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| PfWB Esel (Bd. 2, Sp. 967) | PfWB mahlen (Bd. 4, Sp. 1120) | |||||||||||||||||||||||
1. 'das Tier Esel', Esel (ēsəl) [verbr. WPf Neustdt Lambert Penns 52 Don-Werb verbr. Gal], Ess(e)l (es(ə)l) [verbr. VPf einschl. PS-Ost], Ensel [ KU-Schmittw/O], Insel (īnsəl, īsəl) [ KU-Kaulb Rothsbg RO-Rehborn Duchroth], Äis(e)l (ęis(ə)l) [um Land]. Zs. PfWB Maulesel. Vergleiche u. RA.: groo wie e Essel, von einem ergrauten Menschen [ LU-Neuhf Alsh]; dumm wie e Ensel [ KU-Schmittw/O, allg.]. Er schleppt wie e E. [ KU-Schmittw/O]. Er nickt wie e Essel 'Er sagt zu allem Ja, hat keine eigene Meinung' [ LU-Alsh]. Er kaut wie'n Essl, wann er Dääg ( Teig) hot [ LU-Friesh]. Er is voll Witz wie de Essl voll Färz [ Don-Schowe Torscha]. Er macht e Maul wie e E., wann er uf de Schleifsteen spauzt [Hebel 14]. So alt is kä E. im Odewald, scherzh. Kennzeichnung eines hohen Alters [ KL-Einsdhf KU-Lauteck]. So alt esch kän E. ze Marten (LA-Mart), dass. [ BZ-Dernb]. So alt hot de Gienanth kaan E. uf de Alsenz [ RO-Würzw]. Dem kommt schun de E. raus, wenn sich bei einem die grauen Haare zeigen [Zweibr, verbr.]. Mein Ohre un dein Verstand gewwen en schääne E. [ KB-Albish]. Du machscht en E. wild (auch: Du kannscht en E. wild mache), wer einem auf die Nerven geht [ KB-Bischh]. Was Menschehänn net alles mache könne, saat die Fraa, do hat se e E. gesiehn [Hebel 49, Don-Schowe Torscha Gottlob]. Der E. hot sich gestreckt, un die Haut is'm geplatzt, zu einem, der sich gereckt hat [Gal-Stanislau]. Er is grad uf'm E., wenn einer erregt und heftig ist [ PS-Ruhbk]. Den wolle mer mol uf de E. schaffe 'necken' [ ZW-Bechhf]; vgl. unten 2 b α. Den hot de E. aus de Wand geschlaa 'Sein leiblicher Vater ist unbekannt' [Hebel 21, verbr. Gal Buch]. Der E. hot'ne im Galopp verlor, dass. [Don-Ulmb verbr. Gal Buch]. Do kann mer vum Gaul uf de Essel kumme 'verarmen' [ FR-Bockh, KU-Schmittw/O]. Wammer dene (den schlechten Wein) eme Insel ins Ohr schitt, laaft er drei Daae Kalopp [Bd. 2, Sp. 968] [ KU-Kaulb]. SprW.: In die Bach kammer de Essel zwinge, awwer net zum Saufe [PfMHk. 1925, S. 177]. E fauler E. laadt sich alles uf emol uf [Krieger 40]. E fauler E. traat sich eher dot wie e fleißicher, weil er, um Wege zu sparen, sich auf einmal zuviel auflädt [KU-Trahw Horne Penns 101]. Der faul E. schleppt sich uf eemol dot [verbr. Penns Don Gal Buch]. Wann's em E. zu wuhl is, geht er uf's Eis danze 'Wohlergehen macht übermütig' [verbr. Don Gal Buch]. Wann's em Äisl sou wuhl esch, geht er uf's Eis un brecht 's Been, dass. [BZ-Albw, verbr., auch Don Gal Buch]. Wammer de E. nennt, kummt er gerennt, beim Erscheinen einer Person, von der gerade die Rede war [KU-Trahw, verbr., auch Penns Don Gal Buch]. Wammer de E. nennt, kummt de Ochs gerennt, dass. [ LU-Friesh]. Ee E. schännt (schelt) de annere Langohr [verbr. Don Gal Buch Rußl]. Uf de Sack kloppt mer, un de E. maant mer, wenn jemand »durch die Blume« redet [NPf, verbr.]. Wenn de E. uf de Markt geht, leest de Krämer Geld [ Buch-St. Onufry]. E goldbeladener E. kommt iwwer jeri Feschtungsmauer [ KL-Reichb]. Am erschte Mai schickt mer de E. ins Heu [ Don-Gottlob]. Wann zwee Leit minanner eppes sage 'gleichzeitig dasselbe Wort aussprechen', kummt noch en E. [Fogel Beliefs Penns Nr. 381]. Vgl. die SprW. bei agieren 1 b, PfWB Bettelmann (I 756 Z. 44). VR.: Un guck ich äine Ensel an, do denk ich an mein Krischtian [ KU-Schmittw/O]. AR.: Ich oder du oder Müllers Bu oder Müllers E., der bescht du! [ BZ-Billh]; vgl. PfWB Bäcker (I 517 Z. 15). Brauchtum: Wenn am Weihnachtsabend die Kinder das Christkind auf der Straße schellen hören, rufen sie: Krischkinnel, kumm in unser Haus, leer dein goldnes Säckel aus, stell dein Essel uf de Mescht, daß er Heu un Uhmit 'Grummet' frißt [PS-Erfw, verbr.]. Var.: Kreschkinnel, kumm in unser Haus, leer dein goldich Säckl aus, stell de Kreschbääm uf de Disch, daß mer sieht, daß Weihnacht esch; stell de Äisl uf de Mischt, daß er Hää un Hawwre (Hafer) frißt [ LA-Kl'fischl]. Weitere Var. s. PfWB ausleeren 1, PfWB Kristkind; vgl. auch Wilde 83. Zs. PfWB Pfingst-, PfWB Stutzesel. Kinderspiele: Einem Knaben werden die Augen zugehalten, ein anderer setzt sich ihm auf den Rücken. Es wird gefragt: Eselche, wer reit dich? Wenn er den Namen des Reiters errät, dann muß dieser die Rolle des Esels übernehmen [J. Hoffmann, Chronik von Kriegsfeld (1897), S. 70]. Kinder erzeugen mit dem Finger an der Fensterscheibe einen Brummton; das nennt man de Esel schrubbe [ KU-Diedk]. Alter Strafvollzug: Streitsüchtige Männer wurden verkehrt auf einen E. gesetzt und im Dorf herumgeführt [Knapp 55]. a. 1512: soll ihm (dem das Mahlkorn abholenden Müller) der arm man vier heller gebenn, daß er seinem esell hauw (Heu) [Bd. 2, Sp. 969] darumb kauffe [PfWeist. I 61 (FR-A'lein)]. a. 1628: ein weg ..., daß ein esel möge gehen mit zweien ketz 'Tragkörben' (s. PfWB Köze) darein [ebd. II 600 (LU-Fußgh)]. — 2. übertr. a. α. 'dummer, einfältiger Mensch' [verbr.]. Am erschte April schickt mer de E., wuhie mer will [ Buch-A'fratautz N'Pasua St. Andreas]. Zs. PfWB Klassen-, PfWB Schafs-, PfWB Strahlesel. Syn. s. PfWB Tappes 1 a. — β. alter E., bes. von einem alten Junggesellen [verbr.]. — γ. Neckname für die Bewohner von IB-Gersh PS-Dahn BZ-Dörrb W'hamb LA-Eschb NW-Deidh LU-Schauh FR-Saush Buch-Badeutz. In diesen Ortschaften darf man nicht den Zipfel des Taschentuches heraushängen lassen, weil das als Anspielung auf das Eselsohr angesehen wird. In FR-Saush kam man zu dem Uznamen angeblich darum, weil einst der Dorfschulze einen vom Feldhüter auf fremdem Feld angetroffenen E. für 24 Stunden ins Gefängnis einsperren ließ. Von FR-Saush sagt man auch: Dort mache die Bäre un die Wölf die Musik uf die Kerwe, un die Essel danze (Bär und Wolf hießen die Inhaber der Gastwirtschaften) [ FR-Albsh]; vgl. PfWB Eselsohr 2, -treiber. In LU-Schauh geht der Uzname wahrscheinlich darauf zurück, weil der E. früher allgemein als Lastenträger verwendet wurde [Feierowend Nr. 38/ 1954]. Zs. PfWB Hofesel. — b. α. der hölzerne E., ein altes Strafinstrument. a. 1751: sollen zu deren (Gesinde oder erwachsene Kinder) Züchtigung eine Trille (s. PfWB Drille 1 a) oder ein Höltzerner Esel ... verfertigt werden [Zweibr. I, Dorfordnung von HB-Altstdt]. — β. Teil des Webstuhls: das kurze Holz, das das Garn festhält [ KU-Herchw]. — c. 'mittlere Furche im vierzeiligen Wingert', Äisl [ LA-Nd'hochstdt Altd Gr'fischl]. — —
Aus den Nachträgen 2. d. 'Cello', westpf. Musikantensprache, Esel [Schneider 78]. Südhess. II 276 ff.; RhWB Rhein. II 177 ff., IX 1153; Saarbr. 58; LothWB Lothr. 128; ElsWB Els. I 73/74; Bad. I 713/14.
| 1. a. 'mit Hilfe einer Mühle zerkleinern, pulverisieren', auch: 'durch Mahlen herstellen', mahle (mālə) [verbr., Mang 82 Schneckenburger 17], (mlə) [Christmann Kaulb 6 Höh 47 Heeger Südostpf. 34 Gal-Dornf], mohle (mlə, -ō-) [Land LA-Ilbh Henn Mda.-Int. 98]; Part. Perf. gemahle, gemohle [verbr., Lambert Penns 102], gemahlt [ Don-Schowe Torscha], gemahl [Don-Lenauh verbr. Gal]; vgl. PfWB durch- 1, PfWB ver-, PfWB zusammenmahlen; Kaffee (Korn, Flääsch, Zucker, Obs(t), Trauwe) m.; gemahlener Peffer (Zimmet, Zucker) m.; grob (fein, rään) m. [verbr.]. SprW.: Wer s'erscht kummt, mahlt s'erscht [NW-Frankeck, verbr., Krieger 43, Don-Gottlob Schowe]; Var.: Wer s'erscht in die Mihl kummt, kriggt s'erscht g'mahle [Horne Penns 96]. Zwee harde Steen mahlen selde reen (fein) [ Gal-Dornf]. VR. s. PfWB Müller. — b. 'mit der Windmühle reinigen' [ WD-Niedkch HB-Kirrbg ZW-L'wied KL-Frankst PS-Schmalbg FR-Albsh Tiefth]; vgl. PfWB putzen 1 a, PfWB windmühlen; Zs.: PfWB durchmahlen 2; die Frucht, 's Korn, die Bohne m. [ebd.]. — 2. 'trinken', mahle, enner m. [ FR-Flomh LU-Ruchh Schauh NW-Deidh Gönnh SP-Schiffstdt LA-Kl'fischl BZ-Albw]; Syn. s. PfWB trinken 1 a. — Südhess. IV 488/89; RhWB Rhein. V 739 ff.; LothWB Lothr. 351; ElsWB Els. I 667.
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