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 PfWB Fell (Bd. 2, Sp. 1112)   PfWB Haut (Bd. 3, Sp. 730)   PfWB Menschen-haut (Bd. 4, Sp. 1298) 
   Fell n.:
1.
a. 'behaarte Haut der Tiere', bes. 'Fell kleinerer Tiere', Fell (fęl) [verbr.]; Pl. Fell [verbr.], Felle [ FR-Bockh LU-Altr]; vgl. PfWB Balg 1 a, PfWB Pelz 1 a, PfWB Decke 3 b, PfWB Haut. Zs. PfWB Bären-, PfWB Dachs-, PfWB Fuchs-, PfWB Geißen-, Hammel-, PfWB Hasen-, PfWB Hunds-, Kalb-, PfWB Katzen-, PfWB Kuh-, PfWB Lamm-, PfWB Marder-, PfWB Maulwurfs-, PfWB Reh-, PfWB Schafs-, Sterbling-, PfWB Wiesel-, Zikkelsfell. RA.: Er loßt de Kopp hänke, als däten'm alle Fell fortschwimme [ KU-Rathsw]. SprW.: De Wolf loßt ehder (s. PfWB eher) sein F. wie sein Ducke (s. PfWB Tuck 2) [ LU-Böhl]. —
b. s. Zs. PfWB Hosen-, Schurz(en)fell. —
2. scherzh.-spöttisch von der Haut des Menschen. RA.: Er hot e dick(es) F. 'kann viel vertragen' [LU-Friesh, verbr.]. Er hor'm 's F. gegerbt u. ä. [NW-Weish, verbr.]. Er loßt sich 's F. iwwer die Ohre ziesche (ziehen) [LU-Altr, verbr.]. —
3. 'dünne Haut im Körper des Menschen, des Tieres', s. Zs. PfWB Bauch-, PfWB Brust-, PfWB Trommel-, PfWB Rippen-, PfWB Zwerchfell. —
4.
a. Schimpfname für ein böses Frauenzimmer, für eine ältere Person, vgl. PfWB Felleisen, Fell [ PS-Geisbg Hermbg]; e nixnutzich F. [ NW-Kallstdt], e alt F. [verbr.]. Auch scherzh. Kosewort: Du aldes F.! [ NW-Kallstdt LA-Gommh]. —
b. Bez. für eine ältere Kuh [ PS-Erfw], für ein mageres, abgetriebenes Pferd [ PS-Leim]; vgl. PfWB Mähre. — Südhess. II 425/26; RhWB Rhein. II 379 ff.; ElsWB Els. I 108; Bad. II 41.

 

   Haut1 f.:
1.
a. 'Haut des Menschen', Haut, Pl. Hait (haud, haid) [weithin herrschend], (hąud) [mancherorts mittl. WPf u. mittl. VPf (Bertram § 131)], (hāud) [vereinzelt mittl. VPf (Bertram § 131) verbr. südl. VPf (Heeger Südostpf. § 1 c)], Hout, Pl. Häit (hǫud, hęid) [mancherorts SWPf, s. K. 1], Hut (hud, seltener hūd) [lothr. SWPf]. Zs.: PfWB Hirn-, PfWB Kopf-, PfWB Menschen-, Reicheleutshaut. Er hot e helli (blassi, brauni, dunkli, g'sundi, glänzichi, feini, zarti, hoorichi, rissichi, runzlichi, schrumplichi, verschunneni, ufgesprungeni) H. [verbr.], e schrunzlichi H. [ LA-Ilbh], e sprock 'spröde' H. [ KB-Kriegsf]. Er hat e H. wie e Reweise (Reibeisen) [ KU-Kaulb], wie e Elefant [ KB-Biedh]. Sie hot e fein Haitl [ LU-Friesh], e fein Haitche [ KB-Kriegsf]. Die H. beißt (brennt, juckt, springt uf, schrumpelt ein) [LU-Böhl, verbr.]. Mir ware naß bis uf die H. [KU-Schmittw/O, verbr.]. Er hot blooe Flecke in der H., von Muttermalen [ LU-Limbghf]. 's is nix an'm wie H. un Knoche [KU-Diedk, verbr., auch Gal]. Scherzfrage: Wo is er? In der H. bis iwwer die Ohre [ Don-Gottlob]. RA.: Er hot e dicki H., wer sich nicht leicht aufregt [ LU-Opp]. Sie dun'm die H. abzieche 'beschwindeln ihn' [LA-Gommh, verbr.]. Sell ich d'r die H. einreiwe?, Androhung von Schlägen [ GH-Zeisk], die H. verschlaan [ KU-A'glan LU-Opp], die H. auskloppe [ KU-Diedk Pirmas], die H. gerwe [verbr. WPf]. Er hat'm die siwwent H. gesucht 'verhauen' [ HB-Höch], die neint H. gesucht [KU-Obw/T, verbr., auch Don Gal Buch Rußl], die unnerscht H. gesucht [ KL-Reichb]. Du kannscht mich gere (gern) han, dort wu de Buckel e Enn hot un die H. e Loch [ Don-Schowe]. Er is nix nutz, wo'n die H. anregt 'anrührt' [Pirmas, Horne Penns 96]. Do werd die H. versoff, von einem Leichenschmaus, bei dem es hoch hergeht [Pirmas]. Er leit uf de faul H. [KU-Schmittw/O, verbr., auch Don Gal Buch]. Do mecht (kennt) m'r aus de H. fahre, vor Ärger [BZ-Annw, verbr., auch Don Gal Buch]. Der Kranke steckt in keener gude H. [KU-Diedk, verbr., auch Don Gal Buch]. Er is mit hääler H. devunkumme [ LU-Oggh]. Er is mit H. un Hoor verlore [LU-Opp, verbr.]. De Deiwel holt 'ne mit H. un Hoor [ KU-Trahw PS-Saalstdt Pirmas]. Die Schwindler ziehen'm (strippen'm) die H. iwwer de Kopp [NW-Kallstdt, verbr., auch Don Gal Buch]. Er geht mich vun H. un Hoor nix an [ LA-Gommh, <]. Eß, was in d' Haut neingeht! [Zahn Pläsier 164]. SprW.: Speck un Sauerkraut fillt'm Bauer die H. [ LA-Nd'hochstdt]; Var. s. PfWB füllen 1. Jeder muß sein eegni H. zum Gerwer trage [Horne Penns 103]. Keener kann aus seiner H. [Krieger 10]. Einen Brauchspruch s. PfWB dreierlei. —
b. 'die Haut des Tieres', vgl. PfWB Fell 1 a. Zs.: PfWB Aalen-, PfWB Bären-, PfWB Pferds-, PfWB Bocks-, PfWB Farren-, PfWB Vieh-, PfWB Fisch-, PfWB Gänse-, Gäuls-, PfWB Geißen-, PfWB Hasen-, PfWB Hünkels-, PfWB Kalbs-, PfWB Katzen-, PfWB Krotten-, PfWB Kuh-, PfWB Nick-, PfWB Ochsen-, Rinds-, PfWB Schlaf-, PfWB Schlangen-, Zickelchens-, PfWB Ziegenhaut. Er dut 'm Has die H. abziehe [verbr.]. Die Katz freßt die Maus mit H. un Hoor [PS-Erfw, verbr.]. Haitche, wie stinkschde, Geldche, wie klingschde, Ausspruch der Abdeckersfrau [ NW-Kallstdt]. Einen Bastlösereim s. PfWB viehfahn. SprW.: Aus anner Leit ehrer H. is gut Rieme schneide [KU-Bedb, verbr. Gal]. a. 1425: von eins jerlings hute 'H. eines einjährigen Tieres' [LeinArch. (Löhne)]. —
2.
a. 'Hülle'. Die Kersch (die Quetsch, de Persching) hot e zarti (e dicki) H. [verbr.]. Vum Nußkern muß mer die H. abziehe [verbr.]. 's Ei hot e dinnes Haitel [NW-Freinsh, verbr.]. Er eßt die Worscht mitsamt de H. [verbr.]. Rätsel von der Zwiebel: Es steht im Acker, hält sich grin un wacker, hat viele Hait, beißt alle Leit [KU-Schmittw/O, KL-Reichb Hebel 120 Don Heuf mancherorts Gal]. Zs.: PfWB Ei-, PfWB Glücks-, PfWB Regen-, Schmalz-, PfWB Wursthaut. —
b.
α. 'dünne Schicht auf der Oberfläche einer Flüssigkeit'; die H. uf der Millich [allg.]. Zs. PfWB Milchhaut. —
β. 'dünne Schicht auf der kalten Suppe, auf dem Wein im Faß, auf der Tinte, auf der Marmelade' [verbr.]. Volksmed.: 's Haidel, as sich ufs Wasser stellt, macht en gut Plaschter [Fogel Beliefs Penns Nr. 1414]. —
γ. 'Zungenbelag'; e weiß Haidel uf de Zung [ LU-Alsh]. —
3. e hardi Hut 'Schwiele' [ IB-Gersh]. Zs. PfWB Hornhaut. —
4. zur Bez. einer Charaktereigenschaft; e ehrlichi H. [ NW-Freinsh, mancherorts]; e gudi H. [ LA-Gommh]. Das is mol e guri H. 'ein hilfsbereiter Mensch' [ KU-Bedb PS-Erfw NW-Hardbg]. Des is e beesi H. 'ein böser Mensch' [ LU-Opp]. — Südhess. III 191 ff.; RhWB Rhein. III 372 ff.; LothWB Lothr. 255 Hutt; ElsWB Els. I 389/90; Bad. II 585/86.

 

  -haut f.:
1. wie schd., -haut (-haud) [ KU-Brück LU-Opp GH-Kand]. —
2. 'durchsichtiges Papier, Gelatinefolie' [ KU-Föckbg KL-Katzw Miesb Ottbg U'sulzb KB-Albish Dreis]; vgl. PfWB Hauchpapier. RA.: Es gett Leit, die sin nor mit M. iwwerzoo! [ Don-Gert]. Südhess. IV 632; ElsWB Els. I 390. —