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 PfWB ein-steigen (Bd. 2, Sp. 833)   PfWB steigen1 (Bd. 6, Sp. 493)   PfWB hinein-steigen (Bd. 3, Sp. 1032) 
  -steigen st.:
1. 'in ein Fahrzeug steigen', Gegensatz: aussteigen; in de Zug einsteiche, in-, ensteie, s. PfWB ein- u. PfWB steigen [allg.]. —
2. 'durchs Fenster in ein Haus steigen, um zu stehlen' [verbr.]; vgl. PfWB einbrechen 1, PfWB hineinsteigen. Südhess. II 144; RhWB Rhein. VIII 589; Bad. I 665. —

 

   steigen1 st.:
1. 'sich nach oben (unten) bewegen', steie (daiə) [verbr. WPf nördl. VPf Christmann Kaulb 77 Henn Mda.-Int. 100 Müller Dietschw 61 PfId. 136 Schneckenburger 34 Krämer Gal 206], stḁie (dḁiə) [ KL-Frankst], steije (daijə) [KB-Bennhs LU-Dannstdt NW-Freinsh Haßl Iggb Kallstdt Lambert Penns 143], stäie (dęiə) [ HB-Böckw Ingb], steige (daigə) [ LU-Alsh, vereinzelt im Gebiet zwischen Lu'haf und Spey, BZ-Wilgws], steiche (daiχə) [verbr. SOPf Karch Gimmdg/Muttstdt 48 Schmitt Billh. 119], steische (daiə) [ LU-Altr Iggh Neuhf SP-Hanhf Schiffstdt]; zur Verbr. s. K. 1; Part. Perf. gestee (gədē) [Henn Mda.-Int. 100 Müller Dietschw 61], gestie (gədī) [WPf Henn Mda.-Int. 100 Mang 151 Schneckenburger 23, 34 Krämer Gal 206], gestie'e (gədīə) [ FR-Gr'karlb], g'steche (gdēχə) [PS-Busbg Erfw Schmitt Billh. 119], g'stieje (gdījə) [LU-Alsh Lambert Penns 143], g'stiche (gdiχə) [PS-Fischb Bertram § 90 Heeger Südostpf. 9 Schmitt Billh. 119]; Zs.: PfWB ab-, an-, auf-, aus-, be-, daher-, dahin-, darauf-, darüber-, ein-, PfWB ver-, herauf-, heraus-, herein-, herüber-, herum-, herunter-, hinauf-, hinaus-, hinein-, hinüber-, hinunter-, nach-, um-, zusteigen. Do neilich isse in de Frieh'/ im Bahnhof uff die Woh geschtieh! [Damm Dreifaltichkäät 55]. De Raach steit in die Heh [Krämer Gal 206]. Näwwel ausem Bodde schteie [Damm Pälzer 54]. De Newel aus de Däler schdeit / un wälzt sich bis en's Dorf enunner [Burgey Keschte 78]. Die Wolge steie [ KL-Siegb]. De Saft dut st. [ LU-Alsh LA-Rhodt]. De Gaul steit in die Heh, stellt sich auf seine Hinterbeine [ KU-Kaulb RO-Duchr/O'hs LU-Alsh BZ-Annw], steit beilings, geht mit den Vorderbeinen hoch [ BZ-Dernb]. Die Strooß (De Weeg) steit [ KU-Bedb FR-Bockh]. 's steit 'Es geht bergauf' [ KU-Schmittw/O]. Die Sunn steit [ FR-Bockh]. RA.: in die Klarer (Hosse) st. [ FR-Bockh]; en de Keller (en de Sack) steie misse 'in den Sack greifen müssen, Geld ausgeben müssen' [RO-Sippf KB-Mauchh]. Wann Buwe uf die Bääm steie, saht mer: die Affe steie, 's gebt Rehe, Verspottung [HB-Kirrbg ZW-Stamb KL-Alsbn KB-Bennhs]. Var.: Wannd Affe steichen gibts schäh Wetter [Bergz (Kamm 94)]. Der keicht wie e Logomodiv, wann's steit [ KL-Reichb]. Du kannscht mer uf de Buckel steie 'Laß mich in Ruhe!' [ RO-Dielkch KL-Heimkch]. Dem werr eich emol ufs Dach st. 'die Mei-

[Bd. 6, Sp. 494]
nung sagen' [ KU-Kaulb, vereinzelt], uf de Dach st. [ KU-Bedb]. Ich steich der uf de Kamm 'Mit Dir komme ich schon klar' [BZ-Dierb, Schandein Sprachsch. 25]. Do denksche: stein mer in die Tasch! 'Laßt mich in Ruhe!' [Ranssweiler 102]. SprW.: Wemmer de Kinner de Wille loßt, stein se em uf de Kopp [ Buch-Illisch]. Wer hoch steit, fallt dief [ Don-Gottlob]. Wu der Zaun am niddrischte is, steit jeder driwwer [vereinzelt Don Gal Buch]. WR.: Wann de Raach steit, werd's scheen [ ZW-Lambsbn LA-Freimh]. Wann die Newwel steien, gäbt's e schee Werre [ KL-Stelzbg]. De Newwel is in die Heh gesteh, 's kann Reen gewwe [ KU-Schmittw/O, mancherorts]. Soviel Newwel im Märze steige, / soviel Werrer im Sommer sich zeige [ KU-Brück]. Steigt der Newel in die Heh, / Sott mer net uf Reese geh [Penns-DeitschEck 1. 2. 1936]. KR.: Mutter, koch mer Zwiwweltee, / mein Leib, der dut mer weh; / jetzt is mer's in die Schiller gesteh, / o weh, o weh, o weh [ KU-Bedb]. —
2. 'höher werden, einen höheren Stand erreichen, zunehmen', auch übertr. De Preis steigt [ LU-Alsh], es g'stee [ KU-Adb Bedb]. Die Beamde sinn im Gehalt g'stegen [ BZ-Dernb]. Das Wasser (de Barometer, die Milch beim Koche) steit [KU-Schmittw/O RO-Sippf FR-Bockh]. Die Hoffnung steit [ FR-Bockh]. RA.: Der kann steije! 'kann wütend werden' [ KB-Mauchh]. Do is er'm gestieje 'zornig geworden' [ LU-Opp, RO-Schweisw FR-Bockh LU-Alsh BZ-Annw]. Wann mer'n angreift, wie er do steicht 'jemanden wütend machen' [ NW-Gimmdg]. Dem steit's Wasser in die Aa 'Er weint' [ FR-Kindh]. Do es mer awwer die Gall gestee 'Das hat mich geärgert' [ KU-Kaulb]. 's Blut steit em ins Gesicht [ KU-Schmittw/O]. Der Gickel 'Stolz' (Gückel 2 c α) is em g'stieje 'Er ist stolz geworden' [LU-Opp BZ-Dernb Schandein Sprachsch. 74]. Dem steit de Gickel 'Zorn' (Gückel 2 c β) 'Er wird zornig' [KU-Adb KB-Bennhs KL-Stelzbg Pirmas (NSZ 4. 7. 1939) FR-Studh NW-Kallstdt]. Dem steit glei de Kamm 'Er wird gleich erregt und heftig' [ KL-Erfb, vereinzelt]. Dem es ebbes in de Kopp gestie 'Er bildet sich etwas ein' [ HB-Breitft, vereinzelt]. 's Blut steirem en de Kopp 'Er wird leicht zornig; er ist beschämt' [ FR-Bockh, mancherorts]. Dem es sei Geld en de Kopp gestee 'Er bildet sich etwas auf seinen Reichtum ein' [ KB-Bischh]. Dem is die Millich 'Sperma' (Milch 2 a) in de Kopp g'stiche, von einem weibstollen Mann [Frankth]. De Wei (Des Bier) esch in de Kopp gestee 'Er ist betrunken' [ PS-H'einöd, ZW-Battw RO-Dielkch BZ-Klingmst]. De Zorn steicht em en de Kopp [ PS-Gersb GH-Hatzbühl Kuhdt]. Dem wer ich emol an de Krache st., Androhung von Prügel [ GH-Schwegh]. De Schleim (Schleim 2) (de Gift) steigt 'Der Zorn wächst' [ NW-Geinsh SP-Mechth]. BR.: Wann im November die Wasser steie, so werre se sich de ganze Winder zeije [ ZW-Hornb, GH-Leimh]. a. 1774: Schreyet nicht so laut, sonsten steygen wir euch auf den Buckel [Actum Sembach]. Volksgl.: Bei

[Bd. 6, Sp. 495]
großer Hitz därf mer nor langsam trinke, sunscht steigts gleie in de Kopp! [Krieger 8]. —
3. 'begatten', vom Tier. Der Stier steigt [ NW-Niedkch]; Syn. s. PfWB begatten. Wenn die Stute rossig ist, läßt mer de Hengst st. [ BZ-Dernb]. — RhWB Rhein. VIII 588/89; ElsWB Els. II 580 stigen; DWB DWb. X, II,2 1874 1steigen.

 

  -steigen st. :
1.
a. wie schd., -steie, -steiche, s. PfWB steigen [verbr.]; dorch's Finschder eninsteie [ KL-Matzb]; vgl. PfWB einsteigen 2, PfWB hereinsteigen, PfWB hineinklettern.
b. in die Hosse neinsteiche 'die Hose anziehen' [ LU-Neuhf]; vgl. PfWB hineinfahren 2 a, PfWB -schlupfen, PfWB -springen 2. —
2. 'angestrengt arbeiten'. Do muß mer ninsteie, wann mer ferdig werre will [Pirmas]; vgl. PfWB dawidergehen 1. — Südhess. III 542. —