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| PfWB durch-gehen (Bd. 2, Sp. 649) | PfWB durch-reißen (Bd. 2, Sp. 657) | |||||||||||||||||||||||
I. intrans. 1. 'durch etwas hindurchgehen'. a. gegenst. -gehe, -gehn, -gehn, s. PfWB gehen [allg.]; vgl. PfWB durchwandern, PfWB -laufen I 1 a. Syn. s. PfWB gehen. Därf mer do (durch diese Sperre) d.? [allg.]. RA.: Do geht die greescht Kanonekugel durch, von O-Beinen [ ZW-Battw]; vgl. PfWB durchrollen. — b. übertr. Er geht grad durch 'packt die Sache mit Energie an [verbr. mittl. VPf]. — 2. 'durch etwas hindurchdringen'. De Reen (Regen) geht dorch 'durchdringt die Kleider' [KU-Schmittw/ O, verbr.]. Das Abfihrmittel geht dorch [ ZW-Battw]. — 3. a. 'angenommen werden, Zustimmung finden, Erfolg haben'. Sein Antrach (Gesuch) esch glatt durchgange [GH-Schwegh, verbr.]. Hall mer de Daume, daß mei Grand (im Skatspiel) dorchgeht [Krieger 44]. Sein Aarwet geht net dorch 'hat keinen Erfolg' [ KU-Schmittw/O]. — b. α. etwas d. lassen 'nicht beanstanden' [verbr.]. Die lossen dem Bu alles dorchgehe [ Gal-Dornf]. Die Schlamperei därf mer net d. losse 'nicht dulden' [KL-Kindsb, verbr.]. — β. 'nicht beachten, seiner Aufmerksamkeit entgehen lassen'. Dem geht nix durch [LU-Friesh, verbr.]. — 4. a. gegenst. 'davonlaufen, entfliehen'. α. von Tieren, bes. vom scheuenden Pferd, vom Bienenschwarm; vgl. PfWB abgehen I 1 a; durchbrennen 2, PfWB -flitschen, PfWB -galoppieren, PfWB -laufen I 2 a, PfWB -reißen 2 b, PfWB -springen 2, PfWB -wischen 2, PfWB -witschen 1. Syn. s. PfWB weglaufen. Die Gail gehen d. [allg.]. De Schwarm asch (ist) mer dorchgang [ RO-Rehborn, KU-Krottb KL-Matzb]. RA.: De Gaul isch'm durchgange 'Er verlor [Bd. 2, Sp. 650] die Beherrschung' [ GH-Schwegh, allg.]. SprW.: Aach der beschde Katz geht manchmol e Maus dorch [ BZ-Dierb]. Volksgl.: Wammer draamt (träumt), die Gail gängde därisch, gebt's Rege [Fogel Beliefs Penns Nr. 250]. — β. vom Menschen. Er isch'n durchgange 'Der Gefangene ist den Bewachern entflohen' [LA-Gommh, verbr.]. Er is mit de Zech darchgang, vom Zechpreller [ KU-Bedb]. Sie is mit'm (dem Geliebten) dorchgang 'von daheim geflohen' [ FR-Bockh]. Sei Frää esch'm dorichgange [ BZ-Dernb]. — Übertreibend 'sich von jemand lösen'. Er hat Angscht, sie (das Mädchen) geht 'm dorch [ KB-Kriegsf]. Die kann'm (dem Burschen) nimmer dorchgehn (weil sie ein Kind von ihm erwartet) [ WD-Niedkch, PS-Erfw]. — b. übertr. Dem gehn gleich die Nerve durch 'Der verliert gleich die Beherrschung' [LU-Friesh, verbr.]; vgl. oben 4 a. 's is mer dorchgang, das beleidigende Wort [ RO-Obd]. — II. trans. 1. 'besichtigend durchstreifen'. Mer wenn (wollen) mol den Wald dorchgeh [ PS-Erfw], den Acker, das Haus darchgihn [ KU-Kaulb]. — 2. 'prüfend durchsehen, durchlesen', umgspr.; die Rechling (Rechnung) d. [ PS-Erfw]; des Schreiwes d. [ BZ-Dernb]; 's Buch d. [ FR-Bockh]. — 3. die Fiß d. 'wundscheuern' [ FR-Bockh]; vgl. PfWB durchliegen. — Südhess. I 1867/68; RhWB Rhein. II 1130/31; ElsWB Els. I 189; Bad. I 603.
| 1. intrans. u. trans. 'entzweireißen', -reiße, s. PfWB reißen [allg.]. Die Schnur is dorchgeresse [ PS-Erfw]. Reiß des Blaat (Blatt) net dorch! [ Gal-Dornf]. — 2. übertr. a. Er reißt's nimmi durch 'wird die Krankheit nicht mehr überstehen' [LA-Impfl, LU-Altr]; vgl. PfWB durchbeißen 2 a. — b. 'entkommen', vgl. PfWB durchgehen 4 a, PfWB ausreißen. Die annere zwee (Gauner) bin (sind) dorchgeriss [Schandein Ged. 157]. — Südhess. I 1876; RhWB Rhein. VII 338; Bad. I 605. —
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