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 PfWB ver-blümen (Bd. 2, Sp. 1132)   PfWB blühen (Bd. 1, Sp. 1029)   PfWB Rose (Bd. 5, Sp. 586) 
   ver-blümen schw.: = PfWB verblühen 1. Die Wingert hän verblimmt, sie butzen sich [ NW-Kallstdt]. Südhess. II 447.

 

   blühen schw.: wie schd.
1. von den Pflanzen; die Blume blihn [ LU-Alsh, allg.]. Die Wingert blihn schää [BZ-Heuchh, verbr.]. 's Korn bligt [ GH-Neubg]. Die Gummere (Gurken) blihe falsch 'Die Gurkenblüten bleiben unbefruchtet' [ KU-Schmittw/O]. De Trauwestock bliht schlecht 'blüht spärlich' [KB-Zell, verbr.]. Zs. PfWB auf-, PfWB verblühen. RA.: Sei Wäze (Weizen) bliht 'Es geht ihm gut' [NW-Hardbg u. Umg.]. BR.: Wann se owe blihe, kammer se unne kriehe 'Wenn die Kartoffeln blühen, sind sie reif für den Gebrauch' [PS-Burgalb (Wilde 118)]. Wie der Äbich (Efeu) bliht, so der Wein [ LA-Diedf]. Bliht die Häd (Heidekraut) bis in die Spitze, muß de Bauer im Winter hinner'm Owe sitze [ KU-Bedb]. Wann de Holler bliht, sinn die Hihner mied 'Wenn der Holunder anfängt zu blühen, geht die Legezeit der Hühner zu Ende' [Krieger 40]. Volksgl.: Buhne un Gummere (wohl richtiger: Grumbiere) in der Jungfrau geplanzt dun nix wie blihe, sie henke net aan [Fogel Beliefs Penns Nr. 1020]. De Blume muß mer Neijohr winsche, oder sie blihe net [ebd., Nr. 1314]. Ein weiteres Beispiel s. bei PfWB Kind. VR.: De Hanf bliht, de Hanf bliht, er bliht e bissel gääl (gelb); ich hätt jo die Kath kriet, sie is awwer schääl 'sie schielt' [Wilde 91]. Einen AR. s. bei PfWB Rose. —
2. vom guten Aussehen des Menschen. Die bliht wie e Ros 'hat frische, rote Wangen' [ RO-Alsbr, allg.], wie e Räisel (Röslein) [ LA-Herxh], wie e Pingschtreesche [ RO-Semb]. Des Weibsbild hot gebliht wie e Kersch [ FR-Hettldh]. Das sieht aus wie 's blihende Lewe [verbr. Don Gal Buch].

[Bd. 1, Sp. 1030]
Von einem Menschen mit gelber Gesichtsfarbe heißt es: Der bliht wie en Bettsächer (Löwenzahn) [ PS-Zesbg]. —
3. sonstiger Gebrauch.
a. Die Fingernächel blihn 'haben weiße Flecken' [ KU-Gries]. Volksgl.: Starkes Blühen der Fingernägel ist ein Anzeichen dafür, daß die Ehe kinderreich sein wird [ebd.]. —
b. abstr. Es bliht der eppes (etwas) 'Es drohen dir Schläge, eine Strafe' [ RO-Kalkof, allg.]. — F.: fast allg. blīə, blījə; in der südl. VPf u. in NW-Kallstdt daneben blīχə, vgl. Wilde 286. Formen des Präs. vgl. PfWB blasen. — Südhess. I 955/56; RhWB Rhein. I 799/800; LothWB Lothr. 51; ElsWB Els. II 155; Bad. I 268.

 

   Rose f.:
1.
a. 'die Blume Rose (Rosa) in verschiedenen Arten und Farben sowie deren Stock', Ros (rōs), Pl. Rose (rōsə, rōzə) [verbr. (außer Umg. Land), Christmann Kaulb 18, 89 Mang 122 Müller Dietschw 57 Schneckenburger 26 Wilde 211, Lambert Penns 126], Rous (rǫus), Pl. Rouse [verbr. Umg. Land LU-Altr HB-Breitft, Wilde 211], Pl. Rause [östl. Land (Wilde 211)], Rus (rūs) [ RO-Duchr/O'hs Rehbn]; Dim.: Sg. Resje (rēsjə) u. Res'che (rēsχə), Pl. Resjer

[Bd. 5, Sp. 587]
(rēsjər) u. Res'cher (rēsχər) [verbr. WPf NPf nördl. VPf, Christmann Kaulb 75 Schandein Ged. 246, Don-Werb, verbr. Gal], Sg. u. Pl. Resel [Bergz, mancherorts mittl. u. südl. VPf O-PS (außer Umg. Land)], Sg. Resel, Pl. Reselcher [ LU-Alsh/Gr], Sg. Räisel [ LU-Altr], Sg. Räisel, Pl. Räislich, seltener Räiselcher [Umg. Land], Resi [ KU-Schmittw/O]; Wildi (Wille) R. 'Heckenrose' [LU-Altr, GH-Neubg Wilde 97]; Zs.: PfWB Pfingstrose 2 b, Buschwindröschen 2, PfWB Platsch- 1, PfWB Tee-, PfWB Dorn(en)-, PfWB Hunds-, Kirchhof(s)- 1, PfWB Klatsch- 3, PfWB Kleber-, PfWB Kletter-, PfWB Moos-, PfWB Muttergottes-, PfWB Monats- 1, PfWB Schling-, PfWB Stamm-, PfWB Zwergrose. RA.: Sie (Er, Es) bliht wie e R. 'hat rote Wangen, eine frische, gesunde Gesichtsfarbe' [KU-Obw/Tiefb, verbr.], hot Res'cher uf de Backe, dass. [ KL-Weilb]. Sie is uf Rose gebett' 'ist glücklich' [ LU-Opp]. Er sitzt in de Rose wie de Deiwel in de Nessele [ NW-Kallstdt]. SprW.: Geduld (un Zeit) bringt Rose, awwer s'erscht Knepp (s. PfWB Knopf 1 bα) [ KU-Schmittw/O, mancherorts]. Var.: Zeit bringt Rose, saat de Fuchs, awwer z'erscht die Knepp [Hebel 49]. Geduld bringt Rose un mit der Zeit verrissene Hose [ Don-Schowe]. E R. ohne Blaat gebt dem, der kä Ehr hat [ KU-Schmittw/O]. Die Lieb is los, sie fallt so gut uf e Kuhbladder wie uf e R. [Hebel 45]. Var.: Die Lieb, die is so groß, die fallt so gut uf e Kihdreck wie uf e R. [ Gal-Bagbg, mancherorts Don Gal Buch]. Volksgl.: Wenn im Brautbukett die Rosen die Köpfe hängen lassen, bedeutet dies Unglück in der Ehe [ NW-Herxh]. Eine Brauchformel: Es liegen drei Rosen unter unsers lieben Herrn Gottes Herz, die erste war die Demuth die andere die Sanftmuth. O Blut stehe bei den Name N. N. still was der liebe Gott von dir haben will, im Name +++ [ohne Quellenangabe]. VR.: E Ros im Garde, / E Blumm im Weg, / 's Bibche muß schaffe, / Sonst kriegt es die Schläg [PS-Winz (Wilde 213)]. Mein Schatz isch so groß, / Un er bliht wie e Ros, / Un er loßt sich verfihre / Von jedem Schinnoos [VPf (Wilde 212)]. Ringele, Ringele, Rose, / Die Märe hän ke Hose, / Die Buwe hän ke Reck, / Drum springen se hinner e Heck [ BZ-Hofstätt]. Schneid Resle, schneid Resle, loß die Stimple steh! / Wannd' Mädle verheirat sin, sin se nimmi so schä [Bergz (Kamm 120), Var. Wilde 212]. Weitere VR. s. PfWB Aprikose, PfWB Backofen 1, PfWB Bampelsack, PfWB Bube 1, PfWB Katzenschwanz 2 bα, PfWB Kuchen 1 b α, PfWB Mädchen 1 a, PfWB Ringel 1 e, PfWB Rock 1 b, Wilde 212/13. —
b. andere Blumen oder Pflanzen. α. Res'che hinner de Heck 'Schwarzkümmel' [IB-Blickw (Wilde 225)]. —
β. 'Stiefmütterchen', Pl. Rose [ KU-Nußb]. —
γ. R. von Jericho 'Weihnachtsrose', als Schmerzstillmittel bei Geburtswehen verwendet [Schandein Bav. IV,2 345]. —
δ. s. die Zs.: Adonis-, PfWB Ballen-, PfWB Pappel-,

[Bd. 5, Sp. 588]
PfWB Batonje-, PfWB Pferds-, PfWB Pfingst- 1 u. 2 a, PfWB Plappel-, PfWB Plapper-, PfWB Platsch- 2, PfWB Blut-, PfWB Bräun-, PfWB Brogrose, Buschrröschen 1, PfWB Busch-, Butter-, PfWB Dach-, PfWB Tinten-, PfWB Dotzen-, PfWB Dutzend-, PfWB Essig-, Feder-, PfWB Feuer-, PfWB Flapper-, PfWB Flatter-, Gakkel(s)-, PfWB Gall-, PfWB Gaukel-, Gäuls-, PfWB Gicht-, PfWB Gold-, PfWB Gras-, PfWB Hals-, PfWB Herbst-, Herz-, PfWB Himmels-, PfWB Kessel-, PfWB Kirchen-, Kirchhof(s)- 2, PfWB Klapper-, PfWB Klatsch- 1 u. 2, PfWB Königs-, PfWB Lorbeer-, Mai-, PfWB Maul-, PfWB Mohn-, PfWB Quack-, PfWB Ringel-, PfWB Sammet-, PfWB Sau-, PfWB Schalk-, Schnee-, PfWB Schnell-, Seiden-, PfWB Stangen-, PfWB Stengel-, Stern-, PfWB Stink-, PfWB Stock-, PfWB Wasser-, PfWB Wein-, PfWB Wind-, PfWB Winterrose.
ε. 'rosenförmige Knollen des Rosenkohls'. Om Rosekohl sein hibsche Reselcher [ KU-Schmittw/O]. —
ζ. eine Kartoffelsorte, Rose [ HB-Höch]. —
2.
a. α. eine Hauterkrankung mit Rötung im Gesicht, Ros [ KU-A'glan Bedb Diedk Erdb Kus Lohnw Schmittw/O WD-Niedkch RO-Alsbr FR-Bockh NW-Freinsh], Rus [ RO-Rehborn]; Zs.: PfWB Gesicht(s)-, PfWB Kopfrose. —
β. 'Rotlauf' [ WD-Niedkch], die Feirich R. [Lambert Penns 126]; vgl. PfWB Erysipel; Zs.: PfWB Wundrose. Volksmed.: For die R. werd gebraucht, orrer mer straut feine Zoucker en die Kuchepann om Owe, fehrt met de Watt enenn oun leet die ouf die geschwull Stell [ WD-Niedkch]. Die Feirich Ros iss gleich verriwwer, / Do schmeisst mer'n Schipp voll Feier driwwer [Birmelin Penns Gezw. 66, ähnlich: Fogel Beliefs Penns Nr. 1519]. —
γ. s. die Zs. PfWB Gürtel-, PfWB Kellerrösel, PfWB Monatsrose 2. —
b. 'Gebärmutter', Dim. Resche [ KB-Kriegsf]. —
c. 'Brause der Gießkanne', Ros [verbr. östl. NPf, Buch-Illisch]; Zs.: PfWB Gießkann(en)-, PfWB Wasserrose; Syn. s. PfWB Zotte. —
d. s. die Zs. PfWB Windrose. —
3. Dim. e neitscherig Resche 'eine Neugierige' [Kaislt, Glantal (Wilde 211)]. — Südhess. IV 1458 ff.; RhWB Rhein. VII 508 ff.; LothWB Lothr. 418; ElsWB Els. II 289.