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 PfWB ver-blümen (Bd. 2, Sp. 1132)   PfWB blühen (Bd. 1, Sp. 1029)   RhWB blühen (Bd. 1, Sp. 799) 
   ver-blümen schw.: = PfWB verblühen 1. Die Wingert hän verblimmt, sie butzen sich [ NW-Kallstdt]. Südhess. II 447.

 

   blühen schw.: wie schd.
1. von den Pflanzen; die Blume blihn [ LU-Alsh, allg.]. Die Wingert blihn schää [BZ-Heuchh, verbr.]. 's Korn bligt [ GH-Neubg]. Die Gummere (Gurken) blihe falsch 'Die Gurkenblüten bleiben unbefruchtet' [ KU-Schmittw/O]. De Trauwestock bliht schlecht 'blüht spärlich' [KB-Zell, verbr.]. Zs. PfWB auf-, PfWB verblühen. RA.: Sei Wäze (Weizen) bliht 'Es geht ihm gut' [NW-Hardbg u. Umg.]. BR.: Wann se owe blihe, kammer se unne kriehe 'Wenn die Kartoffeln blühen, sind sie reif für den Gebrauch' [PS-Burgalb (Wilde 118)]. Wie der Äbich (Efeu) bliht, so der Wein [ LA-Diedf]. Bliht die Häd (Heidekraut) bis in die Spitze, muß de Bauer im Winter hinner'm Owe sitze [ KU-Bedb]. Wann de Holler bliht, sinn die Hihner mied 'Wenn der Holunder anfängt zu blühen, geht die Legezeit der Hühner zu Ende' [Krieger 40]. Volksgl.: Buhne un Gummere (wohl richtiger: Grumbiere) in der Jungfrau geplanzt dun nix wie blihe, sie henke net aan [Fogel Beliefs Penns Nr. 1020]. De Blume muß mer Neijohr winsche, oder sie blihe net [ebd., Nr. 1314]. Ein weiteres Beispiel s. bei PfWB Kind. VR.: De Hanf bliht, de Hanf bliht, er bliht e bissel gääl (gelb); ich hätt jo die Kath kriet, sie is awwer schääl 'sie schielt' [Wilde 91]. Einen AR. s. bei PfWB Rose. —
2. vom guten Aussehen des Menschen. Die bliht wie e Ros 'hat frische, rote Wangen' [ RO-Alsbr, allg.], wie e Räisel (Röslein) [ LA-Herxh], wie e Pingschtreesche [ RO-Semb]. Des Weibsbild hot gebliht wie e Kersch [ FR-Hettldh]. Das sieht aus wie 's blihende Lewe [verbr. Don Gal Buch].

[Bd. 1, Sp. 1030]
Von einem Menschen mit gelber Gesichtsfarbe heißt es: Der bliht wie en Bettsächer (Löwenzahn) [ PS-Zesbg]. —
3. sonstiger Gebrauch.
a. Die Fingernächel blihn 'haben weiße Flecken' [ KU-Gries]. Volksgl.: Starkes Blühen der Fingernägel ist ein Anzeichen dafür, daß die Ehe kinderreich sein wird [ebd.]. —
b. abstr. Es bliht der eppes (etwas) 'Es drohen dir Schläge, eine Strafe' [ RO-Kalkof, allg.]. — F.: fast allg. blīə, blījə; in der südl. VPf u. in NW-Kallstdt daneben blīχə, vgl. Wilde 286. Formen des Präs. vgl. PfWB blasen. — Südhess. I 955/56; RhWB Rhein. I 799/800; LothWB Lothr. 51; ElsWB Els. II 155; Bad. I 268.

 

  NRhWB blühen Rhfrk blīə, –īj-, Part. gəblō (Nahe), sonst gəblīt; Mosfrk blē·ə.n, Part. gəblē:t [Merz -e·ĭ.-; Bitb -ī:d-, Part. gəblī:t]; Rip bl·ə., Part. jəbl:t, meist -:n-, jəbl:nt; SNfrk -·ə., Part. jəbløt bis einschl. Tripsr Randerath Hilfarth Hückelhv Fronderath Vossem Örath, ö. Golkr Granterath, n. Katzem Berverath Kaulhsn Venr Herrath Buchholz Wickrathh, s. Rheydt Neersbr Herzbr Driesch Holzbüttgen Büttgen Grefr; n. u. ö. davon -ø·y.- u. weiter n. -·y.- (auch in Mörs bis Niep Vluyn Neuk); dann folgt blyə; im NW davon innerh. einschl. Geld-Walbeck Pont Winternam Eyll Aldekerk Stenden, Mörs-Tönisbg Schaaphsn Lintfort bl:jə; NBerg, Ruhr -ȳ·ə. [MülhRuhr -y·y.-]; Klevld blə, –- schw.: wie nhd. 1. von Pflanzen. De Bom blöhnt wie en Rus üppig Rip. Wenn de Bam net bl., get et kan Äbbel May-Polch. Wenn der Bom net blöht, drät (trägt) er och net eine Empfängnis kann nicht stattfinden, ohne dass die Periode sich zeigt Jül-Tetz. Wenn all de Bem bl. un all die Streicher rachen, brauch mer sich uf wenig ze freien Wend-OWeidenb. Bl. de Böm twiemol, dann wöd et bös Mai Wengter em Johr MGladb. Blöjt den Bom öm Allerhellge op et nej, dann dürt den Wenter bes in de Maij Klev. Die Kinder spielen: Bömke blöt B. wechseln Kemp-SPeter. Wenn de Bom blöüht buten de Tit, dann gef et en Hochtit of en Lik Nfrk. De sieht de Kirsche nit meh bl. er wird bald sterben Saar. De Kerschten sein am bl. sagt man, wenn es im Frühjahr kalt wird Bitb-Fliessem. De Druve bl. wie de Maukatze (Weide) Rip. De Modərt (Medardus, 8. V.) soll den eschde blihənden Trauf krin Mos. — Wenn de decke Bunne bl., kann us der Hunger am Oarsch lecke May-Trimbs. Sint Gerdrut blöt et Krut (Rübsamen) Kref. Wenn de Flierer bliht, schläft mer gere lang Saarbr-Quierschd. De mojsten

[Bd. 1, Sp. 800]
(schönsten) Blumen bl. et körtste Klev-Kessel. Dem blöht senge Wess (Weizen) der ist fein heraus Rip, Nfrk. Sint Jötemes (fingierter Kalendern.), as et Höj blöjt, sak (soll ich) ow betahle, d. h. niemals Klev. — 2. übertr. vom Menschen, blühend, gesund, frisch aussehn. Dat Kind blöjt ävvel Klevld, Allg.; se blöht wie en Rus, — en Kiərsch Rip, Allg., — ne Pärdisoppel Kemp, — n Öəlköppke (Pfeifenkopf) ebd. Et blüht üm et Kaimpken (Kämmchen) as en Hühnschen (Huhn) MülhRuhr. — Scherzh. von blassem Aussehn. Den blöt wie Kernemelk Dinsl-Hiesf, — ne Kalkemmer Dür-Gürzenich, Emmerich, — e Mehlsack Ottw-Wiesb. Der blöht op de Backen wie ne Gess (Ziege) op de Hacken Bergh-Kirchhert. — Fieber haben. Hej blöüht so stärk fiebert stark Mörs. — 3. von andern Gegenständen. a. bei Wettererscheinungen. Et blöüht dunkle, gelbgeränderte Gewitterwolken ziehn herauf Kemp. Wat den Donnder blöjt! ein Gewitter zieht heran Emmerich. E Gewidder bleiht Saar. De Aus (August) blöhnt es wetterleuchtet, Wolken ziehen einher, ohne dass es zum Gewitter kommt Eusk-Zülp, Ess-Werden. De Efel blöht wenn man bei bewölktem Himmel einen hellen Streifen in der Richtung auf die Eif sieht; es gibt dann Regen Bergh, MGladb, Neuss. — b. die Fingernägel bl., haben weisse Flecken Mosfrk. De Näl bl. Zeichen der Gesundheit, des Wachsens, des künftigen Reichtums. — c. bei einem Loch in der Kleidung u. herausschauendem Körper. Papirken blöt das Hemd kuckt heraus Elbf. De Händsche (Handschuhe) sen am bl. die Fingerspitzen kommen heraus Bergh-Heppend. De Äppel bl. die Ferse kommt aus dem Strumpf heraus Aach-Merkst. — d. et Water blöt Bläschen steigen auf Kemp, Klev. — e. de Poahl (Webebaum) blöt er lässt das Holz durchblicken, das Gewebe ist fast fertig Kemp-Süchteln; dem Bum blöt dass. Kref. Papierken blöt, de Kett geht af, morn es et Lewerdag sagt der Weber, wenn das Papier zum Vorschein kommt, das bei der 12. Lage zwischen das Garn gesteckt ist, also nur noch 12 Lagen der Ketten zu verarbeiten sind Elbf. — f. es Fletz (Flötz) bliht es ist etwas feucht, es nässt, was der Bergmann gerne hat Saar. — 4. mit abstract. Subj. Et Geschäf blöht, wie nhd. De blöhende Schwendsucht rote Backen bei der Schw., galoppierende Schw , auch de blöhnege Schw. Sieg-ODollend. — Etwas Unangenehmes blüht einem. Dat hät öm all lang för de Dör geblöjt Klevld. Dem blöht äver noch jet Rip, Allg. Eich men emmer, dir bleiht noch ebbes em Gärtchen Saar. Dau bes esu frech, eich glawe, dir bliht noch ebbes. Su? Wot da? Ei, e Theeresje Westerw. Dir bleiht och e Gewidder Rüge, Strafe Saar. De sech ower andermanns

[Bd. 1, Sp. 801]
Onglöck freut, de steht et selfs för de Dör on blöjt Mörs-Xanten.