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 PfWB Dürre (Bd. 2, Sp. 684)   ElsWB Zitterle (Bd. 2, Sp. 920a)   RhWB Zitter (Bd. 9, Sp. 814) 
   Dürre f.:
1. 'Vorrichtung zum Trocknen, Darre'.
a. 'Anlage zum Trocknen von Holz auf offenem Feuer', rr [ NW-Frankeck]; 'Trockenraum neben dem Herd' [Pirmas]. —
b. 'Stange über dem Herd zum Trocknen von Wäsche und Kleidungsstücken' [ RO-Börrstdt]. Syn. s. PfWB Ofenstange. —
c.
α. 'Gerüst zum Aufbewahren von Trockenobst' [ BZ-Dierb]. —
β. 'Gestell zum Trocknen von Obst', s. Hutzel-, Quetschendürre. —
γ. 'Malzdarre in der Bierbrauerei'. a. 1588: Stain zu Machung vnd erweiterung der dhör zu dem Maltz [WerschwSchR]. a. 1588: von einem Legell (s. PfWB Logel 'Tragebütte') ... darin der Bierbreuer die frucht vff die Dhörr tregt [ebd.]. —
2.
a. 'trockene, schuppige Hauterkrankung im Gesicht, Hautflechte', rr, Pl. Därre [gesamte Pfalz ohne Nordteil u. Grenzstreifen im Süden der NPf], Darr, Pl. Darre [KU-Krottb Cronbg Nd'staufb LU-Altr LA-Birkw Herxh GH-Knitth Otth Heeger Vhk. 110], zur Verbr. s. K. 108. Syn.: Dürreiß(en), PfWB Dürreweg, PfWB Flechte, PfWB Freisam, PfWB Geriß, PfWB Gezittereiß, PfWB Winddürre, PfWB Zitter, Zittereißen. Er hot e D. im Gesicht [RO-Odh, verbr.]; häufiger: Därre em Gesicht [KB-Albish, verbr.]. Heilmittel gegen die D.: Fensterschweiß [ KL-Weilb], Jauche [ ZW-Battw LU-Limbghf], Wurstfett [ KU-Ulm], Reiben mit einer Speckschwarte, die danach unter der Dachtraufe vergraben wird. (vgl. PfWB Dachtraufe 1). Man unterscheidet die trockene D., auch PfWB Winddürre genannt, von der nassen oder lebendigen D. (lewendichi D.), die eiterig ist, und von der vom Vieh übertragenen Viehdürre.
b. 'rissige Haut auf den Lippen, bes. nach Fieber'. Er hot Därre [ NW-Neidfs Wachh Geinsh]; vgl. PfWB Dürrenmaul. — Südhess. I 1591 Dorre, 1903 Dürre; RhWB Rhein. I 1273 Därre; 1587 Dürre; ElsWB Els. II 707; Bad. I 510/11, 614/15.

 

  PfWB  RhWB Zitterle [Tsìtərlə Ruf. Geberschw. Schleit.] n. 1. Zittergras, Briza media; Syn. Haseⁿbrot Kirschl. 2, 332. Volksreim: Zitterle, Zätterle, geʰ mⁱr nit üwer meiⁿ Ackerle! Schleit. 2. Grasstengel mit blühenden Rispen Ruf. 3. Silberscheibchen

[Bd. 2, Sp. 920b]
an Brautkranz oder Haube, welche die unbescholtene Braut (in Mb. zuletzt 17, 1. 1888) bei der Hochzeit trug Metzeral JB. III 134; vgl. das Krönl der Braut in Mietesheim JB. XIII 228.

 

  PfWB  ElsWB Zitter das Wort, nachträgl. aus dem Zeitw. abgeleitet, hat je nach Bed. verschiedene Verbr.; Lautung s. bei zittern: 1.a. m. das Zittern, durch Kälte, Furcht, Nervenkrankheit usf. verursacht Bitb-Ehlenz Rittersd, Prüm-Ihren, Rip, SNfrk, Düss-Stdt Unterb; ich han de Z. in de Ben, en de Häng usf. Rip, Allg.; sich verschrecke, dat mer de Z. op et Lif krit Sieg-ODollend; mer krit der Z., wemmer en de Kälde rusgeht Rip, Allg.; der Z. un Bivv krige Köln-Stdt. — b. m. sachl. α. Fleischgericht aus den Ohren, dem Rüssel u. den Füssen des Schweines, Schweinekäse, Sülze, Gallerte, Fleischgelee Goar-Weiler, Merz-Harling, Trier, Wittl, Bernk-Mehring, Bitb, Zell-Briedel, Prüm-Ihren, Malm-Aldring Amel, Schleid-Dollend, Ahrw-Walporzh, MGladb. — β. Wildwachs im Fleisch Wittl. — 2.a. f. tsedər Pappel, Espe (wohl kaum zu Zeder) Schleid-Heimb. — b. Pl. tsīdər Trier-Detzem, Wittl-Piesport, sonst stets Dimin. -χə(n), –χər Zittergras, Briza media (s. Wk. VII 3, Rasselchen) Wend-Erzw, Saarbg-Ayl Irsch, Trier-Krettnach, Koch-Leienkaul, Altk-Selb, Neuw-Erpel Unkel, Ahrw-Sinzig, Waldbr-Lichtenbg Morsb. RA.: Et es ke Z.chen zu klan, et brengt en Zentner Heide an Koch-Leienkaul. — c. Zitterches spille ein Rundtanz der Kinder Koch-Stdt.