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| PfWB fangen (Bd. 2, Sp. 1035) | RhWB unterfangen (Bd. 9, Sp. 68) | |||||||||||||||
1. a. ein Tier f., wie schd., fange (faŋə) [weithin herrschend, die südl. VPf ausgenommen], (fḁŋə) [mancherorts WPf NPf u. mittl. VPf, vgl. Höh 46 u. Bertram § 26], (foŋə bis fḁŋə) [südl. VPf, vgl. Heeger Südostpf. § 52, östl. PS]. Konjugation s. F.; Wild (in Schlingen und Fallen) f. [allg.]; Fisch f. [allg.]; de Bieneschwarm f. [verbr.]. Zs.: PfWB aus-, PfWB ein-, PfWB heraus-, hinweg-, PfWB weg-, zusammenfangen. Die Katz fangt Mais [ ZW-Käshf, allg.]. RA.: em (einem) die Fleh (die Lais) f. 'die Meinung sagen' [ PS-Schmalbg], 'einen verhauen' [ IB-Bliesmg/Bolch ZW-Schmitshs]. Do sin alle Spatze gefang 'Da ist nichts mehr zu ändern' [Kaislt]. Do fangt gewiß kän Katz kän Maus mehr, von einem Sack mit Löchern [NW-Neidfels, verbr.], ... fangen hunnert Katze kän Maus [LA-Gommh, verbr., auch Gal]. Er will zwee Rawe an eem Schwanz f. [ Gal-Sap]. Wann de Hund net geschiß hätt, hätt er de Has gefang [KU-Trahw, verbr.]. Mit meer dun ehr kee Micke f. 'Mit mir könnt ihr nicht machen, was ihr wollt' [Kaislt]. Mit einem Dummen kann man de Hätsch 'Eber' f. [ BZ-Dernb], Krotte 'Frösche' f. [ IB-Biesing]. Den Dummen läßt man Krappe 'Raben' f. [ LU-Limbghf], Elmedritsche f. (s. PfWB Elbentrütsch 1 b) [ NW-Gimmdg]. SprW.: Met Speck fängt mer Mais [ KL-Reichb, allg.]. Wann de Himmel erunnerfällt, sein die Spatze allminanner gefang 'ist alles vorbei' [KB-Albish, verbr.]. Volksgl.: [Bd. 2, Sp. 1036] Wammer flucht iwwer'm Fische, fangt mer nix [Penns]. VR.: Nikelaus, fang die Maus, schmeiß die Katz zum Fenschder naus! [ LA-Nußd]; vgl. den KR. bei Bach (I 502 Z. 5 ff.), das Rätsel bei Bank 1 (I 553 Z. 1 ff.). a. 1532: der arm mann habe mit einem fischhammen 'Angelrute' ... ein fisch zu fahen, aber kein legengeschirr zu legen [ABlieskst 86]. a. 1535: einen hasen zu fahen [ebd. 80]. — b. jemand f. α. 'gefangennehmen', vgl. PfWB fassen 1 b, PfWB einfangen 2 a; de Dieb f. [allg.]. Ich war (im Krieg) drei Johr in Rußland gefang [Kaislt]. Auch ohne Obj.: De Letscht 'der Letzte' muß f., beim Fangspiel [ RO-Rehborn]. RA.: Baure f. 'einen Unerfahrenen über's Ohr hauen' [ NW-Frankeck]. Du hoscht de Alde (uf'm Nescht) gefang 'Du hast Glück gehabt', meist iron. von einem Mißerfolg [KB-Bubh, verbr.]; vgl. PfWB alt II 1 f. Ausruf beim Teneeui: Tennee wui, fang de Lui! [ KL-Lauerhf RO-Schönbn]. Kinder ängstigt man beim Dunkelwerden: De Nachtkrapp fängt dich! [ GH-Büchbg]. SprW.: Wann's kalt werd (und die Bauarbeiten deshalb ruhen), kann mer die Maurer mit'me Vertel Schnaps unner'm Sibb (Sieb) f. [ NW-Haßl]. AR.: Dreimol, dreimol, Spitzestang, wer net laaft, der is gefang [ FR-Kindh]. Hutzel, Hutzel, Stange, wer net erausgeht, der muß fange [ KL-Drehthhf]. 16. Jh.: der den hoff inhat, soll auch halten sloße und blecher (s. PfWB Bloch 2), ... das man untetige lute finge ..., das die daryn behylte [PfWeist. I 97 (SP-Berghs)]. — β. übertr. αα. 'durch geschickte Fangfragen überführen'. Ich hab'n g'fange [NW-Wachh, verbr.]. - - ββ. 'überraschen', z. B. durch den Glückwunsch am Geburtstag [ KU-Schmittw/O LA-Edk]; vgl. PfWB abfangen 2 b. — c. 'jemand (durch List) für sich gewinnen'. Sie hot'n (sich) g'fange (durch ihre Schönheit, durch allerlei Künste, bes. durch die Folgen des Geschlechtsverkehrs) [ LA-Wollmh]; entspr.: Er hot se (sich) gefang [WD-Niedkch, verbr.]; vgl. PfWB anbinden 2, PfWB angeln 3, PfWB gewinnen (mit dem Arsch). — 2. a. einen (geworfenen) Gegenstand f. 'auffangen'; de Balle f. [allg.]; vgl. PfWB auffangen 1 a. Ohne Obj.: Die Kuh hot g'fange 'ist trächtig geworden' [GH-Nd'lustdt, verbr.]; dass. abschätzig auch von der Frau [verbr.]. — b. α. de Brunne f. 'mit einer Einfassung versehen' [ LA-Nußd.]; 's Wasser f. 'stauen' [ ZW-Dellf]. — β. Er hat's gefang 'Er glaubt, was man ihm vorgeschwindelt hat' [ WD-Niedkch]. — 3. sich f., vgl. PfWB ver-, PfWB überfangen. a. sich in etwas f., wie schd. Die Mick hot sich im Spinnenetz gefange [NW-Kallstdt, verbr.]. Er hot sich selbscht gefang 'durch eigene Worte verraten' [ KU-Schmittw/O]. De Wind fängt sich (am Windfang, am Kamin, am Türeingang) [FR-Bockh, verbr.]. In unserm Schopp fangt sich als de Wind [ ZW-Gr'bundb]. — b. 'das [Bd. 2, Sp. 1037] Gleichgewicht wieder erlangen'. α. Er is gestolpert, hat sich awwer werrer gefang [KL-Kindsb, verbr.]. — β. übertr. Er werd sich schun wirrer f., bei geschäftlichen Schwierigkeiten und schweren Schicksalsschlägen [KB-Kriegsf, verbr.]. — 4. Feuer f. a. gegenst. 'zu brennen beginnen', Feier f. [verbr.]. — b. übertr. 'sich für etwas begeistern, sich in jemand verlieben'. Sie hot Feier g'fange [BZ-Annw, verbr.]. — 5. 'erhalten'. Er hot enni (eine Ohrfeige) g'fange [LA-Nd'hochstdt, verbr.]. Er hot se (seine Schläge) gefang [ KB-Bubh]. Wann de des noch emol sagscht, fangscht de eeni [Zahn Pläsier 234]. Dem han ich emol die Grebschde gefang 'eine Tracht Prügel gegeben', auch 'gehörig die Meinung gesagt' [KL-Matzb, verbr.]; vgl. PfWB abfangen 1 g, PfWB vor-, PfWB herab-, PfWB herunterfangen. Syn. s. PfWB verhauen. — 6. Zs. PfWB anfangen, PfWB empfangen, PfWB unterfangen. — F.: Präs. Sing.: ich fang(e); du fangsch(t), fängsch(t); er fangt (fängt); Pl. fange, fangen; zur Verbr. der Formen vgl. PfWB tragen. Part. Perf.: gefang/gefange, Grenze entspr. gebroch/gebroche, s. K. 1. — Südhess. II 349 ff.; RhWB Rhein. II 282 ff.; Saarbr. 60; LothWB Lothr. 133; ElsWB Els. I 120; Bad. II 13; DWB DWb. III 1236/37 fahen.
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