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| PfWB ver-braten (Bd. 2, Sp. 1133) | PfWB ver-brennen (Bd. 2, Sp. 1135) | PfWB ver-klopfen (Bd. 2, Sp. 1196) | |||||||||||||||||||||||||||||||||
1. 'zu lange braten, so daß das Fleisch den Saft verliert oder anbrennt', [Bd. 2, Sp. 1134] ve(r) broode, -broore, -broole, s. PfWB braten [verbr.]; vgl. PfWB verbrutzeln. — 2. von Hautreizungen durch zu starke Sonnenbestrahlung. Heit kammer in de Sunn v. [ KU-Kaulb]; vgl. PfWB verbrennen II 3. — Südhess. II 449/50; RhWB Rhein. I 919; ElsWB Els. II 201.
| I. intrans. 1. wie schd., ve(r)brenne, -branne, s. PfWB brennen[allg.]. Die ganz Frucht 'die ganze Getreideernte' is (bei dem Brand) vebrennt [ KL-Kindsb]. RA.: 's vebrennt ehr nix uf de Zung (uf de Lippe) 'Sie spricht alles rücksichtslos aus' [ KL-Hirschhn]. Mei Herz un mei Seel soll im Leib verbrenne!, Beteuerung [Don (Steinmetz)]. Die Zeit vergeht, es Licht verbrennt, un de Hannickel sterbt doch net [ WD-Niedkch]; statt Hannickel dass. mit de Hans [ Don-Gertianosch], die Alt [ KU-Diedk], die Großmotter [verbr. NPf Don-Schowe], 's Kind [verbr. Gal]. SprW.: Keem is noch de Bettelstab verbrennt 'Keiner ist sicher vor Armut' [ Don-Gottlob]. Rätsel: 's brennt Daa un Nacht un verbrennt net (die Brennessel) [Hebel 120 Wilde 33]. VR.: Rab, Rab, dein Nescht brennt; siwwe Junge sin vebrennt; der ganze Reim bei Rabe [ HB-Kirrbg]. a. 1569: Dem Nikel Karcher sollen die Faßdauben, die er durch Spitalarbeiter im Walde habe machen lassen unnd verbrunnen sind, nicht verrechnet werden [Küchler 34]. — 2. 'unter der Sonnenglut verdorren'. 's Gras verbrennt in der Sunn [Kus, verbr.]. Die Wisse sein ganz vebrennt [ KU-Kaulb]. Syn. s. PfWB vertrückeln 1. — 3. von [Bd. 2, Sp. 1136] Kleeseide befallene ringförmige Stellen sind vebrennte Plätz [ KL-Reichb]; vgl. PfWB Placken 3 b, Fehl-, Kleeseidenplatz. — 4. bei hohem Fieber ist das Blut verbrennt [Heeger Vhk. 6]; vgl. PfWB versitzen 2. — II. trans. 1. a. 'durch Feuer vernichten'. α. etwas v.; 's Grumbeerekraut uf'm Feld v. [KU-Schmittw/O, verbr.]. Volksgl.: Der Kärfreidag kehrt mer all die Stuwwe aus un verbrennt seller Dreck, noh hot mer Glick [Fogel Beliefs Penns Nr. 1300]; andere Beispiele s. PfWB Haar, PfWB Katze, PfWB Kleid, PfWB Schuh. VR.: Dort unne, dort owwe, wu 's Wasser zammerennt, dort hot de alt Hornung sei Pelzkapp verbrennt [ Gal-Neuhf]; s. den VR. bei Arsch (I 337 Z. 33 ff.). Vgl. auch Kirbe-, PfWB Winterverbrennen. a. 1615: die Bilder gestürmbt, darauß geworffen und verbröndt [Vogel 29 (GH-Zeisk)]. — β. einen Menschen v. Syn. s. PfWB töten 1. a. 1535: Auch sollen die von Ormesheim, wan es vonnöten ist, ein zu verbrennen, den steill stellen sambt dem holz darzu [ABlieskst 97]. RA.: So Leit hot mer friher verbrennt, scherzh. angewandt z. B. auf jemand, der im Kartenspiel einen dummen Fehler gemacht hat [Kühn Palz 137]. Brauchtum: de Judas v., von der Scheitholzweihe auf der Kirchentreppe am Karsamstag; vgl. PfWB Palmen (I 541 Z. 47). Mehr hierzu s. PfWB Judas. Verbrennen von Tieren in RA.: Der Bettelarme sagt: Eich han kei Geld for Stroh, darreich (daß ich) mei Lais verbrenne kennt [ WD-Niedkch, RO-Dielkch]. Er macht e Gesicht wie e verbrennt Wanz [ LU-Oggh]. Modern: sich v. lassen, von der Feuerbestattung. Er will sich v. losse [KB-Kerzh, verbr.]. — b. 'verheizen', von Brennstoffen. In sellem kalde Winder hammer viel Kohle verbrennt [Kaislt, verbr.]. — 2. 'durch Brennen beschädigen'. a. gegenst.; sich de Aarm, die Hand, de Finger v. [ KB-Kriegsf, allg.]; vgl. PfWB verbrühen 1, PfWB versengen 1. Er hot sich am Fuß verbrennt [ LA-Gommh, allg.]. Verbrenn der net 's Herz im Leib!, Warnung vor zu heißen Speisen [ Gal-Dornf]. RA.: Er hot 's Hern verbrennt, wer unüberlegt handelt [ PS-Burgalb]; vgl. PfWB hirnverbrannt. SprW.: Wer sich 's Maul verbrennt, bloost uf's Kalde [ Gal-Sap]; auch: Wer sich am Heeße v., bloost ... [verbr. Don Gal Buch]. Besser die Supp gebloos, wie 's Maul vebrennt [Pirmas]. VR.: Kathrinche vun Bach hot laurer schään Sach, hot Äppel gedämpt un de Finger vebrennt [ KU-Reiffb]; Var. s. PfWB Bach (I 502 Z. 8 ff.). Scherzhafter Hochzeitsbrauch: Die Kechin hot die Hand verbrennt, weswegen unter den Hochzeitsgästen Geld für sie gesammelt wird [SP-Schiffstdt, verbr. Gal]. — b. übertr. α. RA.: Er hot sich die Finger vebrennt 'ist hereingefallen' [ KB-Bennhs, allg.]. Er hot sich 's Maul (auch: die Zung) v. 'hat sich durch unüberlegtes Reden Unannehmlichkeiten gemacht' [Bd. 2, Sp. 1137] [RO-Alsbr, verbr.]. Er kummt doher, mer mänt, er hätt die Fieß im Schnee v., von einem Betrunkenen [KL-Siegb, verbr.]. — β. Er hot'n sich v., auch: Er hot sich de Schwanz v. 'hat sich eine Geschlechtskrankheit zugezogen' [LA-Impfl, verbr.]. Wolf 6044. — 3. von der durch Sonnenstrahlen bewirkten Bräune; vgl. PfWB verbraten 2. Die Sunn hat'n verbrennt [KU-Herschw/Petth, verbr.]. Wie der verbrennt esch! [ GH-Zeisk]. Sie is vun der Sunn ganz braun v. [PS-Burgalb, verbr.], ganz schwarz v. [ LA-Herxh]; vgl. PfWB sonnverbrannt. Er hot e vebrennt G'sicht [GH-Westh, verbr.]. Er is ganz verbrennt im Gesicht [ PS-Burgalb]. — Südhess. II 451/52; RhWB Rhein. I 968/69; LothWB Lothr. 139; ElsWB Els. II 190/91; Bad. II 48.
| 1. = PfWB verhauen 1, ve(r)kloppe [verbr.]. Sie hot'ne dichdich vekloppt [NW-Kallstdt, verbr.]. Ich verklopp d'r die Schnut ('s Fell, de Frack)! [FR-Bobh, verbr.]. Das Wort wurde in Pirmas um 1960 von der jüngeren Gener. aller Schichten und von den etwa 35-60jährigen der mittleren und gehobenen Berufe gebraucht. — 2. a. 'durch Klopfen zerkleinern, zerklopfen'; Scholle v. [LU-Opp, verbr. VPf]. — b. α. 'durch Klopfen beschädigen'; sich de Finger v. [ Gal-Dornf]. — β. sich de Schwanz (die Peif) v. 'sich eine Geschlechtskrankheit zuziehen' [NW-Frankeck, verbr.]. — 3. a. 'verkaufen', scherzh.; die Bicher (am Schuljahrschluß) v. [Kaislt, verbr.]. Syn. s. PfWB verfuggern. — b. = PfWB verheiraten 1. Er hot sein Dochder verkloppt [ GH-Zeisk]. Er hat sich vekloppt ufs lang Johr [ PS-Hermbg]. — Südhess. II 530/31; RhWB Rhein. IV 763; LothWB Lothr. 145; ElsWB Els. I 496; Bad. II 72.
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