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 PfWB Ein-keil (Bd. 2, Sp. 794)   DWB keutel (Bd. 11, Sp. 655) 
  Ein-keil s. PfWB Endkeutel.

 

 keutel, m. ein mitteldeutsches wort, mit mehrfacher bedeutung, hauptsächlich etwas sackartiges.
1) bei fischern, der sack in der mitte der wathe, in welchem sich die fische fangen. Adelung; der unterste sack an den netzen, worin die fische liegen. Hennig preusz. wb. 121. sprichw.: im keutel wird man die fische fahen. Luther tischr. 446a, wie nl. in den kuil vangt men den visch, d. h. man musz etwas nur am rechten ende suchen, um es zu finden. litt. kiuddelis m. erklärt Nesselmann 207a mit keutelnetz, das litt. wort scheint entlehnt. Hennig a. a. o. führt ein nd. keidel oder kiedel an, vgl. engl. kiddle fischreuse. Wie jenes nl. kuil am fischnetz, eig. sack, ahd. chiulla (s. DWB keul 3) sich mit dem md. kaule grube berührt, so stellt sich zu keutel das md. kaute grube, und das wird kein zufall sein.
2) dicker sackförmiger darm bei thieren, in Sachsen, besonders beim schweine, der darm wird zum wurstmachen gebraucht (beim kalbe tasche, beim rind und schöps plumdarm genannt von Leipz. fleischern); ebenso in der Zips kaidel m., der nächst dem magen gelegene gröszte schweinsdarm. Schröer 67a. in Thüringen heiszt es küttel (küttelwurst). keutel bei der hirschkuh: dasz, wann dergleichen verwundet gewesenes und wieder verheiletes wildpret gefangen worden, man in dessen wanste und zwar unten an dem kleinen keutel desselben einen schwamm eines daumens lang und dicke angetroffen. Fr. v. Göchhausen notabilia venatoris (Weimar 1741) 32. die form des darms erinnert an die bed. 1, die des worts freilich, namentlich die thüringische form, zugleich an kuttel, s. d.
3) paleare, kewtil. Dief. 406a, kewtel Breslauer voc. v. 1422 (s. mhd. wb. 1, 831a), herabhängende wamme oder unterkinn, wieder einem sack ähnlich; das klingt aber zugleich an koder unterkinn an.

[Bd. 11, Sp. 656]

4) ganz anders scheint ostpreusz. keutel, 'eine art von fischerböten, die besonders auf dem frischen Hafe gebraucht werden'. Hennig a. a. o., sein nd. kiedel scheint sich darauf zugleich zu beziehen: die fischer mit ihren keuteln, garnen und gezeuge. Schütz Preuszen 306 (könnte freilich auch die bed. 1 sein). Davon wol das preusz. keutler bei Frisch 1, 514b: keutler und andre fischer, welche sommerszeit am habe (haff) liegen. preusz. landordn. 1577 50b. vgl. rhein. käuzchen kleines flosz (Kehrein 219)?