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| PfWB durch-gehen (Bd. 2, Sp. 649) | PfWB ab-gehen (Bd. 1, Sp. 34) | PfWB weg-gehen (Bd. 6, Sp. 1136) | |||||||||||||||||||||||||||||
I. intrans. 1. 'durch etwas hindurchgehen'. a. gegenst. -gehe, -gehn, -gehn, s. PfWB gehen [allg.]; vgl. PfWB durchwandern, PfWB -laufen I 1 a. Syn. s. PfWB gehen. Därf mer do (durch diese Sperre) d.? [allg.]. RA.: Do geht die greescht Kanonekugel durch, von O-Beinen [ ZW-Battw]; vgl. PfWB durchrollen. — b. übertr. Er geht grad durch 'packt die Sache mit Energie an [verbr. mittl. VPf]. — 2. 'durch etwas hindurchdringen'. De Reen (Regen) geht dorch 'durchdringt die Kleider' [KU-Schmittw/ O, verbr.]. Das Abfihrmittel geht dorch [ ZW-Battw]. — 3. a. 'angenommen werden, Zustimmung finden, Erfolg haben'. Sein Antrach (Gesuch) esch glatt durchgange [GH-Schwegh, verbr.]. Hall mer de Daume, daß mei Grand (im Skatspiel) dorchgeht [Krieger 44]. Sein Aarwet geht net dorch 'hat keinen Erfolg' [ KU-Schmittw/O]. — b. α. etwas d. lassen 'nicht beanstanden' [verbr.]. Die lossen dem Bu alles dorchgehe [ Gal-Dornf]. Die Schlamperei därf mer net d. losse 'nicht dulden' [KL-Kindsb, verbr.]. — β. 'nicht beachten, seiner Aufmerksamkeit entgehen lassen'. Dem geht nix durch [LU-Friesh, verbr.]. — 4. a. gegenst. 'davonlaufen, entfliehen'. α. von Tieren, bes. vom scheuenden Pferd, vom Bienenschwarm; vgl. PfWB abgehen I 1 a; durchbrennen 2, PfWB -flitschen, PfWB -galoppieren, PfWB -laufen I 2 a, PfWB -reißen 2 b, PfWB -springen 2, PfWB -wischen 2, PfWB -witschen 1. Syn. s. PfWB weglaufen. Die Gail gehen d. [allg.]. De Schwarm asch (ist) mer dorchgang [ RO-Rehborn, KU-Krottb KL-Matzb]. RA.: De Gaul isch'm durchgange 'Er verlor [Bd. 2, Sp. 650] die Beherrschung' [ GH-Schwegh, allg.]. SprW.: Aach der beschde Katz geht manchmol e Maus dorch [ BZ-Dierb]. Volksgl.: Wammer draamt (träumt), die Gail gängde därisch, gebt's Rege [Fogel Beliefs Penns Nr. 250]. — β. vom Menschen. Er isch'n durchgange 'Der Gefangene ist den Bewachern entflohen' [LA-Gommh, verbr.]. Er is mit de Zech darchgang, vom Zechpreller [ KU-Bedb]. Sie is mit'm (dem Geliebten) dorchgang 'von daheim geflohen' [ FR-Bockh]. Sei Frää esch'm dorichgange [ BZ-Dernb]. — Übertreibend 'sich von jemand lösen'. Er hat Angscht, sie (das Mädchen) geht 'm dorch [ KB-Kriegsf]. Die kann'm (dem Burschen) nimmer dorchgehn (weil sie ein Kind von ihm erwartet) [ WD-Niedkch, PS-Erfw]. — b. übertr. Dem gehn gleich die Nerve durch 'Der verliert gleich die Beherrschung' [LU-Friesh, verbr.]; vgl. oben 4 a. 's is mer dorchgang, das beleidigende Wort [ RO-Obd]. — II. trans. 1. 'besichtigend durchstreifen'. Mer wenn (wollen) mol den Wald dorchgeh [ PS-Erfw], den Acker, das Haus darchgihn [ KU-Kaulb]. — 2. 'prüfend durchsehen, durchlesen', umgspr.; die Rechling (Rechnung) d. [ PS-Erfw]; des Schreiwes d. [ BZ-Dernb]; 's Buch d. [ FR-Bockh]. — 3. die Fiß d. 'wundscheuern' [ FR-Bockh]; vgl. PfWB durchliegen. — Südhess. I 1867/68; RhWB Rhein. II 1130/31; ElsWB Els. I 189; Bad. I 603.
| I. intrans. 1. mit persönl. Subj. 'weggehen'. a. gegenst. α. 'sich entfernen'. Du kannscht abgehe! Heftiger Geh ab! [verbr.]. 14. Jh.: vnd wer es, das einer leszen wolt vszwenig des leszes (der Weinlese), den sol der hern knecht zu drien maln heiszen abgen [PfWeist. I 237 (NW-Deidh)]. Vgl.abhauen 2. Syn. s. PfWB weggehen. — β. 'davonlaufen, entwischen'. Die Geil sin schei worr un abgang(e) [ HB-Bexb PS-Burgalb Schmalbg]; de Spitzbu isch abgange [ LA-Wollmh]; vgl. PfWB durchgehen. — b. übertr. α. 'von der Schule abgehen', wie schd. [verbr.]. — β. 'aus dem Dienst scheiden'. Der geht ball ab [verbr.]; vgl. PfWB Abgang 2. a. 1579: Derselb schütz soll, wen er ... abgeht [PfWeist. I 224 (NW-Dackh)]. — γ. 'sterben'. Der kann abgehe, der is alt genung [verbr.]; auch: abgehe mit Dod [verbr.]. Syn. s. PfWB sterben. a. 1338: Und wer iz, daz er sturbe vnd abeginge [OttbgUrkb. 402]. a. 1421: Wer es sach, dieselbe fraw oder mann abgingentt ohne leibserben [PfWeist. I 132 (IB-Bliesk)]. a. 1469 (1565): Item, wan ein huber, so noch minderjerig, todts obging [PfWeist. I 108 (KU-Berzw)]. a. 1543: wem viehe abgehet ..., der soll es ver vom dorf verschaffen [Grimm Weist. V 645 (RO-H'stätt)]. — δ. von Entschlüssen, Grundsätzen abgehen, wie schd. Das han ich mer vorgenumm(e) un vun dem geh ich net (nit) ab [allg.]. — 2. mit sachl. Subj. a. 'abfahren'. De(r) Zug, 's Schiff geht ab [allg.]; vgl. PfWB abfahren I 1 a. — b. 'abbröckeln, abfallen, sich lösen'. De Ve(r)butz 'Verputz' geht ab [allg.]; vgl. PfWB abblättern, PfWB -bröckeln, PfWB -fallen. 's geht nix vunnem ab 'Er hat keinen Stuhlgang' [verbr.]. Auch von unzeitiger Geburt: 's Kind isser abgange [ NW-Frankeck]. — c. vom Absatz der Ware. Die War geht gut (schlecht) ab [allg.]; vgl. PfWB Abgang 4. Übertr.: Die junge Mäd 'Mädchen' gehn ab wie die warme Weck [verbr.], ... wie die Weck uffem Lare 'Laden' [ ZW-Ernstw]. — d. Vom Abzug, der von einer Summe gemacht wird. Vun meim Lohn geht die Hälft fors Esse ab [allg.]. — e. +'rückgängig werden, wegfallen'. a. 1482: Item die Herbst bethe ist auch kheyne stende bethe sonder sie gett abe vnd zu nach setzunge vnd iglichen jars [LandsbgZb. Bl. 3]. — f. 'zu Grunde gehen, unbrauchbar werden'. Der Bääm 'Baum' esch am Abgäin [ BZ-Dernb]. De Aanzug do geht schun ab [ KU-Hefw]; vgl. PfWB abgängig 2. a. 1563: Elen, maß, gewicht und eich. Was inen daran abgeht, des lassen sie alles wiederum zu Freinsum als iren oberhof ufrichten und gerecht machen [PfWeist. I 88 (FR-Beindh)]. — g. 'fehlen, mangeln'. Dem geht nix ab [verbr.]. RA.: Er loßt seim Maul nix [Bd. 1, Sp. 35] abgeh 'versagt sich nichts, ißt und trinkt gut' [verbr.]. — h. vom Verlauf und Erfolg einer Sache: Das is noch gut abgang(e) [allg.]. Awwer net immer isch sou e Rockeschdubb 'Spinnstube' sou glatt abgange [Kunnrädel 119]. — II. trans. eine Strecke, ein Grundstück kontrollierend oder messend abgehen, wie schd.; de Acker abgehe [allg.]; vgl. PfWB abschritten. — III. in Verb. mit andern Adverbien. 1. auf und ab; ufenabgehe, wie schd. [allg.]. Übertr.: De Wääze (Waaze) 'Weizen' geht uf un ab 'schwankt im Preis' [verbr.]. a. 1553: thut zu gemeinen jahren, geht uff und ab, anderthalb oder 2 malter [ABlieskst 57 (Ingb)]. — 2. ab und zu; abunzugehe 'behilflich sein' [ ZW-Ernstw Kaislt]. Übertr. +'schwanken (in der Quantität)'. a. 1553: tragt ungefehr jahrs 6 fuß, gehet ab und zu [ABlieskst 34 (IB-Lautzkch)]. — RhWB Rhein. II 1119/20; LothWB Lothr. 1; ElsWB Els. I 188 Bad. I 98.
| [Bd. 6, Sp. 1137] (warme Semmel) 'verkauft sich gut' [ FR-Bockh, auch Gal]. Dem sein Mäle sin eweggange wie die Weck uf'm Lare 'Seine Töchter haben rasch geheiratet' [ BZ-Dernb]. Geh mer eweg mit deim stinkische Gaulsflääsch! (deim häße Kaffee!) [ NW-Freinsh, LU-Friesh]. Gehsche vorne weg, hinnenunner, scherzh. für den Frack mit langen Rockschößen [Kaislt]; vgl. PfWB Gehstduwegdahinten, PfWB Gehwegdahinten. Geh mer eweg, ich brauch dich net!, scherzhafte Deutung des Fauchens einer Lokomotive [Spey]. BR.: Fallt de Schnee in de Dreck, gehrer net so bal eweg [mancherorts]. Volksgl.: Man zieht einem Kind Ohrringe an, damit die wehe Ääche weggehn [ LA-Herxh]. En Waarz reibt mer mit me kleene Stee un schmeißt ihn no iwwer die links Schulder, awwer mer darf nix schwätze, no geht sie weg [Fogel Beliefs Penns Nr. 1682]. Gwächs, druf spautze var dem Esse; / Do geht's eweg, is bal vergesse [Birmelin Penns Gezw. 69]. KR.: Eens, zwee, drei / Hicka, hocka, hei / Zucker uf der Brei / Salz uf der Speck / Hahne geh weg! [Horne Penns 119, Donnersberg Jahrbuch 1981 167]; Var. s. PfWB Schnee 1. Heischelieder: Steht e Mädche an de Wand, har e Säckelche in de Hand, Eier orrer Speck, sunscht geh ich net vor de Deer eweg [KL-Reichb, ZW-Bechhf Krieger 41]; Var. s. PfWB Quack 1 a. Rhein. IX 346 Z. 53.
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