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| PfWB Eule (Bd. 2, Sp. 988) | PfWB Furz (Bd. 2, Sp. 1653) | |||||||||||||||||||||||||||
1. 'der Vogel Eule', bes. Schleier- u. Waldohreule, Eil, Pl. Eile (ail, ḁil; ailə) [weit verbr.], Eul (ǫil) [ PS-Erfw NW-Gönnh], (āil) [Land], Il (īl) [lothr. SWPf (Nachlaß Keiper)]; vgl. PfWB Kauz, PfWB Uhu. Zs. PfWB Turm-, PfWB Horn-, PfWB Nacht-, PfWB Ohr-, PfWB Scheuer-, PfWB Schleier-, PfWB Waldeule. Er hat Auwe (Augen) wie e Eil [Kus LU-Alsh]; vgl. PfWB Eulenauge. Sie hot e G'sicht wie e E. [GH-Westh, verbr.]; vgl. PfWB Eulengesicht. Er macht Stimme wie e E. 'ahmt Eulenstimmen nach' [ KU-Schmittw/O]. RA.: Er lebt wie die E. unner de Rawe 'wird von allen angefeindet' [ KU-Herschw/Petth [Bd. 2, Sp. 989] Schmittw/O LU-Limbghf]. Spr-W.: Jedi Eul mänt, sie hätt die schienschte Kinner [ PS-Erfw]. WR.: Wann die Eile oweds kreische, gebt's Rege [Fogel Beliefs Penns Nr. 1140]. Volksgl.: Wann die Eil owends ans Fenschter kemmt, muß der Krank sterwe [ WD-Niedkch]; e Eil ans Door naale, als Schutz gegen Blitzschlag [KU-Schmittw/O, NW-Haßl Fogel Beliefs Penns Nr. 2056]. VR.: Ich setz mich uf's Hiwwelche un flick mer mei Stiwwelche; kummt e Eil, nemmt mer mei Seil; fahr ich uf Schtrie (Stadt Stryj in Ostgalizien) un kaaf mer e neii [ Gal-Gelsd]. — 2. übertr. a. 'Flugdrachen', Eil [ PS-Winz]; vgl. PfWB Drachen 3. — b. α. 'Mensch, der nächtlichem Vergnügen nachgeht, Nachtschwärmer', Eile (Pl.) [ PS-W'fischb]; vgl. PfWB Eulenwagen, PfWB Schlafeule. — β. Schimpfw. für eine unordentlich gekleidete, ungekämmte weibliche Person, für ein häßliches Weib überhaupt [verbr.]; struppichi E. [ PS-Winz]; aldi E. [ PS-Erfw]. Wart nore, Eil, ich zausel dich werrer! [ KL-Stelzbg]. Zs. PfWB Haar-, Hudder-, PfWB Nesteule. — γ. 'Schwätzerin' in PfWB Quatscheule. — δ. die Friesemer Eile, Uzname für die Bewohner von LU-Friesh, weil sie angeblich die funkelnden Augen einer im Kirchturm sitzenden Eule für Funken gehalten und die Feuerwehr alarmiert haben [Feierowend Nr. 38/1954]; vgl. PfWB Eulenbacher. Den Uznamen Eile tragen auch die Bewohner von FR-Bissh und Buch-Arbora. — c. Schreckgestalt für Kinder beim Dunkelwerden. Die Eil holt dich, wann de net gleich erinkummscht! [ KU-Dunzw, HB-Kirrbg ZW-O'auerb PS-Trulb NW-Leistdt Gönnh]. Die Eile holen dich, bleib drin! [ RO-Schweisw FR-Studh]. Die Eile sin draus! [Zweibr]; vgl. PfWB Butzenmann 1 b. Syn. s. PfWB Nachteule. — d. Mitspieler in dem bei Ablaß 4 beschriebenen Fangspiel [ KB-Kriegsf]. — Südhess. II 301/02; RhWB Rhein. II 206 ff.; LothWB Lothr. 257 Il; ElsWB Els. I 31 Ül; Bad. I 721.
| I. 'abgehender Darmwind', Forz (fǫrds, fǫÄrds, fǫÄds) [fast allg.], (fǫrds) [verbr. Don Gal Buch Rußl], Farz (fḁrds, fards) [(1930) mancherorts NWPf mittl. VPf], (fards) [ Don-Schowe Gal-Hohenb], Furz [mancherorts lothr. SWPf Don-Gottlob]; Pl. Ferz (färds) [allg.], (färds) [ Don Gal Buch]; Dim. Ferzche [WPf NPf nördl. VPf], Ferzel [mittl. u. südl. VPf Ost-PS], Ferzi [ KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB Pisch, PfWB Bummer 5, PfWB Bumpser 2, PfWB Bupp, PfWB Darmwind, PfWB Furzer 4, PfWB Wind. Für furzen sagt man auch e F. losse, kürzer ene losse [allg.]; vgl. PfWB fahrenlassen 2. Er läßt die Ferz gehe [ LU-Opp]. Dem sein F. stinke wie Knowweloch [ KL-Fischb]. Wann dem (Verweichlichten) e Forz im Arsch erumgeht, dann legt er sich ins Bett [ LU-Opp]. Vergl. u. RA.: trucke wie e F. [verbr. Don Gal]. Er laaft do rum, as wann er 'n F. im Arsch hätt [NW-Kallstdt, verbr.]. Er fallt (dreht sich) do rum, wie 'n F. in're Latern [LU-Friesh, verbr. Gal], wie e F. im Ährreider [ Gal-Dornf Lindenf], wie 'n Färz in're Bottel [Fogel Prov. Penns Nr. 1978]. Er es voll Witz wie e Steenesel voll Ferz [ KU-Altkch], voll Narrheit wie e Esel voll F. [ Don-Schowe]. Der Unzuverlässige is bei Wort wie e Forz im Hossesack [ KL-Einsdhf]. Gehn fort, 's loßt jerer emol e F. 'Es macht jeder mal eine Dummheit [NPfGV Nr. 8/1934]. Er macht aus'me F. e Dunnerschlag, wer übertreibt [FR-Bockh, verbr.]. Er riecht e F. im Dunkele, wer sich für überklug hält [Kaislt]. Der Geizhals läßt an ääm F. zwäämol [ KL-Weilb]. Geh her, ich loß dir e F. ins Ohr, zu einem, der übertreibt [ GH-Zeisk]. Mer Alte hun die greeschte Ferz geloss 'haben die längste Zeit gelebt' [ KU-Schmittw/O]. SprW.: Aus'me trauriche Arsch kommt kän frehlicher F. [ KL-Einsdlhf]. VR.: Ich sitz uf'm Hiwwelche un flick 'm Vatter sei Stiwwelche; kummt die Eil, nemmt mer 's Sail; kummt e Knorz un loßt e F. [ Gal-Obl]; Var. s. PfWB Eule. Andere VR. s. PfWB Blutwurst, PfWB Franz 1, PfWB Klara, PfWB Rudolf. AR. s. PfWB Aprikose, PfWB Berg 1, PfWB Dotz2. — II. übertr. 1. gebackene Ferz 'nichts' [ KU-Diedk]. Ich geb der aa mol (als Zeichen des Dankes) ingemachte Kelierdeere un därre F. [ PS-Rodalb]. Scherzh. Antwort auf die Frage, was es zu essen gab: Ingemachte Kellertreppe un gebackene F. [ KU-Diedk]. — 2. a. Er hot e F. im Hern (Hirn), im Kopp 'ist verrückt' [NW-Kallstdt, verbr.]. Er hot 'n kastrierte F. im [Bd. 2, Sp. 1654] Hern, dass. [ SP-Schiffstdt]; vgl. PfWB furzen 1, PfWB verrücken 2 a. — b. Pl.; (große) Ferz mache. α. 'wichtig tun, prahlen, Aufwand treiben' [BZ-Stein, verbr.]. Des sin F. mit Kricke, was die machen [Kaislt]. — β. 'unsinniges Zeug reden' [verbr., bes. VPf]; vgl. PfWB Fänze. Bei mir kinnener die F. nit aabringe [ NW-Gimmdg]. Du hosch nix wie dumme F. im Kopp [Feierowend Nr. 29/ 1953, S. 2]. Des sin Städter F. [ NW-Frankeck]. — c. Dokter Ferzl 'Angsthase' [ Don-Tscherwk]. — 3. Zs. PfWB Esels-, PfWB Hasen-, PfWB Hunds-, PfWB Matt-, Nonnen-, PfWB Ochsen-, PfWB Stolzfurz. — Südhess. II 1017 ff.; RhWB Rhein. II 921 ff.; Saarbr. 70; LothWB Lothr. 178; ElsWB Els. I 146; Bad. II 264.
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