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| PfWB Eich-meister (Bd. 2, Sp. 753) | PfWB Meister (Bd. 4, Sp. 1285) | PfWB Deichsel (Bd. 2, Sp. 185) | |||||||||||||||||||||||||||||
| 1. a. 'Handwerksmeister', Määschder (mdər, -Är, -Ä) [verbr. VPf SWPf mancherorts WPf NPf, Otterstetter 68], Meeschder [Lambert Penns 103 Krämer Gal 148], Määnschder (mndər) [verbr. nördl. WPf mancherorts mittl. u. westl. WPf vereinzelt VPf, Bertram § 170, 261 Heeger Südostpf. 12/13 Henn Mda.-Int. 268 Müller Dietschw 50 Schneckenburger 49 PfId. 94], Määnschder (mndər) [KU-Hachb Reiffb HB-Brenschb ZW-A'hornb Gr'bundb RO-Gaugrw Höring KL-Erzhs Katzw Mehlb Neukch Schrollb Weilb PS-Bobth Bundth Erfw Erlb Fehrb Geisbg V'weidth KB-Gauh Göllh Rams NW-Bobh Deidh LU-Limbghf LA-Walsh BZ-Rechtb Schweig GH-Schaidt], Maaschder (mādər, mdər) [mancherorts NPf KU-Breitb PS-Hirschth Schönau BZ-Dimb], Maanschder (māndər, mndər) [mancherorts NPf LU-Altr Christmann Kaulb 24, 88 Mang 132 PfId. 92], Maanschder (māndər, mndər) [KU-Kreimb WD-Hoof RO-Obd PS-Bruchw KB-Boland Göllh Standbl BZ-Dörrb], Meischder (maidər) [vereinzelt (nach dem Schd.)], Maaischder [ GH-Neubg]; Pl. wie Sg., mancherorts auch -schd(e)re; zur Nasalierung s. F; Zs.: PfWB Büchsen-, PfWB Lehr-, Maurer-, PfWB Schmiede-, PfWB Schneider-, PfWB Zunftmeister. Gun Dach (Gut Morge), M.! Anrede und Gruß der Lehrlinge und Gesellen an den Meister [ BZ-Annw, mancherorts]. [Bd. 4, Sp. 1286] Frau M.! Anrede der Frau des Meisters [ KU-Hinzw, mancherorts]; vgl. PfWB Meisterin. Gruß des wandernden Schmiedegesellen beim Betreten der Werkstatt: Zum Gunscht fir M. un Gesell! Ein fremder Schmied spricht um Arbeit zu [ GH-Kand]. SprW.: 's esch noch keen M. vum Himmel g'falle [LA-Roschb, verbr., auch Don Gal Buch]. Wer on de Weg baut, hot veel Määnschter [ KU-Schmittw/O]. 14. Jh.?: do soll der meinster gut for sin, ob der knecht das gelt abdete oder hinwecklieffe [PfWeist. 236 (NW-Deidh)]. a. 1425: meinster decker [LeinArch. (Löhne)]. a. 1425: eyme meinster ein dag 1 β den [ebd.]. a. 1514: geritten zu meinster Sonnenschyn [GgHospR]. a. 1514: Item 1 βδ hans zwick vor blattißgen (s. Blatteise) hat man by im geholt do der meinster gefangen warde [ebd.]. a. 1515: meinster Hans gryff ... meinster lorentzen von Danstatt [ebd.]. a. 1534: sol niemants des Nachts noch dem Nachtessen yn kheins Würtzhaus ... vnd die dienstknecht yn yr Meynsters heüser bleiben [MHVPf VII 53 (Weistum LU-Neuhf)]. a. 1539: Mainster Jorgen steinmetzen [GgHospR]. — b. 'Mensch, der in seinem Fach hervorragendes leistet; Könner' [mancherorts]; Zs.: PfWB Hexenmeister. Wer 's bescht gekennt hot, war M. [Rockhs]. — c. 'Herr, Vorgesetzter, Aufseher, Leiter' [verbr.]; Zs.: PfWB Bach-, PfWB Bau-, PfWB Post-, PfWB Brand-, PfWB Pritschen-, PfWB Bürger-, PfWB Drill-, PfWB Eich-, Flöz-, PfWB Forst-, PfWB Fron-, PfWB Gerichts-, PfWB Haus-, PfWB Hof-, PfWB Kirchen-, PfWB Kupier-, PfWB Markt-, PfWB Rent-, PfWB Ritt-, PfWB Rott-, PfWB Schacht-, PfWB Schul-, PfWB Sprach-, PfWB Spreng-, PfWB Stuben-, Stuter-, Waage-, PfWB Wacht-, PfWB Wald-, Wiegmeister. a. 1314: und mogent die mestere und die nachgebure dar zu gen mit wafene oder ane wafen [SpeyUrk. 223]. a. 1341: vmme vir schillinge penninge zur winachten zu geben deme meister in irme hove zu Obernheimbach [OttbgUrkb. 419]. Im Bes. α. 'Aufseher der Arbeitsleute' [verbr.]; vgl. PfWB Kommandiermeister. — β. Anrede des Herrn durch das Gesinde [mancherorts]; vgl. PfWB Pfetter 4, PfWB Vater 1 d, PfWB Vetter 2 b γ, PfWB Herr 2 a α, Schef. — d. 'Scharfrichter'. a. 1661: wurde er vor den Meister gestellt [Knapp 57 (KL-Ottbg Samb)]. — e. 'Schinder' in den Zs. PfWB Klee-, Wasenmeister. — 2. a. Meinschter Lambe 'Hase' [ KU-Schmittw/O]; Meischter Lambel [ KL-Schneckhs]. — b. vgl. die Zs. PfWB Waldmeister. — F.: Nasaleinschub findet sich schon in den hist. Belegen des Pfälzischen (s. o.) und im Mhd.: meinster ( Lexer Lexer I 2085). In den heutigen pfälzischen Mundarten ist Nasaleinschub oder Nasalierung (sekundäre Nasalierung) besonders vor -s und -f (vgl. PfWB Deichsel, PfWB Esel, PfWB Husten, PfWB Haufen, PfWB Meise, PfWB Meißel, PfWB Maulvoll u. a.) in der Nord- und mittleren Westpfalz zu beobachten, während in der VPf nur noch in einzelnen Fällen kleinere Inseln [Bd. 4, Sp. 1287] mit sekundärer Nasalierung bestehen geblieben sind (vgl. Bertram § 170). — Südhess. IV 619/20; RhWB Rhein. V 1056 ff.; Lothr. 355/56; ElsWB Els. I 732.
| 1. 'Lenkstange an zweispännigen Fahrzeugen (Wagen, Schlitten usw.)' (für Einspänner s. PfWB Lanne, PfWB Schere), auch 'Deichsel für das steife Joch'. Hauptformen sind nach K. 85: Deisel (dais(ə)l, dois(ə)l, -z-), Teisel (t-), Deischel (dai(ə)l, -ž-), Teischel (t-), Tischel (ti(ə)l, -ž-), Deischdel (daid(ə)l), Deichsel (daigs(ə)l, dḁigsəl). Sonderformen: Deinchsel (dḁings(ə)l) [ FR-Gr'niedh LU-Ruchh Fußgh], Deinsel (dainsəl, dḁi-) [ FR-Lambsh LU-Schauh NW-Weish/S], Dääsel (ds(ə)l) [ PS-Schindhd], Daasl (dāsl, dḁ-) [ RO-Mannw KB-Otth BZ-Nd'horb], Deisdel (daisdəl) [ ZW-L'wied BZ-Gossw], Dischl [ IB-Bliesmg/Bolch], Dääschel (d(ə)l) [ PS-Claus W'fischb Münchw Pirmas], Deechel [Hombg], Teichel (taiχ(ə)l) [ KU-Horschb Nerzw W'mohr Körbn Heinzhs Krottb HB-Einöd Bliesdh IB-Schnapp ZW-Hengstb], [Bd. 2, Sp. 186] Deichdel (daiχd(ə)l) [ PS-Hirschth BZ-Hermbghf], Dischdel (didəl) [ HB-Medh Alth], Tischdel (tidəl) [ IB-Bebh HB-Seyw Peppk Utw], Därschdel (dęrdəl) [ BZ-Stein Silz], Deitschel (daid(ə)l) [ PS-Zesbg Merzalb], Doichsel, Doinchsel (dǫigsəl, dǫingsəl) [ FR-Heßh Flomh LU-Altr], Dächsel (dęgs(ə)l) [ HB-Brenschb KL-Samb NW-Neidfs], Darchsl (dargsl) [ FR-Roxh], Deigschel (daig(ə)l) [KL-Landstl PS-Schönau BZ-Bindb]; vgl. PfWB Lanne, PfWB Schwicke. Zs. PfWB Strack-, PfWB Wagen-, PfWB Walzen-, PfWB Werbdeichsel. Die Deichsel is aus berke Holz [Kaislt]. Er laaft newer de Deisel [ NW-Hardbg]. Hall die Deisel mehner links, dann dricken mer de Waa an de richdiche Platz [ Gal-Obl]. a. 1425: vmb ein tysseln an einen wagen [LeinArch. (Löhne)]. a. 1531 (erneuert 1585): darnach soll er seinen wagen laden und die deixel zum hof auszen kehren [Grimm Weist. V 672 (PS-Wallhalb)]. o. J.: er soll anfangs seinen wagen stellenn vnnd die Tissel zue seinem hoff vß kerren [SSp., Falkenstein, Fasz. 106]. — 2. scherzh. 'männliches Glied' in Kutscher ohne Deisel für 'kutschierende Frau' [Don-Schowe Torscha (Steinmetz)]. — 3. Därschdl, Name des Langenbachtals bei PS-Erfw. — F.: Der aus Bayern gekommene Stoß, durch den älteres, aus hs hervorgegangenes s durch ks (in unserer Schreibung gs) abgelöst wurde (vgl. hierzu bes. Wagner Sprachl. 39, Christmann SprBew. 19 ff.), konnte in der Pfalz bei Deichsel, wie Karte 85 zeigt, nur ein kleines, am Rhein von nördlich Frankenthal bis südlich Germersheim in wechselnder Breite sich hinziehendes Gebiet erobern. Dieser Stand hat wohl, wie viele Belege der Auslandspfälzer (besonders der Pennsylvanier und der Schwarzmeerdeutschen) vermuten lassen, schon für das 18. Jh. (Zeit der Auswanderung) zu gelten. In jüngerer Zeit hat Dei(n)chsel u. ä. von den Städten her (s. die Karte) weiter Boden gewonnen. — Westlich der Linie Bergzabern—St. Wendel mit einem schmalen Ausläufer nordwärts Homburg gelten Formen mit sch (). Nach Michels, Mittelhochdeutsches Elementarbuch (Heidelberg 1921), S. 115 (§ 122), wurde s im Mhd. »wahrscheinlich etwas höher am Gaumen gebildet als nhd. s, nahe der Artikulationsstelle des nhd. sch«, wodurch der Übergang von s in erleichtert war. Den bei Deichselwagen aufgeführten Belegen mit duschel, düschel nach zu schließen, war sch in unserem Worte im 15. Jh. zumindest mancherorts auch in der Vorderpfalz verbreitet, was in einigen Belegen auf K. 85 seine Bestätigung findet. Auch in Rheinhessen und im Starkenburgischen erscheinen Formen mit sch (Südhess. I 1453). Vgl. auch die Angaben zur Verbr. der Formpaare Amsel-Amschel, Drossel-Droschel, pissen-pischen u. a. — Den Formen mit sind die mit ch (χ) ( Teichel u. a.) an die Seite zu stellen, die gleichfalls vor allem im Südwesten [Bd. 2, Sp. 187] ![]() [Bd. 2, Sp. 189] vorkommen. Wie in dem Nebeneinander von Formen wie iχ und i 'ist', vgl. K. 1, diχdiχ und didi 'tüchtig', blęχ und blę 'Blech', raiχ und rai 'reich' zeigt sich auch hier die besonders stark in der Westpfalz in Erscheinung tretende Unsicherheit in der Unterscheidung von ch (χ) und sch (). — -d- in Dischdel usw. sowie -r- in Därschdel, Darchsel sind sekundäre Einfügungen wie in Gääschdel, Gaarschdel 'Geißel'. Die Nasalierung des Stammvokals (Deinsel, Deinschel usw.) ist wie auch in anderen Fällen (vgl. z. B. Meister) vielerorts in der nördlichen Vorderpfalz anzutreffen. — In der westl. WPf (wie auch in den benachbarten rheinischen Gebieten und in Lothringen) erscheint im Anlaut fast allg. t. ( Teisel, Teischel, Tischel u. ä.), was auffallen muß, da wgerm. þ sonst im Anlaut vor Vokal allgemein zu d gewandelt ist, vgl. z. B. Dach, denken, Dieb, Dorn, durch. — Genus zumeist f.; m. verbr. KU und lothr. SWPf. — Südhess. I 1307; Saarbr. 44; LothWB Lothr. 92; ElsWB Els. II 719; Bad. I 451.
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