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| PfWB Ferkel (Bd. 2, Sp. 1190) | PfWB Milch-sau (Bd. 4, Sp. 1329) | |||||||||||||||||||||||
1. 'junges Schwein von der Geburt bis zum Absetzen vom Muttertier', Ferkel (fäÄrg(ə)l,) [herrschend in südl. Hälfte der WPf (daneben bes. Wutzche, Wutzel, vgl. PfWB Wutz), seltener nördl. Hälfte der VPf (etwa gleichgewichtig mit Saiche, vgl. PfWB Sau) östl. NPf und Pfälzerwaldgebiet], mit r-Umstellung: Freck(e)l (fręg(ə)l) [Nordhälfte der WPf u. westl. NPf], Färkel [ BZ-Dernb], Firkel [ PS-Gersb], Frickel [ KU-Adb Gal-Unterwald]; zur Verbr. s. K. 125; das Dim. in WPf NPf nördl. VPf: -che, Pl. -cher, in mittl. u. südl. VPf vielerorts: Ferkle, Ferklich. Zu den Bezeichnungen für das männliche F. s. PfWB Barg, für das weibliche s. PfWB Gelze. Soziologische Differenzierungen für Pirmas bei Otterstetter 175/76. Syn.: Säuchen, PfWB Milchsäuchen, PfWB Butzel, PfWB Saubutzel, Wutzchen. Zs. PfWB Frühjahrs-, Herbst-, PfWB Milch-, PfWB Span-, PfWB Winterferkel. Unser Loos 'Mutterschwein' kriet ball F. [KU-Diedk, verbr.]. Sie hun käin Freckelche ufbrung, all sin se vereckt [ KU-Schmittw/O]. Die F. dun quiekse [PS-Schmalbg, verbr.]. 's Freckelche gauzt 'quiekt' [ RO-Hallgt]. Sin die Freckel aa freesich? 'Fressen die F. gut ?' [ KL-Gimsb]. Die Frickel fresse Rummele 'Runkelrüben' [ Gal-Unterwald]. Das sin Freckel vum Waan 'vom Wagen des Ferkelhändlers gekauft' [ KU-Bedb]. Er eßt (unappetitlich) wie e Ferkel [ PS-Saalstdt]. RA.: Sie sin Geschwischder Freckel vun de erschde Loos 'vom ersten Mutterschwein', von einer weitläufigen Verwandtschaft [ KU-Diedk]; vgl. [Bd. 2, Sp. 1191] ![]() [Bd. 2, Sp. 1192] [KSchArch., KellR]. a. 1521: 1 mltr. korn mytt denn jungen ferckellin vffgangen [LandsbKellR]. a. 1540: Inname Gelt vß verkeuffter Frucht, ... Ferckeln, Zickeln, Fulle, kelbern [SSp., Mgr. Baden, Gräfenst. Amtsgefälle]. a. 1564: welcher Innwohner zu Wirschbach Junge Ferckheln hatt [Beschreibung von KL-Wörsb]. a. 1581: Welche seigente loßen 'säugende Mutterschweine' vnd jung freckel haben, sollen dieselbigen im stall haltten [PfWeist. I 46 (KU-A'glan)]. a. 1717: von einem freckel, so neun wochen alt [ebd. I 3 (KU-Adb)]; an gleicher Stelle die Form förckel. Die historischen Formen stimmen dialektgeographisch mit den heute geltenden Formen überein. — 2. verächtliche Bez. a. für einen unreinlichen [Bd. 2, Sp. 1193] Menschen, bes. von einem schmutzigen Kind, Schimpfw. [verbr.]. Zs. PfWB Dreckferkel. Syn. s. PfWB Drecksack 1a. Mehr scherzh.: e dick F., von einem gut genährten Kind [ ZW-Battw]. — b. für einen unanständigen Menschen, bes. weiblichen Geschlechts [ KU-Schmittw/O]. — Südhess. II 525/26; RhWB Rhein. II 397/98; Saarbr. 62; LothWB Lothr. 144; ElsWB Els. I 141; Bad. II 70.
| [Bd. 4, Sp. 1330] (noch ausschließlich Milch saufendes) Ferkel', etwa bis 6 Wochen, fast nur Dim.: -saiche [WPf NOPf Lambert Penns 105], -saile [VPf O-PS]; Pl. -sai [GH-Zeisk Beam Penns 71]; vgl. PfWB Milchferkel. Südhess. IV 667. —
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