers 2, 56b; wortschatz d. Zürcher alten testaments 65. gebucht wird stufe vom 15. bis ins 17. jh. fast nur von lexikographen dieses gebiets und von unmittelbaren nachbarn: trames (i. lignum in scala) trepp vel stuff gloss. 592b (15. jh.); prepugilium ein stuffe 456a, vor allem in der bedeutung gradus: stuff gradus Alberus c 2a (neben staffel und steig); 911b; nomencl. lat.-germ. (Hamb. 1634) 442; fons latinit. 394; gradus treppe, tritt oder stuffe (1663) 514; (1668) 2, 2893; stafel ... dicitur etiam die stufe stammb. 2110; erst seit dem ende des 17. jhs. werden die grenzen weiter; neben staffel verzeichnen es: stuffen gradus Weismann lex. bipart. (Offenb. 1698) 2, 366; 2 (1702) 1023a; teutsch-engl. (1716) 1911; 2, 756; teutschlat. 2, 215, der staffel als veraltend 'im saubern stilo', aber oberdeutsch gebräuchlich nennt; kriegslex. 2, 971; dann allgemein, auch bei Adelung 'für das mehr oberdeutsche staffel' 4, 469. negativ ist für die abgrenzung bemerkenswert, dasz noch Dentzler clav. ling. lat. (Basel 1716) stufe nicht kennt; vgl. auch v. a. a. o. die heutigen maa. bestätigen das bild: reicheren, z. t. nicht auf nur 'gradus' beschränkten gebrauch haben das sächsisch-erzgebirg.-nordböhmische: 2, 583; 522; auf der anderen seite das ostfriesische: 3, 327; gebucht ist stufe fernerhin für das moselfränkische in Pennsylvania: [Bd. 20, Sp. 293] pennsylv.-germ. dial. (1924) 145; bei Block id. von Eilsdorf (ostfälisch) 94 und bei Saml. 88. jedoch wird man das sonstige schweigen der nicht obd. idiotika nicht durchaus auf unbekanntheit deuten dürfen, wenn auch in einem teil der md. maa. das obd. staffel (s. teil 10, 2, 516), in andern treppe (s. d.) concurrieren (bei Frankf. ma. 112, Handschuhsh. dial. 69 ausdrücklich vermerkt). vereinzelt, aber in hinsicht auf die Notkerstelle (s. o.) bedeutsam ist die obd. notierung stueffe 'stufe einer treppe' Aargauer wb. 263. 4) das genus ist masc. und fem.; nicht mit sicherheit zu bestimmen sind der ahd. nom. pl. stuofa 1, 10, 29 und die mittelhochd. belege (s. u.); am masculinen genus ist kaum zu zweifeln bei as. nom. pl. stôpon Heliand 2399; das masc. neben sonstigem femininum einmal bei Luther: wenn du zum andern stuffen des glaubens kompst 32, 137 W.; sonst deutlich nur noch: da ieder stuffen ein marmelstein ist Armin. 1, 641b; gebucht: der stuffen (neben die stuffe) 2, 756; der stufen vestigium schles. 522. 5) die flexion ist stark bei Notker und wohl auch bei (dat. stuof: ruof: geschuof Kolm. liederhs. 232 Bartsch), während der as. nom. pl. stôpon Heliand 2399 und der für die nhd. schriftsprache entscheidende mitteldeutsche gebrauch schwach ist: acc. pl. stuofen 113, 11 Ettmüller. die zeugnisse für den schwachen singular reichen über das 17. jh. nicht hinaus: dat. sing.: zum andern stuffen 32, 137 W.; auff der obern stuffen wendunm. 3, 498 lit. ver.; an dem obristen grad und stuffen theatr. amoris h 3b; von einer hohen stuffen ras. Roland 3, 63 (23. ges.); von der ersten stuffen secretarius 1, 705; von einer stuffen auf die ander 363a; acc. sing.: eine gute stuffen 1. Thimoth. 3, 13; auf die erste stuffen Pathmos 79. 6) zur schreibung anzumerken ist ein stupf nomenclator (Hamburg 1634) 442, wohl durch niederd. einflusz zu erklären; deutlicher stuffe, stupfe, stuppe bei 1637 (vgl. auch staffel — stapfel th. 10, 2, 516). bedeutung und gebrauch. A. stufe 'die getretene stelle', vgl. DWB stapfen II 3. 1) vestigium, fuszstapfe: an êna starca strâtun, thar stôpon gengun, ei (wächter) tue sie hœren schier den ruof die mîner hilfe genzlîch gern, kommt, seyd ihr männer, hohlt den raub! mich deucht, es hört mein ohr die hand, so alles trägt, erhalte deinen fusz, was hoffest du auch noch von deinen dreyen söhnen? (und befahl) dasz jeder ja sey dahin bemüht, [Bd. 20, Sp. 294] 2) vertiefung im erdboden: stuff, ein loch, das man macht, pflantzkraut darein zu stecken 314b; ebenso (1663) 2, 470; agricolis stufe ... est porca (furche) stammb. 2110; vgl. 1, 857b; 2, 756, sowie stuffen hacken 'in gut bearbeitetes land kleine löcher hacken zur aufnahme von saatkartoffeln oder krautpflanzen' 2, 39; stufe 'vertiefung in der erde zum setzen von kartoffeln u. a.' Handschuhsh. 69; schwäb. wb. 5, 1905; da man den mais im Elsasz weit von einander zu pflanzen pflegt, es daher auf dem sand nicht wirtschaftlich sein würde, den ... untergepflügten mist der verflüchtigung preiszugeben, ... so düngt man in die gruben oder stufen prakt. ackerb. 374; vgl. dazu 1stufen 1, vb., löcher für pflanzen graben. B. stufe 'gradus', die am meisten entwickelte und ausgebreitete bedeutung entsprechend der im ahd. vorwiegenden bedeutung von stepfen als 'steigen' s. oben form u. verbreitung 2. 1) der hauptgebrauch ist zu allen zeiten stufe als teil einer treppe, leiter u. dergl., vgl. gradus sunt ex quibus scalae consistunt stuffen 363a. a) in verbindung mit dem übergeordneten begriff und als dessen teil gekennzeichnet; schon ahd.: samo so leitersprozen ... alde stegon stuofa quidam gradus in modum scalarum 1, 10, 29; es ist eine stiegen, die hat 100 stuffen, auf der ersten sitzet 1 taube, auf der zweyten 2 ... frauenz. gesprächsp. 8, 34; auf den untern stufen der schlosztreppe sprichw. 338; im bilde: doch dermaszen, dasz beyde practiken solche ihre stuffen auff der leiter zum galgen haben abenth. glückstopf 163; Hans Unwirsch setzte den fusz auf die unterste stufe der leiter, welche an dem fruchtreichen baum der erkenntnis lehnt hungerpastor (1864) 1, 44; oft als hilfsbegriff für den bildlichen gebrauch von leiter: die leiter der ergröszerung hat nur drey sprüssel oder stuffen frauenz. gesprächsp. 5, 79; man wird den unterschied zwischen dem dümmsten menschen und dem schlausten thier sehr klein finden, von da erhebt sich die leiter nach und nach, eine unendliche menge stuffen steiget über einander hinauf v. d. wunderbaren 9; diese bestimmung führt durch eine beständige leiter vermittelst aller möglichen stufen ... von den planeten zu den kometen 8, 282 Hart.; vgl. auch C. b) der plural stufen häufig collectivisch für die gesamtheit der stufenanlage: dazu (baute er) die mauren am teich Seloah bey dem garten des königs bis an die stuffen, die von der stad David herabgehen Nehem. 3, 15 (gradus vulg.; untz z den staffeln erste dtsche bib. 6, 300); die (Albaner und Thracier haben) geglaubet die sonne were nur eines tellers grosz und dasz man durch leitern und stuffen himmel auffsteigen könte schr. 523; der prätor ... eilte ... die stufen des hügels hinunter röm. gesch. 2, 510; die halle vor der kirche fällt gut in die augen, da man zu ihr auf neun stufen steigt reise d. Deutschl. 12, 92; appellativ: sie hatten Rom gesehn, und gut darin gegessen, gern in verbindung mit verben wie steigen, springen, betreten u. ä., wobei die aufmerksamkeit vom ziele weg stärker auf das object gelenkt wird: ich ... sprang die stufen hinauf und rief in die hausthüre 24, 30 W.; sie steigt die stufen hastig hinab Äschylus 120. der treppe gegenüber können die stufen als ein ausdruck gehobener sprache empfunden werden: eilend stieg sie hinab die hohen stufen der wohnung [Bd. 20, Sp. 295] c) wenige stufen rufen die gesamtvorstellung der treppe nicht hervor: es war eines jener zum entzücken unregelmäszigen häuser, wo man, um aus einem zimmer ins andere zu gelangen, stufen auf- und abgeht erz. schr. 5, 7; vgl. die geläufige warnung: achtung! stufen! 2) ohne beziehung zu einem übergeordneten begriff. a) stufen als unterbau für erhoben vorgestellte gegenstände, zumeist auf den rand des abgestuften unterbaus, den anstieg, beschränkt; selten einfach feststellend im sinne eines gegliederten untergestelles: den deckel eines sarges, der auf stufen ruht nachgel. schr. 1, 30; die stufen des schaffots 12, 440 G.; sie machen euch das blut von den stufen der guillotine lecken nachgel. schr. 133. in der regel wird die räumliche erhöhung als ausdruck einer inneren wertung empfunden: drey männer von gesetztem geist, es steigt der stolze candidat typisch geworden sind in diesem sinne die stufen des thrones und die stufen des altares. stufe des thrones u. ä.: und der stuel (des königs) hatte sechs stuffen 1. könige 10, 19; auff dem marckt hat sich der könig einen herlichen stuel mit dreien graden oder stuffen lassen zurichten warh. hist. (1536) f 2a; besteige denn behertzt des vaters festen thron! weil kleine herrn und festlich ward an die geschmückten stufen sieh, göttin, mich an deines thrones stufen so liesz allda der herr, von einer hohen stuffen, und vor des thrones stufen, im bildlichen bleibend wird dieser gebrauch in der mitte des 17. jhs. ein ansatz zu übertragener verwendung, indem das wort thron (wie auch leiter s. oben b 1 a) ein hilfsmittel für die wertvorstellung abgibt, vgl. DWB C 2, 3; so wird sich alsdann leichlich absehen lassen, auf welchen stuffen zu solchem thron der ehren aufzusteigen [Bd. 20, Sp. 296] teutsch. secretar. 1, 641; Salomon säzzet auf die erste stuffen zu dem throhne der weisheit das erkänntnüs des eitelen weltwesens Pathmos 79. stufe des altars: du solt auch nicht auff stuffen zu meinem altar steigen, das nit deine schame auffgedeckt werde 2. Mos. 20, 26; besonders als stelle des cultes: an einem heiszen nachmittag des sommers lag auf den stufen des hochaltars ein fremder mönch in stillem gebet ges. w. 9, 5; (der) altar ..., an dessen stufen sich der ... feierlichkeitsakt vollziehen sollte Fontane I 6, 207. im volksglauben infolgedessen als ein ort, wo sich wunder vollziehen: als sie (die mutter) in den tempel trat, wurde das bündel (mit dem toten kinde) immer schwerer, und endlich, als sie es auf die stufen des altars legte, fing das kind zu schreien an sagen 1, 41; wie altar selbst ein ausdruck geheiligter unverletzlichkeit: das laster auch an den stufen des altars zu strafen theater d. Deutschen (1768) 7, 221; seis an den stufen des altars, auch sonst sind derartige umschreibungen in diesem anwendungsbereich gebräuchlich: und zeuch mich auf die stufen bose lute werden rufen es ist schon lange zeit, dasz ich von diesen stuffen (d. hofleben), b) die steinerne treppe vor dem hause aus einer oder mehreren stufen: prepugilium id, quod ante fores ein stuffe gl. 456a (15. jh. md.); stuffe, stupfe, stuppe limen ante fores 1637; stoop, stope, stupe erhöhter vorplatz eines hauses, zu welchem eine treppe hinanführt ostfries. wb. 267, vgl.stoepe stoep voor em huis 3, 212, nl. stoep freitreppe gramm. d. nl. spr. 52; sicher aus dem nl. das ostfries. stupe 'feststehende leiter mit trittbrett am ufer eines kanals, zum wasserschöpfen' a. a. o., vgl. mnl. hwb. 578; et. wb. 668. c) fuszschemel, niedrige bank: anabathrum, gradus scansilis, subsellium ein stuffen, eine erhabne banck, ein öberbank thes. 50b; erhabne bänck, eine stuffen, anabathrum, subsellium 182; (1608) 82b; einem juden, der eine sabbathsmagd hält, die ... auf ihrer stuffe sitzt und zum zeitvertreib einen vers singt ein und zwanzig discurse (1748) 225. auch diese bed. im niederl.: stoepe, stoepbancke holl. sicamb. exedra, sedile pro foribus, sedile vestibuli 532b. d) auch von sonstiger für einen schritt berechneten anstiegshilfe, wobei in der regel eine gesamtvorstellung im sinne von B 1 b mitschwingt: dort (an einer mauer) fanden sie einen alten strebepfeiler, ... dessen verwitterte backsteine ... einem gewandten kletterer als stufen dienen konnten ges. schr. 1, 62; so vor allem in der alpinistik von stufen im eise: um die passage (über den gletscher) zu erleichtern, hat man stufen in das eis gehauen erdk. 2, 331; dann hob der alte plötzlich seinen pickel ... und begann wie rasend stufen in den eishang zu hauen d. weisze tod 11; vgl.(er) begann die mühsame arbeit des stufentretens Kalkalpen 64. 3) in erweiterter anwendung auf grund einer formähnlichkeit von abgestuften gebilden, die nicht mehr der function des steigens dienen. [Bd. 20, Sp. 297] a) meist von der form der im ganzen der treppe gesehenen stufen aus (vgl. DWB B 1 a u. b): pyramiden ... da hört man auf den höchsten stufen in dichterischem bild: sie horcht, wenn ihrem schäfer b) von der form der einzelstufe geht aus: sie stützt den arm auf eine stufe des felsen s. w. 9, 38; leget, schwestern, euer ohr es sonnt sich auf den stufen c) in der heraldik ist stufe 'eine schildeintheilung, welche durch drei linien ... geschieht' wb. d. herald. terminologie 153. 4) bei stufe können vorstellungen mitschwingen, wie sie zum teil auch den bezeichnungen für die übergeordneten begriffe treppe, leiter u. a. eigentümlich sind und die zu einem besonderen uneigentlichen und bildlichen gebrauch zum teil in mehr oder weniger festen wortverbindungen geführt haben. die stufe wird als weg oder ausgangspunkt zu einem meist erstrebten ziel gesehen, öfters mit dem begriff des mühseligen: wer die stufen zählt zum thurm hinauf, so manches buch, so mancher schatz, die thaten deiner groszen ahnen denkst du der stunde noch wohl, wie auf dem bretergerüste [Bd. 20, Sp. 298] 2, 55 Werner. selten mit der vorstellung des hinuntersteigens: dein fusz betritt bereits die stufe deines falles sein fusz berührte schon des grabes jähe stufen in die erhabne geisterwelt die falschen götter stürz ich; neuer gottesdienst, so gehts, falln auff der obern stuffen, C. übertragungen. die fülle des übertragenen gebrauchs, der stufe als abschnitt eines continuums in beziehung zum ganzen setzt, ist in seinen anfängen in engem zusammenhang mit dem von grad (s. d.) zu verstehen, zu dem stufe hier ebenso wie zu staffel (s. d.) vielfach in parallele steht. 1) in anlehnung an grad oder als lehnübersetzung mit ihm zusammen auf lat. gradus bzw. ital. grado zurückgehend, bezeichnet stufe bes. im 16. u. 17. jh. a) die maszeinheit einer kreisteilung, den 'grad'; so die gradeinteilung an der sonnenuhr: da rieff der prophet Jesaja den herrn an, und der schatten gieng hinder sich zurücke zehen stuffen, am zeiger Ahas, die er war niderwerts gegangen 2. kön. 20, 11 (decem gradibus vulg.; staffeln erste dtsche bib. 5, 436); mit beziehung auf diese stelle: wenn nur euer (e. alten jungfer) lebenslauf wie des Ahas zeiger ginge! der sonne gleich ... [Bd. 20, Sp. 299] b) ähnlich von temperaturgraden: denn die bäume richten sich nicht nach der ausmessung der himmelsstriche (d. i. den breitengraden), sondern nach den stufen der kälte ma. v. Teutschland 568; in anderm sinne schon bei Prätorius: sie (die schwalben) haben eine seele, aber weil sie (die seele) keine gewisse stufe der wärme alsdenn besitzet, so unterlässet sie daher zu der zeit die bewegung winterflucht der sommervögel (1678) 306. c) tonleiterintervall: von der chromatischen tonleiter: grado ... stuffe ... wenn nemlich die noten von einer linie in das nächste spatium, oder aus diesem in die nächste linie gehen mus. lex. (1732) 287; von der diatonischen tonleiter: jede scala sieben stuffen hat art das clavier zu spielen 1, 28. d) als verwandtschaftsgrad: gradus, grad, stuffe z. e. die gradus consanguinitatis manual (1703) 147; li gradi d'affinità die grad, stuffen der verwandtschaft ital.-teutsch (1741) 1, 21b. e) als grammatischer terminus in der steigerung: bey der stuffe (gradus) ist in acht zu nehmen der satz (der positiv) und die stuffe ... die stuffe ist entweder die mittlere (der comparativ) oder die oberste (der superlativ) dtsch. sprachlehre entwurf (1641) 51; man ... den nahmen der grade für unterabtheilungen des zweyten standes sparet, welches wahre grade, stufen oder staffeln sind (der positiv dagegen ist kein grad) umständl. lehrgebäude d. dtsch. spr. 2, 93. isoliert als prosodische bezeichnung: die stuffen (pedes) unserer worte meistentheils bestehen in doppellängen ( spondaeis) oder langkurtzen ( trochaeis) gesprächspiele 2, 201. f) auch andere zweige des später selbständigen gebrauchs scheinen sich zunächst an grad zu entwickeln: (Christus hat) so offte den gelindesten vorsichtigsten weg und die gewisse stuffen in zurechtbringung (bekehrung) vorgeschrieben kirch. u. ketzerhist. 8b (zu vergleichen etwa: der erste grad (der liebe zu gott) haysst ain verwunte lieb ... serm. [1508] l 2d); wenn du zum andern stuffen des glaubens kompst 32, 137 W.; welche aber wol dienen, die erwerben jnen selbs eine gute stuffen und eine grosse freidigkeit im glauben (vulg. gradum bonum; erst. dtsch. bib. wirdigkeit 2, 215) 1. Thim. 3, 13. 2) unter den selbständigen übertragungen sind diejenigen begünstigt und daher verhältnismäszig früh bezeugt oder zu erschlieszen (vgl. 1stufen 2 a), die sich auf continua beziehen, denen an sich schon die vorstellung der höhe, des ansteigens anhaftet. von der stellung innerhalb einer beruflichen oder gesellschaftlichen ordnung, 'rang'; deutlich aus dem bildlichen kommend und anscheinend zunächst oft mit leichter sonderfärbung als hoher rang: dasz uns die gelehrsamkeit nicht zu den stufen der ehre ... erhebt w. 5, 91; so tritt er endlich heut auf die geweihten stufen (d. h. er erlangt die doctorwürde), die einsame tugend, [Bd. 20, Sp. 300] gesell und meister müssen aufs strengste beobachtet werden 25, 221 W.; auch von den etappen einer berufslaufbahn: das amt eines auditors beim staatsrathe galt damals für ein besonderes glück und führte leicht zu höheren stufen kl. schr. 1, 10; (prälaten) welche sich gestehen müssen, dasz sie ihre jetzige stufe nicht mehr überschreiten werden Winckelmann 2, 1, 102; dagegen soll ihnen ... erlaubt sein, ... alle stufen im soldatenstande rühmlichst anzuführen briefe die neueste litt. betr. 13 (1762) 49. weiterhin: allergelehrteste, hochgelehrte, gelehrte, und den stuffen der hohen schule nach, immer weniger, doch gleichwohl gelehrte männer v. s. lustsp. 1, 165; die candidaten aller stufen poet. vers. 7, 69; das war das schönste bei diesem heiligen eifer und fröhlichen gewimmel, dasz alle unterschiede von ständen und klassen, von altern und stufen vergessen und aufgehoben waren schr. für u. an s. l. Deutschen 1, 335. ähnlich von socialen unterschieden: jeder vater sucht das glück seiner tochter — man steigt wohl lieber eine stufe hinauf, als — als — wollt ich sagen ges. schr. 2, 68; ich habe nicht unter den komtessen des landes gewählt und bin, von unserm standpunkt aus angesehen, eine gute stufe herabgestiegen ges. w. I 5, 63; sprichwörtl.: eine stufe hinauf soll man den freund und eine stufe hinab die frau wählen 4, 936; in diesem sinne häufig stufe des glücks: das gewisseste mittel, zu den höchsten stufen des glücks empor zu steigen Agathon (1766) 1, 120; da ich ... mich, weib und kind zu erheben, auf hohe stufen von glück und ehre zu bringen träumte theatral. w. 4, 10; der eine kann alle stufen äuszern glückes ersteigen ges. schr. 5, 333. 3) von geistigen eigenschaften und fähigkeiten, unter denen graduelle unterschiede gesetzt werden: ob man auf dieser ersten stuffe der weisheit stehe 10, 83 L.-M.; nach und nach bin ich in der klugheit so fortgeschritten, dasz ich jetzt diese stufe einnimm kom. theat. 6, 14; auch negativ: sie ist in ihrem hochmuth auf eine solche stuffe gerathen, dasz ich glaube ... vern. tadlerinnen 1, 227; in dieser verwendung mit allgemeiner wertungskraft: auf welcher stufe der geister gros o Rieger, gros war deine stufe, 4) ähnlich auch von sonstigen vorzügen, auf persönliche und unpersönliche subjecte bezogen; allgemein gefaszt, vgl. auch 9 b β: und da sie die sprache zu der gröszten stufe ihrer vollkommenheit gebracht unterr. v. d. dtsch. sprache (1682) 1, 78; die stufen der vollkommenheit li gradi della perfettione 2 (1702) 1210c; doch dieses stille, friedliche entsagen [Bd. 20, Sp. 301] näher bestimmt: seine recitation (stieg) ... zu einer hohen stufe von wahrheit, freiheit und offenheit 22, 119 W.; dieses sind die ... wahrheiten, welche die offenbarung ... durch ihr göttliches ansehen zur höchsten stufe der gewiszheit erhebt d. nord. aufseher (1758) 1, 71; unter ihm gelangte Athen zur höchsten stufe der macht und des reichthums w. 1, 142; einzelne kühnheiten ... erheben ihn zu einer bewundernswürdigen stufe der kraft nachgel. schr. 1, 102; stufen der schönheit v. schr. (1771) 1, 262; beide erklommen ... die höchsten stufen menschlichen ruhms und glücks bei ges. schr. u. denkw. 1, 265. 5) die das einzelne aus dem ganzen heraushebende aussagefähigkeit macht das wort geeignet zur bezeichnung von gradweisen unterschieden irgendwelcher qualitäten, nicht notwendig mit wertvorstellung: die lautverschiebung ... hat es nur mit den stufen der stummen consonanten zu thun, deren grundbeschaffenheit dadurch nicht angegriffen wird kl. schr. 5, 438; und zwar sind die stufen der deutlichkeit folgende, gelb, grün, blau, gelbroth und blauroth II 2, 108 W.; die stufenlehre, dasz Matth. 5, 3-10 stufen von tugenden und seeligkeiten seyn schr. 2, 180; unter den witzigen köpfen giebt es stufen br. über merkwürdigk. i. d. literatur 232 lit. denkm.; freundschaft ... hat verschiedene stufen der vertraulichkeit beob. 142; und dasz die menschengattung über den thieren nicht an stufen des mehr oder weniger stehe, sondern an art 5, 27 S.; sehr selbständig: aber die vaterlandsliebe hat keine stufen; wer nicht alles thut, hat nichts gethan, wer nicht alles hingiebt, hat alles verweigert ges. schr. 3, 147. in der anwendung auf vorgänge wird dieser bedeutungsgehalt zum ausdruck des allmählichen (vgl. auch unten C 9 von stufe zu stufe und stufenweise): alle änderungen in der menschlichen natur geschehen durch stufen, nach und nach s. w. 1, 15; weil jede realität ihren grad hat, der bei unveränderter extensiver grösze der erscheinung bis zum nichts (dem leeren) durch unendliche stufen abnehmen kann 3, 156 akad., oder er dient zur steigerung der intensität eines ablaufes: er kann sich nicht genug thun in der schilderung seiner heldin, er jagt sie durch alle stufen der erniedrigung hindurch hist. u. polit. aufsätze 1, 100. 6) stufe als einzelner schritt in einem methodischen prozesz: jede höhere stufe im prozesz der induktion ist der untersten an und für sich ähnlich w. 3. abt. 4, 2, 348; der alte ging (im unterricht) jetzt um eine stufe weiter vor s. w. (1890) 4, 161; seine blödigkeit ... und der mangel an sprachkunde hatten ihn jedoch leider gezwungen, auf dieser ersten stufe des kourmachens stehen zu bleiben s. w. 13, 85; beachtenswert ist die vorbereitung im bildlichen: man musz auff der trepffe von einer stuffe zur andern schreiten d. Teutschen weish. 2, O 1r; stufe für stufe kommt man auf den thurm 4, 936. ohne jedes moment einer intensitätssteigerung nur von der aufeinanderfolge der einzelnen zugeordneten vorgänge: sie hatten sich getreu an ihrem lebensgange gehalten, dagegen mir das wunderbare loos beschieden war, durch manche stufen der prüfung, des thuns und duldens durchzugehen 33, 187 W.; (er) fiel in 'ne traurigkeit; dann in ein fasten; 7) stufe als unterabteilung einer übergeordneten einheit: sieben glieder der philosophischen naturkette, davon jedes, um die heilige zahl herauszubringen, wieder sieben stufen hat allg. dtsch. bibl. anh. zu bd. 25-36, 1985; fachsprachlich als fester specialbegriff: erscheint ... die untereinheit für die bedürfnisse des kleinen verkehrs zu grosz, so wird eine weitergehende teilung (des münzsystems) erforderlich. man erhält dann mehr stufen, so beim englischen pfund sterling L. v. Ebengreuth münzk. u. [Bd. 20, Sp. 302] geldgesch. (1926) 193; in der bilanz sind ersichtlich zu machen ... die zahl der zur deckung der hypothekenpfandbriefe bestimmten hypotheken und deren vertheilung nach ihrer höhe in stufen von hunderttausend mark hypoth.-bankges. v. 13. juli 1899 § 28; in der elektrotechnik die durch schaltung gleichmäszig regulierbaren strommengen: stufe sectionnement wb. d. elektrotechn. 1, 121a. 8) stufe als abschnitt eines zeitlichen continuums: a) zunächst allgemein im hinblick auf den ablauf eines vorgangs: wie eine jede handlung und begebenheit fünf theile und gleichsam stufen hat, den anfang, den fortgang, den stand, die abnahme und das ende (1812) 5, 210; seit dem 17. jh.: so fertiget auch Franckreich die meisten perigrinanten mit keinem andern künsten ab, als dasz sie ... die stuffen der Frantzosen oder neapolitanischen sucht erzehlen können Pathmos (1677) 28; manchmal ist er mager und zusammengefallen wie ein kranker auf der letzten stufe der schwindsucht 45, 4 W.; was die menschen hierbey nicht wenig verwirren muszte, war, dasz sie eben dieses ab- und zunehmen (des mondes) nach allen seinen stufen zuweilen in einer zeit von wenigen stunden vorgehen sahen verm. schr. 6, 249; die völkerwanderung ist die erste stufe der zerstörung ... der blüthe Italiens röm. gesch. 2, 454. b) speciell mit bezug auf das menschliche leben (vgl.stufenjahr); in ausgeführter bildlichkeit vorbereitet: dein muntrer fusz betritt die stuffen hoher jahre, c) seit dem späten 18. jh. gern mit dem begriff der entwickelung verbunden. α) oft mit einem wertungsaccent, wenn es sich um historische entwickelung cultureller zustände handelt, so in den überaus häufigen verbindungen stufe der kultur, der bildung u. ä.: Brabanter und Böhmen, Siebenbürger und Lombarden, stehen sie auf einer stuffe der cultur? 17, 59 S.; preisaufgabe die stufen der cultur betreffend III 3, 12 W.; alle völker auf den ersten stuffen der bildung sind liebhaber von räthseln 12, 192 S.; negerhorden, die auf den mannigfaltigsten stufen der civilisation gefunden werden ansicht. d. nat. 1, 41; auf der ersten und niedrigsten stufe der menschheit 13, 431 L.-M. die zugrunde liegende anschauung zeigt die seit dem anfang des 19. jh. belegte verbindung stufe der entwickelung: mehr aber hat es auf sich, solche meinungen in ihrem zusammenhange zu begreifen und ihre nothwendige gründung in anlagen der menschlichen natur und auf gewissen stufen der entwickelung einzusehen Europa (1803) 2, 66; mit einer einrichtung ..., die auf einer gewissen stufe der geistigen entwicklung mit innerer nothwendigkeit zu tage getrieben wird geist d. röm. rechts 3, 288; vgl. auch β. weitergreifend in verbindung mit einer fülle von begriffen, die irgendwie unter die vorstellung einer geschichtlichen entwickelung gestellt werden: dasz jene sprachen noch garnicht die stufe grammatischer bildung erlangt haben br. an Welcker 54; so steht die germanische poesie im wesentlichen noch auf arischer stufe gesch. d. dtsch. lit. 13; eine stufe der naturerkenntnis ü. d. grenzen d. naturerk. 5; in dem raschen aufsteigen jener jahre bezeichnet dieser gedanke vielleicht die höchste stufe der kirchlichen politik dtsch. stud. 17; in der frühern stuffe der wissenschaft pros. jugendschr. 1, 59; (ein) sogenanntes kopfgeld — die niedrigste stufe der classensteuer pol. red. 4, 236. [Bd. 20, Sp. 303] diese vorstellungsverbindung wird so eng, dasz absoluter gebrauch von stufe als cultur-, entwickelungsstufe sich einstellt: Karl Ritter erklärte die niedrige stufe seiner bewohner aus der geringen entwickelung der küsten im verhältnisse zu seinem äuszerlichen umfang völkerk. 223; ähnl. die nation hat der stufen zu erreichen noch vor sich; andere nationen sind ihr in diesem, in jenem stücke zuvorgekommen; sie ist auf gutem wege schr. 3, 150. β) einen zustrom erhält dieser gebrauch durch die anwendung von stufe auf organische entwickelung in der naturwissenschaft; mit bezug auf den einzelorganismus: ein fünftes ei, welches sich auf der hier besprochenen stufe der entwickelung befunden haben soll bau d. menschl. körpers 7, 98; vor allem durch die annahme einer graduellen entwicklung der organismen bis zum menschen: in allen übergängen der organischen natur, die aus einer stufe der metamorphose in die andere tritt III 4, 120 W.; auf den höher entwickelten stufen der schöpfung erdk. 1, 9; unser geist steht noch auf der stufe der amphibien dies buch geh. d. könig 2, 460, auch hier der gebrauch von stufe schlechthin als entwicklungsstufe: die empfindsamkeit, die fähigkeiten und triebe der tiere nach ihren arten und stuffen 5, 24 S.; eine instanz aus dem thierreich der niedrigsten stufe führen wir ... hier vor II 6, 13 W.; die hypothese, dasz die seelen verschiedene stufen durchmachen gesch. d. materialism. 224; auch verschlägt es nichts, wenn diese urzeugung nicht auf der erde, sondern anderswo angenommen wird und man dann mit Arrhenius keime irgendwelcher stufe sich durch den weltraum fortbewegen und die erde befruchten läszt die mod. naturwissensch. u. d. kosmos (1929) 107. 9) die immer stärkere erweiterung des anfänglich bildlichen gebrauches zu solchen inconcreten übertragungen erlaubt vereinzelt schon in der zweiten hälfte des 18. jh., allgemein im 19. jh. eine reihe adverbieller verbindungen, die nurmehr beziehungsfunction haben: a) vergleichend; ausdrücke der gleichheit: mein geschmack blieb auf eben der stuffe stehen, worauf sein genie stehen blieb einl. i. d. schön. wissensch. 1, 105; mit meinen körperlichen leiden blieb es ... auch hier beinahe immer auf derselben stufe bilderb. 218; ich weisz wohl, dasz wir beide nicht auf einer stufe stehen ges. schr. 5, 53; vor allem auf einer, der gleichen stufe mit: mit den frauen steht nicht einmal der teufel auf gleicher stufe sprichw. 1, 247b; sie finden sich ... auf einer stuffe ... mit einander 23, 60 S.; mit recht verlangt er (der gebildete) von dem dichter, ... dasz er im intellectuellen und sittlichen (leben) auf einer stufe mit ihm stehe 6, 316 G.; das gewissen steht nie und nirgends auf einer stufe mit der fähigkeit zu essen, zu trinken und zu verdauen dtsch. schr. 52; dort hatte man ihn auf eine stufe gestellt mit dienstboten Grabenhäger 1, 233. ausdrücke der ungleichheit: es ist ... zur mode bei den schrifftstellern geworden, dasz sie sich allzeit um etliche stufen über ihren gewöhnlichen vortrag erheben nachlasz 7, 24 Leitzmann-Schüddekopf; der unfreie dienstmann stand in dieser beziehung nur eine stufe unter dem vollkommen freien dtsche staats- u. rechtsgesch. 1, 458; der mensch erholt sich, er beginnt, vielleicht auf einer höheren stufe, sein altes spiel 42, 1, 91 W.; da Abdias bei jedem neuen fehlgeschlagenen versuche seine hoffnung auf eine tiefere stufe herabstimmte s. w. 3, 84; vor allem als masz bei höher, tiefer u. ä.: auf der bühne soll der mensch eine stufe höher stehen, als im leben ges. schr. 1, 34; was den ackerbau betrifft, merkte man jetzt, dasz die nation um eine ziemliche stufe weiter gekommen, als sie zu Tacitus zeiten war gesch. d. Deutschen 1, 356; eine stufe niedriger reise (1791) 8, 245. b) in quantitativ unterscheidenden aussagen: so dasz wir endlich ihre revolution überwältigten, die aristokratie [Bd. 20, Sp. 304] bei ihnen bis zu einer gewissen stufe wiederherstellten w. 3, 465 Elster; α) besonders in der verbindung von stufe zu stufe, für die allmähliche entwicklung eines vorgangs (vgl.stufenfolge): nothwendig wird unsre existenz von stuffe zu stuffe immer freier ... werden 15, 325 S.; wodurch wir uns durch die betrachtung so vernimm von stuf zu stufe bei starker zielbetonung drückt die verbindung eine steigerung innerhalb des vorganges aus (= 'immer mehr'): deine gedanken werden bleiben, und du wirst sie deinem geschlecht von stufe zu stufe mehr enthüllen 13, 11 S.; ein umstand, der mich hernach von stufe zu stufe, bis an die gränze der verstockung brachte leb. u. ges. 1, 69; willst du mich durch immer neue geburten und immer neue schauplätze des elends von stufe zu stufe — zur vernichtung — führen? 2, 163 G. β) als summarischer ausdruck für gesteigertheit, vgl. auch DWB B 4 u. C 4; noch bildhaft: ihr spraach ... stehet ja beynah an dem obristen grad und stuffen theatr. amoris (1626) x 3b; in der that hatten die leistungen der Wiener bühne damals eine hohe stufe erreicht Mozart 3, 33; der physikalische unterricht in Österreich (steht) auf einer weit höheren stufe popul. schr. (1905) 99; formaler: Plautus und Terenz, welche die lateinische comödie auf die höchste stufe brachten, die sie jemals erreicht hat einl. in d. schön. wiss. 2, 373; es musz ja deine lust auf höchsten stuffen stehen D. stufe in der composition. in zusammensetzungen, denen ausschlieszlich die bed. 'gradus' zugrunde liegt, erscheint das wort in seinem mitteldtsch. verbreitungsherd und im ostd. colonialgebiet vereinzelt schon im 14. u. 15. jh., vgl. stuphennail (d. i. stufennagel) 1399 cod. dipl. Lusatiae sup. 3, 331; sthuffenholz Marienb. treszlerb. 161 Joachim (s. u.); auch das 16. jh. hält sich mit den lehnübersetzungen stufenlied 15, 363 W. und stufenjahr (1586) disce mori 17; stufenweise adv. J. Barth weiberspiegel (Lpz. 1565) c 2a in diesen grenzen. erst in der zweiten hälfte des 17. jh. erscheinen die compositionen allmählich häufiger: stufengerüst thes. (1686) 34; -gesang (lehnübers.) spr. schule (1619) 58; -haar fons lat. (1646) 394; -ziel eröffn. buszhaus (1676) 1387; im 18. jh., besonders in seiner [Bd. 20, Sp. 305] zweiten hälfte, werden fast alle andern gebildet, sodasz das 19. nur noch gewisse technische erfindungen wie stufenanker, -batterie zu benennen hat, vgl. wb. d. elektrotechnik 121. das compositionselement ist fast ausnahmslos der schwache genitiv stufen-; stuff- nur in stuffnail 1429 cod. dipl. Lus. sup. 2, 40 und stuffjahr grewel d. verwüstung (1610) 24 belegt, einmal stuffens- in stuffensweise christl. Ulyss. (1678) 117. 1) die eigentliche bedeutung von stufe B 1 u. 2 erscheint in den zss. seit dem 14. u. 15. jh., häufig in zum teil rein technischen bezeichnungen, die mit dem treppenbau zusammenhängen: stufenansicht vorderseite einer stufe baulex. 4, 286;
| |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
| |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| © 2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||