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| PfWB ver-brennen (Bd. 2, Sp. 1135) | PfWB Bach (Bd. 1, Sp. 501) | LothWB Bach (Bd. 1, Sp. 18b) | |||||||||||||||||||||||||||||
I. intrans. 1. wie schd., ve(r)brenne, -branne, s. PfWB brennen[allg.]. Die ganz Frucht 'die ganze Getreideernte' is (bei dem Brand) vebrennt [ KL-Kindsb]. RA.: 's vebrennt ehr nix uf de Zung (uf de Lippe) 'Sie spricht alles rücksichtslos aus' [ KL-Hirschhn]. Mei Herz un mei Seel soll im Leib verbrenne!, Beteuerung [Don (Steinmetz)]. Die Zeit vergeht, es Licht verbrennt, un de Hannickel sterbt doch net [ WD-Niedkch]; statt Hannickel dass. mit de Hans [ Don-Gertianosch], die Alt [ KU-Diedk], die Großmotter [verbr. NPf Don-Schowe], 's Kind [verbr. Gal]. SprW.: Keem is noch de Bettelstab verbrennt 'Keiner ist sicher vor Armut' [ Don-Gottlob]. Rätsel: 's brennt Daa un Nacht un verbrennt net (die Brennessel) [Hebel 120 Wilde 33]. VR.: Rab, Rab, dein Nescht brennt; siwwe Junge sin vebrennt; der ganze Reim bei Rabe [ HB-Kirrbg]. a. 1569: Dem Nikel Karcher sollen die Faßdauben, die er durch Spitalarbeiter im Walde habe machen lassen unnd verbrunnen sind, nicht verrechnet werden [Küchler 34]. — 2. 'unter der Sonnenglut verdorren'. 's Gras verbrennt in der Sunn [Kus, verbr.]. Die Wisse sein ganz vebrennt [ KU-Kaulb]. Syn. s. PfWB vertrückeln 1. — 3. von [Bd. 2, Sp. 1136] Kleeseide befallene ringförmige Stellen sind vebrennte Plätz [ KL-Reichb]; vgl. PfWB Placken 3 b, Fehl-, Kleeseidenplatz. — 4. bei hohem Fieber ist das Blut verbrennt [Heeger Vhk. 6]; vgl. PfWB versitzen 2. — II. trans. 1. a. 'durch Feuer vernichten'. α. etwas v.; 's Grumbeerekraut uf'm Feld v. [KU-Schmittw/O, verbr.]. Volksgl.: Der Kärfreidag kehrt mer all die Stuwwe aus un verbrennt seller Dreck, noh hot mer Glick [Fogel Beliefs Penns Nr. 1300]; andere Beispiele s. PfWB Haar, PfWB Katze, PfWB Kleid, PfWB Schuh. VR.: Dort unne, dort owwe, wu 's Wasser zammerennt, dort hot de alt Hornung sei Pelzkapp verbrennt [ Gal-Neuhf]; s. den VR. bei Arsch (I 337 Z. 33 ff.). Vgl. auch Kirbe-, PfWB Winterverbrennen. a. 1615: die Bilder gestürmbt, darauß geworffen und verbröndt [Vogel 29 (GH-Zeisk)]. — β. einen Menschen v. Syn. s. PfWB töten 1. a. 1535: Auch sollen die von Ormesheim, wan es vonnöten ist, ein zu verbrennen, den steill stellen sambt dem holz darzu [ABlieskst 97]. RA.: So Leit hot mer friher verbrennt, scherzh. angewandt z. B. auf jemand, der im Kartenspiel einen dummen Fehler gemacht hat [Kühn Palz 137]. Brauchtum: de Judas v., von der Scheitholzweihe auf der Kirchentreppe am Karsamstag; vgl. PfWB Palmen (I 541 Z. 47). Mehr hierzu s. PfWB Judas. Verbrennen von Tieren in RA.: Der Bettelarme sagt: Eich han kei Geld for Stroh, darreich (daß ich) mei Lais verbrenne kennt [ WD-Niedkch, RO-Dielkch]. Er macht e Gesicht wie e verbrennt Wanz [ LU-Oggh]. Modern: sich v. lassen, von der Feuerbestattung. Er will sich v. losse [KB-Kerzh, verbr.]. — b. 'verheizen', von Brennstoffen. In sellem kalde Winder hammer viel Kohle verbrennt [Kaislt, verbr.]. — 2. 'durch Brennen beschädigen'. a. gegenst.; sich de Aarm, die Hand, de Finger v. [ KB-Kriegsf, allg.]; vgl. PfWB verbrühen 1, PfWB versengen 1. Er hot sich am Fuß verbrennt [ LA-Gommh, allg.]. Verbrenn der net 's Herz im Leib!, Warnung vor zu heißen Speisen [ Gal-Dornf]. RA.: Er hot 's Hern verbrennt, wer unüberlegt handelt [ PS-Burgalb]; vgl. PfWB hirnverbrannt. SprW.: Wer sich 's Maul verbrennt, bloost uf's Kalde [ Gal-Sap]; auch: Wer sich am Heeße v., bloost ... [verbr. Don Gal Buch]. Besser die Supp gebloos, wie 's Maul vebrennt [Pirmas]. VR.: Kathrinche vun Bach hot laurer schään Sach, hot Äppel gedämpt un de Finger vebrennt [ KU-Reiffb]; Var. s. PfWB Bach (I 502 Z. 8 ff.). Scherzhafter Hochzeitsbrauch: Die Kechin hot die Hand verbrennt, weswegen unter den Hochzeitsgästen Geld für sie gesammelt wird [SP-Schiffstdt, verbr. Gal]. — b. übertr. α. RA.: Er hot sich die Finger vebrennt 'ist hereingefallen' [ KB-Bennhs, allg.]. Er hot sich 's Maul (auch: die Zung) v. 'hat sich durch unüberlegtes Reden Unannehmlichkeiten gemacht' [Bd. 2, Sp. 1137] [RO-Alsbr, verbr.]. Er kummt doher, mer mänt, er hätt die Fieß im Schnee v., von einem Betrunkenen [KL-Siegb, verbr.]. — β. Er hot'n sich v., auch: Er hot sich de Schwanz v. 'hat sich eine Geschlechtskrankheit zugezogen' [LA-Impfl, verbr.]. Wolf 6044. — 3. von der durch Sonnenstrahlen bewirkten Bräune; vgl. PfWB verbraten 2. Die Sunn hat'n verbrennt [KU-Herschw/Petth, verbr.]. Wie der verbrennt esch! [ GH-Zeisk]. Sie is vun der Sunn ganz braun v. [PS-Burgalb, verbr.], ganz schwarz v. [ LA-Herxh]; vgl. PfWB sonnverbrannt. Er hot e vebrennt G'sicht [GH-Westh, verbr.]. Er is ganz verbrennt im Gesicht [ PS-Burgalb]. — Südhess. II 451/52; RhWB Rhein. I 968/69; LothWB Lothr. 139; ElsWB Els. II 190/91; Bad. II 48.
| 1. 'kleines fließendes Gewässer', Bach [allg.]. RA.: Naß wie aus de B. gezoo [WPf, verbr.]; Geld wie B. 'viel Geld', nor 's laaft nit [KU-Diedk, verbr.]; die B. enunner geh 'Bankrott machen', auch 'sterben' [WPf, allg.]; die Katz dorch die B. schlääfe 'eine unangenehme Arbeit verrichten müssen' [verbr. WPf]. Bis doheen laaft noch veel Wasser die B. enunner 'vergeht noch viel Zeit' [KB-Bennhs, verbr.]. Das is wohr, wie die B. brennt [verbr. Gal Buch]. Ich hätt rechter in die B. gescheß, beim Mißlingen einer Unternehmung [ KB-Bischh]. Den Kindern [Bd. 1, Sp. 502] erzählt man, kleine Kinder kämen aus der Bach [RO-Feilbg KL-Wörsb FR-Eppst LU-Muttstdt Klein Prov. 224]. WR.: Wenn an Neujahr die Sonne lacht, gibt es viel Fisch und Bach [ PS-Fehrb]. KR.: Ich weeß, was ich mach, ich hipps en de Bach, fang mer e Freschlche, lechs ufs Dischlche, nemm e Gäwwelche, stecks ins Schnäwwelche [ LA-Nußd]. 's Gretel am Bach hot so viel Sach, hot 's Heis'che verdo(n), bringt gar nix devo(n) [Feierowend 1954 Nr. 8 S. 5]. Rätsel: 's geht an die B. un lißt de Panz deheem (die Federdecke, wenn sie gewaschen wird) [ KU-Blaub]. 's geht iwwer de Bach un werd net naß (Rauch) [verbr. Don Gal Buch Bess]. Saftlösereim: Saft, Saft, Sinn, Korn in die Mihl, Stab in de Bach, Dut mei Peifche e heller Krach [Wilde 259]. Der esch in d' Bach gfalle (Daumen), der hat en rausghowe (Zeigefinger), der trächt en nah Haus (Mittelfinger), der lecht en ins Bett (Goldfinger), der hot en zugedeckt (kleiner Finger) [ GH-Hatzbühl BZ-Klingmst KB-Mauchh Bischh]. Volksgl.: Ein Traum von trübem Wasser im Bach deutet auf ein Unglück [ LA-Gommh]. a. 1250: Item waz er hat tschen der bach und der porten [ZweibrReg. 37]. a. 1315: uf dem huse Ebelins uf der bach [SpeyUrk. 235]. a. 1323: bi der beche [ebd. 284]. a. 1448: Disz site der bach [Grimm Weist. V 595]. a. 1512: die bach fegenn [PfWeist. I 61 (FR-A'lein).] a. 1541: das Bechelgin hinauß [Veld.]. a. 1573: ein bächel [Lgb. 52 (LA-Kirrw)]. — 2. 'kleineres stehendes Gewässer im Orte, Viehtränke' [ NW-Rödh Ellstdt LA-Dammh BZ-Kapswey]; in NW-Freinsh: Vierröhrenbrunnen, dessen Auslauf früher Viehtränke war. — 3. 'Wassergraben', bes. Dim. Bächel [ PS-Bruchw]. — 4. 'Urin', in der Sprache der kleinen Kinder; Bach mache 'pissen' [allg.]; vgl. PfWB bacheln. Syn. s. PfWB Seiche. — 5. die groß Bach 'Atlantischer Ozean', mehr scherzhaft [Kus]. — 6. Das Wort erscheint in vielen Orts- u. FlN., s. Christmann SN 654/55, als Bestimmungswort in Bachgarten, -gewanne, -straße, -stück, -weide u. a. — F.: Zumeist erscheint normales a; dunkles ḁ vorn. SOPf; KU-Rammb, RO-O'mosch u. KL-Lind haben bḁx. Pl.: bęχ u. bę; Dim.: bęχlχə u. bęlχə [WPf NPf nördl. VPf], bęχl [mittl. u. südl. VPf]; in LA-Edh ist bęχlχə Dim. von bęχl. — RhWB Rhein. I 350; Saarbr. 14; LothWB Lothr. 18; ElsWB Els. II 6; Bad. I 104.
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