tünchern, tünchenschw.: 'Wände anstreichen', dinjere (dinjərə) [verbr.], dinchere (dinχərə, dinərə) [verbr. VPf, vgl. Bertram § 217], dinje [NW-Haßl Spey PfId. 33], dünje [SOPf (Nachlaß Heeger) PfId. 37]; die Stubb dinjere [ RO-Als]. Die Stuwwe werren alle zwä Johr gedinicht [ LA-Mörzh]. Ginslich (Gänschen) un Fingerlich, un d' Stobb werd gedincht, sin so e paar Wörter, [Bd. 2, Sp. 617] wu d' um Bergzawere findscht [Feierowend 22.9. 1956]. a. 1559: vßwendig vnd jnwendig zu dünchen vnd mit farben ... außstreichen [J. G. Lehmann Burgen und Bergschlösser V 221]. a. 1621: zwo Cammern ... gedüncht, geweißt vnd Kalck Esterich darin gemacht [WerschwSchR, Bl. 179]. — F.: Zum Übergang von -χ- (mhd. -ch-) in -j- in der Verkleinerungssilbe -chen (bisχə/bisjə 'bißchen', diχə/dijə 'Tischchen', węndsχə/-jə 'Schwänzchen' u. a.) vgl. Christmann Kaulb. § 105,5. Das Nebeneinander von -χ- und -j- erscheint auch sonst vielfach, vgl. z. B. lēχə/lējə 'legen', folχə/-jə 'folgen', morχə/-jə 'morgen'. Die Form dinχərə bzw. dinjərə ist offenbar kein Iterativ zu dem sehr selten belegten dinχə, sondern Verbalbildung zu PfWB Tüncher. — Südhess. I 1828 u. 1829; RhWB Rhein. VIII 1461; Bad. I 595. | | Tüncher m.: 'Handwerker, der die Wände anstreicht', Dinjer (dinjər, -Är) [verbr.]. Dünjer [ KL-Erlb], Tinjer [ KU-Körbn ZW-O'hs], Tünje [KU-O'staufb], Denjer [ KU-Herschw/Petth Frohnhf HB-O'bexb KL-Miesb RO-Lohnsf]. Dincher (dinχər) [vereinzelt ganze Pfalz, häufiger lothr. SWPf], Dinicher [HB-Alth Breitft ZW-Stamb Walshs], Dinscher (dinər) [Hombg IB-Schnapp LU-Altr], Dinischer [ HB-Peppk Hombg], Tüncher [ KL-Schallodb]; vgl. PfWB Anstreicher, PfWB Pinsel 3, PfWB Maler, PfWB Weißeler. RA.: In meim Geldbeil (Geldbeutel) is de Dinjer 'ist alles ausgeräumt, d. h. er ist leer' [KL-Lauerhf, verbr., vorn. WPf]. Das Neckspiel Wääsch du, wo de D. wohnt s. bei PfWB Pinsel 1. a. 1612: 13 fl. verdient Hanß Haman, Düncher, im Pfarrhoff [DisibSchR]. a. 1663: Hans Wolff ein Düncher, so zu Frankenthal gewohnt [StArch.Kaislt. Bürgerbuch]. — Es fällt auf, daß das Wort bei den Auslandspfälzern nicht belegt ist; in Gal war es unbekannt. — Südhess. I 1828/39; Rhein. VIII 1461 Z. 10; Bad. I 595. |
| Im Wörterbuch eingetragene Verweise | | | tünchen RhWB ·Tüncher PfWB | | Automatisch erzeugte Rückverweise | | | tünchen PfWB |
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