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 PfWB eng (Bd. 2, Sp. 894)   PfWB Eng-darm (Bd. 2, Sp. 895)   DWB gebütte (Bd. 4, Sp. 1913) 
   eng Adj.:
1. 'schmal', Gegensatz: weit, eng (ęŋ) [verbr.], ing (iŋ) [ PS-Geisbg Hintwdth BZ-Gossw].
a. 'fest anliegend', von Kleidungsstücken. De Anzug is mer eng (zu eng, so eng, se

[Bd. 2, Sp. 895]
eng) [KL-Reichb, verbr.]. Mach mer de Kiddel (de Wams) net so eng! [ LU-Alsh, KU-Körbn]. Das is e enger Sack, von der Anzugstasche [ KL-Hütschhs]. Enge Schuh kenne äim (einen) verkeile 'quälen' [ KU-Schmittw/O]. VR.: Schneider, mach die Hosse weider, mach se net so eng, suscht (sonst) gebt's de Buckel voll Fäng! [ KU-Kaulb]. Ich muß de Gärtel (de Leibrieme) enger mache [ KU-Körbn LU-Alsh], de Hosserieme enger schnalle [ KB-Kriegsf]. RA.: Ich muß e Loch enger schnalle 'Ich bin hungrig' [ KU-A'glan]. —
b. 'dicht gedrängt'; eng sitze [verbr.]; e enger Strähl 'Kamm mit dicht stehenden Zähnen' [ LU-Alsh Neuhf]. —
c. 'dünn', von Därmen; enge Därem [ KL-Weilb PS-Erfw]; vgl. PfWB Engdarm. —
d. das enge Liebche, wohl umgedeutet aus Engelliebchen 'Stiefmütterchen' [ IB-Seelb]. —
2. von der Engbrüstigkeit, vgl. PfWB dämpfig 2, PfWB engbrüstig. Er isch eng 'bekommt schlecht Luft' [LA-Maik, verbr.]. Wann ich morgens uf bin, isch's mer so eng [ PS-Erfw]. Klagt einer: Ich sein so eng uf de Bruscht, dann sagt man ihm: Ei do loß dich (wie einen engen Schuh) iwwer de Leischt schloon [ KU-Schmittw/O]. Er hot e engi Bruscht [ LU-Limbghf Opp]; vgl. PfWB Enge. De Newwel (Nebel) is bees for die enge Leit [ ZW-Gr'bundb]. Volksgl.: Das Drickemännche (s. PfWB Drückemännchen 1) macht die Leit eng [ KL-Schneckhs]. —
3. adv. 'fest, unwiderruflich' in der RA.: Eng g'schenkt bleibt g'schenkt, bis die Welt unnersenkt [Kaislt, bei Alten]. — Südhess. II 202/03; RhWB Rhein. II 128; Lothr. 122/23; ElsWB Els. I 53; Bad. I 686.

 

  -darm m.: = PfWB Dünndarm, Pl. Engdärem [ KU-Diedk]. RhWB Rhein. II 128 and. Bed.

 

 gebütte, n. eingeweide, ein fragliches wort.
1) im 18. jh.: bündel nennt man an einem gerissenen karpfen das gedärme welches mit dem rogen oder der milch verknüpfet ist, heiszet auch das gebütte. öcon. lex. 404 (vgl. DWB gebündel). in vocab. des 15. jh.: exentera, gepütte, gebutte, auch gebuet vel gewaid, s. Dief. 216a (Schm. 1, 302); extalis, gebutte. 219c, theils aus md. (auch rhein.) theils aus oberd. quellen (vgl. die hochd. umdeutung gepurdt n. gl. 160b); ob auch mnd.? s. Sch. u. L. 2, 25a. mhd. gebütze Lexer 1, 766, gebuzze exta sumerl. 31, 27 (wb. 1, 287a). doch auch gut alem. gebütte, von menschlichen eingeweiden, in einem kampfe:

er traf in und zertranden
von dem nabel hin ze tal,
daʒ alleʒ sîn gebütte val
nam nider ze der erden. Reinfr. v. Br. 19112.


2) dazu als einfache form put, exentrum, intestinum piscium voc. inc. teut. t 8b (r 1a); auch putten eviscerare, exenterare. voc.

[Bd. 4, Sp. 1914]
von 1445 Schm. 1, 302, auch in anderen putten, md., rheinisch butten Dief. 216a, n. gl. 160b, auch mnd. in einem voc. butten, pisces eviscerare Sch. u. L. 1, 465a. In Schmellers 2. ausg. wird auf roman. anklänge bei Diez 75 (1, 93) verwiesen, ital. budello darm, franz. boyau, im frühen mlat. intestina vel botelli, die da auf altlat. botellus, botulus würstchen zurückgeführt werden. aber das wegwerfen des -l entspräche nicht der sonstigen treue beim übernehmen eines fremdwortes, wenigstens eine spur des -l müszte erscheinen, sodasz ein heimischer anhalt zu suchen bleibt.
3) solchen bietet aber bottech (s. d.), der leib im gegensatz zu kopf und hals, ahd. potah, potih, auch cadaver Graff 3, 85 (wie noch mhd. botich Haupt 1, 287), mit nebenform putirih uter 3, 90, nhd. bütterich bauch, wanst Maaler 81d (s. butrich), noch schweiz. bötterich wanst, bauch Tobler 64a. 205b; das kann ursprünglich gemeint sein als das gefäsz für die eingeweide (vgl. lat. uterus, uter als schlauch und bauch), wobei potah wie singularisch, putirih (eigentlich wol putirah) wie pluralisch gebildet aussieht, von einem alten put n., pl. putir eingeweide, das denn noch in jenem put des 15. jh. erscheint. die doppelbildung ist wie kindlein und kinderlein, wie kräutig und kräuterig adj., und näher liegend kräutich und kräuterich gleich gekräute, krautwerk.