| Netz-Navigator | ||||||||||||||||
| PfWB Vater (Bd. 2, Sp. 1066) | PfWB klopfen (Bd. 4, Sp. 314) | |||||||||||||||
1. wie schd., Vadder, Vatter (fadər, -Är) [verbr.], (fadÄ) [HB-Kirrbg RO-Schweisw Obd Lu'haf (Krell 43)], (fadə) [NW-Gimmdg LA-Edk SOPf (Nachlaß Heeger)], (fḁdər, -Är -Ä) [ KU-Kaulb Rothsbg KL-Lind BZ-Nd'horb Billh], Varre (farə) [Land]; Pl.: Vädder, Vätter [VPf KL-Lind (Jahrgänge 1914 u. jünger)], Vaddere, Vattere [WPf NPf]; Dim.: Vadderche, Vatterche [ KU-Schmittw/O WD-Niedkch FR-Bockh], Vädderle [ BZ-Dernb]. Auslandspfälzer: Vadder, Vatter, Vattere, Vatterche. — a. 'leiblicher Vater', vgl. PfWB Papa, PfWB Dade 1. Zs. PfWB Braut-, PfWB Buben-, PfWB Familien-, PfWB Haus-, PfWB Hochzeits-, PfWB Kinds-, PfWB Rabenvater. Er kennt ihr V. sin, vom großen Altersunterschied bei Eheleuten [Pirmas, verbr.]. Er hat kän V. g'hatt, von einem unehelichen Kind [PS-Erfw, verbr.]. Sein V. is uf'm Nußbäim versoff, dass. [ KU-Schmittw/O]. Er is seim V. aus'm Gesicht geschnitt, von großer Ähnlichkeit [Krieger 35]. Er kummt noh seim V., dass. [verbr. Don Gal Buch]. Er kummt uf sei V. raus [ Don-Gottlob]. Er sieht wie sei V. [ Gal-Reichb Buch-Illisch]. Des is soin V., wie er leibt un lebt [ LU-Opp]. Des is sei zwetter V., sei ausgestoppter V., sei ausgeschluppter V. [Kaislt]. RA.: Mei V. un mei Mudder solle morje sterwe, wann's wohr is, scherzh. Beteuerung [Krieger 33]. Ich kenn de Dreck, mei V. [Bd. 2, Sp. 1067] war Hawener (Häfner) [ KB-Niefh]. Des wär so was for meim V. sein Sohn [ NW-Hardbg]. Ehr Kinner, bede! De V. fahrt Reitschul 'ist verrückt geworden' [Krieger 36]. Das steckt bei dem im Blut, soin V. war grad so e Kerl [ LU-Opp]. Wann das soin V. wißt, der dät sich im Grab rumdrehe [ LU-Oggh]. Er hängt seim V. am Rock, von einem Unselbständigen [ KL-Nanzdzw]. Die Buwe bringe ehrem V. 's Geld aus'm Sack [ KU-Schmittw/O]. Er steckt (stellt, streckt) d' Fieß unner seim V. sei Disch [LA-Wollmh, verbr.]. Geh mer aus de Sunn (aus'm Licht, aus'm Helle), dein V. war kään Glaser! [KU-Diedk, verbr., auch Gal]. SprW.: Een V. kann zehn Kinner ernähre, awwer zehn Kinner keen V. [Krieger 36, verbr., auch Don Gal Buch]. 'm V. sei Lieb, die geht nore bis ans Knie [ Gal-Neuhf]. E jeder Bankert verrot sei V. [verbr. Don Gal Buch]. Volksgl.: Wammer 'n Kind seim V. oder Mutter nohnamt 'nach den Eltern nennt', lebt's net lang [Fogel Beliefs Penns Nr. 36]. Rätsel: Der V. is noch net gut do, do steit der Sohn schun uf's Dach (Feuer, Rauch) [verbr. Don Gal Buch]. VR.: Mein V. is Metzger, un e Metzger bin ich; mein V. stecht die Kälwer, die Rinder stech ich [Feierowend Nr. 5/1950]. Mei V. is Schuster, sei Sohn bin ich; er kloppt die Sohle, awwer mehner uf mich [ Gal-Brunnd]. De V. is im Zuchthaus, un die Mudder hot g'stohle; mein Schweschder hot Stadtverweis, un mich werren se ball hole [ NW-Hardbg]. V. im Wirtshaus, Mudder im Bett, Kinner im Kohlekaschde, fressen die Brikett [Der Bote vom Trifels Nr. 27/1928]. Maikäfer, flieh fort! Dei V. hockt im Wertshaus, sauft die leere Gläser aus [ HB-Jägbg]; Var. s. PfWB Pommerland, PfWB Herrgottsvogel. Weitere VR. s. PfWB Amerika, PfWB aufsteigen (I 403 Z. 22 ff.), Bändel (I 549 Z. 58 ff.), patschen 2, PfWB Peitsche (I 681 Z. 56 ff.), Pflanze 1, PfWB Bruder (I 1272, Z. 15 ff.), Bube (I 1308 Z. 47 ff.), Distelfink (II 304 Z. 54 ff.), Ei (II 739 Z. 49 ff.), lernen, schlafen. Frage- und Antwortspiel: Wo is'n dei V.? Dabei wird der Daumen zwischen Zeige- und Mittelfinger durchgesteckt [ZW-Stamb]. Vgl. Wilde 30, 105. — a. 1311: nach mins vader seligen briefen [Ottbg. Urkb. 305]. a. 1571: unserm Herrn Vatter Pfaltzgrave Wolfgangen [ZweibrUrkb. 125]. — b. 'Großvater, Vorfahr', bes. wenn der leibliche V. Papa oder Dade genannt wird. Zs.: PfWB Alt-, PfWB Groß-, PfWB Stammvater. — c. 'Ehemann', gelegentlich im Munde der Ehefrau, bes. in der Anrede. — d. 'Dienstherr' in der Anrede des Gesindes [verbr. (1930)]. — e. 'Gott' in der Verb. unser Vadder im Himmel [verbr.]. Zs.: PfWB Himmelvater. — f. Zs.: PfWB Gegen-, PfWB Mit-, PfWB Schwieger-, PfWB Stiefvater; PfWB Pflege-, PfWB Herbergs-, PfWB Spiel-, PfWB Waisen-, PfWB Ziehvater; PfWB Beicht-, PfWB Kirchenvater; PfWB Bienen-, PfWB Tauben-, PfWB Geißen-, Ha- [Bd. 2, Sp. 1068] sen-, PfWB Hunds-, PfWB Hünkels-, PfWB Immen-, PfWB Katzenvater; PfWB Heiden-, PfWB Huren-, PfWB Korn-, PfWB Schlappen-, Störchen-, PfWB Zigeunervater. — 2. a. Sohn vor dem V. 'Herbstzeitlose', weil die Frucht im Frühjahr, die Blüte im Herbst erscheint [Wilde 103]. Syn. s. PfWB Nackarsch 3 a. — b. Söhnche vor dem V. 'Leberblümchen', weil die Blüten vor den Blättern kommen [Wilde 158]; vgl. PfWB Tochter 2. — c. Beim Rebenschnitt gilt die Regel Immer de V. uf de Sohn 'die (lange) Rute über den (kurzen) Stift' [ KB-Zell]. — d. 'der in die Verschlußöse hineingreifende Haken' [ GH-Kuhdt]; vgl. PfWB Männchen. — e. Vadder Filp 'Gefängnis'. Er kimmt bei de V. F. [ KL-Wörsb]. Syn. s. PfWB Kittchen. — Südhess. II 374 ff.; RhWB Rhein. IX 90 ff.; Saarbr. 216/17; LothWB Lothr. 135; ElsWB Els. I 155; Bad. II 23.
| 1. a. 'mehrmals leicht an, auf etwas schlagen', kloppe (globə) [fast allg.], kleppe (glębə) [ WD-Niedkch], klopfe (globfə) [Südostecke der Pf (vgl. Linie Appel/ Apfel K. 1)]; vgl. daran-, PfWB daraufklopfen; ans Fenschder (Finschder) k., uf de Disch k. [allg.]. RA.: sich an die Bruscht k. [ NW-Hardbg]; einem uf die Pode, die Finger k. 'einen zurechtweisen' [KU-Kaulb, verbr.]; e bißje uf de Busch, die Heck k. '(einen) aushorchen' [ KL-Katzw, vereinzelt]; einem uf die Schiller (Schulter) k. [ KU-Bedb, mancherorts]. Er kloppt uf sein Geldsack 'pocht auf sein Geld' [ KU-Schmittw/O]. Brauchtum: de Wein k. 'durch Klopfen an das Weinfaß dem Wein den Tod des Winzers anzeigen' [ SP-Heiligst]. Vgl. den bei Biene 1 a erwähnten ähnlichen Brauch. — b. durch Klopfen α. 'etwas andeuten, ausdrücken'; mit 'm Fuß de Takt k. [KL-Mackb, verbr.]. — β. 'sich durch Klopfen bemerkbar machen'. 's kloppt an de Deer (Tür) u. ä. [verbr.]; vgl. PfWB anklopfen. Er hot mich aus 'm Schloof gekloppt [verbr.]. Er hot 'm Kattche (abends am Fenster) gekloppt [ Gal-Dornf]; vgl. PfWB herausklopfen 1 b. — γ. 'durch Klopfen etwas reinigen'; Staab aus de Klaarer k. [KB-Bennhs, verbr.]; de Deppich k. [verbr.]; vgl. PfWB ab-, PfWB ausklopfen. RA.: einem de Frack, die Hosse k. 'einen verhauen' [PS-Schmalbg, verbr.]. Ich du der de Schneirer aus 'm Anzuch k., von den ersten Schlägen in einem neuen Anzug [ KU-Schmittw/O KL-Hütschhs]. — δ. 'etwas zerkleinern'; Stään k. [ KU-Rammb]; uf 'm Acker Scholle k. [ZW-Battw, verbr.]. SprW. (scherzh.): Scholle k. un Märe (Mägde) wecke es unnerich 'unnötig'. Begründung: Bei Regen zerfallen die Schollen sowieso und Mägde stehen von selber auf, wenn sie ausgeschlafen haben [ BZ-Albw]. Var. s. PfWB Tütze 1 b. — ε. 'etwas weich und mürbe machen'; Flääsch k. [LA-Nd'hochstdt, verbr.]; Äppel, was noch net zeidich 'reif' sin, (weech) k. [ Gal-Dornf]. De Schuhmacher kloppt 's Ledder [ LA-Edk]. a. 1721: 24 kr von Rößge Jüdin, die uff Pfingsten Garn geklobt [Niedhammer 246]. — ζ. 'etwas in etwas treiben'; de Nachel in die Wand k. [PS-Dahn, verbr.]; vgl. PfWB hineinklopfen. — 2. a. einen k. 'verhauen' [verbr.]; vgl. PfWB verklopfen. Syn. s. [Bd. 4, Sp. 315] PfWB verhauen 1. Er hot 'n dichdich gekloppt [Spey], hot 'm de Hinnere gekloppt [ NW-Kallstdt], hinner die Ohre gekloppt [Spey]. Ich klopp dich, daß die Schwaat kracht [Land]. Hun die zwaa sich gekloppt! [KB-Bischh, verbr.]. KR. s. PfWB Bube 1, PfWB Vater 1 a, Kaffebohne 1. — b. kloppe geh(e) α. 'auf die Wanderschaft gehen', vom Handwerksburschen [ BZ-Stein, veraltet]. — β. 'betteln gehen' [ BZ-Annw, mancherorts]; vgl. PfWB abklopfen. — c. eens k. 'ein Spiel machen' [vereinzelt]. Gruß- und Anredeformel beim Eintritt ins Wirtshaus: Was is, klopp mer eens? [ RO-Hallgt]. — d. Sprich k. 'dummes Zeug schwätzen, auf schneiden' [KU-Eschau, verbr.]. Syn. s. PfWB prahlen. — e. Griff k. 'Gewehrgriffe üben', Soldatenspr. [verbr.]. — f. die Flämm k. 'faul, träge sein' [Kus Spey]; vgl. PfWB Flame 4 b α. — 3. intrans. a. von pulsierender Bewegung. 's Herz kloppt [allg.]. 's Herz kloppt mer bis an de Hals [SOPf (Heeger Nachl.)]. — b. von zuckendem Schmerz. Das kleppt mer em Zahnt (Zahn)! [ WD-Niedkch]. — c. 'ein schlagendes Geräusch von sich geben'. De Modor kloppt [verbr.]. — Südhess. III 1428 ff.; RhWB Rhein. IV 757 ff.; LothWB Lothr. 294; ElsWB Els. I 496.
| |||||||||||||||
| ||||||||||||||||
| © 2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | ||||||||||||||||