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 PfWB Tüpfen-hase (Bd. 2, Sp. 632)   PfWB Hase (Bd. 3, Sp. 677) 
 -hase m.: 'im Topf zubereiteter Hase', Dippehas (-hās) [NW-Hardbg Dürkh Frankeck Heeger Tiere I 25]. Südhess. I 1851. —

 

   Hase m.:
1.
a. 'der Feldhase', Has (hās) [verbr.], (hs) [verbr. vorn. NWPf verbr. Gal], Pl. Hase, Dim. Häs'che (hsχə, hēsχə) [WPf NPf nördl. VPf], (hsjə, hēsχə) [mancherorts nördl. WPf], (hęisjə) [ WD-Niedkch], Häsi (hēsi) [mancherorts westl. NPf], Häs(e)l, Pl. Häsle [verbr. mittl. u. südl. VPf Ost-PS], Pl. Häslich [mancherorts südl. VPf]. Zs. Amselreh-, PfWB Butter-, PfWB Tüpfen-, PfWB Feld-, PfWB Heck-, PfWB Hupps-, PfWB Kirbe-, PfWB Rüben-, PfWB Silber-, PfWB Waldhase. Dort lääft e H. [ KU-Hundh, allg.]. De H. hoppelt [ KU-Schmittw/O SP-Heiligst], duckt sich [KU-Schmittw/O, verbr.], macht Männelcher [ BZ-Dernb]. Die Hase rammeln [NW-Lach, verbr.], rämmeln sich [ Gal-Dornf]. RA. u. Vergl.: Er laaft wie e H. [KU-Diedk, verbr.]. Angscht hawwich kääni, awwer springe kann ich wie'n H. [Lu'haf]. Er spitzt die Ohre wie e H. [ NW-Frankeck]. Er kaut wie e Häs'che un schlickt (schluckt) wie e Wolf [ Gal-Josbg]. Er muffelt wie e H. [ LU-Neuhf]. Er schlooft wie e H. (mit offenen Augen) [verbr.]. Er hat Angscht wie e H. [HB-Brenschb, verbr.]. Der Sorglose lebt wie e H. im Hawwerfeld [ PS-Münchw]. Die Hase dreschen dich 'Du hast Angst vor der Strafe' [ FR-Albsh]. Die Hase kochen Millichsupp, wenn der Nebel aus den Tälern hochsteigt [ PS-Geisbg Salzwg GH-Vollmw]. Die Hase backen Knepp, dass. [ NW-Frankeck]. Die Hase raache, vom feinen Dunst in der Luft [ RO-Hochst]. Der Schlaue wääß, wu Hase lääfen [LA-Nd'hochstdt, verbr.]. Dem es e H. iwwer de Weg gelääf 'Er hat Unglück gehabt' [RO-Dielkch, verbr.]. Do liecht de H. im Peffer [GH-Kand, verbr.]. Die mache wie die Hase, von einem Ehepaar, dem jedes Jahr ein Kind geboren wird [ ZW-Battw]. Das vom Feld zurückgebrachte Frühstücksbrot schmeckt den Kindern besonders gut, weil de H. driwwer gepiff hat [HB-Kirrbg, verbr.]. Bis du kommscht, isch de H. iwwer der Heh, von einem langsamen Menschen [ZW-Bottb RO-Obd Kaislt Hebel 28]. Die sin vun dort, wo Fichs un Hase enanner Gunacht saaen [ NW-Frankeck FR-Bobh PS-Erfw]. Spatze sin kään Hase, Rechtfertigung für einen kleinen Diebstahl [Land]. Dem muß mer's mache, wie mer's eme H. macht 'hinter die Ohren hauen' [ KL-Reichb]. Einem Kind, das einen Hasen fangen möchte, rät man: Du muscht'm Salz uf die Pritsch (uf de Schwanz) mache [KB-Bubh, verbr., auch Gal]; oder: Du muscht'm de Finger hinnenin stecke un dann krumm mache [ KU-Schmittw/O KB-Albish]. Den angestrengt Atmenden fragt man: Hosch e H. gejaat? [ KL-Niedkch, PS-Geisbg LA-Herxhwey].

[Bd. 3, Sp. 678]
Er dut'm die Hase in die Kich treiwe 'Er verschafft ihm Vorteile' [LU-Oggh, verbr.]. Scherzfrage: Wie weit springt de H. in de Wald? Bis in die Mitt, dann springt er wieder naus [ BZ-Dernb]. SprW.: Wo de H. geheckt es, do es er gern (am liebschde) [RO-Dielkch, verbr.]. Gebbt Gott e Häs'che, gebbt er aa e Gräs'che, um es zu füttern, vom Kindersegen [Kaislt, verbr., auch Gal]. Wann de Hund nit g'schisse hätt, hätt er de H. kriecht, ironische Entschuldigung für einen Mißerfolg [ LA-Nd'hochstdt]. Wer im Summer will Hase fange, muß im Winder die Hunne fiedere (füttern) [ Gal-Slawitz]. Mer fangt net zwe Hase in ääm Nescht [SOPf (Nachlaß Heeger)]. Viel Hunn sein 'm H. sein Dood [KU-Schmittw/ O RO-Obd verbr. Gal]. Volksgl.: Wann de H. von links kummt, hot mer Glick; kummt er vun rechts, hot mer Unglick [ LU-Maud]. Glücklich wird das Ehepaar, dem auf dem Weg zur Trauung ein H. über den Weg läuft [ NW-Haardt]. AR.: Es war emol e H., huppst ins Gras; huppst werre raus, du bischt draus [ KL-Queidb]. VR. s. bei PfWB bauf, PfWB Pfarrer 1, PfWB Gras 1 a. Ein Kinderspiel s. bei PfWB Base 3. a. 1737: (die sätz- und paarzeith, in welcher) weder burger noch jäger sich des jagens, schiessens oder fangens haasen und hüner darin bedienen därffen [PfWeist. II 586 (NW-Freinsh)]. —
b. 'der Stallhase', bes. in der Kinderspr., Has, Häs'che, Häsel [verbr.]; vgl. PfWB Stallhase. Einen VR. zum Schnellsprechen s. PfWB Hasenhaus. —
2. übertr.
a.
α. = PfWB Feigling, Has [ LA-Wollmh]; vgl. PfWB Hasenfuß. Zs.: PfWB Angst-, PfWB Schreckhase. —
β. 'zierliches Mädchen', Häsel [ LA-Wollmh]. —
γ. Pl. Häs'cher 'Schüler im ersten Schuljahr' [ RO-Mannw]. —
δ. Uzname für die Bewohner von HB-Bliesdlh, Hase.
ε. 's isch nor e Häs'che, von einem besonders kleinen Kalb oder Fohlen [ ZW-Battw]. —
b.
α. falscher Has 'Hackbraten' [Kaislt Gal-Obl]. —
β. Has im Dopp 'Pellkartoffeln' [ FR-Watth]; vgl. das Wortspiel Hase/heiß bei Ente (II 905 Z. 1). —
γ. 'hasenähnliches Gebildbrot', als Patengeschenk für kleine Buben am Nikolaustag [ IB-Hass Heckdh Ensh Ingb], an Weihnachten [IB-Eschring RO-Bistschd NW-Frankeck BZ-Böllbn GH-Vollmw Kuhdt], an Neujahr [ PS-Schmalbg Nothw BZ-Stein Völkw], an Ostern [ LA-Herxh], an Pfingsten [ LA-Hainf]; vgl. Hasenpuppenlampe. Zs. PfWB Schokoladenhase. —
δ. 's Häs'che ('s Häsel) mache 'in der Kniebeuge sitzend auf dem Eise gleiten' [verbr.]; dass. auch in Hase (Häs'che) schieße [ KU-Elzw ZW-Contw Rieschw PS-Kröpp], Häsel ziehe [ HB-Breitft IB-Bierb LA-Göckling]. —
ε. Pl. Hase 'vom Bergmann aus der Grube mitgenommenes Kleinholz' [ HB-Bexb]. —
ζ. ein Volkstanz; de Has danze [Vogelsgesang 19]. — Südhess. II 139 ff.; RhWB Rhein. III 278 ff.; LothWB Lothr. 231; ElsWB Els. I 379; Bad. II 565/66.