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 PfWB Fahrt (Bd. 2, Sp. 1018)   RhWB Fahrt (Bd. 2, Sp. 252) 
   Fahrt f.:
1.
a. 'das Fahren', auch als abgeschlossene Handlung, Fahrt (fārd) [verbr.],

[Bd. 2, Sp. 1019]
(frd, fÄrd) [NWPf mancherorts auch übrige Pfalz], (fād) [Kaislt], (frd) [ KU-Schmittw/O PS-Erfw], (fǟrd, neben rd) [ KU-Rothsbg]; e F. mit'm Auto [verbr.]. Die Ampel steht uf Grien, mer han freie F. [KL-Kindsb, verbr.]. Er hot e langi F. zur Aarwet [ NW-Kallstdt]. 's geht in äiner Fohrt [ KU-Schmittw/O]. Un noh isch die Fahrt losgang, meischtens uf Landau nunner [ PS-Lu'wink]. —
b.
α. 'Reise, Ausflug' [verbr.]. Er is uf de F. nooch Amerika [ LU-Oggh]. Er is alleweil uf de F. 'verreist' [LU-Opp, verbr.]. Mer kennt emol so e Fährtche mache [ ZW-Ernstw, Grünstdt]. —
β. 'Wanderung'; uf F. gehe [ BZ-Dernb]; vgl. PfWB Partie 4, PfWB Tur 1. — Zs. zu 1 u. 2: Ab-, An-, Aus-, Auto-, Bet-, Pläsier-, Probe-, Tal-, Eisenbahn-, Vorbei-, Vor-, Hamster-, Heim-, Her-, Hin-, Luft-, Markt-, Rhein-, Rück-, Schäsen-, Schiff-, Schlitten-, Schwarz-, Spazier-, Über-, Wagen-, Wald-, Wall-, Wasser-, Weiter-, Weinfahrt.
2.
a. 'Fahrgeschwindigkeit'; in voller F. [verbr.]. —
b. 'Erregung', umgspr., vgl. PfWB Tur 2 g. Der is awwer heit in F. [Kaislt]. —
3. 'Zufahrt, Feldweg' [verbr. bes. WPf NPf]; e F. mähe 'auf der Wiese das Gras in Wagenbreite abmähen, damit man zum nächsten Acker durchfahren kann' [ KU-Kaulb Frankb Kreimb]; e F. leie lolle (liegen lassen) 'am Ackerrand einen Streifen unbebaut lassen für Fahrten in den angrenzenden Acker' [ KU-Bedb]; vgl. PfWB Angewanne 1. Der Acker hat kän F. 'keine direkte Zufahrt' [ PS-Fehrb]. a. 1715: bis zu der farth oder Landstraßen [Amtsrelationsbuch in PS-Zesbg]. Zs.: PfWB Auf-, PfWB Tor-, PfWB Durch-, PfWB Eichen-, PfWB Ein-, PfWB Vieh-, PfWB Heu-, PfWB Zufahrt. —
4. 'Wagenladung', vgl. PfWB Fuder, PfWB Fuhre. Ich hab e Fohrt Holz geholt [PS-Erfw BZ-Dierb SOPf (Nachlaß Heeger)]. Die Wiss hot e scheen Fährtche Grummet gebb [ KU-Schmittw/O]. 's werd vun der Wiss e gute Fahrt gewwe [ KU-Kaulb Kreimb]. a. 1538: 60 ferte hauws (Heues) [SSp., Mgr. Baden 2 1/2, Gräfenst. Amtsgefälle]. a. 1541: Dem Spitalmeister geben für 90 Wagenfardt, je für ein fardt 1 Sh. Pf. [SpeyGgHospR]. —
5.
a. 'hängende Schaukel', Fahrt [ KB-Weitw LU-Rh'gönh NW-Ungst]; vgl. PfWB fahren 2 d, PfWB Fahre2. Syn. s. PfWB Schaukel. —
b. = PfWB Fähre, Fahrt [SOPf (Nachlaß Heeger)]; vgl. PfWB Fahr 1. —
6. Zs. Herauf-, PfWB Himmel-, Hof- (Hoch-), Wohlfahrt. Südhess. II 333/34; RhWB Rhein. II 252/53; Saarbr. 60; LothWB Lothr. 132; ElsWB Els. I 144; Bad. II 7/8.

 

  NRhWB Fahrt -ā-, –-, –ă, –ō(ă)-, Pl. -tə(n) [Bitb daneben fīăt] Allg. f.: 1.a. Gang, Reise, im allg. Sinne, nur der Hin- oder Rückweg, auch beide; wohin (-her, –herus) de F.? wohin geht es; he hät seng letzte F. gedohn ist gestorben Rip, Allg.; op der F. bleiwen von der unternommenen F., Reise oder überhaupt einem Ausgang, ohne es beabsichtigt zu haben, gar nicht oder doch viel später zurückkehren, auch mit sachl. Subj. Bitb, Allg.; en Fährtche mache eine Lustreise Neuw-Datzeroth. — Vill Fährtches viel Verkehr u. Unterhaltung Koch-Leienkaul. — F.ən dumme Streiche, Abenteuer; mach ken F.ən! keine Geschichten, Hunsr, Bitb. — b. im eigentl. Sinne, wie Wagen-, Scheff-, Schliddef.; en F. dohn (mache) eine Last- oder Personenbeförderung ausführen; ech han drei F.ə gedohn; dat kammer en ener F. fahre; N. verdent en F. der Dienstherr leistet ihm neben dem Barlohn eine F. Rip, Allg. RA.: We sech hühter (höher) dreht (trägt) wie singe Art, de fihrt en ful F. Sieg. Einem de F. geschand (geschimpft) han ihn tüchtig abgekanzelt haben Köln-Stdt. — c. die Strecke, die ein Fuhrmann gefahren ist; op de Schossi wor en ganze F. Mehl ein Mehlsack war geplatzt u. hinterliess auf der F.strecke Spuren MüEif. — 2.a. soviel man in einer F. 1 b transportieren kann Allg. — b. Mass für Flüssigkeiten = zwei Eimer voll Saar, Bitb. — En (gut) F. losziehjen (ziehen) Tracht Prügel verabreichen Bitb-NWeis Speicher Rittersd; de hot sei F. sein ihm zukommendes Mass Prügel; genug geistige Getränke Westerw. — c. eine Weile, Zeitlang; en hat en F. geschafft (gebet, gekresch udgl.) WEif, Köln; dat kann de Längde F. net dauere May-Collig. — Mal; ech muss et en F. brobieren; dat hot e bei er annere F. krigt; des F. es neist ze machen Prüm-Mürlenb

[Bd. 2, Sp. 253]
(Pl. frtər).3. Stelle, wo gefahren wird. a. Ein-, Durchfahrtstelle in den Hof, zur Scheune, zwischen zwei Gebäuden; us F. es ze eng; de Kar steht en der F. Rip, Allg. — b. Spur in einem Felde, einer Wiese udgl., die mit den Fuhrwerken gemacht ist Allg. — c. Privatfeldweg, brachliegend, mit Gras bewachsene Ein- u. Ausfahrtstelle zum Acker; in der Mitte der F. liegen die Grenzsteine, zum Zeichen, dass der Boden den beiden anliegenden Besitzern gehört Allg.; Gewannfohrt Bitb. — F. op! Bahn frei zum Schlittenfahren Jül-Müntz. — 4. senkrecht stehende Leiter in der Grube Bergmspr. Allg.; der Bergmann verbat sich den Ausdruck ‘Leiter’: De Schinder hon Letern, mir hon F.ən Saarbr 1800. — 5. in der Verb. Hab un F. Hab u. Gut, das ganze Besitztum einer Familie Saarbr, Ottw. — 6. Fähre Saarbr-Völkl. — 7. Himmelfahrtstag, im Spr.: Pengste frühg of lat (spät), vertin (14) Dag dorno es et F. Klev-Goch.