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 PfWB Dürre-weg (Bd. 2, Sp. 687)   PfWB Dürre (Bd. 2, Sp. 684)   PfWB Flechte (Bd. 2, Sp. 1435) 
   Dürre-weg f.: = PfWB Dürre 2 a, rrwegg (ˈdärwęg) [verbr. südl. WPf südl. VPf], -wagg [ PS-Schönau], -wegge (-węgə) [verbr. südl. VPf selten Süd-PS FR-Hettldh Kühn Hamet 103 Pauli 112 Heeger Vhk. 110], -weh [Wilms Alph. 18], -wagge [ PS-Bundth GH-Wörth], Darrwegg [ BZ-Dierb], -wegge [ PS-Leim Busbg LA-Wollmh Herxh BZ-Nd'horb Ingh GH-Vollmw Kand Hatzbühl], -wagge [ PS-Bobth]; das Wort wird vorn. im Pl. gebraucht; zur Verbr. vgl. K. 108. Er hot Därrwegge [ LA-Wollmh]; trockene D. [LA-Impfl]. Eiterige D. nennt man lewendiche D. Vielleicht ist das Wort die Beschwörungsformel »Dürre hinweg!« aus einem Zauberspruch gegen Hautflechten. -wagg(e) zeigt den für den pfälz.-elsäss. Grenzstreifen kennzeichnenden Wandel von mhd. ë zu a, wie z. B. in PfWB Dreck, PfWB recht, PfWB welk. — Südhess. I 1905; ElsWB Els. II 707; ElsAtl. I K. 246; Bad. I 511 Dorrweg.

 

   Dürre f.:
1. 'Vorrichtung zum Trocknen, Darre'.
a. 'Anlage zum Trocknen von Holz auf offenem Feuer', rr [ NW-Frankeck]; 'Trockenraum neben dem Herd' [Pirmas]. —
b. 'Stange über dem Herd zum Trocknen von Wäsche und Kleidungsstücken' [ RO-Börrstdt]. Syn. s. PfWB Ofenstange. —
c.
α. 'Gerüst zum Aufbewahren von Trockenobst' [ BZ-Dierb]. —
β. 'Gestell zum Trocknen von Obst', s. Hutzel-, Quetschendürre. —
γ. 'Malzdarre in der Bierbrauerei'. a. 1588: Stain zu Machung vnd erweiterung der dhör zu dem Maltz [WerschwSchR]. a. 1588: von einem Legell (s. PfWB Logel 'Tragebütte') ... darin der Bierbreuer die frucht vff die Dhörr tregt [ebd.]. —
2.
a. 'trockene, schuppige Hauterkrankung im Gesicht, Hautflechte', rr, Pl. Därre [gesamte Pfalz ohne Nordteil u. Grenzstreifen im Süden der NPf], Darr, Pl. Darre [KU-Krottb Cronbg Nd'staufb LU-Altr LA-Birkw Herxh GH-Knitth Otth Heeger Vhk. 110], zur Verbr. s. K. 108. Syn.: Dürreiß(en), PfWB Dürreweg, PfWB Flechte, PfWB Freisam, PfWB Geriß, PfWB Gezittereiß, PfWB Winddürre, PfWB Zitter, Zittereißen. Er hot e D. im Gesicht [RO-Odh, verbr.]; häufiger: Därre em Gesicht [KB-Albish, verbr.]. Heilmittel gegen die D.: Fensterschweiß [ KL-Weilb], Jauche [ ZW-Battw LU-Limbghf], Wurstfett [ KU-Ulm], Reiben mit einer Speckschwarte, die danach unter der Dachtraufe vergraben wird. (vgl. PfWB Dachtraufe 1). Man unterscheidet die trockene D., auch PfWB Winddürre genannt, von der nassen oder lebendigen D. (lewendichi D.), die eiterig ist, und von der vom Vieh übertragenen Viehdürre.
b. 'rissige Haut auf den Lippen, bes. nach Fieber'. Er hot Därre [ NW-Neidfs Wachh Geinsh]; vgl. PfWB Dürrenmaul. — Südhess. I 1591 Dorre, 1903 Dürre; RhWB Rhein. I 1273 Därre; 1587 Dürre; ElsWB Els. II 707; Bad. I 510/11, 614/15.

 

   Flechte f.:
1.
a. 'geflochtenes Haar', nur Pl., Fleechde [ FR-Bockh]. —
b. 'Wagenkorb aus Weidengeflecht', Pl. Fleechde [ Don-Bulkes]; vgl. Wagenzaine. —
c. 'geflochtener Zaun'. 15. Jh.: denselben waag oben und unten nit versperren mit reyßen oder flechten [PfWeist. I 286]. a. 1531: vor ein flecht vff das Bentzfelt [GgHospR]. a. 1630: Item ein pflegt bey Thomas Kalckbreners nauw hauß am weg [PfWeist. I 50 (KU-A'glan)]. —
2. 'Quecke', Pl. Flechde [ FR-Beindh]; vgl. PfWB Flechtengras 1. —
3. 'Hautflechte', Pl. Fläächde (--) [ ZW-Battw], Fleechde (-ē-) [ KB-Orb BZ-Albw], Flechde (-ę-) [ KU-Lauteck RO-Lohnsf PS-Gersb LA-Gommh BZ-Dierb], (flędə) [ LU-Altr], (fleχdə) [verbr.]; Sing. Flecht [ NW-Kallstdt BZ-Dernb]. Zs. PfWB Bart-, PfWB Hautflechte. Er hot Flechde im Gesicht [KB-Kerzh, verbr.], F. an de Bään [ NW-Frankeck]. Man unterscheidet trockene und nasse F.; die trockene s. PfWB Dürre 2 a. Die F. kuriert mer mit Puhl 'Jauche' [ ZW-Battw], mit ausgelossenem Butter [ LA-Gommh]. Brauchspruch gegen F.: Heute ist Samstag, hat der Jude Schabbes; ihr Därre, Flechde, ihr Unrat, ihr sollt weiche, wie die Juden vom Schweinefleisch [ HB-Kirrbg].

[Bd. 2, Sp. 1436]
Südhess. II 783; RhWB Rhein. II 580 ff.; ElsWB Els. I 164; Bad. II 170.