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 PfWB Ferkel(s)-händler (Bd. 2, Sp. 1193)   PfWB Ferkel (Bd. 2, Sp. 1190)   RhWB Ferkel (Bd. 2, Sp. 397) 
  -händler m.: 'wer mit Ferkeln handelt', Ferkelhännler [ LU-Opp], Ferkels-, Freckels-, s. PfWB Ferkel [verbr.]. Südhess. II 526. —

 

   Ferkel, Freckeln.:
1. 'junges Schwein von der Geburt bis zum Absetzen vom Muttertier', Ferkel (fäÄrg(ə)l,) [herrschend in südl. Hälfte der WPf (daneben bes. Wutzche, Wutzel, vgl. PfWB Wutz), seltener nördl. Hälfte der VPf (etwa gleichgewichtig mit Saiche, vgl. PfWB Sau) östl. NPf und Pfälzerwaldgebiet], mit r-Umstellung: Freck(e)l (fręg(ə)l) [Nordhälfte der WPf u. westl. NPf], rkel [ BZ-Dernb], Firkel [ PS-Gersb], Frickel [ KU-Adb Gal-Unterwald]; zur Verbr. s. K. 125; das Dim. in WPf NPf nördl. VPf: -che, Pl. -cher, in mittl. u. südl. VPf vielerorts: Ferkle, Ferklich. Zu den Bezeichnungen für das männliche F. s. PfWB Barg, für das weibliche s. PfWB Gelze. Soziologische Differenzierungen für Pirmas bei Otterstetter 175/76. Syn.: Säuchen, PfWB Milchsäuchen, PfWB Butzel, PfWB Saubutzel, Wutzchen. Zs. PfWB Frühjahrs-, Herbst-, PfWB Milch-, PfWB Span-, PfWB Winterferkel. Unser Loos 'Mutterschwein' kriet ball F. [KU-Diedk, verbr.]. Sie hun käin Freckelche ufbrung, all sin se vereckt [ KU-Schmittw/O]. Die F. dun quiekse [PS-Schmalbg, verbr.]. 's Freckelche gauzt 'quiekt' [ RO-Hallgt]. Sin die Freckel aa freesich? 'Fressen die F. gut ?' [ KL-Gimsb]. Die Frickel fresse Rummele 'Runkelrüben' [ Gal-Unterwald]. Das sin Freckel vum Waan 'vom Wagen des Ferkelhändlers gekauft' [ KU-Bedb]. Er eßt (unappetitlich) wie e Ferkel [ PS-Saalstdt]. RA.: Sie sin Geschwischder Freckel vun de erschde Loos 'vom ersten Mutterschwein', von einer weitläufigen Verwandtschaft [ KU-Diedk]; vgl.

[Bd. 2, Sp. 1191]

Geschwisterferkel. Er macht sich wie Schitze Ferkel uf'm Mischt: am Owend hat's noch gefress un morjets war's vereckt [KL-Mackb, verbr. bes. NPf]. Er macht sich wie 's Schitze ehr Freckelche: wie's e Johr alt war, is es zum Säichloch 'Loch in der Stallwand, durch das der Pfuhl abgeleitet wird' enausgekrawwelt, so klein war es geblieben [ KU-Schmittw/O]. Er hat e Lewe wie 'm Schitz sein Ferkel uf'm Mischt, von einem, dem es gut geht (!) [Kaislt]. Das macht sich wie Schitze Freckel 'Daraus wird nichts' (Der Feldschütz bekam früher öfters ein überzahliges F., das er mit der Flasche ernähren mußte; zumeist ging das F. ein) [ KU-Diedk]. a. 1461: 4 gulden ... von 7 stuck losen vnd verckel die ich Ime verkaufft han

[Bd. 2, Sp. 1192]
[KSchArch., KellR]. a. 1521: 1 mltr. korn mytt denn jungen ferckellin vffgangen [LandsbKellR]. a. 1540: Inname Gelt vß verkeuffter Frucht, ... Ferckeln, Zickeln, Fulle, kelbern [SSp., Mgr. Baden, Gräfenst. Amtsgefälle]. a. 1564: welcher Innwohner zu Wirschbach Junge Ferckheln hatt [Beschreibung von KL-Wörsb]. a. 1581: Welche seigente loßen 'säugende Mutterschweine' vnd jung freckel haben, sollen dieselbigen im stall haltten [PfWeist. I 46 (KU-A'glan)]. a. 1717: von einem freckel, so neun wochen alt [ebd. I 3 (KU-Adb)]; an gleicher Stelle die Form förckel. Die historischen Formen stimmen dialektgeographisch mit den heute geltenden Formen überein. —
2. verächtliche Bez.
a. für einen unreinlichen

[Bd. 2, Sp. 1193]
Menschen, bes. von einem schmutzigen Kind, Schimpfw. [verbr.]. Zs. PfWB Dreckferkel. Syn. s. PfWB Drecksack 1a. Mehr scherzh.: e dick F., von einem gut genährten Kind [ ZW-Battw]. —
b. für einen unanständigen Menschen, bes. weiblichen Geschlechts [ KU-Schmittw/O]. — Südhess. II 525/26; RhWB Rhein. II 397/98; Saarbr. 62; LothWB Lothr. 144; ElsWB Els. I 141; Bad. II 70.

 

 Ferkel Allg. (SNfrk u. Klevld auch vęrəkskə), u. zwar Rhfrk uNahe w. u. südl. Kreuzn-Monzing Langenth, w. u. südl. Soonw fęagəl u. fregəl, u. zwar so, dass mit Sicherheit innerh. Kreuzn Spabrücken Argenschwang SKatharinen Gutenbg Hargesh Kreuznach fregəl, ö. wieder fęăgəl gilt; w. des Soonw frigel, –e- bis Simm-Schlierschd ausschl. Gehlw Gemünden; n. davon fęăgəl (Hunsr); Wend -ęr-, –e-; sonst Saar, Mosfrk -ę- [--, –ēă- Trier-Ld, Bitb; -a- Siegld, Aden-Virnebg]; Rip, Nfrk -ęrk [-i-, –e-, –-, –a-, s. Ferken]; Pl. -əln, -ələ; gern Demin. -əlχə, –əltjə (Rip, Nfrk fast ausschliessl.) n.: 1. das junge Schweinchen bis 10—12 Wochen (bis 6 Wochen Schnagg, Bagg, Bigg), dann Brühling, Schüttling, Faselferken, dann Läufer (bis ¾ Jahre), dann Einlegeschwein, Mastsau, Mastert

[Bd. 2, Sp. 398]
(s. d. W.) genannt; s. auch Zackenhocker; de Sau hat F.ə en Rip, Allg. RA.: Summer - Kanner (Kinder) an Wanter-F. as e Verderfnes Bitb-Betting; Herfst-F. un Summer-Hochzeiden dagen (taugen) neist Trier-OEmmel. Er hot die F. verworf hat die Grobheiten vorzeitig oder unpassend vorgebracht Birkf-Idar. Jo, duə bes emmer et iərts F. henger (hinter) de Krem du gehst schon mit, zum Kinde Dür-Frauwüllesh. Du wells emmer et irschte F. am Drag (Trog) sein zum sich Vordrängenden Neuw-Datzeroth. Zwei F.n zielen sich besser wie ant gegen das Einkindersystem Trier. Deə sticht üch et F. er ist euch über Neuw-Kurtschd, Eup. Mer meint, de Sau hätt dech gewöscht (gewaschen) on et F. dech afgedreut Aden-Nohn. Gehe ich mit? Antw.: Wenn de F.che gewöscht were, kannst de de Sef drohn May-Rieden. Wie alt bist du? Antw.: Su alt hät ming Moder ke F. gehat Siegbg. Do send esu völl Kenger, do kann me de F. met streue wenn etwas im Überfluss vorhanden ist Aach-Warden. De kann och net met gohn F.n fänken er hat O-Beine Saarbg-Taben. Dau beas och vill ze hetzeg, fir F.n ze mache May-Trimbs. En hot alles gedriwen as wie kan gebreckt (verendetes) F. Bitb-NWeis. — Dat san Drauwen wie F.n so gross Saarbg-Winchering. De däut sech eren (bei) be e kneisteg F. ungerufen Aden-Kaltenborn, May-Trimbs, Daun-Strohn. Den as mat Frechheit (Ungleck) begof wie en Sau mat F.ə Prüm-Burb. Er micht en Geschrei wie en schel F. schreit oder spricht bei dem geringsten Anlass überlaut Simm-Laub. He mach sich bie et Bins (Jakobine) F. (wie Schitze F. Bernk-Stipshsn); bie se et sechs Wochen hatten, du freck et er geht körperlich zurück Neuw-Asb, — be Juste F., dat om Gohn freckt os Koch-Urschmitt, May-Trimbs, — wie Scholle F. Saarbr-SJohann. Frech wie e F. Allg.; grenzig (übel gelaunt) wie e krank F. Saarbg-Greimerath; sich opföhre wie e kr. F. jämmerlich tun Trier-Stdt; e Fus (Faust) höhter wie e F. MGladb; sech wie en F. an de Troug setze ohne Gebet zu Tisch Rip; du siehs us wie en F. schmutzig Rip, Allg. En Sau es en S.; en Seichen es en S.; e F.chen bleuft en Schweunchen; e Schw. bleuft en Nuckes-che, da fallen se all en't Duckes-che Kinderspr. Koch-Lutzerath. F. öm Schilli Trier. — Enem et F. brenne Volksjustiz, Tierjagen Schleid-Schöneseiffen. — 2. übertr. a. persönl. schmutziger Meusch, bes. unsauberes Kind (auch moralisch); dau F.! Dau bes e richtig F.! Allg. — E klen F.chen Kosew. für kl. Kind. — b. sachl. Magen des Schweines Malm-Amel Weywertz.