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 PfWB Eis-schülpe (Bd. 2, Sp. 860)   DWB schülpe (Bd. 15, Sp. 1962) 
  -schülpe f.: = Eisbrocken, -schilb, Pl. -schilwe [ KU-Kaulb RO-Obd Feilbg], Is- (īs-) [Bliesg (PfId. 123)]. Südhess. II 173; RhWB Rhein. II 92; LothWB Lothr. 260. —

 

 schülpe, f. muschelschale. vielleicht verwandt mit schale (s. daselbst theil 8, 2060) und schelfe (theil 8, 2489). jedenfalls ist enger zusammenhang mit schulpe anzunehmen, wie ja auch die bedeutungen in einander übergehen. doch scheint dies ursprünglich auf das hd., schülpe auf das nd. beschränkt gewesen zu sein. neben schülpe auch als schulpe, schilpe, schelpe. besonders im nd. verbreitet: mnd. schulpe, scholpe, scolpe, schulpeken; scholpe, moschel. Teuth. s. Schiller-Lübben 4, 149a; auch witte schelpekens (var. schulpekens) 67a; nnd. schülpe, schale, conche, mussel-schülpe Richey 245; schulpe, auch schelpe brem. wb. 4, 710, schülpe Schütze 4, 80; schülpe (schulpe) Stürenburg 236a; schulpe, schulp, schülpe, schülp ten Doornkaat Koolman 3, 156b; niederl. schulp und schelp, vgl. Franck 839: sculp of mossel conchile. hor. belg. 7, 14a (gemmula Antw. 1490); schelpe, putamen, testa, concha Kilian; vgl. ferner neufries. schülp schuppe ten Doornkaat Koolman a. a. o., engl. scallop, scollop, s. Skeat 528b. — die bedeutung ist meist die engere einer muschel, muschelschale, doch oft auch in weiterm

[Bd. 15, Sp. 1963]
sinne schale überhaupt, hülse von früchten, schuppe u. ähnl., so besonders im holländischen; schulpen schalen verschiedener fischarten, von krebsen, muscheln Dähnert 418a. in Dithmarsen sagt man dat saat krigt al schülp, 'der rappssamen ist beinahe reif und liegt schon lose in den hülsen' brem. wb. 6, 293; ostfries. auch von einer dünnen holzplatte u. ähnl.auf hochdeutschem gebiete scheint schulpe im schlesischen heimisch zu sein. Birlinger bringt zeitschr. f. d. phil. 20, 489 folgende belege aus schles. autoren des 18. jh. bei: künstlich gezierte schale oder schulpe, grosse schulpen an versteinerten schnecken; dem säuglinge die nabelschnur mit einer schulpe abschneiden. sonst nur ganz vereinzelt bezeugt: nummos argenteos, qui squamas carpiorum aliorumque piscium, seu cortices albicantes referrent, atque ideo schelpen, sive schilpen appellarunt. Stieler 1719; Campe kennt die formen schülpe, schulpe, schilpe, schelpe, doch nur als landschaftlich; Jacobsson hat schelpen, von der see ausgeworfene kleine muscheln 3, 577b; schelben, schelpen 7, 200b; schülpen oder schelpen, allerlei muscheln und schalthiere, die sich am boden des schiffes festhängen Bobrik 614a. — technische verwendungen in der seemannssprache: schülpe beim blockmacher, auch güdse, ein hohler betel, hohlmeiszel Bobrik 614a; schülpe an einem bohr, das löffelähnliche vorderende der halbausgehöhlten walze eines schülpbohrs. ebenda; schülpen des bratspills, die halbkreisförmig ausgeschnittenen hölzer, welche die bratspillköpfe von oben auf den schildbanken festhalten. ebenda; schülpen in den luken, durch welche das ankertau fährt, halbkreisförmige erhöhungen an den lukendeckeln. ebenda.