-werfen st.:1. = PfWB durchschmeißen. Dem kann mer e Bierfässi zwische de Bäin dorchwerfe, vom O-Beinigen [ RO-Als, KU-Kaulb KB-Kerzh BZ-Annw]; vgl. PfWB durchrollen. — 2. = PfWB durchsieben; Sand (durch ein Sieb) dorchwerfe [ RO-Als]. — Südhess. I 1885; Bad. I 606. — | | [Bd. 14, Sp. 768] reiten, verb. parare, praeparare, conficere, instruere, disponere; rationes conferre, computare, in letzterer anwendung auch raiten. sowohl mhd. reiten, nhd. bereiten, parare, wie reiten, raiten rechnen, das die nhd. schriftsprache aufgegeben hat, sind mit ahd. reiti, paratus zusammenzustellen. das zählen, rechnen wird als ein zurechtlegen, vielleicht zunächst als ein zurechtlegen des kaufpreises gedacht, vgl. die formel bereites geld, niederd. rede geld oben unter reit, dann theil 1, 1500 unter bereiten, rationes conferre. weiter entwickelt sich dann die bedeutung 'bezahlen, rechnung ablegen, rechnen'. goth. garaidjan übersetzt διατάττειν (τὴν λογίαν die collecte) 1 Cor. 16, 1. altn. greiða entfaltet neben der bedeutung 'zurecht, fertig machen' auch die von 'bezahlen, auszahlen' (reiða fê af hendi, af höndum), ebenso auch ohne präfix reiða. dän. han maa udrede mange penge, er musz viel geld entrichten, ebenso mhd. gereiten, bereiten und das einfache reiten im sinne von bezahlen, dann allgemeiner rechnen, zählen. ahd. antreita ordo, series, antreitôn digerere, disponere Graff 2, 480 lassen auf deutschem gebiete die gleiche bedeutungsentwickelung vermuthen wie im altnordischen. 1) reiten, expedire, fertig machen, nhd. nur bereiten: mhd. ros, wâpenkleit und schilde, helme und ir bereitschaft reiten die helde werhaft. Konrad von Würzburg troj. krieg 42726; so wil ich mich gar balde hinnen reiten. meisterl. der Kolm. handschr. 128, 44; mnd. reden: to beiden tziden redden sik de kooplude unde de amptlude to mort unde to stride. Lübecker chron. 1, 315 bei Schiller-Lübben 3, 444a; do de nacht vorgink, des morgens vrô, stunt he up unde rede sik tô. van dem holte des hilligen cruzes 425; mnld. men reide ter maeltijt ghinder die duven jonc die Reinaert brochte. Reinaert 3872. ebenso reden im neueren niederd.: to diske un to potte reden, das essen fertig machen brem. wb. 3, 453. nld. reijden, reiden, norw. reida, schwed. reda, dän. rede. 2) bezahlen, rechnung ablegen, rechnen: und die wîle er eʒ (das pferd) bederbet, sô sol er im deheine fuore raiten. Schwabensp. 212 § 2; owê, swer sus mit gelte scheidet von der welte, der muoʒ dem wirte reiten mit sorge âne beiten. Hugo von Langenstein Martina 122, 53; sol ir ainr dem andern ain monet baiten, er tuot ims des vierden pfennings hœher raiten. teufels netz 9026; und tuot im denn ain klain zil baiten und darnach bald mit im raiten (abrechnen). 9215, s. mhd. wb. 21, 667; wer den juden gelten solt, es wer reich oder arm, edl oder burger, der solt mit in raiten, und was ieder dann schuldig wär, daran solt im gleich der vierte tail hauptguets und schadens abgan. d. städtechron. 5, 31, 34; und hett es alles aigentlich angeschriben und auf ainander gerait, und sprach, dasz ob 11000 mentschen tod weren. 295, 9; inner sechs jahren nachst nacheinander volgend von datum des briefs zeraitten. 10, 399, 30; da sy wol 14 tag ob allen chamer- und steur-puechern gesassen, und hin und her raiteten. 15, 466, 6; alleʒ ungrerisch und beheymisch guldin ie der guldin gerait umb ... 4, 179, anm. 1. mnd. he scal thar tho sweren, dhat he anders nene pande ne hebbe, dar he the sculde mede reden (var. bereden, beteren) moghe. (1303) brem. stat. 75 bei Schiller - Lübben 3, 444a; desse brif is gegeven tho Arneborch, also men reydet van der bort u. s. w. meklenb. urkundenb. nr. 2352. ich bin noch in gueter hoffnung, e. ku. mt, sey noch in gedennchh, das e. k. mt. mir zu Wurms in beywesen her lrichen von Halbsperg zusaget, e. k. mt. welle mich meins verdienten solds enttrichten, und meinem hawtman Selbachen bevolhen, mit mir zu raitten. urkunden zur gesch. Maximilians I. 147; wie man aus zweymal zwey fünfe, und aus zehne ein eilffe zusammen reiten könne. Abele künstl. unordnung 3, 20. Stieler bezeichnet raiten als mundartlich: significat in Austria et Suevia idem quod rechnen, rationem conficere etc. 1519; vgl. Schmeller 2, 170. in der bergmannssprache wurde raiten gebraucht für rechnung legen über den grubenhaushalt Veith 372. vgl. unten reitung. |