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 PfWB Faust-streich (Bd. 2, Sp. 1078)   PfWB Streich (Bd. 6, Sp. 684) 
  -streich m.: = PfWB Faustschlag. a. 1517: ein schlecht (schlichter 'nicht blutiger') fauststreich ist die buß 20 Pf. [PfWeist. I 283 (RO-Duchr)]. DWB DWb. III 1385.

 

   Streich m.:
1.
a. '(ausholende) Handbewegung', Strääch (drχ) [verbr. (außer Teilen der NPf NWPf), Müller Dietschw 63], Strääsch (dr) [ LU-Friesh], Streech (drēχ) [mancherorts VPf vereinzelt übrige Pf, Lambert Penns 144 Krämer Gal 209], Straaich, Straach (drāiχ, drāχ) [mancherorts NWPf NPf, Christmann Kaulb 24, 74 Mang 131 Krämer Gal 209], Sträich [ WD-Niedkch]; Pl. wie Sg. [verbr.]; Zs.: PfWB Herrgottsstreich; kaan St. schaffe (mache) 'keine Hand (zur Arbeit) rühren' [KU-Kaulb, verbr.]. Er dut was er kann, awwer meh kää St. 'Er tut seine Pflicht, aber nicht mehr' [Krieger 12]. Ich prass' un schwelg un schaff keen St. [Münch Werke I 487]. RA.: Er kummt net se St. 'Er kommt nicht zum Zug, wird nicht fertig' [ KU-Hüffl, vereinzelt]. Se kumme gut merenanner se St. 'Sie komme gut miteinander aus, ergänzen sich' [ KU-Schmittw/O]. 's is so dunkel, mer sieht kään St. 'Es ist so dunkel, man sieht nicht die Hand vor den Augen' [ KU-Bedb]. a. 1748: Und hatt Versprochen er wolle Kein strech Mehr Mehen (mähen) auff seine wisen [MHVPf. 4/1874 18 (NW-Mußb)]. —
b. 'Hieb, Schlag', sowohl mit der flachen Hand als auch mit einem Stock, Schwert, mit einer Axt usw. [verbr.]; Zs.: PfWB Backen-, PfWB Faust-, PfWB Maulstreich; e St. ziehe 'zum Schlag ausholen' [ KU-Bedb, Diedk Hüffl KL-Mackb Ottb Trippstdt Kaislt]. Er hot Strääch no mer gezoo 'Er hat mit Schlägen gegen mich ausgeholt' [ KB-Dreis]. Des war en hääße (kalde) St. 'ein Blitzschlag mit (ohne)

[Bd. 6, Sp. 685]
Entzündung' [GH-Hatzbühl, Beam Penns 90]. St. for St. hot's e Ron gebb 'Bei jedem Streich hat es eine blutunterlaufene Strieme gegeben' [ KU-Schmittw/O]. RA.: (beim Züchtigen von Kindern, die Schläge verdienen) Do is kään St. verlore, als der, wo newenaus geht [ LU-Muttstdt]. SprW.: Uf äin St. fällt käin Bäim (Baum) [ KU-Schmittw/O, RO-Obd]. a. 1480: wasz einer magk einsz streych abgehauwen, da hait ein Jglicher recht zuo [MHVPf. 4/1870 6 (GH-Hagb)]. a. 1359: wo aber zwitracht mit trucken straichen oder haarreufen, sein verfallen 5ß [Grimm Weist. V 675 (RO-Schiersf)], die »trockenen Streiche«, d. h. Schläge, bei denen kein Blut fließt, sind in Rechtstexten häufig bezeugt, eine Auswahl: Item wer den andern schlug mit feusten oder anders, das man heiszt trucken streich [Grimm Weist. V 652 (RO-Ebbg)]. a. 1574: ein faust streich oder drockhen streich [PfWeist. 834 (RO-Gundw)]. —
2. 'Posse, Schabernack, nichtsnutzige, mutwillige Tat', in Verbindung mit qualifizierenden Attributen (dumm, bös, schlimm) auch 'Dummheit, Bosheit, Untat' [verbr.]; Zs.: PfWB Bocks-, PfWB Buben-, PfWB Teufels-, PfWB Esels-, Eulenspiegel-, Kälber-, PfWB Kinder-, PfWB Lausbuben-, PfWB Lumpen-, PfWB Narren-, PfWB Schwabenstreich; Syn. s. PfWB Tuck 1, PfWB Schnakes2 1; e St. spiele (mache, verfihre) [LU-Altr, verbr.]. Herrjeh, was Strääch! [Schandein Ged. 111]. Hänn die Buwe awer wirre Straaich geliwwert! [ FR-Bockh, KU-Diedk]. Er hot en St. gemacht 'Er hat etwas Unüberlegtes getan' [ KU-Dittw]. Du mackscht (machst) 'n dumme St. [ LA-Gommh]. Was schafft dann der met seine Strääch [ KL-Reichb]. Vor demm sein Straaich gewwich (gebe ich) net veel 'Von seinen Streichen halte ich gar nichts' [ KU-Schmittw/O]. Der hat schun genunk Strääch geliwwert [ KL-Reichb]. Der hot 'm Deiwel sein Strääch im Kopp [ KU-Bedb]. Nixnutz, - Bosse, - hunnert Schtreech, / doch e Herzel warm un weech [Sommer Hausapothek 76]. So Buwe sin halt bees un wild / un fihren immer Streech im Schild [Münch Werke II 252]. SprW.: G'scheide Leit mache aa alsmol dumme Schtreech [Fogel Prov. Penns Nr. 1137]. —
3. vgl. PfWB Butter-, Donner-, PfWB Hand-, PfWB Küferstreich. — RhWB Rhein. VIII 809/10; LothWB Lothr. 505; ElsWB Els. II 624/25.