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 PfWB durch-hocken (Bd. 2, Sp. 652)   PfWB hocken (Bd. 3, Sp. 1120)   RhWB hucken III (Bd. 3, Sp. 869) 
  -hocken schw. : 'durch vieles Sitzen durchscheuern'; die Kläärer (Kleider) durchhocke [ LU-Alsh]; vgl. PfWB durchreiben. Südhess. I 1869. —

 

   hocken schw.:
I. intrans.
1. 'sitzen' (ohne und mit negativer Nebenbedeutung).
a. von Mensch und Tier, hocke (hogə) [verbr. WPf NPf nördl. u. mittl. VPf], hucke (hugə) [mancherorts SWPf südl. VPf]. Zs.: PfWB da-, PfWB herum-, PfWB nachhocken. De Has hockt hinner'm Busch [verbr.]. Die Rawe hocken uf eem Klumbe [ Gal-Dornf]. Nooch de Iwung hän mer in de Wertschaft g'hockt un hän unsern Dorscht g'lescht [ FR-Hettldh]. Un um die Weltachs runderum, do hockt seit viele dausend Johr sei Pälzer Volk [Münch Weltgesch. 14]. Er huckt im Katzebänkel 'auf der Strafbank (in der Schule)' [ GH-Kand]. Wann der hockt, hockt er [ NW-Hardbg]; vgl. PfWB hockenbleiben 3 a, PfWB Hocker 1 a. Die Baan sein meer engeschlof beim Hocke [RO-Sippf, mancherorts]. Ich bin ganz steif vum Hucke [ KU-Bedb]. RA. u. Vergl.: Er huckt wie angeleimt [ BZ-Annw]. Mer hocken blott 'ohne Geld' [ KB-Rüssing]. Er isch am Parre seine Griewe g'huckt, vom Ausschlag am Mund [ PS-Schönau]. Er hockt voll Anschläch wie en Hund voll Fleh (Flöhe) [Land]. Spottvers auf LA-Offb: In Offebach hockt de Deiwel of'm Dach. Kinder werden geängstigt: Dort huckt de Moogel; er spauzt Feier un hot Brotwärscht in de Aue [ KU-Bedb]. VR. s. PfWB Apfelbaum, PfWB Birnbaum, PfWB Hasenhaus, PfWB Rabe. —
b. von Dingen. Im Hof hot e Ster Holz ghockt [ LU-Muttstdt]. 's hän Brerrer (Bretter) dort gehockt [ KL-Morlt]. RA.: Dem hockt's vorne 'Er hat es auf der Brust' [ LU-Böhl]. Sein Hut hockt uf siwwe Schoppe 'sitzt schief' [ ZW-Bechhf]. Do hockt's un macht Aue 'Du bekommst es nicht' [ KU-Kaulb]. Do hockt's un hot e Hietche uf, dass., auch 'Es ist nicht so, wie du meinst' [KB-Mauchh, mancherorts, vereinzelt Don Rußl, verbr. Gal]. Do hucke se un han Hietcher uf, dass. [mancherorts Don]. Do huckt's, hat e Hietche uf un Brotwärscht in de Aue [Hebel 29]. —
c. 'gebückt, ungeschickt sitzen, kauern' [vereinzelt, Wilde 25]. Die Gluck hockt uf de Eier [PS-Dahn, verbr.]. RA.: Do hockt er wie e Aff uf'm Nascht [ Buch-Illisch], uf'm Schleifsteen [ Don-Gertianosch], wie e Krott uf der Hechel [KL-Einsdhf Hebel 14 mancherorts Don Gal],

[Bd. 3, Sp. 1121]
wie e Krott uf'm Eezohn (Eggenzahn) [ Gal-Hartf Otths Dornf Lindf], wie e Krott uf'm Scholle [ BZ-Dierb, vereinzelt]. —
2. 'eine Gefängnisstrafe absitzen'. Zs. PfWB abhocken. Er hockt schun seit'me Johr [ZW-Battw, verbr.]. Er hot drei Johr se h. kriegt [ LU-Opp]. Er hockt in Zwääbricke [ NW-Freinsh]. All fingerschlang (fingerslang) hockt er im Kittche wege seine lange Finger [ ZW-Battw]. Un do hockt aa hinnig Trallje naun de Gollo [Kühn Schnitze I 202]. —
II. trans.
1.
a. einen h. er hot 's Kind uf de Disch gehockt [ KL-Reichb]. RA.: Den han se an die Luft gehockt 'vor die Tür gesetzt' [ ZW-Hornb]. Der werd net fett, aa wammer'ne in e Schmalzhawe hockt [ KL-Reichb, mancherorts]. Dem hun se de rode Hahn ufs Dach gehockt [RO-Sippf, ZW-Bechhf Gr'bundb]. Er hot'm en Floh ins Ohr g'hockt [Land]. Zs.: PfWB ein-, PfWB hinauf-, PfWB zusammenhocken. —
b. etwas h. Do han se mein Name uf de Zerrel (Zettel) misse h.! [Firmenich II 8]. Zs.: PfWB auf-, PfWB durch-, PfWB verhocken. —
III. refl.
1. sich uf de Stuhl h. [verbr. WPf NPf]. Hock dich e bißche! 'Nimm ein wenig Platz!' [verbr. WPf, selten mittl. VPf]. Hucken eich! [ IB-Rohrb]. Hock dich zu uns an de Disch [ ZW-Gr'bundb]. De Hahn hockt sich ufs Hinkel [ KU-Odb]. RA.: Hock dich uf dein vier Buchstaawe! [ GH-Schwegh]. —
2. sich gut (schlecht) h. 'sich gut (schlecht) verheiraten'. Sie will sich gut h. [verbr. WPf NPf mittl. VPf]. Sie hot sich schlecht gehockt [ KL-Hirschhn]. — Südhess. III 637 ff.; RhWB Rhein. III 869/70; LothWB Lothr. 251; ElsWB Els. I 317/18; Bad. II 745.

 

  NRhWB hucken III -ug- Wend, Meis, Hunsr, Saar, Trier, Wittl-Monzel, Bernk, Zell, Koch, Kobl; -og- Kreuzn, Birkf; -uk- Berg, MülhRh, Köln, Bergh, Aach, Grevbr, MGladb, Kemp-Born, Mörs, Klev, Rees, Dinsl (im Klevld auch -o-); -o- May, Neuw, Altk, Siegld; -y- Düss-Eller, Gummb-Bellingr, Ottw-Theley; -ø- Schleid-Hellenth, Gummb-Nümbrecht schw.: 1. intrans. a. in kauernder Stellung, gekrümmt da sitzen, liegen; niederkauern; müssig sein; sitzen (ohne den Nebensinn des Kauerns); hinnerm Uwe h.; moschte donn emmer em Wertshaus h.; drucke h. ohne Getränk dasitzen; der elo is bucklig vun lauder h.; mid (müde) Huckes sen; em Gret seiner hat widder drei Wuche gehuckt im Gefängnis Saarbr, Hunsr; de Huhner h. do onger (unter) der Kar Berg, Klevld; kromm enenh. (ineinander-), wemme Lifweh hät. RA.: Hocke, h., eiche, Hihnche let (legt) dir e Eiche (Ei)! gesungen beim Gehenlernen der Kinder Bernk-Wehlen. Et (das Mädchen) huckt ganz allen (allein) wie e Mauerblemche (-blümchen) Koch; de huckt of dem Rad (Fahrrad) bi en Aff (de Katz) of em Schlafstan (Schleifstein) Koch-Laub, Allg., — as en Ül (Eule) ongerm (unter dem) Struke (Strauch) Gummb-Lieberhsn, — dorömmen wie en klotzig (gluckig) Hohn Gummb-Nümbrecht; do h. se jetzt wie die Klette Kobl. Lo huckt de Bäcker drin im Hohlraum eines Brotes Hunsr. Is et an Allerheiligendag drucken, kannschte em Winter hennerm Owen h. Saarl-Knausholz. Der huckt en der Soss sitzt in der Klemme Ottw-Merchw, — em Dreck Saarbr-Bildstock, — en der Tint Ottw-Theley, — em Loch Kobl. Eich on use (unser) Pitt, mer h. en der Bitt (Bütte); et huckt nemes (niemand) en der Bitt wie eich on use Pitt Bernk-Heinzerath. Lo huckt's un hot Hitcher (e Hitche) (Hütchen) uf! zu einem, der sich zu einer Sache allzu froh äussert; es ist nichts, siehst du wohl! Hunsr, Kreuzn, Saarbr. De hat de Kopp in der Schuller (Schulter) h. Saarbr. De Kerl hot e Schwere (Kläne) h. er ist bezecht, — ene h. wie e Haus Saarbr, Saar, Nahe, Hunsr. — Enen (ebbes) h. lossen sich nicht darum kümmern; der hot jo sei Fra h. gelosst Hunsr, Saar, uWupp. — Das hinnerscht Loch hat h. gelosst der Schuss ging nicht los, in der Bergmspr. Saarbr. — In hockender Stellung, wobei das Gesäss auf den Fersen ruht, Eisbahn schlagen Kreuzn-Bretzenh, Trier (Hochw), Bernk, Daun-Müllenborn, Sieg-Felderhoferbrück, Düss-Eller; of der Hupp h. Trier-Clüsserath; of der Ritsch huckt mer sich Trier-Abtei; Huckches (-sches) machen (schliwwern, schleimen, schleifen, fohren, retschen) Merz,

[Bd. 3, Sp. 870]
Saarbg, Zell, Bernk (Hunsr), Goar, Kreuzn, Birkf, Simm [-kchers Merz-Losh, -cksəs Merz-Weisk, -ckəs Merz-Wadern, Koch-Müden, -ckəsχən Koch-Stdt, Trier-Waldrach, -ckəsχəs Kreuzn-Sponh; op dem Huck schliwwern Saarbg-Faha Wehing]. — H. bleiwen sitzen bleiben; in der Schule nicht versetzt werden Allg. RA.: Bleib h., wuste (wo du) best, de Kuckuck scheisst der in dei Nest! gib deine Stelle nicht auf, ein anderer hat sie bald inne Goar-Weiler. — b. sich h., sich setzen; huckenər eich e bess-che; hucke ouch (euch) zesamme; sich uf's Stihlche h.; der hat sich emol in de Dreck gehuckt Hunsr, Saar, Wittl-Monzel; sek hinh.; sek däll h. niederhocken Gummb; die hot sich gout (gut) gehockt gut verheiratet Bernk-Allenb. — Sich hücke sich niederducken Selfk. — c. hinken; de kimmt gehockt May, Neuw. — Gebückt tanzen Schleid-Hellenth. — 2. trans. a. etwas ufenanner h. schichten Ottw-Neunk; em e Laus en de Grend h. Unannehmlichkeiten machen Saarbr-Sulzb; der bleibt so derr (mager) wie e Stecke, un wenn mer'n in e Fettdippche hockt Kreuzn, Nahe. — b. -u- ein Kind huckepack tragen Jül-Schleiden.