| Netz-Navigator | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| PfWB Ferkel (Bd. 2, Sp. 1190) | PfWB Sau (Bd. 5, Sp. 767) | PfWB Eber (Bd. 2, Sp. 714) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1. 'junges Schwein von der Geburt bis zum Absetzen vom Muttertier', Ferkel (fäÄrg(ə)l,) [herrschend in südl. Hälfte der WPf (daneben bes. Wutzche, Wutzel, vgl. PfWB Wutz), seltener nördl. Hälfte der VPf (etwa gleichgewichtig mit Saiche, vgl. PfWB Sau) östl. NPf und Pfälzerwaldgebiet], mit r-Umstellung: Freck(e)l (fręg(ə)l) [Nordhälfte der WPf u. westl. NPf], Färkel [ BZ-Dernb], Firkel [ PS-Gersb], Frickel [ KU-Adb Gal-Unterwald]; zur Verbr. s. K. 125; das Dim. in WPf NPf nördl. VPf: -che, Pl. -cher, in mittl. u. südl. VPf vielerorts: Ferkle, Ferklich. Zu den Bezeichnungen für das männliche F. s. PfWB Barg, für das weibliche s. PfWB Gelze. Soziologische Differenzierungen für Pirmas bei Otterstetter 175/76. Syn.: Säuchen, PfWB Milchsäuchen, PfWB Butzel, PfWB Saubutzel, Wutzchen. Zs. PfWB Frühjahrs-, Herbst-, PfWB Milch-, PfWB Span-, PfWB Winterferkel. Unser Loos 'Mutterschwein' kriet ball F. [KU-Diedk, verbr.]. Sie hun käin Freckelche ufbrung, all sin se vereckt [ KU-Schmittw/O]. Die F. dun quiekse [PS-Schmalbg, verbr.]. 's Freckelche gauzt 'quiekt' [ RO-Hallgt]. Sin die Freckel aa freesich? 'Fressen die F. gut ?' [ KL-Gimsb]. Die Frickel fresse Rummele 'Runkelrüben' [ Gal-Unterwald]. Das sin Freckel vum Waan 'vom Wagen des Ferkelhändlers gekauft' [ KU-Bedb]. Er eßt (unappetitlich) wie e Ferkel [ PS-Saalstdt]. RA.: Sie sin Geschwischder Freckel vun de erschde Loos 'vom ersten Mutterschwein', von einer weitläufigen Verwandtschaft [ KU-Diedk]; vgl. [Bd. 2, Sp. 1191] ![]() [Bd. 2, Sp. 1192] [KSchArch., KellR]. a. 1521: 1 mltr. korn mytt denn jungen ferckellin vffgangen [LandsbKellR]. a. 1540: Inname Gelt vß verkeuffter Frucht, ... Ferckeln, Zickeln, Fulle, kelbern [SSp., Mgr. Baden, Gräfenst. Amtsgefälle]. a. 1564: welcher Innwohner zu Wirschbach Junge Ferckheln hatt [Beschreibung von KL-Wörsb]. a. 1581: Welche seigente loßen 'säugende Mutterschweine' vnd jung freckel haben, sollen dieselbigen im stall haltten [PfWeist. I 46 (KU-A'glan)]. a. 1717: von einem freckel, so neun wochen alt [ebd. I 3 (KU-Adb)]; an gleicher Stelle die Form förckel. Die historischen Formen stimmen dialektgeographisch mit den heute geltenden Formen überein. — 2. verächtliche Bez. a. für einen unreinlichen [Bd. 2, Sp. 1193] Menschen, bes. von einem schmutzigen Kind, Schimpfw. [verbr.]. Zs. PfWB Dreckferkel. Syn. s. PfWB Drecksack 1a. Mehr scherzh.: e dick F., von einem gut genährten Kind [ ZW-Battw]. — b. für einen unanständigen Menschen, bes. weiblichen Geschlechts [ KU-Schmittw/O]. — Südhess. II 525/26; RhWB Rhein. II 397/98; Saarbr. 62; LothWB Lothr. 144; ElsWB Els. I 141; Bad. II 70.
| 1. a. 'Schwein', als genereller Gattungsbegriff, ohne Differenzierung des Geschlechts (für differenzierende Bez. s. die Angaben unter PfWB Barg, PfWB Ber1, PfWB Butz1, PfWB Butzel1, PfWB Dausch, PfWB Eber 1 a, PfWB Ferkel 1, PfWB Gelze 1, PfWB Läufer 3 a, PfWB Lose1 1 a, PfWB Moke 1 a, PfWB More1 1, PfWB Mucke1), Sau [verbr. (außer äußerste SWPf), Christmann Kaulb 20, 89 Heeger Tiere I 15 Mang 222 Müller Dietschw 58 Lambert Penns 130 Krämer Gal 180], Sou [IB-Ensh Rohrb, mancherorts lothr. SWPf]; Pl. Sai [verbr., Mang 222], Sau [ KU-Bedb Schmittw/O Theisbgstg], Saue [HB-Erb Firmenich III 245]; Dim. Sg. Saiche [WPf NPf, Höh 175/76], Saile [mittl. u. südl. VPf, mancherorts Rußl], Sailche [ LA-Nd'hochstdt], Saichel [ LA-Ilbh]; Pl. Saicher, Saiercher, Sailich, Saile, z. Verbr. vgl. K. 27; vgl. PfWB Wutz; Zs.: PfWB Bäckers-, PfWB Pracht-, PfWB Butz- 1, PfWB Dreizentner-, PfWB Trieb-, PfWB Ecker-, PfWB Einleg-, PfWB Frühjahrs-, PfWB Glan-, PfWB Herbst- 1, PfWB Holz-, PfWB Jahr-, PfWB Land-, PfWB Läufer-, PfWB Mast- 1, PfWB Metzel-, PfWB Mords- 1, PfWB Mordstrumm-, PfWB Schlacht-, PfWB Speck-, PfWB Spen-, PfWB Wagen-, PfWB Wild-, PfWB Wutzsau; e deitsch (englisch, Oldenburjer, Westfäler) S., verschiedene Zuchtrassen [ NW-Kallstdt, vereinzelt]; vgl. auch PfWB Glansau, PfWB Landrasse, PfWB Landsau, PfWB Langohr 3 c, PfWB Lothringer 2 b, PfWB Luxemburger 1, PfWB Mecklenburger, PfWB Oldenburger 2; e feddi S. [ RO-Mannw]; e S. absteche [ BZ-Dernb]; junge Sailich mache 'Ferkel werfen' [ LA-Wollmh]; de Sau mache 'den Schweinen das Futter fertigmachen' [ KU-Bedb, vereinzelt]. Die S. waljert sich im Dreck [ PS-Erfw]. Die Fraa fiddert d' S. [ GH-Kand]. Ich hab drei Sau [ KU-Theisbgstg]. Ihr han doch e S. geschlacht, han er a Galleräi un Anduddle gemach? [ IB-Ommh]. Die S. kann nägscht 'beinahe' net aus de Aue gucke, von einem fetten Schwein [ KU-Schmittw/O]. Solang beim Pälzer Bauersmann / Die Sai noch 6, 8 Schunke han [Münch Werke I 164]. Vergleiche u. RA.: zur S. mache 'demütigend die Meinung sagen' [Thielen So rerre mer 106]. Er is so voll wie e S. 'betrunken' [NW-Haßl, verbr.]. Der blut wie e S. 'Er blutet sehr' [ NW-Kallstdt, vereinzelt]. Er greint wie en S. mit ääm Aag, bei vorgetäuschtem, grundlosem Weinen [ LU-Alsh/Gr]. Der frißt (freßt) wie [Bd. 5, Sp. 768] die S. (Sai) [ PS-Lautschw, mancherorts]. Der gronchelt 'grunzt' wie e satt Saiche [WD-Niedkch KU-Hohöll NPfGV 3/1926 18]. Der schlorpst 'schlürft' wie e S. [ PS-Erfw]. Der schmatzt wie e S., wann se Quetschekere frißt [NPfGV 3/1926 18]. Wenn ein Kind laut bei Tisch rülpst, sagt man: Oo (Ein) Seiche is satt, wann's anner satt is, treiwen mer hoom [Gal-Bagbg, Stanislau] Der hot gekotzt wie e S. 'hat sich stark erbrochen' [ NW-Freinsh]. Der schwitzt wie e S. [ebd.]. Der hot Aue so klään wie e S. [ KU-Schmittw/O]. Er isch dreckich (verschmiert) wie e S. [Bergz (Kamm 93), verbr.]. Der Drecksack weljert sich am liebschde wie e S. im Dreck [ KL-Reichb]. Er redt wie e S. brunzt, eriwwer un eniwwer [ ZW-Schmitshs]. Heit gebt's noch Reen, daß die Sai kreischen [mancherorts Gal Buch Rußl]. Es reit alles die Sau nunner 'Bankerott machen' [ GH-Hagb]. Mer määnt, do härren die Sai drin erumgewihlt (loschiert), von großer Unordnung [ NW-Freinsh, Kallstdt]. Do kennt sich kää S. meh aus, dass. [ NW-Gimmdg, mancherorts]. Des kann ke S. lese, von unleserlicher Schrift [ GH-Kand, mancherorts]. Abweisung einer Anbiederung, plumpen Vertraulichkeit: Ich häbb mit deer noch kää Sau (Sai) g'hiet (geweedt) [BZ-Albw, verbr., auch Auslandspfälzer]. Mer hun net merenanner die Sai gehiet, dass. [ KU-Schmittw/O, mancherorts]. Do schittle die Sai die Kepp (Köpfe) devor 'Zu diesem Unsinn kann man nur den Kopf schütteln' [Lu'haf]. Do kummt er wie e S. ins Juddehaus 'Er kommt äußerst ungelegen, unerwünscht' [Kus, mancherorts]. Der drickt sich rin wie die Sau in die Riewe (in de Trog, in die Judekerch, ins Judehaus, in de Judestall) [Gal-Brig, verbr. Gal]. Wenn jemand mit einer Person oder Sache grob, schonungslos umgeht, sagt man: Er geht met um wie die S. merem (mit dem) Berrlsack (Bettelsack) [KU-Kaulb, verbr., auch Auslandspfälzer]. Wenn man jemand, der mit seiner Kleidung schonungslos umgeht, neue Kleidung gibt, ist es als wie wann mer 're S. e golde Halsbändche kaaft [ KL-Bann, NW-Weish/S]. Des paßt (steht) dere so, wie der S. e gilde (golde, goldich) Halsband, von unpassender Kleidung [Gal-Obersdorf, Schandein Notizen, mancherorts Gal Buch]. Die gehen an de Trog wie e S. 'gehen ohne Tischgebet an das Essen' [ BZ-Dernb]. Er hat sich gemach wie 's Busche (Korze) Saiche (wie e grindich Saiche), iron., das ist nämlich verreckt [Kaislt, mancherorts, Hebel 17 Kieffer 64, auch Auslandspfälzer]. Er stinkt noh Geld wie e S. noh Hooröl, d. h. 'Er ist arm' [Hebel 17]. Muß man lange auf das bestellte Essen warten, sagt man: Gell, die S. werd erscht g'schlacht? [Land, vereinzelt]. Em Miller sei Sai sin fett, awwer mer weeß net, vun wemm seim Mehl [mancherorts Gal Buch]. 's beschde Gemies isch des, wo die S. g'fresse hat [Bergz (Kamm [Bd. 5, Sp. 769] 84)]. Er raacht net, trinkt net, schnuppt net un lebt ganz wie e S. [ RO-O'mosch, KU-Kaulb]. Wer schickt (Kautabak kaut), hot e Maul wie e S., wer schnuppt, hot e Nas wie e S., wer raacht, der stinkt wie e S. un wer gar nix treibt, lebt wie e S. [ LA-Rhodt, ähnl. KU-Diedk]. Groß Gekrisch un wenich Woll, hot d'r Eirespiegel (Eulenspiegel) g'saat, wie 'r die S. g'schore hot [Fogel Prov. Penns Nr. 620]. SprW.: Wann de die Sau gedingt (s. PfWB dingen) hascht, hietschde se aa [ ZW-Krähbg]. Wer die Sai oonemmt, muß se aach hiede [mancherorts Don Gal Buch Rußl]. Wammer sich mischt unner die Kleie, fressen ääm die Saie [KU-Schmittw/O, auch Auslandspfälzer]. E S. fihlt sich im Dreck am wohlschde [Krieger 38]. E S. weljert sich im Dreck [PfMus. 42/1925 177]. Die Katz loßt 's Mause net un die S. 's Wuhle [ Gal-Brotschk]. Loscht die Sau unner de Disch, will se uf de Disch [mancherorts Gal]. Jeri (Jede) S. sell bei ehrem Trog bleiwe! [ BZ-Dierb]. E gut Saiche mischt (mistet) zweemol [Land]. Die S. scheißt im Schlof, d. h. 'mancher erreicht viel, ohne sich anzustrengen' [Pirmas]. Am Ferkel werd gerächt, was e S. verbrecht [Krieger 36]. E blindi Sau find aa e Äächel (Eichel) [HB-Kirrbg, vereinzelt, Wilde 47, auch Auslandspfälzer]. E vollgefreßni S. weeß net, wie's 're hungriger geht [ LU-Limbghf]. Sai un Feddervieh machen eem arm, mer weeß net wie [ Gal-Brotschk]. Wann e Seiche geschlacht is, is geschmelzt bis in die Hohlzichele [ KL-Hütschhs]. Liewer Sai hiere (hüten) as Kinner ziehe [ KL-Fischb]. BR.: Weihnachde, S. schlachde, Maria Lichtmeß, alles ufgeß [ FR-N'lein]. Volksgl.: En ufgenakt 'schwangeres' Weibsmensch derf ken jung Saiche trage, es geht dot [Fogel Beliefs Penns Nr. 1857]. Heeß en Kind Saili oder Wutzli, no wachst's [Fogel Beliefs Penns Nr. 115]. VR.: Drei Sai, en eener Reih, die middelscht soll die Mok sei [ KB-O'wies]. Die Kih eraus! Die Sai eraus! Der Hert der treibt zum Dor enaus [ ZW-Gr'bundb]. Weitere VR. s. PfWB Berg 1, PfWB Gaul 1 a. a. 1521: mit perden, kühen, sauwen [Grimm Weist. V 713 (FR-Kl'niedh)]. a. 1526: Item es soll keiner saw über die benante zahl in den wald schlagen [PfWeist. 105 (Bergz)]. a. 1529: Einem sowhirtten ... der sow vff dem bentzhoff zu hütten [GgHospR]. a. 1590: Seuw vnd all ander Vieh so vff den Gassen lauffenn [ZweibrUrkb. 159]. — b. 'weibliches Schwein, Mutterschwein' [HB-Erb PS-Geisbg vereinzelt VPf, mancherorts Don Gal]; Zs.: PfWB Muttersau. — c. 'verschnittenes weibliches Schwein', Sau [ LU-Opp], Saiche, Dim. [ IB-Bliesmg/Bolch]. — d. '(weibliches) Ferkel', Sou [ IB-Rohrb], das Sau n.! [ BZ-Dernb], Saiche, Dim. [ IB-Habkch]; Zs.: PfWB Milchsau. — 2. 'Kellerassel', wilde Saiercher, Dim. Pl. [ KU-O'eisb]; vgl. PfWB Wildsau; Syn. s. PfWB Kellerassel. — 3. übertr. a. 'schmutzige, schlampige, träge, Schmutz verursa- [Bd. 5, Sp. 770] chende Person', auch Schimpfw. [verbr., Heeger Tiere I 18 Mang 125]; Zs.: PfWB Papp-, PfWB Mast- 2, PfWB Dreck- 1 a, PfWB Morast-, PfWB Mords- 2, PfWB Schlapp-, PfWB Stinksau; Syn. s. PfWB Drecksack 1 a. Du S.! [verbr.]. Du stinkichi (fauli, scheeli) S.! [ BZ-Dernb, mancherorts]. Die alt S.! [ BZ-Dernb]. Des sin rechde Sai [ NW-Freinsh]. Wer werd'n dich S. lecke? [ RO-Lohnsf]. Einen VR. s. PfWB Hauptmann 1 a. — b. 'sittlich verkommene, unmoralische, unzüchtige Person, Mensch mit anstößigem Lebenswandel' [verbr.]; Zs.: PfWB Allerwelts-, PfWB Dreck- 1 b, PfWB Regiments-, PfWB Stadt-, PfWB Vollsau; e schlechdi S. [ LA-Leinsw]. Des is e verloeni (verlogene) S. [Kaislt, KL-Hauptstl]. — c. e hoorich S. 'Mensch mit starkem Haarwuchs' [ ZW-Bechhf]. — d. vgl. PfWB Herbstsau 2. — 4. sachl. a. 'dicker Holzklotz an der Kelter, der zwischen Spindel und PfWB Bracken liegt', vgl. Abb. 49 [ KU-Lohnw Reiffb Schmittw/O RO-Callb Feilbg Rehbn]. — b. α. 'kleiner Ball, Kugel aus Holz oder Stein, Astknorren für das Spiel Hurrsau' [ KU-Diedk Lauteck HB-Einöd Lu'thal KL-Fischb Ramst]; vgl. PfWB Sauhüten, PfWB -treiben 2; Zs.: PfWB Hurr-, PfWB Huß-, PfWB Roßsau. Danach auch der Name des Spiels Sau aus'm Stall [ KL-Mehling]. Der Treiber rief, wenn er die S. in den Kessel zu werfen versuchte: Treib mein Saiche iwer de Rhein, wer mer's anrehrt, muß mei Hertche (Hirtchen) sein [ KU-Lauteck]. — β. 'dickste Kugel beim Kegeln' [ LU-Opp]. — c. 'Zapfen der Kiefer', Saiercher, Dim. Pl. [ RO-W'grehw]; Zs.: PfWB Butzsau 2; Syn. s. PfWB Butzel1 4. — d. 'As im Kartenspiel' [ ZW-Battw PS-Erfw Geisbg LA-Wollmh]. Die S. werd gestoche [Krieger 44]. — e. 'Tintenklecks, Fehler' [ PS-Geisbg]. — f. Sau un Schof (Schäf) in eem Stall 'Mehl- oder Weckklöße zusammen mit Kartoffelstücken zubereitet' [KU-Diedk Hebel 81]. — 5. FlN, Sau [ RO-Hochst LA-Maik], Säuchen [ PS-Rodalb]. — Südhess. V 78 ff; RhWB Rhein. VII 762 ff.; LothWB Lothr. 429, ALLG I 315; ElsWB Els. II 314/15, ALA II 72/73.
| 1. a. 'unverschnittenes männliches Schwein', bes. 'männliches Zuchtschwein', Ewwer (ęwər, -Är, -Ä) [fast allg., auch Don Gal Buch], Awwer (awÄr) [ RO-Rehborn PS-Bruchw], Ewwert (ęwərd) [verbr. Gal]. Zs. PfWB Fasel-, PfWB Orts-, PfWB Sau-, PfWB Spitz-, PfWB Wild-, PfWB Zuchteber. Syn.: PfWB Ber1, Eberfasel, PfWB Hätsch, PfWB Keiler, PfWB Watz. De E. rollt 'deckt' die Sau [ LU-Altr]. Er hat e Zahn wie e E., vom schief gewachsenen Eckzahn [Kaislt, LU-Alsh]; vgl. PfWB Eberzahn 2. RA.: Er is so bees as 'n Eber [Fogel Prov. Penns Nr. 426]. Er schamt (schäumt) wie 'n Eber [ebd., Nr. 425]. SprW.: Wann's 'm Eber zu wohl werd, geht er ufs Eis [ebd., Nr. 429]. Volksgl.: Der E. geht im Korn, wenn das Getreidefeld wogt [NWPf (Christmann Vk. 39/40)]. Das Wort Eber steckt auch im ON Erbach (heute Ortsteil von Hombg), wie die Form Eberbach aus dem Jahre 1346 erweist; vgl. Christmann SN I2 S. 139. a. 1465-70: dryer hande vasell viehe: farren Eber vnd wydder [SpeyHochst. (NW-Lambr)]. a. 1539: das die eptissen vahselviehe, mit namen farren, ebber vnd wiedder, der gemeynde zu Odenkoben haltten soll [PfWeist. I 327 (LA-Edk)]. — b. 'das männliche Ferkel', Ewwer, Ewwerche, Ewwerle [verbr., s. K. 23 bei Barg 2]; vgl. PfWB Eberferkel. — 2. a. übertr. 'schmutziger, unanständiger Mensch, lasterhafter Mensch', auch Schimpfw.: du Ewwer! [verbr.]; 'gefräßiger Mann' [Lambert Penns 52]; 'unordentliches Frauenzimmer' (sic!) [ LA-Leinsw]. Zs. PfWB Dreck-, PfWB Stink-, PfWB Waldeber. Syn. s. PfWB Drecksack 1 a. — b. Uzname für die Bewohner von LA-Fischl, Ewwer [verbr. südl. VPf]. — Mhd ëber. Erhaltung des Kurzvokals in offener Silbe vor Kons. + er, Heeger Südostpf. § 25 a. In Ewwert ist -t sekundär wie in Bachert 'korpulenter Mann' Pickert 'Spielkugel', usw. — Südhess. II 3/4; RhWB Rhein. II 5; ElsWB Els. I 7; Bad. I 622/23.
| |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
| |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| © 2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||