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| [Bd. 8, Sp. 1376]
| [Bd. 22, Sp. 653] oder der weimarischen stadt Triptis, die im volksmunde Tripstrill genannt wird, unmöglich würde; s. in Herrigs archiv 102, 253. anders zs. f. dt. wortf. 3, 124/8; vgl. Borchardt - Wustmann d. sprichwörtl. raa. im volksm.6 479; dribsdrill, th. 2, 1420. 1) m., bezeichnung für einen menschen, der durch seine ungeschicklichkeit und torheit anstosz erregt, tölpel, dummkopf. während des nhd. zeitraums über das gesamte deutsche sprachgebiet verbreitet mit mannigfachen bedeutungsabschattungen, ohne dasz für sie eine bestimmte ausdehnung geographisch fest umrissen werden könnte: dripsdrill, spottname für einen menschen, der sich albern und blöd benimmt 1, 673/4; tripstrill, tölpel, dummkopf, langsamer, dummer mensch; übereifriger, aber ungeschickter mensch elsäss. 2, 764a; dröpsdrölles, einfältiger, dämlicher mensch Trierer wb. 73a; trepsdrell, tölpel Wegeler Coblenz2 78; trippstrill, gleichgiltiger, langsamer mensch; gern weinende person volksspr. in Nassau 410; langsamer einfältiger mensch; schlafmütze; spottname, den man einem unvorsichtigen gibt id. pruss. (1760) 8; preusz. wb. 53; person, die sich nicht zu finden weisz, einfältig, ungeschickt ist spr. Livlands 201a; als fem.: einfältige person, Schön Saarbrück.2 50b; die trippstrille, zuweilen eine scherzhaft scheltende benennung eines mädchens, einer frauperson Posen (1820) 322; neckwort: 'du siehst so betrübt aus wie 'ne trippstrill' volkstüml. i. Ostpr. 1, 185; feminine neben masculiner verwendung bezeugt auch a. a. o. literarisch als schimpfwort vornehmlich in mundartnaher oder reiner mundartdichtung: ... der yngebildt tripsdrill! es sind zwar noch bei mir Paris und Schampetasche, 2) n., erdichteter ortsname; ähnlich wie Schilda zur kennzeichnung eines ortes, dessen törichte einwohner sich übergescheit glauben und deshalb lauter narreteien und torheiten begehen. wenn auch die literarischen belege für diese verwendung bis ins 15. jh. zurückreichen, so hat sie sich doch wohl erst aus 1 entwickelt. im gegensatz zu 1 ist die verbreitung dieser bedeutung auf das obd. und md. sprachgebiet beschränkt: Wiener dial. 167; 1, 673/4; tirol. 757; schweiz. id. 4, 190; sagen, gebräuche, sprichw. d. Allgäus 2, 741; schwäb. 2, 389; elsäss. 2, 764a; Schön Saarbrücken2 50b; Kölner ma. 182b; rhingscher klaaf 213; volksspr. i. Nassau 410; oberhess. 300; Altenbg. 101; 1, 251a; Leipziger ma. 224b. in Norddeutschland wird entsprechend Buxtehude gebraucht. gern antwortet man im volksmund auf die naseweise frage: wohin gehst du? woher kommst du? u. ä. mit der schnippischen abfertigung; nach, von Tripstrill; s. d. wbb. nach schwäbischem volksglauben liegt in Tripstrill die altweiber- oder pelzmühle, in der alte weiber wieder jung gemahlen werden, vgl. zs. f. dt. mythologie 2, 196; 3, 116: zu guter letzt ich melden will: herr wirt, nun gebt uns euren segen! [Bd. 22, Sp. 654] ihr, ey könnt ihr mir nicht sagen, wo geht man recht nach Tripstrill nausz? gikes, gakes, ofenloch (um 1620) a 3a; er spricht, er habe keine wort im vorrath, und hat doch beym könige zu Tripstrill sollen complimentirsecretarius werden drei hauptverderber (1673) 62; der lutherische herrgott hat trotz dem calvinischen seine synagog, welche vor dem jahr 1517 über tausend jahr zu Tripsdrill, drei meilen hinterm kachelofen in der Wetterau, unter der bank gelegen frisz vogel oder stirb (1726) 2, 119; du wärst ein kerl, sprach ich, für den ewigen juden, dem es wenig verschlägt, ob er in Tripstrill oder Herrnhut zur kirchweih ankommt ges. schr. (1905) 2, 14; und wenn ihr auch von Trippstrill (statt von Lauterbach) wäret, ihr wäret doch ein lieber mensch dorfgesch. 2, 118; als buchtitel L. Finckh die reise nach Tripstrill (1911). in älterer zeit bei anonymen werken zur charakteristik des inhalts zuweilen als druckort angegeben: sammlung poetischer gesundheiten und gedanken beym trunk. Tripstrille 1750, s. d. falschen u. fingierten druckorte 1, 87; pilgerbuesspredig des schwäbischen pater Abraham. gehalte anno duback. gedruckt z. Trippstrill in der pelzmühle ebda 1, 234; vgl. auch Herrigs archiv 102, 251. 3) m., diarrhoe, durchfall: viel trauben eszen gereutt man etlich mahl, wen man einen braffen tribsdrill bekompt br. 1, 247 Holland; es kamme mir auff einmal ... ein starker tribszdrill ahn — bin in 2 stunden 8 mahl gangen ebda 1, 375; ferner 1, 4; 1, 182. liegt hier ein ganz persönlicher sprachgebrauch vor?
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