ver-heißen st.: sich v. 1. 'hoch und heilig versichern, unter Eid beteuern', sich verheeße [Schandein Ged. 239], vehääße [ LA-Venn]; verstärkt in der Verb. sich v. un verschweere (s. PfWB verschwören 1), gebraucht bes. unter Viehhändlern [verbr.]. De Hannelsmann hat sich verhääße un verschwore, er kennt die Kuh nit so billich gewwe; am Enn harrer (hat er) se doch gewwe [ PS-Erfw]. — 2. 'sich verfluchen'. Mer kann's net mit ooheere, wie der sich verhaaße dut [ Gal-Obl]. — Südhess. II 510; ElsWB Els. I 381; Bad. II 66. | | PfWB LothWB RhWB heischeⁿ [haiə Sier. bis Str.; hæiə K. Z.; hèiə M.; hǽə Barr Dehli.; Part. khaiə, khèiə, khǽə] 1. begehren, verlangen. [Wàs hèiə-n-ər fer ùiər Ros? M.] Wënn r mⁱr das Gëld nit bal bringt, so heisch ich s iʰm Dü. [tər ‘Sori (Georg) hèt en tər Mìatər Prût khaia Dü.] Jemand, der mit Reden gefoppt wird, antwortet gleichmütig: Sajeⁿ können iʰr, was iʰr wëˡˡn, h. mⁱr nur keⁱⁿ Gëld! Dü. 2. abs. betteln. Lieber will iʰ stërbeⁿ aˡs geʰⁿ geʰⁿ h. Sier. Si lëweⁿ vom H. Geisp. Scham diʰ für ze h.! ‘I muss doch heische gehn! Do schlich i so um d’ Hüser erum’ Wasselnh. 1817 JB. XI 73. ‘Im vierten Jahr thut er heischen Brod’ aus einem älteren oberels. Volksl. Als. [Bd. 1, Sp. 386b]
1854/55, 174. ‘heischen betteln’ Klein. ‘was höschent ir?’ Parz. 307; 3. ‘betteln oder heischen’ Str. 15. Jh. Brucker 7. ‘were ouch eins also arme, das es nit den vollen hette und heischen müsste’ ders. 34. ‘was heischt ir dann von einem jeglichen = frz. que demandez vous donc d'un chascun Antw. 15 Rx.’ Martin Coll. 34. ‘heischen vnd heissen demandez ou commandez’ Martin Parl. N. 39. 3. eineⁿ h. auffordern, gewöhnlich: [tsə Kəmǽnərôt hæiə den Gemeinderat zur Sitzung einladen Hf.] ‘heischen’ Chron. — Schweiz. 2, 1754. Schwäb. 271. Hess. 160. Bayer. 1, 1184. |
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