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 PfWB ver-gehen (Bd. 2, Sp. 1161)   RhWB verstreichen (Bd. 8, Sp. 815) 
   ver-gehen st.:
1. 'zeitlich vorübergehen, verstreichen', ve(r)geh(e), -gih(e), -gehn, -gehn, -gihn, s. PfWB gehen [allg.]; vgl. PfWB verfliegen 2, PfWB verlaufen 1 b, PfWB verrinnen 2. Wie die Zeit vergeht! [ NW-Ellstdt, allg.]. RA. (scherzh.): Die Zeit vergeht, es Licht verbrennt, Forts. s. PfWB verbrennen I 1 b. VR.: De Winder is vergange, Forts. s. PfWB Sommertag. —
2. 'aufhören, schwinden'. Das vergeht werre, von Schmerzen,

[Bd. 2, Sp. 1162]
kleinen Verletzungen, bes. als Trost kleinen Kindern gegenüber [ KL-Enkb, allg.]. Scherzh.: Leech Salz (auch: e Stick Butter) uf de Zahn, not vergeht's (angeblich das Zahnweh, in Wirklichkeit das Salz, die Butter) [ BZ-Nd'horb]. Schnupp waarm Wasser, dann vegeht de Schnuppe werrer [ KL-Reichb]. Dem isch 's Lache (die Luscht, de Appetit, de Mut) vegange [ LU-Hochd, allg.]. Ich schlach d'r ins G'sicht (an de Kopp), daß d'r Heere un Sehne vergeht [GH-Westh, verbr.]. SprW.: Es vergeht alles [ZW-Battw, verbr.]. —
3. 'zergehen, sich auflösen'; vgl. PfWB verlaufen 1 a, PfWB verschmelzen. 's Eis (de Schnee) vegeht [PS-Schmalbg, verbr.]. 's Fatt (Fett) vegiht [RO-Rehborn, verbr.]. Die Beere vegihn äim im Maul, von zarten Birnen [KU-Schmittw/O, verbr.]. —
4.
a. 'eingehen, absterben', von Pflanzen. De Wasem 'Rasen' vergeht [ WD-Niedkch ZW-Battw]. SprW.: Unkraut vegeht net [ KB-Bischh, allg.]. —
b. 'umkommen'. Syn. s. PfWB sterben. Do kennt mer vergeh vor Hitz [ LA-Mörzh]. Er vergeht noch vor Zorn [ LA-Nd'hochstdt], ... vor lauder Neid [ NW-Weish/S]. Do mecht mer jo grad vergäin! [ BZ-Dierb]. —
5. sich v.
a. 'sich ergehen, spazierengehen'. Duschde dich e bißche vegehn? [ KU-Bedb]. —
b. im juristischen und moralischen Sinne, wie schd.; vgl. PfWB vergreifen 3 a β. Er hot sich vergange [LU-Alsh, verbr.]. Des Mädel hot sich vergang 'ist schwanger geworden' [ FR-Bockh]. Er hot sich an seine Eldere v. 'hat seine Eltern geschlagen' [ BZ-Dernb]. Er hot sich an dem Kind vergange 'hat ein Kind geschlechtlich mißbraucht' [NW-Kallstdt, verbr.]. —
6. Part. Perf.
a. adj. (attr.) 'vorig'; die vegange Wuch 'vorige Woche' [KU-Bedb, PfId. 173]; vegangene Summer [ KU-Rathsw]. —
b. adv. 'neulich, letzthin, kürzlich'. Do vegange bin ich dort gewest [LU-Böhl, verbr., PfId. 146 Klein Prov. 212]. — Südhess. II 489/90; RhWB Rhein. II 1134; LothWB Lothr. 141; ElsWB Els. I 190/91; Bad. II 58.

 

 ver -streichen: 1. etwas v. a. Farbe v., wie nhd. Allg. — b. durch Str. in Unordnung bringen Rhfrk. — 2. intrans. nu es alt en Wek (Woche) verstricken vorbei Gummb, Allg.