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 PfWB ein-fangen (Bd. 2, Sp. 782)   PfWB an-binden (Bd. 1, Sp. 212)   PfWB ab-binden (Bd. 1, Sp. 11) 
   ein-fangen st.:
1.
a. 'entwichene Tiere fangen und einsperren', einfange, in-, en-. s. PfWB ein-1 u. PfWB fangen [verbr.]; de Gaul, de Bieneschwarm infange [KL-Matzb, verbr.]. —
b. 'Wild in Fallen und Schlingen fangen' [ ZW-Battw FR-Albsh BZ-Wind]. —
2.
a. 'einen entwichenen Häftling stellen', wie schd. [LU-Altr Lambert Penns 48]; vgl. PfWB einsperren 1 a. —
b. 'den Partner durch die Folgen des Geschlechtsverkehrs zur Heirat zwingen'. Sie wollt sich versorche, do hot se'n sich eingfange [LU-Opp, verbr.]; dafür auch PfWB anbinden 2, PfWB angeln 3, PfWB darankriegen 2, durch den Arsch gewinnen, verdienen.
c. 'für sich oder für eine Sache gewinnen', infange [ ZW-Battw]. — Südhess. II 82; RhWB Rhein. II 288; Bad. I 652.

 

   an-binden st.:
1. etwas a. 'durch Binden festmachen'; de Hund aanbinne [allg.]; scherzhaft: Die Staan 'Steine' binne se aan un die Hunn losse se laafe, angeblich der Ausruf eines Hausierers, der die ihn bedrängenden Hunde nicht mit Steinen abwehren konnte, weil sie festgefroren waren [Schandein Bav. IV, 2 S. 269]. De Trauwestock a. 'die Rebenruten mit Weiden oder Strohhalmen an dem Draht oder an dem Rebpfahl befestigen' [allg. im Weinbaugebiet]. a. 1590: ... soll ... keiner ... sein Pferdt ... zur weidt schlagen, Eß sey dhann ... angebunden [Zweibr Urkb. 149]. Scherzhafte Antwort auf die Frage, was los (= was geschehen) sei: Was net aangebunn is [nördl. VPf, allg.]. RA.: Der is Dag un Nacht aangebunn 'an Pflichten gebunden' [allg.]. Der schafft 'arbeitet' wie angebunn, ironisch von einem Faulenzer [Hebel 16, verbr.], wie e angebunner Hund [ KU-Hinzw]. E Kälbche (Kälwel) a. (auch PfWB abbinden) 'aufziehen (nicht verkaufen)' [verbr.]; übertr. 'erbrechen, sich übergeben' [allg.]. Volksgl.: In einem Teil der Westpfalz bestand der Glaube des Anbindens des Kalbes in der Kuh, indem man der Kuh, nachdem diese beim Fasel (Stier) gewesen war, ein Stückchen des Seiles der Rathausglocke zu fressen gab [Schandein Bav. IV, 2, 377]. Einen Bären anbinden 'einem ein Märchen erzählen' [Klein Prov. 36]; gebräuchlicher: einen Bären aufbinden. Dem soll mer die Zung a., von einem Schwätzer [ FR-Bockh]. Scherzhafte Antwort auf die Aufforderung, das Maul zu halten: Gebb mer e Strick for 's aansebinne [ KU-W'mohr]. SprW.: Wammer die Bohne oonbind, werd de

[Bd. 1, Sp. 213]
Kaffee raulich 'Wenig Bohnen geben keinen guten Kaffee' [ KU-Schmittw/O]. Neckvers: Korz geschor, hot 's Ohr verlor, hat 's widder gefunn, hat 's aangebunn [Kus]. —
2. einen (eine) a. 'der Entschlußfreiheit berauben'. RA.: Er hot's (das Mädchen) aangebunn(e), auch: Sie hot'n (den Burschen) a. 'durch Schwängerung zur Heirat gezwungen' [verbr.]. —
3. mit einem a. 'Streit beginnen', mehr umgspr. [allg.]. —
4. RA.: Der is korz angebunn(e), wer heftig reagiert, insbes. mit barscher Antwort rasch zur Hand ist, genommen vom Bild des bissigen Hundes, den man kurz anbindet [allg.]. — RhWB Rhein. I 699; ElsWB Els. II 59; Bad. I 44.

 

   ab-binden st.:
1. trans.
a. gegenst.
α. ein Kalb a. 'aufziehen', eig. 'von der Kuh entfernen, allein stellen' (und so von der Muttermilch entwöhnen) abbinne (ˈa|binə) [verbr., bes. Don Gal Buch]. Wieviel Kälbcher hänner desjohr abgebunn? [ Gal]. RhWB Rhein. I 699; Bad. I 2. Gebräuchlicher ist PfWB anbinden. Hierher gehört wohl auch die Verw. Ich han'n abgebunn 'beim Wettlauf weit zurückgelassen', Sprache der männl. Jugend [MPf]. —
β. ein Glied, eine Ader a. 'unterbinden' (um eine Blutung zu stillen). Er hot die Orer, de Aarm abgebunn(e) krie(ch)t [allg.]. —
γ. eine Warze a. 'durch Umwinden mit einem Bindfaden abschnüren und damit beseitigen' [allg.]. En Warz kammer mit re Hoor (mit me seidne Fadem) abbinne [Fogel Beliefs Penns Nr. 1703, 1704]. —
δ. die Wurst a. 'den mit Wurstfülle gefüllten Darm an beiden Enden zubinden', oder 'durch Binden in Einzelwürste abteilen' [allg.]; vgl. PfWB abknüpfen. RA.: Du siehscht aus wie e abgebunneni Worscht, von einem dicken Menschen, der sich in enge Kleider gezwängt hat [Kaislt]. —
ε. ein Rad a. 'den lockeren Reifen des Rades enger machen und neu aufziehen' [allg.]. RhWB Rhein. I 699; Bad. I 2. Schun seit Woche hott de Dorfschmidd, Mei(n) Pluggskärchel absebinne [Kunnrädel 48]. —
ζ. den Dachstuhl a. '(auf dem Reißboden des Zimmermanns) einrichten' [allg.]; vgl. PfWB Abbund. ElsWB Els. II 59; Bad. I 2. —
b. übertr.
α. einen a. 'verprügeln', genommen vom Abbinden des Rades (s. o. 1 a ε) [verbr. bes. WPf NPf].

[Bd. 1, Sp. 12]
Syn. s. PfWB verhauen. RhWB Rhein. I 699. —
β. die Braut a. 'der Braut den Schleier abnehmen', ein Hochzeitsbrauch [ DonGal]. —
γ. 'im Handel (bes. Pferdehandel) betrügen' [ KU-Hundh], 'im Klickerspiel alle Klicker abgewinnen'. Er is abgebunn 'aller Klicker verlustig' [ KU-A'glan HB-Nd'gailb]. —
δ. sich a. 'übermäßig essen', eig. 'den Magen so vollstopfen, daß er sich abschließt', vgl. Höh 122 [ KU-Diedk RO-Dielkch KL-Lind]. —
2. intrans. 'fest werden', vom Mörtel. De Speis hot (hat) abgebunn(e) [allg.].