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 PfWB Dürre-weg (Bd. 2, Sp. 687)   PfWB Dürre (Bd. 2, Sp. 684)   PfWB Ge-riß (Bd. 3, Sp. 228) 
   Dürre-weg f.: = PfWB Dürre 2 a, rrwegg (ˈdärwęg) [verbr. südl. WPf südl. VPf], -wagg [ PS-Schönau], -wegge (-węgə) [verbr. südl. VPf selten Süd-PS FR-Hettldh Kühn Hamet 103 Pauli 112 Heeger Vhk. 110], -weh [Wilms Alph. 18], -wagge [ PS-Bundth GH-Wörth], Darrwegg [ BZ-Dierb], -wegge [ PS-Leim Busbg LA-Wollmh Herxh BZ-Nd'horb Ingh GH-Vollmw Kand Hatzbühl], -wagge [ PS-Bobth]; das Wort wird vorn. im Pl. gebraucht; zur Verbr. vgl. K. 108. Er hot Därrwegge [ LA-Wollmh]; trockene D. [LA-Impfl]. Eiterige D. nennt man lewendiche D. Vielleicht ist das Wort die Beschwörungsformel »Dürre hinweg!« aus einem Zauberspruch gegen Hautflechten. -wagg(e) zeigt den für den pfälz.-elsäss. Grenzstreifen kennzeichnenden Wandel von mhd. ë zu a, wie z. B. in PfWB Dreck, PfWB recht, PfWB welk. — Südhess. I 1905; ElsWB Els. II 707; ElsAtl. I K. 246; Bad. I 511 Dorrweg.

 

   Dürre f.:
1. 'Vorrichtung zum Trocknen, Darre'.
a. 'Anlage zum Trocknen von Holz auf offenem Feuer', rr [ NW-Frankeck]; 'Trockenraum neben dem Herd' [Pirmas]. —
b. 'Stange über dem Herd zum Trocknen von Wäsche und Kleidungsstücken' [ RO-Börrstdt]. Syn. s. PfWB Ofenstange. —
c.
α. 'Gerüst zum Aufbewahren von Trockenobst' [ BZ-Dierb]. —
β. 'Gestell zum Trocknen von Obst', s. Hutzel-, Quetschendürre. —
γ. 'Malzdarre in der Bierbrauerei'. a. 1588: Stain zu Machung vnd erweiterung der dhör zu dem Maltz [WerschwSchR]. a. 1588: von einem Legell (s. PfWB Logel 'Tragebütte') ... darin der Bierbreuer die frucht vff die Dhörr tregt [ebd.]. —
2.
a. 'trockene, schuppige Hauterkrankung im Gesicht, Hautflechte', rr, Pl. Därre [gesamte Pfalz ohne Nordteil u. Grenzstreifen im Süden der NPf], Darr, Pl. Darre [KU-Krottb Cronbg Nd'staufb LU-Altr LA-Birkw Herxh GH-Knitth Otth Heeger Vhk. 110], zur Verbr. s. K. 108. Syn.: Dürreiß(en), PfWB Dürreweg, PfWB Flechte, PfWB Freisam, PfWB Geriß, PfWB Gezittereiß, PfWB Winddürre, PfWB Zitter, Zittereißen. Er hot e D. im Gesicht [RO-Odh, verbr.]; häufiger: Därre em Gesicht [KB-Albish, verbr.]. Heilmittel gegen die D.: Fensterschweiß [ KL-Weilb], Jauche [ ZW-Battw LU-Limbghf], Wurstfett [ KU-Ulm], Reiben mit einer Speckschwarte, die danach unter der Dachtraufe vergraben wird. (vgl. PfWB Dachtraufe 1). Man unterscheidet die trockene D., auch PfWB Winddürre genannt, von der nassen oder lebendigen D. (lewendichi D.), die eiterig ist, und von der vom Vieh übertragenen Viehdürre.
b. 'rissige Haut auf den Lippen, bes. nach Fieber'. Er hot Därre [ NW-Neidfs Wachh Geinsh]; vgl. PfWB Dürrenmaul. — Südhess. I 1591 Dorre, 1903 Dürre; RhWB Rhein. I 1273 Därre; 1587 Dürre; ElsWB Els. II 707; Bad. I 510/11, 614/15.

 

   Ge-riß n.:
1. in der Wend. das G. haben 'sehr umworben, begehrt sein'. Sie hot 's Geriß (gəris) bei de Buwe [LA-Mörzh, verbr.]. RA.: Sie hot 's G. wie Bittels Gans [ NW-Haßl Spey PS-Erfw, auch Gal]; Var. s. PfWB Gansert 1. Des Mädche hat 's G. wie die Hinkel uf'm Mischt [ Don-Bulkes], wie e Paar alte Hose [ KU-Bedb], wie e alter Strohhut im Winter [ Don-Sekitsch], wie 'm Beddelmann sein Himmet (Hemd) [ Don-Gert], wie der Bettelmann 's G'schiß [Fogel Prov. Penns Nr. 1976], wie e Paar alte Stiwwele [Kühn Palz 143], wie e seire Scherm (seidener Schirm) [ RO-Feilbg]. VR.: Lene, Lene, ganz gewiß, du hoscht heit das gröscht G. [PfRSch. 29.7.1926]. —
2. 'trockene Hautflechte' [ HB-Lu'thal]; vgl. PfWB gereißen. Syn. s. PfWB Dürre 2 a. — Südhess. II 1268; RhWB Rhein. VII 461; ElsWB Els. II 288/89; Bad. II 373/74.