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 PfWB Tursch (Bd. 2, Sp. 688)   PfWB Torsch (Bd. 2, Sp. 361) 
  Tursch s. PfWB Torsch.

 

   Torsch m., Torsche f. (?), Torschen m.:
1.
a. 'Kohlstrunk', überhaupt 'Stiel verschiedener Gemüsearten', Torsche (tǫrə) [verbr. WPf Kühn Hamet 29 Schandein Sprachsch. 92], Tarsche (tḁrə) [ KU-Kaulb], (tarə) [ KU-Rothsbg KL-Eulbis], Tursch [lothr. SWPf (Nachlaß Keiper)], Dorsche [ KB-Kerzh LU-Friesh NW-Dürkh Gal-Obl], Dorsch [ LA-Maik], Torsch [ Don-Tscherwk Torscha Gal-Dornf Bolech], Tarsch [ Don-Schowe], Dasch(d) [Penns (ZfMf. 1958, S. 207)]; insbes. 'Strunkfortsatz, das Harte im Krautkopf, das vor dem Gebrauch herausgeschnitten wird', Torsche [ KU-Wolfst ZW-Mörsb RO-Gundw Messbhf KB-Eisbg]; 'Rippe im Rüben- und Salatblatt', Torche (tōrχə) [ KU-Körbn]; 'Krautwurzel', Torsche [Kühn Hamet 139]; 'abgeschnittenes Rübenblatt', Tarsche [ KU-Gumbsw], Torschde [ KU-Dittw], Tuerscht (tuərd) [ HB-N'alth]. RA.: Torsche knawwere 'von magerer Kost leben' [Wilde 139]. Volksgl.: Damit die Krauternte gut werde, springt die Hausfrau am Fastnachtsabend rücklings vom Herdstein herunter und spricht dabei folgenden Spruch: Hääbder (Häupter, d. h. Krautköpfe) wie mein Kopp, Blädder wie mein Schorz, un Dorsche wie mein Bään [SPf, Schandein Bav. IV/2, 379]. Zs. Kappes-, Kraut-, Rummeln-, PfWB Salattorschen. —
b. 'spärlich blühender Traubenstock, der nur vereinzelte Beeren hervorbringt', Torsche [ KL-U'sulzb]. —
c. 'dikkes Stück', von Kartoffeln, Rüben, Birnen usw. So Torsche will ich net [Kaislt]. —
2. übertr.
a. persönl.
α. 'steifer, tappiger Mensch, Tölpel', Torsche [ KU-Schmittw/O], Tarsche [NPf (Wilde 139)], Dorschem (!) [ KU-Roth]. Auch

[Bd. 2, Sp. 362]
Schimpfname: Du bischt noch e Torsche! [ NW-Frankeck]. Du bischt un bleibscht e T.! [ KU-Schmittw/O]. Die Pälzer Mädcher stelle große Ansprich an die Zukinfdiche: Er därf kä Torsche, kä Olwel, kä Kalfakderer sei [Feierowend Nr. 52/1955]. Syn. s. PfWB Tappes 1 a. —
β. e Storre un Torsche 'widerspenstiger Kerl' [Krieger 10]. —
γ. 'überaus große weibliche Person', Torsche [ KL-Mehling]. —
δ. 'alte Frau', Torsche [ KL-Siegb]. —
ε. 'einfältiges Frauenzimmer', Torsch [IB-Blieskst (PfId. 141)]. —
b. sachl.
α. 'lange, dicke Nase, Nase überhaupt', scherzh., Torsche [verbr. NPf (in S. bis KL-Ottbg)], Tarsche [KU-Bedb RO-Sitt Wilde 139], Tasche [ KU-Nußb]. Er hot e gehörige Torsche im Gesicht [Kühn Hamet 139]. E langi Nas, die haaßt mr Zinke, Torsche, Gummer, Kolwe, Giwwel [Kühn Palz 2]. Syn. s. PfWB Nase. —
β. 'Kopf', scherzh., Torsche [Pirmas (Otterstetter 235)]. Syn. s. PfWB Kopf. —
γ. scherzh. 'Klarinette', Musikantensprache, Torsche [NWPf]. —
δ. 'Messer, bei dem durch eine Vorrichtung das Zuklappen verhindert werden kann', Torsche [ RO-Münchw]. — Zu mhd. torse; lat.-griech. Ursprungs, vgl. Kluge-Mitzka19 Dorsche. — F.: Der Anlaut ist fast allg. t-, selten d-. Die Formen mit Vokalsenkung (a statt o) dürften in älterer Zeit in der Pfalz weithin, wenn nicht allg. verbreitet gewesen sein; vgl. hierzu P. Schach in ZfMf. 1958, S. 207 ff. tur(d) in der SWPf läßt die Neigung dieser Landschaft für die Hebung des Vokals erkennen; vgl. z. B. alsfort, torig. Die Dehnung in rχə (KU-Dittw) ist durch nachfolgendes r + Kons. bewirkt; vgl. PfWB Garten, PfWB wert. Das -r- wird nur von den Auslandpfälzern deutlich gesprochen, in der WPf u. NPf ist es kaum, mancherorts überhaupt nicht zu hören; deutlicher erscheint es in der VPf (vgl. Bertram 140, § 246). Zum Übergang von zu χ vgl. F. bei Deichsel (Sp. 186, Z. 57ff.). — Das Wort lautet fast allg. auf aus; Abfall des ist sporadisch, und nur bei den Auslandpfälzern etwas häufiger belegt. Der Dental nach -- (tuərd, dad, tordə) ist sekundär angetreten, wie z. B. in burd, s. PfWB Bursche, frd, s. PfWB Ferse u. Vers. Gen. fast ausschließlich m.; die wenigen Notierungen mit f. sind zweifelhaft. — Südhess. I 1592; RhWB Rhein. VIII 1243/44; Saarbr. 210; LothWB Lothr. 114; ElsWB Els. II 717; Bad. I 511.