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 PfWB fein (Bd. 2, Sp. 1100)   LothWB fin (Bd. 1, Sp. 160a) 
   fein Adj.:
1.
a. 'dünn, zart', Gegensatz: grob, fein (fain) [Hauptteil der WPf westl. NPf südl. VPf], (fḁin, fǫin) [östl. NPf] [nördl. u. mittl. VPf], fein (fain, seltener fḁin) [mancherorts westl. WPf], (fęin) [mancherorts SWPf], fin [lothr. SWPf (vgl. K. 1, Linie Is/Ais) KU-Dennw/Frohnb

[Bd. 2, Sp. 1101]
(1930 nur noch bei Alten)].
α. von Dingen; feiner Nähts 'Zwirn' [verbr.]; e feines Sieb [verbr.]. De Duwak esch fein im Blatt [ BZ-Mühlhf]. Die Beere hän c feini Haut [ LU-Alsh]. SprW.: 's isch nix so fein gespunne, 's kummt doch endlich an die Sunne [ GH-Schwegh, ZW-Bechhf Gal-Brunnd]. —
β. von Menschen und Tieren; feine Glirrer (Glieder) [ RO-Obd NW-Haßl LU-Alsh]; vgl. PfWB feingliederig; e fein Mailche (Mäulchen) [FR-Bockh, verbr.]; feine Hoor [ KL-Fischb LU-Alsh]; e feiner Kopp [ ZW-Bechhf]; e feini Stimm [verbr.]; vgl. PfWB rein. SprW.: Fein un zart isch Herreart; roure Backe hot jeder Kuhdrecklappe [Land, Gal-Dornf]. —
b. 'aus kleinsten Teilen bestehend, feingemahlen'; fein(es) Mehl, feiner Zucker [allg.]; feiner Rään (Regen) [ KU-Bedb, allg.]. Es macht heit so fein erunner 'es regnet f.' [KL-Enkb, verbr.]. Die Luft is fein [LU-Friesh, verbr.]. Zs. PfWB haarfein. —
2. 'feinsinnig'; e feiner Spaß [ LU-Opp]. So Kinner han e fein Gefihl defor, ob's bei eem (bei einem) stimmt odder nit [Feierowend Nr. 28/1965 S. 5]. —
3. 'von hoher Qualität, fein mundend'. Zs. PfWB pickfein. Des isch e fein Flääschl (Fleisch) [GH-Kand, verbr.]; e feiner Wein, e feiner Troppe [verbr.] Das isch eppes ganz Feines, was Feineres gibt's nit [ ZW-Ixh, allg.]. De Blierehunich (Blütenhonig) as de feinscht [ RO-Rehborn]. Trinkerspruch: Bier uf Wein, das is fein! [ KU-Schmittw/O]. —
4. 'schön'; e fein Gesicht(che) [Kus]. Sie macht sich f. [ NW-Elmst, allg.]. Is das Kind awwer feinche! 'fein angezogen' [ HB-Kirrbg]. VR.: Kuckucksnecht, schlecht un recht, hibsch un fein, wie lang muß ich noch Jungfer sein? (Die Rufe des so befragten Kukkucks verkünden die Zahl der Jahre) [ RO-Obd]. —
5. 'scharf, genau', bes. von Sinnesorganen. Er hot feine Ohre [RO-Rehborn, verbr.], e feini Zung, vom Feinschmecker [ KB-Albish]. RA.: Du hascht e feini Nas gehatt 'Du hast es gewittert' [KU-Diedk, verbr.]. —
6. 'vornehm', vgl. PfWB besser 1 a. Das is emol e feiner Herr, e feini Dam [verbr.]. Sie esse wie die feine Leit [ KL-Hütschhs]. Das war dort e fein Esse [ KU-Bedb]. Dort is mer immer in ere feine Gesellschaft [LU-Friesh, verbr.]; ironisch auch vom Gegenteil: Das is der e Feiner, e rechter Unfloth! [Firmenich II 7 (Kaislt)]. —
7. adv. 'absolut' (verneint), 'keinesfalls'. Des gibt's awwer fei nit! [Holler 19]. Du brauchscht dr feinn Schagrille weje so're alte Mundur se mache [Kühn Schnitze I 184]. — Südhess. II 411 ff.; RhWB Rhein. II 367; LothWB Lothr. 160 fin; ElsWB Els. I 117; Bad. II 36.

 

  fin [fin fast allg.; fain D. Si.] adj. 1. dünn, fein (von Fäden u. Geweben): e finer Fasem. Fin Duch. — 2. schön, vornehm, fein ausgeführt: e fin Kläd. Muss nit wille de Fine mache sagt man zu dem, der sich zum Essen nötigen läßt Lix. 3. schlau, durchtrieben: Das isch mer e mol e finer Herrche! Lix. ElsWB els. 1, 117.