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| PfWB Turm (Bd. 2, Sp. 673) | PfWB Bursche (Bd. 1, Sp. 1377) | PfWB bürschteln (Bd. 1, Sp. 1379) | |||||||||||||||||||||||||||||||||
1. 'Turm einer Kirche, einer Stadtmauer u. ä.', Tur(e)m (turəm, turm, tuÄm) [mittl. WPf stark verbr. übrige WPf (außer ZW-Süd u. PS-Süd) NPf nördl. VPf verbr. mittl. u. südl. VPf], Turm [verbr. Don Gal Buch Rußl], Dur(e)m (durəm, durm, duÄm) [ BZ-W'hamb Billh GH-Zeisk Bellh Hayna Rh'zab Berg], Tor(e)m (tǫrəm, tǫrm, tǫÄm) [ZW-Süd PS-Süd (bis PS-Hintwdth-Nothw) verbr. nördl. WPf westl. NPf seltener östl. NPf nördl. VPf selten mittl. u. südl. VPf], Torm [ Don-Torscha Semlin Rußl-Spey], Dor(e)m (dǫrəm, dǫrm, dǫÄm) [mancherorts mittl. u. südl. VPf PS-Ost], Turen [ SP-W'see], Turn [ Don-Brestowatz Gal-Beckersd], Tor(e)n [KU-Hefw KL-Reichb Katzb HB-Limb verbr. östl. NPf FR-Bockh Kindh NW-Weish/S Greth LA-Diedf PS-Ruppw Salzwg], Torn [Don-Stanischitz Rußl-München Rastatt], Dorn [stark verbr. mittl. VPf BZ-Dernb Nd'ottb LA-Ilbh Mörzh GH-Max'au Kand], Tar(e)m (tḁrəm, tḁrm) [verbr. NWPf (nördlichster Punkt KU-Schmittw/O, südlichster KU-Etschbg)], Tarm [ Don-Schowe], Tarn [ RO-O'mosch KU-Föckbg], Tarn [Penns Don-Kernei Altkeer Albrechtsflor], Darn [ LA-Offb], Ture (tūrə) [ WD-Niedkch ZW-Mittb], Tore (tōrə) [ KU-Albess Bledb WD-Ostbr], Dore [ KU-Diedk], Dorn (dōrn) [ NW-Ruppbg Niedkch Meckh LA-Rhodt Venn]; vgl. auch unten F. Zs. PfWB Pulver-, PfWB Dom-, PfWB Treppen-, PfWB Glocken-, PfWB Hexen-, PfWB Holz-, PfWB Kirchen-, PfWB Leucht-, PfWB Storchenturm. Door un Tarm sein verfall [ KU-Schmittw/O]. Er is so fescht wie e Dore [ KU-Diedk]. AR.: Auf einem Turm, Turm, Turm, da saß ein Wurm, Wurm, Wurm. Wie sah er aus? Rat du mal schnell heraus! [Pirmas]. Un 's blost d'r jetz zwelfe vum Torn in die Nacht [Schandein Ged. 140]. a. 1355: eynen torn [MüPfUrk., Fasz. 183, Nr. 2617]. a. 1417: der thurn [Grimm Weist. V 611 (NW-Kallstdt)]. a. 1441: ein thornichin (Dim.) [UrkKG n. 237]. a. 1471: zu nicastel Im torn [ZweibrSchR, Bl. 4]. 16. Jh.: Item der kirchen bawe betreffend, weyst dem pastor den chor inn dach zu halten, der gemeynde den dhorn [PfWeist. I 181 (LA-Bornh)]. a. 1567: am Eck des Dhurnes [ZweibrUrkb. 121]. [Bd. 2, Sp. 674] a. 1597: wan sich geschel oder geleuff erhube, so soll ider der vff ein thur oder letze kompt, ein schuß thun, domit man spuren kan, daß der selbige thurn oder letze versehen mit oder wacht [SpeyKrM]. a. 1606: In Anno 1606 den 17. tag Merz ist das Ludwigskabellen Dirmingen (Türmchen) abgefallen, mit einem großen Sturm und wint herniedergerissen [Niedhammer 239]. a. 1727: alß man daß Chor u. Turn hießiger Kirch gebaut [SSp., Kirchenb. Katzweiler/Weilerbach]. — 2. (m., n.) 'Gefängnis', Torn [ HB-Erb RO-Feilbg Lettw], Dorn [GH-Neubg Kand, PfId. 35], Darn [Bergz, PfId. 31], Ture [IB-Ormh Ingb PfId. 142 (Bliesg)], Tur [ IB-Bliesmg/Bolch]. Syn. s. PfWB Kittchen. Er kummt in de Dorn [ GH-Neubg], ins Dorn [ GH-Kand]. a. 1314: den sol man vahen und vier wochen legen uf den tuorn [SpeyUrk. 218]. a. 1430: in Bloch oder torne [St. Arch. in NW-Deidh, Weist.]. a. 1537: Item alle gotslesterer oder mißdetigen, die sollichs mit vffsatz thun, sollen gefenklich angenommen vnnd gen Falckenstein in thorn geliffert werden [SSp., Schöffenweist. von Falkenstein, S. 80]. a. 1765: so hat mich der Amtmann gleich zu Turm geworfen [Vogel 81]. — F.: Die Formen mit -n (turn, durn, tǫrn, dǫrn < mhd. turn, torn < altfrz. *torn, s. Kluge-Mitzka20) sind die älteren. Die auf schriftspr. Einfluß zurückgehenden jüngeren Formen mit -m (turm, durm usw.) dringen vor; vgl. auch Bertram §§ 120, 121. Senkung von -u- zu -ǫ- vor r + Kons. (tǫrm, dǫrm usw.) ist in der Pfalz weithin anzutreffen (vgl. bes. Höh 58, Bertram a. a. O., Heeger Südostpf. § 14); in der NWPf ist sie, wie sonst in dieser Stellung, vgl. PfWB Bursche, PfWB durch, PfWB Durst, PfWB Turmel, bis -ḁ- bzw. -a- (tḁrm, tḁrn usw.) entwickelt (vgl. bes. Christmann Kaulb § 23,3). Zum Abfall des auslautenden Nasals vgl. Besem/Besen, Bodem/Boden. — Südhess. I 1892/93; RhWB Rhein. VIII 1486/87; Saarbr. 213; LothWB Lothr. 113; ElsWB Els. II 716; Bad. I 611/12.
| 1. a. 'der junge Mann von etwa 16 Jahren bis zur Verheiratung', Borsch usw., s. F. [allg.]. Der Vierzehn- und Fünfzehnjährige gilt im allg. noch als Bube; allenfalls wird er als junger Borsch oder jung Berschelche bezeichnet. Die Grenze zwischen B. und Bube ist jedoch fließend, vgl. PfWB Bube u. unten 1 b u. 2. Von einem hübschen, gut gewachsenen Burschen heißt es: e schener (e sauwerer, e stolzer) B. [allg.]. Ein B., der auf Haltung bedacht ist, gilt als gattinger Borscht [Kunnrädel 10]. — b. Im Pl. sind die Borsch (Bersch) die 'Jungmannschaft des Dorfes', die man aber mancherorts auch mit Buwe bezeichnet. Als geschlossene Mannschaft treten die Burschen bei gewissen Anlässen auf, bes. zur Kirbe, mancherorts auch in der ersten Mainacht oder an Pfingsten. In KB-Kriegsf waren nach den in Becker Vk. 224/25 abgedruckten Statuten vom 20. 5. 1787 Burgerliche und Beysassente junge Bursch in einer wider erneuerten gesellschaft oder zunft organisiert. Nach diesen Statuten durfte in diese Burschenschaft unter fünfzehn Jahr Keiner angenommen werden. Der Aufzunehmende hatte als Aufnahmetaxe zwey Virtel Wein und Jedem einen Weck (Semmel) zu stiften. Als Mitglied hatte jeder darauf zu achten, daß er ein Pursch ist und sich nicht buwisch stellen dürfe. Er hatte freien Zugang zu den Mädgen, sollte sich aber geziemend Bey den Mädgen aufführen. Kein Mädchen durfte einen organisierten Burschen als Tänzer ablehnen. Der Bursche durfte sich im Wirtshaus nicht betrinken, nur bey dem aufdingen (der Knechte) kan es erlaubt werden. Die Burschen hatten sich gegenseitig beizustehen; wenn einer krank wurde, so war jeder verbunden, ihn ordnungsmäßig zu besuchen und wan er sollte sterben, ihm eine Kron aus der gesellschaft Machen zu lassen. Zs. PfWB Kirbe-, Straußbur- [Bd. 1, Sp. 1378] sche. — 2. in mehr oder weniger spöttischem Sinne von jeder männlichen Person. Mei Mudder hat mer jedi Woch mit gude Worte zugesproch. 's hat nix gebatt. Ehr ganzi Kunscht war an mer faulem Borscht umsunscht [Münch Weltgesch. 45]. Das eß noch e jung Berschelche [ RO-Rehborn]. Wart nor, du Berschelche! Drohung gegenüber einem schlimmen Knaben [KB-Albish, verbr.]. So e trauricher Barsch! 'So ein erbärmlicher Kerl!' [ KU-Kaulb, allg.]. E alder B. 'alter Junggeselle' [verbr.]; vgl. PfWB Bube 4. — 3. 'Geliebter, Schatz' [allg. auf dem Land und in Arbeiterkreisen der Städte, jedoch im Schwinden begriffen]; vgl. PfWB Bekanntschaft 3, PfWB Freund, (mit einem) gehen. Zs. PfWB Tanz-, PfWB Ladebursche. Uns Bettche (Elisabeth) harre (hat einen) Borsch [KL-Gimsb, verbr.]. Das is mein Borsch [HB-Kirrbg, verbr.]. Einem heiratsfähigen Mädchen wünscht man zum neuen Jahr im Scherz: Ich winsch der e glicklich neies Johr un e Borscht mit schwarze Hoor [GH-Schwegh, verbr.]. Ein Mädchen, dem die Haarnadel vorsteht, neckte man: Dein Barsch denkt an dich [KU-Bedb, verbr.]. Um zu erfahren, wen ein Mädchen dereinst heiraten werde, zählte es die Knöpfe an der Jacke ab mit den Worten: Eddelmann, Beddelmann, Wittmann, Bauer, Borsch [ Gal-Brunnd]. — 4. 'Knecht, Gehilfe, Lehrling, Geselle' in den Zs. PfWB Bäcker-, Bauern-, PfWB Handwerks-, PfWB Jägers-, PfWB Lauf-, PfWB Metzger-, PfWB Mühl-, PfWB Schank-, PfWB Schenk-, PfWB Stall-, PfWB Wanderbursche. a. 1676: Der schornsteinfeger und sein Borsch sollten billig auch beim Feuer sein [A. Pfeiffer, Das Kaminfeger-Handwerk in der Pfalz]. — 5. a. 'Zuchtstier'; die Kuh zum Borsch fehre [ KL-Stelzbg]. — b. Birschel, Hundename [ PS-Heltbg]. — c. von einem Jungtier, das sich schlecht entwickelt: Das is noch e Barsch! [ZW-Battw, verbr.]. — F.: bǫr und boÄ verbr. WPf NPf nördl. VPf; Don Gal Buch allg. bǫr; bǫrd WD-Niedkch verbr. NPf verbr. mittl. u. südl. VPf Don-Lenauheim Franzfeld; bar und bḁr verbr. NWPf Don-Schowe; bard und bḁrd verbr. mittl. VPf (Bertram 75/76) Bergz BZ-O'ottb Schweig (PfId. 17); bur PS-Lu'wink LA-Wollmh; burd lothr. SWPf (Keiper Nachträge). (Das -t ist sekundär hinzugetreten, wie in PfWB Herbst, PfWB Obst.) — Pl.: fast allg. bǫr; bär verbr. Sick., bǫrd BZ-Dernb. — Dim.: bärjə u. bärχə östl. NPf nördl. VPf; bärəlχə u. bärələ nördl. u. mittl. VPf; birəlχə u. birdəlχə lothr. SWPf (Keiper Nachlaß); bärəl mittl. u. südl. VPf; bärdəl NW-Kallstdt LU-Friesh LA-Gommh GH-Schwegh. — Südhess. I 1240 ff.; RhWB Rhein. I 1143/44; Saarbr. 40; LothWB Lothr. 73 Burscht; ElsWB Els. II 91; Bad. I 377.
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