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| PfWB fangen (Bd. 2, Sp. 1035) | PfWB Nikolaus (Bd. 5, Sp. 153) | LothWB Nikolas (Bd. 1, Sp. 384a) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1. a. ein Tier f., wie schd., fange (faŋə) [weithin herrschend, die südl. VPf ausgenommen], (fḁŋə) [mancherorts WPf NPf u. mittl. VPf, vgl. Höh 46 u. Bertram § 26], (foŋə bis fḁŋə) [südl. VPf, vgl. Heeger Südostpf. § 52, östl. PS]. Konjugation s. F.; Wild (in Schlingen und Fallen) f. [allg.]; Fisch f. [allg.]; de Bieneschwarm f. [verbr.]. Zs.: PfWB aus-, PfWB ein-, PfWB heraus-, hinweg-, PfWB weg-, zusammenfangen. Die Katz fangt Mais [ ZW-Käshf, allg.]. RA.: em (einem) die Fleh (die Lais) f. 'die Meinung sagen' [ PS-Schmalbg], 'einen verhauen' [ IB-Bliesmg/Bolch ZW-Schmitshs]. Do sin alle Spatze gefang 'Da ist nichts mehr zu ändern' [Kaislt]. Do fangt gewiß kän Katz kän Maus mehr, von einem Sack mit Löchern [NW-Neidfels, verbr.], ... fangen hunnert Katze kän Maus [LA-Gommh, verbr., auch Gal]. Er will zwee Rawe an eem Schwanz f. [ Gal-Sap]. Wann de Hund net geschiß hätt, hätt er de Has gefang [KU-Trahw, verbr.]. Mit meer dun ehr kee Micke f. 'Mit mir könnt ihr nicht machen, was ihr wollt' [Kaislt]. Mit einem Dummen kann man de Hätsch 'Eber' f. [ BZ-Dernb], Krotte 'Frösche' f. [ IB-Biesing]. Den Dummen läßt man Krappe 'Raben' f. [ LU-Limbghf], Elmedritsche f. (s. PfWB Elbentrütsch 1 b) [ NW-Gimmdg]. SprW.: Met Speck fängt mer Mais [ KL-Reichb, allg.]. Wann de Himmel erunnerfällt, sein die Spatze allminanner gefang 'ist alles vorbei' [KB-Albish, verbr.]. Volksgl.: [Bd. 2, Sp. 1036] Wammer flucht iwwer'm Fische, fangt mer nix [Penns]. VR.: Nikelaus, fang die Maus, schmeiß die Katz zum Fenschder naus! [ LA-Nußd]; vgl. den KR. bei Bach (I 502 Z. 5 ff.), das Rätsel bei Bank 1 (I 553 Z. 1 ff.). a. 1532: der arm mann habe mit einem fischhammen 'Angelrute' ... ein fisch zu fahen, aber kein legengeschirr zu legen [ABlieskst 86]. a. 1535: einen hasen zu fahen [ebd. 80]. — b. jemand f. α. 'gefangennehmen', vgl. PfWB fassen 1 b, PfWB einfangen 2 a; de Dieb f. [allg.]. Ich war (im Krieg) drei Johr in Rußland gefang [Kaislt]. Auch ohne Obj.: De Letscht 'der Letzte' muß f., beim Fangspiel [ RO-Rehborn]. RA.: Baure f. 'einen Unerfahrenen über's Ohr hauen' [ NW-Frankeck]. Du hoscht de Alde (uf'm Nescht) gefang 'Du hast Glück gehabt', meist iron. von einem Mißerfolg [KB-Bubh, verbr.]; vgl. PfWB alt II 1 f. Ausruf beim Teneeui: Tennee wui, fang de Lui! [ KL-Lauerhf RO-Schönbn]. Kinder ängstigt man beim Dunkelwerden: De Nachtkrapp fängt dich! [ GH-Büchbg]. SprW.: Wann's kalt werd (und die Bauarbeiten deshalb ruhen), kann mer die Maurer mit'me Vertel Schnaps unner'm Sibb (Sieb) f. [ NW-Haßl]. AR.: Dreimol, dreimol, Spitzestang, wer net laaft, der is gefang [ FR-Kindh]. Hutzel, Hutzel, Stange, wer net erausgeht, der muß fange [ KL-Drehthhf]. 16. Jh.: der den hoff inhat, soll auch halten sloße und blecher (s. PfWB Bloch 2), ... das man untetige lute finge ..., das die daryn behylte [PfWeist. I 97 (SP-Berghs)]. — β. übertr. αα. 'durch geschickte Fangfragen überführen'. Ich hab'n g'fange [NW-Wachh, verbr.]. - - ββ. 'überraschen', z. B. durch den Glückwunsch am Geburtstag [ KU-Schmittw/O LA-Edk]; vgl. PfWB abfangen 2 b. — c. 'jemand (durch List) für sich gewinnen'. Sie hot'n (sich) g'fange (durch ihre Schönheit, durch allerlei Künste, bes. durch die Folgen des Geschlechtsverkehrs) [ LA-Wollmh]; entspr.: Er hot se (sich) gefang [WD-Niedkch, verbr.]; vgl. PfWB anbinden 2, PfWB angeln 3, PfWB gewinnen (mit dem Arsch). — 2. a. einen (geworfenen) Gegenstand f. 'auffangen'; de Balle f. [allg.]; vgl. PfWB auffangen 1 a. Ohne Obj.: Die Kuh hot g'fange 'ist trächtig geworden' [GH-Nd'lustdt, verbr.]; dass. abschätzig auch von der Frau [verbr.]. — b. α. de Brunne f. 'mit einer Einfassung versehen' [ LA-Nußd.]; 's Wasser f. 'stauen' [ ZW-Dellf]. — β. Er hat's gefang 'Er glaubt, was man ihm vorgeschwindelt hat' [ WD-Niedkch]. — 3. sich f., vgl. PfWB ver-, PfWB überfangen. a. sich in etwas f., wie schd. Die Mick hot sich im Spinnenetz gefange [NW-Kallstdt, verbr.]. Er hot sich selbscht gefang 'durch eigene Worte verraten' [ KU-Schmittw/O]. De Wind fängt sich (am Windfang, am Kamin, am Türeingang) [FR-Bockh, verbr.]. In unserm Schopp fangt sich als de Wind [ ZW-Gr'bundb]. — b. 'das [Bd. 2, Sp. 1037] Gleichgewicht wieder erlangen'. α. Er is gestolpert, hat sich awwer werrer gefang [KL-Kindsb, verbr.]. — β. übertr. Er werd sich schun wirrer f., bei geschäftlichen Schwierigkeiten und schweren Schicksalsschlägen [KB-Kriegsf, verbr.]. — 4. Feuer f. a. gegenst. 'zu brennen beginnen', Feier f. [verbr.]. — b. übertr. 'sich für etwas begeistern, sich in jemand verlieben'. Sie hot Feier g'fange [BZ-Annw, verbr.]. — 5. 'erhalten'. Er hot enni (eine Ohrfeige) g'fange [LA-Nd'hochstdt, verbr.]. Er hot se (seine Schläge) gefang [ KB-Bubh]. Wann de des noch emol sagscht, fangscht de eeni [Zahn Pläsier 234]. Dem han ich emol die Grebschde gefang 'eine Tracht Prügel gegeben', auch 'gehörig die Meinung gesagt' [KL-Matzb, verbr.]; vgl. PfWB abfangen 1 g, PfWB vor-, PfWB herab-, PfWB herunterfangen. Syn. s. PfWB verhauen. — 6. Zs. PfWB anfangen, PfWB empfangen, PfWB unterfangen. — F.: Präs. Sing.: ich fang(e); du fangsch(t), fängsch(t); er fangt (fängt); Pl. fange, fangen; zur Verbr. der Formen vgl. PfWB tragen. Part. Perf.: gefang/gefange, Grenze entspr. gebroch/gebroche, s. K. 1. — Südhess. II 349 ff.; RhWB Rhein. II 282 ff.; Saarbr. 60; LothWB Lothr. 133; ElsWB Els. I 120; Bad. II 13; DWB DWb. III 1236/37 fahen.
| 1. a. α. der hl. Nikolaus und sein Tag (6. Dez.), Nikolaus [ ZW-Bottb, mancherorts], Nike'loos [IB-Ensh (Glass 69)]; vgl. PfWB Nikolaustag. — β. In Spey ist am 5. Dez. Klääner, am 6. Dez. Großer Nikolaus; s. Bed. 2a. — b. männl. VN, Nikeloos [ KL-Hütschhs], Niklas [ NW-Gimmdg LA-Venn], Niklos [ Don-Schowe Torscha St.-Andreas], Nikla [Christmann Kaulb 50 RO-Lettw], Klos [NPfGV Juli 1930, S. 52], Klaus [mancherorts]; Kurzform s. PfWB Nickel2 1. — 2. a. 'volkstümliche vorweihnachtliche Gestalt in der Zeit vom 5. bis 24. Dez.', Nikolaus [vereinzelt ges. Pf, jüngere F.], Nikoloos [ HB-Schwarzack IB-Schnapp], Nikelaus [ KU-Theisbgstg ZW-Hornb Zweibr KL-Hoheck Kottw/Schwand], Nikelas [ LU-Böhl], Nikeloos [ KU-Schönbg WD-Niedkch Marth Saal], Niklaus [ KU-Dittw KL-Kindsb [Bd. 5, Sp. 154] Nanzdzw FR-Maxd LU-Oggh NW-Neidfs LA-Hainf GH-Max'au], Niklaas [ PS-Leim LU-Alsh/Gr], Niklas [ ZW-Battw KL-Miesb FR-Beindh Hettldh LU-Fußgh Iggh], Niklos [ KU-Brück], Niklääs [ GH-Max'au], Nekeloos [ IB-Habkch Ingb], Nikolaa [ KL-Lind], Nikla [ KU-A'glan HB-Jägbg KL-H'spey LA-Birkw Gleisw], Dim. (in der VPf verkleiden sich die kleinen Buben als N.) Niklääs'che [ WD-Niedkch IB-Bliesmg/Bolch], Niklääsel [ PS-Merzalb Rodalb SP-Harths LA-Edh Flemling Herxhwey Maik Roschb GH-Bellh Jockgr Knitth], d' Nikläsel [ LA-Offb], d' Niklässel [ LA-Herxh], 's Nikläle [ GH-Hatzbühl]; vgl. PfWB Nickel2 2bα; Syn. s. PfWB Pelznickel 1 u. K. 32. Aus der Vielfalt des Brauchtums: Der N., in weitem Mantel, Stiefeln, mit Pelzmütze oder Schlapphut, weißem Bart, mit Stock und großem Sack oder Köze auf dem Rücken, erscheint am 6. Dez. oder in den Tagen vor Weihnachten, mancherorts auch als Begleiter des Christkindes. In KU-Roßb kommt er in den Tagen vor Weihnachten zu den Kindern ins Haus und fragt mit tiefer Stimme: Waren die Kinder alle brav? Antwort der Eltern: Ija, sie ware brav. Nikolaus: Na, dann wolle mer emol sihn. Er holt dann Äpfel, Nüsse und Süßigkeiten aus dem Sack und legt sie den Kindern hin und sagt: Allo, ich will hoffe, darrener 'daß ihr' aa weirer brav bleiwe, sunscht bringt eich 's Kreschkinnche nix und verabschiedet sich mit: Allo, Genaacht beisamme! In HB-Beed gehen Kinder in der Adventszeit als Nikolaus und als Christkindchen verkleidet von Haus zu Haus und erhalten Geschenke. In Spey gehen am Klääne N. (s. Bed. 1 a β) die kleinen Buben in Sackkapuzen durch die Stadt und sammeln in den Geschäften, am Große N. ziehen die älteren Buben um und singen: Ich bin der kleine König ... (vgl. PfWB König 1bβ). Am Abend des 5. Dez. laufen in LA-Maik als N. verkleidete Knaben, die Nikläsel, mit Ketten, Schelle und Stock auf der Straße herum und ängstigen andere Kinder. Zum Brauchtum s. auch Kathrein(e); Schandein Bav. IV,2 353; Becker Vk. 105, 286, 294. KR.: Morje Owend is Nikolaus, do lossen se de Belznickel eraus [ NW-Frankeck]. Heit kummt de Niklaas. Was will er dann mit mir? Ich nehm en an de Zippelkapp un schmeiß en wedder die Dier [ LU-Neuhf]. Nikolaus, fang die Maus, un werf die Maus zum Fenschder (e)naus! [Der Trifels 24. 12. 1933]; Var. s. PfWB fangen 1a. — b. 'Schreckgestalt, die Kinder ängstigen soll', Nikolaus [ IB-Hass], Nikelos [ HB-Lu'thal], Niklos [ HB-Kirrbg ZW-Mittb Zweibr], Kloos [ IB-Herbh]; vgl. PfWB Nickel2 2 b β; Syn. s. Butze(n)mann 1a. — c. Ausruf bei einem lauten Knall oder Schuß: Bauf, Nikla [ NW-Dürkh LA-Venn]; Var. s. PfWB bauf. Do macht unser Lehrer korze Fuffzeh un haat dem Kerl ani uff s Dach un bauf Nikela [Kühn Palz 99]. — 3. sachl. 'Geschenk am Nikolaustag', Dim. [Bd. 5, Sp. 155] Nikelääsje [IB-Ensh (Glass 69)]. — 4. FlN, Abteilung des Stumpfwaldes, Alter St. Niklaus [PfPr. 8./9. 10. 1932]. — Südhess. IV 992/93; RhWB Rhein. VI 210 ff.; LothWB Lothr. 384; ElsWB Els. I 766.
| Nickle, Nickle, Geissebart,
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