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| PfWB fassen (Bd. 2, Sp. 1054) | PfWB König (Bd. 4, Sp. 441) | PfWB Moor-könig (Bd. 4, Sp. 1409) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1. a. 'greifen und festhalten', fasse (fasə, fḁsə, s. PfWB Faß) [verbr.]; am Aarm f. [Kaislt, verbr.]. Zs. PfWB an-, PfWB um-, PfWB unterfassen. Ich han unner e Steen gefaßt un e Fisch gegriff [ KU-Rathsw]. Do hann eich dann mei Knuppertstecke fescht gefaßt [PfId. 179]. — b. α. 'festnehmen'; de Dieb f. [PS-Schmalbg, verbr.]; vgl. PfWB abfassen 3, PfWB fangen 1 b. — β. 'einfangen', de Schwarm f. [RO-Rehborn, verbr.]; Ieme f. [Beam Penns 31]. — c. 'erhalten, entgegennehmen'. α. Die Soldate fasse Minasch 'Essen' [ KU-Schmittw/O]. — β. Schläge f., vgl. PfWB abfassen 5. Er hat se gefaßt [PS-Hengsbg, verbr.]. [Bd. 2, Sp. 1055] Im Heischevers des Pelznickels am Nikolaustage: Komm ich nach Haus und hab nicht viel, faß ich mit dem Besenstiel [Frankth]; den ganzen Reim s. bei PfWB König. — γ. e halb Johr f., von einer halbjährigen Gefängnisstrafe [ KU-Schmittw/O]. — 2. vom Fassungsvermögen der Gefäße. Der Hawwe 'Topf' faßt vier Schoppe (= 2 Liter) [LU-Altr, verbr.]. — 3. 'in Säcke oder Körbe einfüllen'; in Säck f. [KB-Bischh, verbr.]; Frucht f. [KU-Hundh, verbr., auch Gal]. Zs. PfWB abfassen 1, PfWB auffassen 1, PfWB einfassen 2, PfWB herausfassen. — 4. a. 'mit einem Saum, einer Einfassung versehen'; in Gold f. [verbr.]. Zs. PfWB abfassen 4, PfWB einfassen 1. a. 1587: 2 gefaßter handtdicher [Westpf. Gesch. Bl. 1903, S. 48]. — b. in Worte f., wie schd, umgspr. [ KU-Schmittw/O]; sich korz f. [Kaislt, verbr.]. Zs. PfWB ver-, PfWB zusammenfassen. — 5. 'verstehen, begreifen'. Er kann's net f. 'nicht glauben' [ KU-Bedb]. Zs. PfWB auffassen 3 a, PfWB erfassen. — 6. a. sich f. 'wieder das seelische Gleichgewicht gewinnen' [verbr.]. Sie kann sich (am Grabe) nit f. [Neustdt, verbr.]. Sie war gefaßt [PS-Geisbg, verbr.]. — b. sich e Herz f. 'Mut gewinnen' [KU-Bedb, verbr.]. — c. sich uf eppes gefaßt mache 'sich innerlich auf etwas vorbereiten' [KU-Kaulb, verbr.]. — 7. e Vorsatz f., wie schd., umgspr. [verbr.]. An Neijohr werd, weil's grad so baßt, so mancher Vorsatz nei gefaßt [Krieger 40]. — Südhess. II 365/66; RhWB Rhein. II 318/19; LothWB Lothr. 134; ElsWB Els. I 147/48; Bad. II 18/19.
| 1. a. 'Träger der Königswürde', Kenich (kēniχ, -) [verbr. WPf u. NPf, selten VPf (vgl. Bertram § 125) Buffington-Barba Penns verbr. Gal], (kniχ, -) [Kaislt Pirmas RO-Obd verbr. VPf], Kinich (kīniχ) [KU-Kaulb Rothsbg KL-Lind (Alte)], Kinnich (kiniχ) [PS-Busbg (Heeger Nachl.)], Kinnig, Ausspr. des PN König [NW-Mußb (nach einer Schandein-Notiz um 1850: »noch vor 20 Jahren«)]. RA.: stolz wie e K., etwa ein Kind, wenn es ein neues Kleidungsstück erhält [ KU-Kaulb]. Was einen sehr freut, fräät eem wie e K. [Zweibr Kaislt]; vgl. PfWB Schneekönig. Wer sich für einen hohen Herrn hält, meent, de K. soll ihm die Schof hide [vereinzelt WPf]. KR.: Ene mene, Danneblaat, unser Kenisch [Bd. 4, Sp. 442] hot gesaat, siwwe Gaaße un e Kuh, Perer, schließ die Stalldeer zu; werf de Schlissl iwwer de Rhein, morje soll gut Werrer sein [ KB-O'wies]; dass. mit Bohneblaat [ RO-Obd NW-Frankeck]. Rätsel s. PfWB Kaiser 1. a. 1293: so sol die stat wider an den ku(e)ng vordern, ferner: keisern unde kungen [SpeyUrk. 134]. a. 1305: die ime der kunig hatte bevolhen zu ervarne vnd nach rechte zu rechtene [OttbgUrkb. 264]. a. 1313: ein ro(e)mischen kunftigen kunig [SpeyUrk. 212]. — b. α. die heiliche drei Kenich 'die drei Weisen aus dem Morgenland'. Die Anfangsbuchstaben ihrer Namen schreiben Katholiken mit geweihter Kreide auf den Türbalken (Stoll 199); vgl. PfWB Balthasar 1. An Dreikönig (6. Januar) gehen drei als Könige verkleidete Knaben mit einem Stern gabenheischend durchs Dorf [ PS-Kröpp, mancherorts] und sprechen den Reim: Ich bin der klääne K. ... (Forts. s. 1bβ) [NW-Hamb LA-Gr'fischl mancherorts SPf (Bertram in: PfL 10. 2. 1934), KB-Gauh]; vgl. PfWB Dreikönigsbuben, PfWB Bohnen-, PfWB Ehrenkönig. Man spottete über sie: Die hl. drei Keniche mit dem Stern, die fressen un saufen un bezahlen nit gern [ NW-Haardt]. — β. Die Bez. Kenich u. ä. erscheint vielfach in Heischeversen, die am Nikolaustag und an Fastnacht, in Gal auch am Neujahrsmorgen aufgesagt wurden (vgl. auch 1bα), z. B. Bin e kleener K., gebb mer net so wenich, loß mich net so lang do steh(n), muß noch e Hais'che weirer geh(n) [KU-Bosb, verbr.]. Oder: Ich bin e aarmer K. usw. [KL-Hirschhn, mancherorts WPf], e junger K. [ KU-Heinzhs KB-Boland], e blinner K. [ KU-Reiffb], de große K. [ FR-Hettldh N'lein], de Dokder K. [KU-Hundh Nd'staufb O'staufb KL-Reichb], de Ludwich K. [ KL-Reichbstg]; vgl. PfWB Kaiser 1, PfWB Mohrenkönig. — c. In manchen Spielen ist ein Knabe der K.; vgl. PfWB Kaiser 1, PfWB Hurrsau, PfWB Hußsau 1bβ. — 2. von Tieren. a. 'Bienenkönigin', Kenich [(in älterer Zeit) KU-Krottb FR-Lambsh LA-Impfl]; vgl. PfWB Königin 2a. Volksgl. (Beschwörungsformel): Du weiser König der Ihmen, ich beschwöre dich und verbiete dir den grünen Wald und beschließe dich mit dem Schlüssel St. Peter ††† [ BZ-Hergw]. — b. = PfWB Zaunkönig, Kenich [ PS-Ruhbk]. — 3. den K. vorstellende Figur. a. K. im Kartenspiel; vgl. Eckstein-, PfWB Herzkönig usw. — b. 'der mittlere Kegel mit Krone beim Kegelspiel'; de K. [verbr.]. — c. 'die Hauptfigur im Schachspiel', K. [mancherorts]. — 4. von anderen Dingen. a. 'das hintere Verbindungsholz zwischen oberem und unterem Pflugbalken', Kenich [ KL-Frankst], Känich [ BZ-Nd'horb Dierb]; vgl. Klein Wag. 117. — b. 'der Stiel der leichten Lanne' [ GH-Zeisk]. — c. 'der wertvollste Klicker' [ KU-Heinzhs Theisbgstg FR-Gr'niedh]. Syn. s. PfWB Schießklicker. — d. 'die Menstruation'; der rot Kenich [ Don-Schowe Torscha]. — 5. vgl. PfWB Fratzen-, PfWB Mai-, PfWB Moor-, PfWB Nasen-, PfWB Ratten-, PfWB Reben-, [Bd. 4, Sp. 443] PfWB Rotz-, Rotznas(en)-, PfWB Stotterkönig. — Südhess. III 1036/37; RhWB Rhein. IV 1186; LothWB Lothr. 286; ElsWB Els. I 447.
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