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| PfWB ver-hauen (Bd. 2, Sp. 1173) | PfWB geben (Bd. 3, Sp. 83) | |||||||||||||||
1. wie schd., ve(r)haue (-hauə, -hāuə), -hauwe (-hauwə, -hāuwə), -hauje, -haa(e), -haan, -haawe, -haaje, -hääe, -hääwe, -haache (-hāxə, -hāöə), -hääche (-hǟχə, -hǟγə), -haage (-hāgə, -hāöə) [zur Verbr. s. PfWB hauen, vgl. auch K. 19 Augen]; gottsjämmerlich vehaage [LU-Friesh, verbr.]; de Grutze 'den Kopf' vehaue [Ingb, verbr.]. Ich vehaach der de Aarsch [LU-Opp, verbr.]. Er hot ne verhaa, daß er die Engel im Himmel hot singe heere [KB-Rams, verbr.]. Ich verhau dich aus neun Nähte [ RO-Obd]. Syn.: die Zs. mit ab- s. PfWB abschmieren 2 (dazu noch abmakaiemen, abschweren, abwichsen 2); anhenken 2 b, PfWB anmessen 2, PfWB annähen, PfWB anspannen 3, PfWB ansträmmen 2, PfWB anstreichen 6, PfWB antreiben 2, PfWB anziehen 2, PfWB äpfeln 1, PfWB aufmachen 1, PfWB aufschlagen 1 5, PfWB aufzählen 2, PfWB ausbügeln, PfWB ausdreschen 3, PfWB auseinandernehmen 2, PfWB ausgerben, PfWB aushauen 3, PfWB ausheben I 3 b, PfWB aushenken 3, PfWB ausklopfen 2 a, PfWB ausstauben 1 b, PfWB balbieren 2, PfWB balgen 2, PfWB bällern, PfWB balzen1, PfWB baschen, PfWB patschen 1 b, PfWB pelzen1 1, PfWB bengeln 1, PfWB bereiten 2, PfWB besorgen 3 b, PfWB pfeffern 2 e, PfWB bimsen 1, PfWB plätschen 3 a, PfWB blättern 4, [Bd. 2, Sp. 1174] PfWB bleuen 1, PfWB polieren, PfWB bolzen 2 a, PfWB boßen 2 b, PfWB pritschen 1 a γ, PfWB prügeln, PfWB bügeln 3 a, PfWB bummeln1 1, PfWB bummern 3, PfWB bumpeln 2, PfWB bumpen 2 b, PfWB bürsten 3 a, PfWB putzen 5 b, PfWB tabakeln 1, PfWB tabaken 1, PfWB dachsen II 1, PfWB dachteln 2, PfWB dackeln, PfWB täksen, PfWB dalakern, PfWB dalgen, PfWB daniederschlagen; die Zs. mit darauf- s. PfWB daraufschlagen 2 a; darüberziehen 2 a, PfWB tätscheln 2, PfWB dazwischenkriegen, PfWB deckeln 3 a, PfWB decken 3 a, PfWB dellern 1, PfWB dengeln 3 a, PfWB derren 2, PfWB töffeln, PfWB döffen, PfWB trakern, PfWB traktieren 2 b, PfWB drangsalieren 2, PfWB trasseln, PfWB trawackeln, PfWB traweln, trefeln, PfWB treffen 1 b, PfWB drehen 2 a, PfWB dreschen 2 a α, PfWB trischakeln, PfWB trischaken 3, PfWB trommeln 2 b, PfWB trösten 2, PfWB tröstern, PfWB trullern, PfWB truspeln, PfWB dulfen 2 b α, PfWB türangeln 2, PfWB tuschen1; die Zs. mit durch- s. PfWB durchhauen 2; PfWB durcheinanderhauen, PfWB -rösten, -schlagen; die Zs. mit ein- s. PfWB einbrennen 2; fangen, fassen 1 cβ, PfWB feilen 2, PfWB veigeln 1, PfWB veiolen 1 a, PfWB verabreichen, PfWB veräpfeln 1 b, PfWB verbabern 2, PfWB verbällern 3, PfWB verbengeln, PfWB verbimsen, PfWB verblättern 2, PfWB verbleuen, PfWB verbollern 2, PfWB verbolzen, PfWB verbombardieren, PfWB verbößeln 1, PfWB verboxen, PfWB verbügeln, PfWB verbumbeuteln, PfWB verbummern, PfWB verbumpen, PfWB verbumpsen, PfWB verdachsen, PfWB verdachteln, PfWB verdackeln, verdalaktern, PfWB verdalgen 2, PfWB verdallern, PfWB verdengeln, PfWB verdonnern 1, PfWB verdreschen, PfWB verdulaken, PfWB verfeilen, PfWB verflappen, PfWB verflatschen, PfWB verfuhrwerken, PfWB vergerben, PfWB verhafern, PfWB verhebeln, PfWB verhohnbengeln, PfWB verhohnippeln, PfWB verhummern, PfWB verhunzen 2, PfWB verkamisolen, PfWB verkarbatschen, PfWB verkatzen, PfWB verkeilen 2 a, PfWB verklopfen 1, PfWB verknebeln, PfWB verknuffen, PfWB verknüppeln, PfWB verknuppen 1, PfWB verknuspeln, PfWB verknussen, PfWB verkujonieren, PfWB verkümmeln 2, PfWB verlachsen, PfWB verlackieren, PfWB verlacksieren, PfWB verlatschen1, PfWB verlatzen 1, PfWB verledern, PfWB vermackesen, vermakai(em)en, PfWB vermaledeien 2, PfWB vermalen 2, PfWB vermalträtieren, PfWB vermaseln 2, PfWB vermicheln, PfWB vermöbeln, PfWB vermoppeln 2, PfWB vermörseln, PfWB vermusen, PfWB vernähen 2 b, PfWB vernickeln, PfWB vernudeln 2, PfWB vernussen, PfWB verpatschen 2 a, PfWB verpeitschen, PfWB verpelzen, PfWB verpfeffern 2, PfWB verplätschen, PfWB verprasseln1, PfWB verprügeln, PfWB verpuffen 2, PfWB verquatschen2 2, PfWB verrappeln, PfWB verreiteln, PfWB verribbeln 2, PfWB verrohren, PfWB verrösten, PfWB verrußen 2 b, PfWB versäbeln 2, PfWB versalzen 2 b, PfWB verschlagen1 schlagen 1, PfWB verschwarten, PfWB versetzen 2 a, PfWB versohlen 1 a α, PfWB verstahlen, PfWB verstumpfen 1, PfWB vertabakeln 1 a, PfWB vertabaken 1 a, PfWB vertöffeln, PfWB vertraktieren, PfWB vertrasseln, PfWB vertrischaken 2, vertrom- [Bd. 2, Sp. 1175] meln, PfWB vertrosseln, PfWB vertrudeln1, PfWB vertupfen 1, PfWB vertuschen2, PfWB verveiolen, PfWB verwackeln 2, PfWB verwahrschauen, PfWB verwalken, PfWB verwamsen, PfWB verwäschen 2 b, PfWB verwichsen 2, PfWB verwickeln 2 a, PfWB verwirsingen, PfWB verwuppen, PfWB verzapfen 1 b, PfWB verzinnen, PfWB verzwiebeln; PfWB ficken 3, PfWB filaxen, PfWB filzen 1 a, PfWB fitschen 1, PfWB flamschen, PfWB flappen 1, PfWB flatschen 1 a, PfWB flausen, PfWB flicken 2 a α, PfWB flitschen 3 a, PfWB flohen 3, PfWB flozen 4, PfWB flügeln 2, PfWB fluppchen 2, PfWB fluppen 2, PfWB fluttern 1 a, PfWB vollschlagen 1, PfWB foltern 2, PfWB fummeln, PfWB funken, PfWB futtern, PfWB gabeln, PfWB geben, PfWB geigen, PfWB gerben, PfWB hafern, PfWB hauen, PfWB heim(be)zahlen, PfWB -blasen, -leuchten, PfWB -schicken, PfWB herabschöpfen, PfWB herausgeben, PfWB -machen, PfWB herüberziehen, PfWB herumpelzen; Zs. mit herunters. PfWB herunterhauen; PfWB herwickeln, PfWB hinanwäschen; Zs. mit hin- s. PfWB hinhauen; PfWB hineinhauen, PfWB -schlagen, PfWB -treten, PfWB hullwuxen, PfWB huschen, PfWB karbatschen, PfWB keilen, PfWB klabastern, PfWB kläppern, PfWB klatschen, PfWB kleben, PfWB klopfen, PfWB knallen, PfWB knassen, PfWB knebeln, PfWB knöpfeln, PfWB knuffen, PfWB knullchen, PfWB knuppchen, PfWB knüppeln, PfWB knuppen, PfWB ködern, PfWB köpfen, PfWB kulten, PfWB lachsen, PfWB leuchten, PfWB linsen, PfWB losmachen, PfWB mackesen, makaie(me)n, PfWB massakrieren, PfWB mißhandeln, PfWB möbeln, PfWB mopseln, PfWB nadeln, PfWB nageln, PfWB nähen, PfWB nudeln, PfWB nussen, PfWB reiben, PfWB ribbeln, PfWB ringeln, PfWB rohren, PfWB rollen, PfWB rösten, PfWB rupfen, PfWB salben, PfWB salzen, PfWB säumen, PfWB schaben, PfWB schärren, PfWB schassen, PfWB scherschen, PfWB schlagen, PfWB schlauchen, PfWB schleimen, PfWB schmiegen, PfWB schmieren, PfWB schmoren, PfWB schnurren, PfWB schöpfen, PfWB schröpfen, PfWB schrubben, PfWB schwalken, PfWB schwänzen, PfWB schwappen, PfWB schwarten, PfWB schwicken, PfWB seilen, PfWB senkeln, PfWB sohlen, PfWB speckeln, PfWB specken, PfWB spießen, PfWB spinnen, PfWB spritzen, PfWB spulen, PfWB stahlen, PfWB stüben, PfWB stecken, PfWB stellen, PfWB stempeln, PfWB stopfen, PfWB strahlen, PfWB strählen, PfWB strangen, PfWB streichen, PfWB strossen, PfWB strüpfen, PfWB stumpfieren, PfWB stupfen, PfWB surren; die Zs. mit über- s. PfWB überhauen; PfWB untertunken, PfWB wackeln, PfWB waffeln, PfWB wahrschauen, PfWB walken, PfWB wamsen, PfWB wäschen, PfWB watschen, PfWB weichen, PfWB wichsen, PfWB wickeln, PfWB widerhauen, PfWB wischen, PfWB wuppchen, PfWB wuppen, PfWB wurzeln, PfWB zaubeln, PfWB zauseln, PfWB zeicheln, PfWB zerren, PfWB ziehen, PfWB zippern, PfWB zünden, PfWB zupfen, PfWB zurichten, PfWB zusammenhauen, PfWB -krumpeln, PfWB -schlagen, PfWB zustutzen, PfWB zwiebeln. Diese Syn. gelten z. T. auch für ohrfeigen. — 2. 'zerhacken'; 's Bäämche 'den Christbaum (2-3 Tage nach Neujahr)' verhaue [ ZW-Battw KL-Hütschhs Matzb]. — Südhess. II 505 ff.; RhWB Rhein. III 320; Saarbr. 218; LothWB Lothr. 143; ElsWB Els. I 395; Bad. II 64/65.
| I. trans. 1. a. 'zu eigen geben, [Bd. 3, Sp. 84] schenken', gewwe (gęwə) [fast allg.], gawwe (gawə) [ PS-Erfw Schindhd Fischb GH-Neubg], giwwe (giwə) [ PS-Schweix], ginn (gin) [verbr. lothr. SWPf], gen (gen) [lothr. SWPf KU-Bedb RO-Lettw Don-Lenauh], gann (gan) [ PS-Hirschth Schönau]; Konjugation s. F. Do muß mer Trinkgeld g. [allg.]. Das han ich der so gebb [PS-Schmalbg, verbr.]. Er gibbt nit gern [ NW-Kallstdt, allg.]. Er beißt sich liewer e Finger ab, wie er äm ebbes gibbt [ KU-Herschw/Petth]. RA.: Gott gääb!, als Verneinung der Frage eines anderen oder Einleitung der eigenen Frage, z. B.: Gott g., eb 's Wedder noch hält? [Kaislt, verbr. NWPf (oft in der Form: Gott gebb's, auch: ge's, gää)]. SprW.: Gebbt Gott e Häs'che, gebbt er aa e Gräs'che 'Schenkt Gott ein Kind, dann schenkt er auch das Notwendige zu seiner Ernährung und Erziehung' [verbr., auch Gal]. Neujahrswunsch des Kindes: Ich winsch un winsch un weeß net, was; greif in de Sack un gebb mer was! [verbr. Gal]. a. 1293: also vil er denne den verkoufet, lihet oder git [SpeyUrk. 136]. a. 1337: und sal uns unser herre ... van allen diesen dingen einen ganzen usdrach gen [StArch. Koblenz, Erzst. Trier, Nr. 878b]. — b. 'aushändigen'; de Lohn g. [allg.]. RA.: Sie har'm e Korb gewwe [ PS-Erfw, allg.]. Wo viele Besucher und Kunden einkehren, do gebbt aaner 'm annere die Deer in die Hand [KU-Kaulb, verbr.]. — c. 'bezahlen'. Dodefor gebb ich kän Penning (kän Pifferling) [KB-Kerzh PS-Fehrb, verbr.]. a. 1471: 16 lib. Pf. git Commann bader Jars us der batstuben zu zins [KSchArch., Guttenberger Landbeschr., Bl. 5]. — d. 'abliefern', von Abgaben. a. 1357: Brenstelbach git 14 hüner [SSp., Weist. von Altheim]. a. 1465-70: Item ein ygliche Hußgesesse gyt Jerlichs ein vaßnacht Hune [SpeyHochst., Bl. 39]. a. 1546: Auch 1 hun gibt man da 2 jar, das drit jar gebents die von Ysenbach [PfWeist. II 671 (KU-Godhs)]. — 2. 'borgen, leihen'. Er will mer kan Geld g. [KB-Orb, verbr.]. Geh, gebb mer emol dein Buch! [HB-Brenschb, verbr.]. SprW.: Gewwe, gewwe — widder gewwe; schenke, schenke — nimmi nemme [verbr. Gal Buch-Illisch]. — 3. 'reichen'. a. 'm Vieh Fuder g. [ NW-Wachh, allg.]; 'm Kalb de Finger g., um es von der Kuh abzugewöhnen [KB-Morschh, verbr.]; 'm Kind die Bruscht g. [LU-Opp, verbr.]; de Blume Wasser g. [KU-Bedb, verbr.]. Ich hun mer ebbes g. losse 'etwas zum Essen bestellt' [verbr. NPf]. Er kennt'm Gift g. (vor Neid) [KL-Samb, verbr.]. RA.: Der gebbt seim Maul net umsunscht se esse, von einem, der viel spricht [verbr. Gal Buch]. Ich gebb der die Hand druf 'verspreche es dir ganz fest' [BZ-Klingmst, verbr.]. SprW.: Gebbscht 'm Deiwel de klääne Finger, dann will er die ganz Hand [NW-Kallstdt, verbr., auch Don Gal Buch]. — b. 'bewirten'; e Esse (e Runde) g. [KB-Kerzh, verbr.]. a. 1456: git ein apt von Hornbach [Bd. 3, Sp. 85] die drei imbs [PfWeist. II 650 (KU-Glanmünchw)]. — 4. a. 'einen Schlag versetzen, hauen'. α. gegenst. e Stoß g. [allg.]. Syn. s. PfWB verhauen 1. Ich gewwe der se (die Hiebe) [KU-Lauteck, verbr.]. Oft unter Weglassung des Objekts: Dem hun ich mol gebb (geheerich gebb) [ KB-Bischh, allg.]. Ich gebb der uf die Leffel [GH-Bellh, verbr.], uf 's Dach [KB-Bischh, verbr.], uf die Agedeckel [SP-Schiffstdt, verbr.], an die Ohre [ LU-Opp]. Alleweil gebbt's [RO-Lohnsf, verbr.], gebbt's for drei Penning [KU-O'staufb, verbr.]. Ich gebb der ani, daß de de Borrem suchscht [FR-Bobh, verbr.], daß de Borzelbock schlaascht [ KL-Wörsb]. Dem gewwich, daß'm's denkt [ LA-Hainf], daß er d' Engel im Himmel singe heert [ GH-Kuhdt], daß'm 's Feier zu de Aa erausfahrt [KB-Harxh, verbr.], daß er genung hot [ SP-Schiffstdt], daß'm die Schwart kracht [ KL-Reichb], daß'm 's Siehn un 's Heere vergeht [ KL-Wörsb]. Ich han'm e paar gebb [HB-Mimb, verbr.]. Ich han'm genn vun denne, wo nix koschden [KU-Dennw/Frohnb, verbr.]. 's hot Abfäll gewwe [ BZ-Nd'horb]. 's gebbt Äppel [KU-O'staufb, verbr. südl. VPf], Bumbes [ NW-Rödh], Fäng [ KU-Eschau], Ferdiche [ ZW-Riedbg], Gesalzene [ HB-Alth], Hackab [RO-Hochst, verbr. NPf], Handbatsche [ BZ-Dierb], Harte [ KL-Dansbg], Hieb [ GH-Neubg], Husche [ KU-Eschau SP-W'see GH-Kand], Knepp [RO-Gonb, verbr.], Knippel [RO-Münchw, verbr.], Knippelsupp [ KU-Dennw/Frohnb], Kochleffelsupp [ FR-N'lein], Mackes [RO-Kalkof, verbr.], Niss [ FR-Gerolsh], Ohrwatsche [KL-Landstl IB-Ormh], Pefferniss [ FR-N'lein], Riwwelsupp [ IB-Hass], Rippesteeßcher [ IB-Bliesmg/Bolch], Riss [ KL-Enkb], Saures [ZW-Stamb, verbr.], Schlää [KU-Nerzw, verbr.], Schmiss [ ZW-Mittb], Stengelhawwer [ KU-Dennw/Frohnb], Ungesalzene [ RO-Münchw], Wichs [ KU-Obw/Tiefb NW-Weish/Sd]. Er hat sich äns gewwe 'hat Selbstmord begangen' [ PS-Th'eischw]. Das Räänewerrer, wo er de ganze Daa drin war, har'm de Rescht gewwe [ PS-Erfw]. RA.: Der hat's em awwer gebb wie de Stoffel seiner Gluck (nicht mehr als wie mit einem Strohhalm) [Hebel 19, ähnl. Gal Buch]. — β. übertr. 's hat mer e Stich ins Herz gebb [ KU-Bedb KB-Kriegsf]. Wie der des saat, des hat mer e orndlicher Ruck gebb [Kaislt]. — b. 'schlagfertig erwidern, zurechtweisen, schelten'. Er hot'm sein Fett gebb [verbr.]. — 5. a. 'überlassen, übergeben'; e Pand g. [KU-Reiffb, verbr.]; de Bu(b) in die Lehr g. [KL-Enkb, verbr.]. Er hot'm die Dochder gewwe [NW-Kallstdt, verbr.]. — b. 'austeilen'; Kaarde g. [ GH-Kand, allg.]. Dass. ohne Objekt: Ich gebb [NW-Freinsh, verbr.]. — c. 'erlassen'. a. 1315: Dirre brief wart geben, do man zalte von gotes geburte drutzehen hundert iar [SpeyUrk. 232]. — 6. a. 'hervorbringen, bewirken'. Bloo un geel gitt grin [GH-Leimh, verbr.]. De Hund gebbt [Bd. 3, Sp. 86] Laut [FR-Bockh, verbr.]. Die Kuh gitt Millich [ KU-Bedb, allg.]. RA.: Der hat sein Millich gebb 'sein Möglichstes getan' [KU-Hundh, verbr.]. Do hot aan Wort 's anner gebb [KU-Kaulb, verbr.]. Du hoscht's'm gebb, iron. 'Du hast wenig geleistet' [Kühn Hamet 109]. Eich gläiwe nore, daß dreizehn Pond Rendfleisch e gut Supp genn [ WD-Niedkch]. SprW.: Wann 's Glick will, gibt de Bock Milch [Sunndag Nr. 18/1956, S. 3]. Schelle (schelten), schelle, gebt kän Flecke [ KL-Fischb]. BR.: Wetz 'Hahnenfuß' gett'm Vieh e dicke Detz 'Euter' [ WD-Niedkch]. a. 1565: Schof, ... die nit woll geen haben mögen [WerschwSchR]. — b. 'ergeben'. Des gebbt emol e gudi Millichkuh [ KB-Bischh, allg.]. SprW.: Korz un dick gebbt aach e Stick [verbr. Gal Buch]. Grouß (auch: fressich) un faul gitt aa en Gaul [LU-Altr, verbr.]. Gut gewahrt gebbt e gudi Art [verbr. Gal]. — 7. von sich g. a. 'sich äußern'. Er gebbt kään Ton vun sich [LA-Gommh, verbr.]. SprW.: Was mer net in sich hot, kammer aach net vun sich g. [ LU-Oggh]. — b. 'erbrechen'. Was er gess hat, hat er vun sich gebb [KU-Brück, verbr.]. — 8. etwas auf etwas (jemand) g. 'wertschätzen'. Er gebbt was uf sich 'kleidet sich gut' [ KB-Weihf]. Uf denne gebb ich nix [ZW-Battw, verbr.]. Der laaft allegebott zum Dokder, for denne gewwich net viel [ KL-Reichb]. Ich gebb nix for dein Sprich [ KU-Schmittw/O]. — 9. a. 'erteilen, gewähren'; e gude Root g. [ KL-Enkb, allg.]. — b. 'bieten'; e gudes Beispiel g. [verbr.]. — 10. sonstiger Gebrauch. a. 'm Kind e Noome g.; e Verspreche g.; gude Worte g.; sich Mih g.; owwacht g.; Gas g. [allg.]. — b. in der Wend. was gibst du, was hast du 'so schnell es geht'. Do is er was gischde was hoschde fortgelaaf [KU-Kaulb, mancherorts (ältere Gener.), PfId. 179 Kühn Hamet 142]. — II. refl. 1. 'sich bewegen'. 's gebbt sich net 'bewegt sich nicht' [ KL-Hütschhs PS-Schmalbg], 'biegt sich nicht' [ ZW-L'wied]. Der Steen hot sich wennich gewwe [Beam Penns 42]. — 2. 'nachlassen, aufhören'. 's Fiewer gebbt sich wirrer [NW-Kallstdt, verbr.]. Er hat sich (nach der Aufregung) wirrer genn [IB-Eschring, mancherorts WPf]. Syn. s. PfWB verbrausen. — 3. 'sich verhalten' Er gebbt sich, wie er isch [NW-Mußb, verbr.]. — 4. 'sich bieten'. 's gebbt sich emol die Gelejenheit [ ZW-L'wied]. — 5. 'sich begeben'. SprW.: Gebb dich in G'fahr, un du kummscht drin um [Penns-DeitschEck 30.1.1954]. — III. unpers. 1. 'vorhanden sein'. Desjohr gebbt's veel Mais [ KB-Bischh, allg.]. Was es net alles gebbt! [KL-Enkb, verbr.]. Wann's noch e Gott em Himmel gett, dann muß er's bieße [ WD-Niedkch]. For denne gebbt's kään Rettung mehr [ KL-Reichb]. SprW.: 's gibbt mehn Kette wie beese Hund [ LU-Ruchh, mancherorts]. — 2. 'werden'. Heit gebbt's noch Reen [ ZW-Battw, allg.]. Er gett sterwe 'liegt im Sterben' [ HB-Medh]. Das gibbt e Hering, weil er [Bd. 3, Sp. 87] wenig ißt [ HB-Seyw]. Mach voran, daß es e Stick gebbt [Kaislt]. RA.: Des gibt bees Blut [KB-Kriegsf, verbr.]. WR.: Wann de Newwel fallt, gibbt's schään Wedder [ FR-Merth]. — 3. 'zum Essen gereicht werden'. Heit gebbt's was Gudes [ NW-Leistdt, allg.]. Heit gebbt's bei uns Quetschekuche un Grumbeeresupp [Zweibr, verbr.]. Von der vielseitigen Verwendung der Kartoffel als Speise: Morjens gebbt's Geriwwelde, mittags Gezwiwwelte, un owends esse mer se mitsamt de Mundur [ GH-Kand]. — IV. in Verb. mit dem Part. Perf. oder mit einem Adj. 'werden', vgl. PfWB gehen 1 2. Ich genn geruf [ Don-Biled]. Am Sunndamittag gebt e Gimbche gemacht 'wird geschlafen' [ IB-Alschb]. Du gebbscht uf eemol so blaß, fehlt der was? [ Gal-Mokrotyn]. Jetzt gebt häämgefahr [ IB-Schnapp]. De Mensch get langsam alt [ Don-Temesvar]. — Zs.: PfWB ab-, an-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB bei-, PfWB darauf-, PfWB darein-, PfWB dazu-, PfWB durch-, PfWB ein-, PfWB er-, PfWB ver-, PfWB voll-, PfWB frei-, PfWB heim-, PfWB heraus-, PfWB her-, PfWB hinauf-, PfWB hin-, PfWB mit-, PfWB nach-, PfWB obacht-, PfWB über-, PfWB wieder-, PfWB zu-, PfWB zurückgeben. — F.: Präs. Sing. 1. Pers.: gęb weithin herrschend, gęwə verbr. NWPf, gib in GH-Neubg, gab in PS-Schindhd, gin in lothr. SWPf, gęn in Don-Lenauh. 2. Pers.: gęb(d) weithin herrschend, gib(d) vereinzelt NWPf lothr. SWPf nördl. u. mittl. VPf, gabd in PS-Bruchw Bundth, gifd lothr. SWPf (Nachlaß Keiper), gid in KU-Körbn Ehw Konk Krottb lothr. SWPf RO-Lettw SP-Berghs LA-Diedf verbr. südl. VPf, ged in WD-Hoof Niedkch. 3. Pers.: gębd weithin herrschend, gibd vereinzelt WPf NPf verbr. nördl. u. mittl. VPf, gabd in PS-Bruchw Bundth, gid verbr. lothr. SWPf und südl VPf vereinzelt übriges Gebiet, ged in WD-Hoof Niedkch vereinzelt lothr. SWPf. (Hierzu K. 149; Formen in populärer Schreibung). — Im ganzen Pl. weithin herrschend gęwe/gęwən (hierzu vergl. Angaben bei brauchen und K. 7a im DSA), giwə vereinzelt lothr. SWPf; neben gęwən ist in der 2. Pers. Pl. selteneres gębd gebräuchlich (s. Krell 69). Imp.: gęb, Pl. gęwən (seltener: gębd) fast allg., gib in GH-Neubg IB-Ormh, gif in Ingb, gab in PS-Bruchw, gāb in PS-Bundth KU-Cronbg KB-Biedh. Der Konjunkt. hat im Sing. die Formen gb für 1. u. 3. Pers., gb(d) für 2. Pers., im Pl. gwən und gębdən; bei Krell 70 ist 1. Pers. gäbt, bei Buffington-Barba Penns 108 hat 1. und 3. Sing. gēbt. Part. Perf. ist fast allg. gęb/gęwə (zur Grenze vgl. die Linie gebroch/ gebroche, K. 1), in lothr. SWPf und mancherorts NWPf gęn und gin. — Südhess. II 1137 ff.; RhWB Rhein. II 1066 ff.; Saarbr. 74; LothWB Lothr. 206 gin; ElsWB Els. I 194/95; Bad. II 310 ff.
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