Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 PfWB dutzen (Bd. 2, Sp. 706)   PfWB wider-stoßen (Bd. 6, Sp. 1313)   PfWB strupfen (Bd. 6, Sp. 735) 
   dutzen schw.:
1. 'stoßen'.
a. 'die Schalenhärte der Ostereier durch Stoßen erproben', dotze [Bergz]; vgl. PfWB tatschen 3 a, PfWB picken 4. —
b. 'mit den Köpfen zusammenstoßen'. Im Spiel mit einem kleinen Kind stößt der Erwachsene mit seinem Kopf an den des Kindes und ruft dabei: Hammelche, dutz [ Gal-Dornf]; vgl. PfWB butzen. —
2. 'kneten'. De Dääg ( Teig) werd gedotzt [ NW-Lambr]. — Südhess. I 1926; RhWB Rhein. I 1602 ff., VIII 1509/10; Saarbr. 54; ElsWB Els. II 735; Bad. I 620.

 

   wider-stoßen st.:
1. '(unsanft) gegen etwas dagegen stoßen', widder-, wedder-, wirrer-, werrerstoße [mancherorts, Andre 158 Kühn Hamet 142], weller- [ LU-Altr]; Syn.: PfWB anbumpen, PfWB anbumsen, PfWB andachsen, PfWB anfahren 1 b, PfWB angehen I 6, PfWB anhauen 1 a, PfWB anhüffen, PfWB anknassen, PfWB anknussen, PfWB anpuffen, PfWB anpumpen2, PfWB anrempeln, PfWB anrennen, PfWB anrumpeln, PfWB anschucken, PfWB anstoßen, PfWB anstumpfen, PfWB anstupfen, PfWB ansturren, PfWB anstutzen, PfWB aufnussen, PfWB aufprallen, PfWB aufstumpfen 1, PfWB aufstupfen, PfWB pucken, PfWB puffen, PfWB bummern 2, PfWB bumpen 2 c, PfWB bumpsen 2 a, PfWB butzen, PfWB daranstolpern, PfWB daranstupfen, PfWB daraufschubsen, PfWB treffen 1 a, PfWB tupfchen, PfWB turren, PfWB dutzen 1 b, PfWB feiteln, PfWB herumbumpen, -knuppen 1, -schubsen, PfWB -stoßen, -stumpfen, -stumpfieren, -stupfchen, -stupfen, -sturren, PfWB hinstoßen, hinstumpen, PfWB hinstupfen, PfWB hinsturren, PfWB hinüberstoßen, PfWB hinunterstoßen, PfWB holpern 2, PfWB kippen1 2 c, PfWB knassen 1, PfWB knäufeln, PfWB knäutschen, PfWB knuffeln, PfWB knuffen, PfWB knuppen 1 a, PfWB knuppsen, PfWB knussen, PfWB nicken 4 b, PfWB nussen1, PfWB rammeln 2, PfWB rempeln 1, PfWB rennen 2, PfWB schieben 1 a, PfWB schnicken 4, PfWB schuben 1 a, PfWB schubsen, PfWB schucken1 1 c, PfWB schwieren, PfWB stampfen 2 b, PfWB storren 2, PfWB stößeln, PfWB stoßen, PfWB strupfen 2 f, PfWB stumpen 1, PfWB stumpieren 1, PfWB stupfchen, PfWB stupfen 1 a, PfWB stupfern, PfWB stupsen 1, PfWB stutzen 2 a, PfWB widerstumpen, PfWB -wuppen; sich w. 'sich schmerzhaft an etwas stoßen' [ KB-Kerzh Kriegsf]; hot sich werrergestoße [ GH-Kand]. Ich hab de Kopp werrergestoß [ LU-Limbghf Muttstdt]. —
2. 'mit der Zunge beim Sprechen anstoßen, lispeln, stottern' [ KU-Diedk, mancherorts]. Der stoßt werre [ ZW-Bechhf]. —
3. 'angrenzen' [vereinzelt]. Sei Land dut wedder meins stoße [Beam Penns 107]. — Rhein. IX 494. —

 

   strupfen, strüpfenschw.:
1. 'streifend überziehen oder abstreifen', von Kleidung, Haut der Tiere, Blättern usw., struppe (drubə) [Lambert Penns 145], strippe (dribə) [verbr., Andre 124 Höh 59 Müller Dietschw 63 PfId. 138 Lambert Penns 145 Krämer Gal 210], streppe (drebə) [ KU-Altkch O'alb WD-Niedkch HB-N'alth Walsh IB-Rohrb]; Zs.: ab- 1, an-, aus-, darüber-, herum-, herunter-, hinauf-, über-, um-, PfWB zusammen-, PfWB zurückstrüpfen; sich st. 'sich ausziehen, die Kleider wechseln', bes. wenn man naß geworden ist [ZW-Bottb, verbr.]; die Kleeder iwer die Ohre st. [ BZ-Albw]; Laab st. 'Laub abstreifen zur Futtergewinnung im September' [ KL-Gerhbn PS-Heltbg]; Welschkarn st. 'Maiskolben entblättern' [Lambert Penns 145]; Kleesame st. 'den Samen vom Klee abstreifen' [ BZ-Dernb]; Duwack st. 'Tabak von den Stengeln abstreifen' [Beam Penns 90]; Kersche st. 'Kirschen ohne Stiele abstreifen' [ BZ-Dernb]. Die Heidelbeeren werden gestrippt [Wilms Alph. 52].

[Bd. 6, Sp. 736]
Die Wäsch es gestrippt 'nur glattgestrichen, aber nicht richtig gebügelt' [ KB-Kriegsf]. Wann's orich naß is, muß mer die Grumbeere st. 'muß man den anhängenden Schmutz mit der Hand abstreifen' [ KU-Schmittw/O]. 's Kind hat die Worscht g'strippt 'das Wurstfüllsel aus dem Darm herausgestreift' [ BZ-Dernb]. Wann's net veel Fuurer (Futter) gibt, gihn die Leit in de Wald un strippe Läib (Laub) [ KU-Schmittw/O]. Un wie ehr vor Staune gar 's Mailche ufgeht, do stripp ich ehr was an de Finger [PfRSch. 7. 1. 1927]. Wie bischde dann widder gestribbd? 'gekleidet' [Hussong Kirkel 147]. Ich bin so geschwitzt, daß ich mich st. 'umkleiden' muß [ IB-Ommh]. Ich bin in e Gewirrer ninkumm, wie ich hääm sin kumm, han ich mich misse st. von Kopp bis zu Fuß [ KU-Börsbn]. Stribb die Blus grad iwer de Kopp [Wilms Alph. 52]. RA.: eem 's Fell (die Haut) iwer die Ohre (de Kopp) st. 'jemanden übervorteilen, wirtschaftlich ausbeuten, ihn finanziell ruinieren' [ KU-Bedb, mancherorts]; 's Koppgestell st. 'Bankerott machen' [ KU-Eschau]; sich st., dass. [ KU-Kaulb]. Er strippt de Wammes ääbsch an, dass. [Hebel 24]. Einen VR. s. PfWB Grete 1 a. a. 1798: in der Bruchhöll Laub gestrüpft ... in der Obergeilbach Laub gestrübt [StArch. Kus, Beilagen zu den Gemeinderechnungen Nr. 25]. —
2.
a. 'melken' [ WD-Niedkch HB-Kirrbg KB-Kriegsf]; die Gaaß st. [ KB-Kriegsf]. VR.: Hopperlobopp, Modder koch Sopp! / Wannde käi Milch hascht, / dann streppde (stripp dir) de Bock [ WD-Niedkch]. —
b. 'Tanzmusik spielen', pfälz. Musikantenspr., strippe [Bei uns daheim 19. 5. 1926]. —
c. 'die Stoppeln erstmalig flach pflügen' [NPf (Klein Wag. 121)]; vgl. PfWB stürzen 3 c. —
d. 'beim Durchziehen durch eine Öffnung an den Seiten schleifen, hängenbleiben' [ KB-Kriegsf]. De Wickel strippt sich 'Der Heuwickel geht beim Befördern in die Höhe nicht glatt durch das Scheuerloch' [ KB-Kriegsf]. —
e. 'scheuern, schrubben', struppe (drubə) [ BZ-Dörrb]; vgl. PfWB schruppen, PfWB strupfern. —
f. 'stoßen', struppe [ KU-Reichsth]; wohl aus stupfen.
3. 'das Wild in Schlingen fangen', strippe [ KU-Wahnwg]; vgl. PfWB Strupf 1. —
4. 'jemandem eine herunterhauen, einen Schlag versetzen, hauen, ohrfeigen' [verbr.]; Zs.: PfWB abstrüpfen 2; Syn. s. PfWB verhauen, PfWB ohrfeigen. Ich stripp der ään! [ KL-Reichbstg]. Ich han em eeni gestrippt [ HB-Schwarzack]. Er hot e paar gestrippt kriet [ KU-Elzw]. —
5.
a. 'jemanden beim Spiel ausnehmen, ihm alles, bes. alle Klicker abgewinnen' [mancherorts]; Syn. s. PfWB abgewinnen. Er is g'strippt [ KB-Kerzh]. Den hammer g'strippt [ RO-Börrstdt]. Mer hun en gestrippt [ RO-Als]. Er hat ne beim Kartespiel gestribbt [Wilms Alph. 52]. Die große Buwe strippe die kläine, beim Klickerspiel [ KU-Schmittw/O]. —
b. 'jemanden geschäftlich übervorteilen, finanziell ruinieren' [ IB-Blieskst PS-Geisbg LA-Herxh]. Er is gestrippt 'hat kein Geld mehr' [ PS-Geisbg]. —
c. '(fremden) Gänsen die Schwungfedern heimlich herausziehen' [LA-Impfl Land]. —
d.

[Bd. 6, Sp. 737]
'stehlen, entwenden', strippe [verbr., Glass 99 Thielen 108]; Syn. s. PfWB stehlen. Sie hen Obs im Feld g'strippt [ BZ-Dernb]. Sie hemmer (haben mir) die Beere (Birnen) g'strippt [ LA-Venn]. —
6. 'jemandem die Meinung sagen, ihn kritisieren, zurechtweisen', strippe [KU-Bedb Nerzw O'staufb Rutsw/G Schmittw]. Ich hon 's em gestrippt [ KU-Nerzw]. Die mit ehrem freche Maul muß jere (jeden) st. [ KU-Schmittw/O]. — Mhd. strupfen 'streifen, abrupfen' ( Lexer Lexer II 1255). — RhWB Rhein. VIII 842 ff. strippen, 888/89 struppen; LothWB Lothr. 507 strippen; ElsWB Els. II 634.