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| PfWB tun (Bd. 2, Sp. 610) | PfWB Rede1 (Bd. 5, Sp. 437) | PfWB Sprache (Bd. 6, Sp. 320) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1. 'machen, ausführen, unternehmen, bewirken', vgl. PfWB machen, dūn, dūn(ə), dū(ə), dūnə, dn, d, dān, dn, daun, dḁun, dau, dḁu, dǫun, dǫun, dǫu; Verbr. s. K. 104; Konjugation s. F. — a. mit allg. Obj. (das, es, etwas, selbiges, solches, viel, was). Des därfsche (darfst du) net du! [RO-Schweisw, verbr.]. Ich will's aach nimmi dun [KU-Frohnf, verbr.]. ![]() [Bd. 2, Sp. 611] gedaun un net wirrer [BZ-Dernb, verbr.]. a. 1293: unde sollent das dun in den nehesten vierzehen nehten [SpeyUrk.]. a. 1511: ab eynicher herr das zu thoin hette sonder (ohne) den anderen [PfWeist. I 212 (PS-Burgalb)]. a. 1560: dethen die von Henne (Höningen) das nit, so ... [ebd. II 557 (NW-Freinsh)]. a. 1592: Welcher daß nit thete (sein gültt außzurichten) [ebd. II 553 (GH-Freckf)]. Es dut mer wirklich läd [Holler 17]. Er dut's um alles in der Welt net [verbr. Don Gal Buch]. Er dut's net um's Verrecke [verbr.]. Hätt ich's doch nit gedun! [ PS-Erfw]. Sprw.: Hätt mar's nit, dät mar's nit 'Gelegenheit macht Diebe' [ NW-Gimmdg, Don-Gottlob]. a. 1325: man due es danne gerne [SpeyUrk. 290]. a. 1492: mag er es nit gethaun, so soll er herausz reuten oder laufen zu den dreien gemeinden [Grimm Weist. V 579 (NW-Haßl)]. Sell muß gedoo sei [Danner Penns 72]. a. 1560: (wer) solchs mit gefar vnnd falsch thete [PfWeist. II 560 (NW-Freinsh)]. SprW.: Mer kann viel dun, awwer noch mehr losse [Hebel 45]. Ich du, was ich kann [NW-Frankeck, verbr.]. Er wääß nimmi, was er dut [KB-Kerzh, verbr.]. SprW.: Was mer gern dut, fallt eem net schwer [verbr. Gal]. Jung gewohnt, alt gedoon [ KU-Schmittw/O]. VR.: Peder, wu steht er? Im Stall. Was dut er? (s. PfWB Peter 2). Gretche, mei Mädche, was duschde? (s. PfWB Margarete). Ich bin meim Herr sein liewer Knecht; was ich dun, is alles recht (s. PfWB Knecht). — b. mit abstraktem Obj., das eine Tätigkeit bezeichnet (in alphab. Reihenfolge). Die kalt Nacht hot 'm Obs (Obst) en starke Abtrach (s. PfWB Abtrag 2) gedaun [ BZ-Dernb]. Hasche (Hast du) das aa schun Aacht (s. PfWB Acht 3) geduu? [Pirmas]. 15. Jh.: so haben wir ... bevelch (s. PfWB Befehl) gethon [Zweibr. I, Fasz. 1025 1/2]. Do du mol Beschääd, beim Zutrinken (s. PfWB Bescheid 1 c) [Kaislt]. a. 1415: die eyde (s. PfWB Eid), die sie ... gethon hetten [PfWeist. II 594 (NW-Friedh)]. a. 1564: der Aydt (Eid), So ein Jeder Inwohner zu Wirschbach dem Gerichtsherrn gethon [SSp., Beschreib. des Dorfes Wörsbach]. Er hot en Fall gedaan 'ist gestürzt' [ LU-Altr]. a. 1484: er hett ein fraug (s. PfWB Frage) an sy ze thon [Friedel 175]. a. 1582: frohndienst zu thun [PfWeist. II 519 (FR-Flomh)]. a. 1568: gebot und verbot zue thon [Grimm Weist. V 567 (LA-Gleisw)]. a. 1553: den beiden hochgerichtsherrn gehorsamb (s. PfWB Gehorsam) zu thun wie von alters [ABlieskst 99]. a. 1628: und wer sie darüber dreibt, der tuet gewalt und kein recht [PfWeist. II 600 (LU-Fußgh)]. a. 1671: vnd thut die 2. klag (s. PfWB Klage) [ebd. II 535 (KU-Föckbg)]. 17. Jh.: daß gemeinen pfarrvolck (soll) alle opera, daß ist alle Handlung, thun [ebd. II 533 (KU-Ulm)]. a. 1737: und alljährlich rechnung thun sollen [ebd. II 578 (NW-Freinsh)]. Er hot e Red (s. PfWB Rede) gedan [ KB-Kriegsf]. a. 1563: deß sie unserm gnädigsten churfürst und herrn eine rayß 'einen Kriegszug' tun [PfWeist. [Bd. 2, Sp. 612] II 515 (FR-Flomh)]. a. 1321: numme keinen schaden ich oder min gesinde zu dune ane alle geverde [OttbgUrkb. 328/29]. a. 1530: schaden, den des spitals sweyn (Schweine) ... gethun [SpeyGg-HospR]. Der Schütz dut sei Schilligkeit (s. PfWB Schuldigkeit) [PfId. 182 (WPf)]. RA.: Is net Sinn (s. PfWB Sünde) gedu?, von Verschwendung und unnötigen Ausgaben [ Gal-Dornf]. a. 1533: die menner, die den vndergang (Begehung und Festsetzung der Grenze) gethan haben [PfWeist. II 544 (KU-Frankb)]. (Do) horrer em Jäb no emol e gut Vermahning (s. PfWB Vermahnung) geduhn [PfId. 184 (Umg. Kus)]. — c. das Obj. bezeichnet das Ergebnis, die Wirkung des Tuns. Er hot sich eppes gedaun 'Er hat sich wehgetan' [ LA-Wollmh]. a. 1671: das thut 4 maß wein [PfWeist. II 535 (KU-Föckbg)]. (Dafür heute: das macht ...). 's dut nix 'schadet nichts' [LA-Impfl]. 's dut nix, wann aa e Stick vun de Zahnlad mitgeht, scherzh. vom Zähneziehen [ RO-Semb]. — d. »tun« mit adv. Bestimmung. Er dut's net annerscht 'will es unbedingt so haben' [ NW-Gimmdg]. Kannscht ääm lääd du [Kaislt, verbr.]. Du duscht der weh [ Gal-Dornf]. Dut das weh! [KL-Reichb, verbr.]. Um e Hoor hätt se sich weh geduu [ GH-Kand]. Der Kuh dut die Milch weh, sie muß gemolk werre [ WD-Niedkch]. Warten numme, 's kummt aach emol an eich, do sehn ehr aach, wie's dut [ NW-Gimmdg]. Jerem, duht eich der 'dieser' proforscht! 'Macht der es großartig!' [Kühn Schnitze II 65]. RA.: Ich han'm defor gedan [KU-Kaulb, verbr.]. SprW.: Es isch'm defor gedon, daß die Bääm net in de Himmel wachse [ ZW-Hornb]. Vgl. auch PfWB feil-, PfWB fort-, glau-, PfWB gut-, PfWB heim-, kundtun. — e. α. mit jemand zu tun haben, wie schd. Er hot's gern mit ehre se due 'Er sucht Umgang mit ihr, ist ihr zugetan, ist verliebt in sie' [ Gal-Dornf]. Sie harre (hatten) merenanner (miteinander) se dun, von Streitigkeiten [ KU-Schmittw/O]. Paß uf, sunscht kriescht's mit meer se du, Drohung [KL-Kindsb, verbr.]. SprW.: Mer lernt die Leit eerscht kenne, wammer mit'ne se du hot [Gal-Brotschk, verbr.]. — β. mit etwas zu tun haben, wie schd. Mit dere Sach hun ich nix se due [NPf, verbr.]. a. 1540: die kirchschaffnerey (soll) nichts mit zugsayl zu thun haben [PfWeist. II 1540 (KU-Ulm)]. Besonders von Beschwerden körperlicher Art: Er hot's mit de Aae (Augen), mit de Nerve ze dun [LU-Opp, verbr.]. — 2. 'arbeiten', vgl. PfWB machen. Er hot nix (viel, noch lang) se dau [GH-O'lustdt, verbr.]. Mer hun die Hänn voll se dun [ KU-Schmittw/O]. RA.: Er hat se due wie die Pann an Fasnacht 'hat viel zu tun' [ RO-Obd]. Duunt e bißche langsam! Grußformel beim Vorübergehen an Arbeitenden [ KU-Körbn]. Der dut kän Strääch (Streich), vom Faulenzer [ KU-A'glan Kaulb Kreimb]. Mach der nix se dun! 'Strenge dich nicht an, denn es wird doch nichts nützen' [Lu'haf, RO-Obd NW-Haßl Spey]. — 3. [Bd. 2, Sp. 613] PfWB tun als Ersatzwort für stellen, setzen, legen usw. Du 's Esse uf de Disch! [PS-Schmalbg, verbr.]. a. 1571: Item 1 lange Kist mit fachen, darin man Kuchen speiß dutt [ZweibrKellR]. Ich muß noch 's Kalb (zum Säugen) an die Kuh dun [NW-Ellstdt, verbr.]. Mer wolle jetzt die Hinkel in de Stall dun 'die Hühner in den Stall einsperren' [ NW-Deidh]. a. 1532: dem schmit geben für das beschlegs, So er ... gethon 'angefertigt' hat [SpeyGgHospR]. a. 1507: der soll dem carstfaut zwo scherferdt thun 'Fronfuhren stellen' [Pf-Weist. I 26 (RO-Alsbr)]. a. 1530: 2 farren, ist einer auch vff den bentzhoff gethun worden [Spey-GgHospR]. a. 1553: were den kosten tone soll 'die Kosten tragen soll' [ABlieskst 107]. Er hot koo Fuß iwwer die Deerschwell geduu [ Gal-Hanunin]. 's dut nit 'Das Instrument tönt nicht' [LA-Impfl]. — 4. a. einem etwas, nichts tun u. ä. 'Schaden, Böses, Unrecht zufügen', vgl. PfWB machen. Der Hund dut der nix [verbr.]. (1960 wurde »tut« im Wenkersatz 39 — Der braune Hund tut dir nichts — in 70% der Schulorte mit tut, in 30% mit macht wiedergegeben; offenbar herrschte auch hier — vgl. o. 1 a — das Bestreben vor, den Satz wörtlich zu übertragen). Was hawich (habe ich) der dann gedaun? [ LA-Edk]. Ich du der e Ducke (e Duppe, e Bosse) 'Ich spiele dir einen Streich' [verbr.]. Verzeihen Se, ich hab's nit geren 'nicht mit böser Absicht' gedaun [ GH-Zeisk]. Du mer nix, ich du der aa nix [Kaislt, verbr.]. Dore (Tote) dun äim nix [ KU-Schmittw/O]. RA.: Er dut kemm Hinkl eppes, von einem Feigen [ KL-Siegb]. SprW.: Besser Uurecht (Unrecht) leide wie Uurecht du [Penns]. Einen VR. s. bei PfWB Schneider. a. 1480: iedem besonder keinen geferlichen oder freuenlichen schaden zu thun [PfWeist. I 441 (KL-Erlb)]. — b. einem Liebes, Gutes tun u. ä. Er hot mer nore Gudes geduu [ Gal-Dornf, allg.]. Ich du eich aach emol e Gefalle [ KB-Kriegsf, allg.]. — 5. 'sich gebaren, sich verhalten'. Sie hän arg gedun '(am Sarg) sehr geweint, geklagt' [GH-Kand, verbr.]. Wann sei Fraa uf'm Schab geleh hätt, er hätt net vertels so arig gedun (wie beim Verlust der Kuh) [PfId. 176 (WPf)]. Du nor net so! 'Verstelle dich nicht!' [RO-Obd, verbr.]. Er hat so gedue, als härresene (hätten sie ihn) for se Dresche bestellt [ KL-Queidb]. Der dut grad so, als ob er aach was ze saage hätt [Krieger 21]. Vgl. auch PfWB dicktun, PfWB großtun. — 6. in Verb. mit dem Inf. eines Verbs als Mittel der Umschreibung. a. im Indikativ. Se dun heirate [LA-Bornh, verbr.]. Er dut sterwe 'liegt im Sterben' [KL-Landstl, verbr.]. Der dut alles verkuhwedele 'verdirbt alles' [Krieger 11]. Er dut immer 's Maul ufreiße [SP-Harths, verbr.]. Die Määd duhn flink die Latwerj rehre [Kühn Schnitze II 25]. Häufig in der Sprechweise der Kinder: Ich du schreiwe; ich du net lese [verbr.]. In Aufzählungen: Mer dun heit abmache, binne un infahre '(Getreide) mähen, [Bd. 2, Sp. 614] binden und einfahren' [verbr.]. Zur Bildung des Futurs: RA.: Mit meer dun ehr kee Micke fange 'Mit mir werdet ihr (könnt ihr) nicht machen, was ihr wollt' [Kaislt]. — Den VR. Bohne dun mich krone s. bei PfWB Bohne 1 (I 1076, Z. 23ff.). a. 1773: und allen aufgeloffenen unkösten nicht entrichten thut [PfWeist. II 574 (NW-Freinsh)]. — Der subst. Inf. steht im Genit. bei Bezeichnungen von Kinderspielen: Fanges (Fangens 'Fangspiel') dun [ KU-Schmittw/O]. Kneppels (Knöpfelns 'Knopfspiel') dan [ LU-Altr]. Nach dem gleichen Muster auch: Gails (Gäulens 'Pferdchenspiel') dun [ KU-Schmittw/O]; ebenso: Schuls (Schulens) dun 'Schule spielen' [ebd.]. — b. im Konjunktiv. α. zur Bildung der Möglichkeitsform, gew. in Satzverbindungen. Der deet mitmache, wann er kennt [Krieger 9]. Du glaabscht, des dät d'r nix; baß uf, daß du dich net errscht [ KL-Reichb]. Er saat, er deet das nimmi mache [ Gal-Dornf]. Wann ich des gut Brillche nit het, was det ich dann do mache [Holler 12]. Ich meene grad, d'r Kopp det mer verspringe [ KU-Wolfst RO-Lohnsf]. So gern, as ich 's deet, awwer helfe kann ich net [ NW-Frankeck]. Mänschde, wann mer de ganze Dag greine det, det's besser werre? [Holler 10]. RA.: Liewer därisch (täte ich) mer uf's Maul schlaae [ ZW-Marthh]. Die dere sich die Finger denoh lecke [KL-Matzb, verbr.]. Das deet der eraushänge 'Das würde dir so passen' [ KU-Kaulb Kreimb]. Das deet mer net uf de Lippe verbrenne 'Dazu könnte ich nicht schweigen' [ KL-Hirschhn]. Määnsch du, die gebrorene Dauwe deeren d'r ins Maul fliee? [ KL-Stelzbg]. Ich wollt, du dätscht ime verreckte Hund stecke un mischt (müßtest) em verzehn Daa hinneraus belle [ PS-Saalstdt]. Wann ich dich im Aarsch hätt, dät ich dich in de Rhein scheiße [ Gal-Dornf]. BR.: Der Februar saat zum Jänner: Wann ich die Kraft hätt wie du, dät ich 's Kalb verfreere losse in der Kuh [ Gal-Brotschk]. — β. zur Bildung der Wunschform. Ich det was esse [RO-Dielkch, verbr.]. Wann de nore emol dein Maul halle deescht! [RO-Semb, verbr.]. Dedsche liewer de Katz ehr Schwanz ins Maul nemme (statt der Zigarette)! [ KU-Wolfst]. — 7. subst. Unn 's wärd kenn Tun se veel (zuviel) gelobt, wann's aaner recht besieht [Christmann Grummet 33]. Wie er ame Owed werrer so em völlije Dun war met seim Fluche [PfId. 177 (WPf)]. Er es im beschde Dun 'im schönsten Alter' [ KB-Kriegsf, KU-Schmittw/O]. Sein Dun un Treiwe gefällt mer net [ KU-Schmittw/O]. Er hot 's Tun un 's Losse 'Er kann es tun oder lassen' [Don (Steinmetz)]. Des is en Dun 'Das ist einerlei' [RO-Obd, verbr.]. 's es an Dun, wie d'es machscht [ RO-Mannw]; vgl. PfWB Tuns. Rätsel: Die än saat: Ich wollt, 's wär Dag. Die anner saat: Ich wollt, 's wär Nacht. Die dritt saat, Mer is än Dun, ich han Dag un Nacht kän Ruh (Bett, Ofen, Uhr) [Hebel 115]. — Zs. PfWB ab-, PfWB an-, [Bd. 2, Sp. 615] ![]() [Bd. 2, Sp. 616] dīn verbr. im Ostteil der südl. VPf (nördlichster Punkt NW-Geinsh, südlichster GH-Hagb; vgl. hierzu bes. Bertram § 159); dęin in BZ-O'schlettb; dęin in BZ-V'weidth. Sonderform für 2. Pl. dūnd in KU-Körbn. Gal-Dornf Obl haben im Sing. dū, dūd, dūd; im Pl. dūn. Penns im Pl. nach PSA K. 54 dūnə, dūn, dīnə. — Konj. Prät.: im Sing. dēd, dē(d), dēd, im Pl. dēdən u. dēdə (intervokalisch statt -d- oft -r-); in unbetonter Stellung und in lebhafter Rede wird der Vokal fast immer kurz gesprochen. — In Gal-Dornf: dēd, dēd, dēd, dēðən; in Gal-Obl: dēd, dē(d), dēd, dēdən. In Penns nach Wood Schärf. Penns 233: (ich) de:d. — Südhess. I 1821 ff.; RhWB Rhein. VIII 1444ff.; Saarbr. 53; LothWB Lothr. 112; ElsWB Els. II 639; Bad. I 592ff. u. I 667 Eintun.
| 1. 'mündliche Äußerung, Gespräch', Redd (red) [verbr., Christmann Kaulb 9, 52, 90 Mang 87, 149 Schneckenburger 33, 58 Heeger Südostpf. 15 Lambert Penns 122, 124], (ręd) [Kaislt Müller Dietschw 56]; Pl. Redde, Rerre [verbr. wie PfWB reden]; Zs.: Ab-, An-, Aus-, Ein-, Gegen-, Hetz-, Nach-, Sau-, Stichel-, Stuß-, PfWB Widerrede; RA.: uf die R. kumme 'darauf zu sprechen kommen' [FR-Bockh, verbr.], an die R. kumme, dass. [ KL-Siegb]. Mer halle (hatten) grad die R. devun 'Darüber wurde (soeben) gesprochen' [KU-Bedb, verbr.]. ('s) is als vun Bolidik die R. [verbr., Münch Werke I 178]. Dodevun kann kän R. sein 'Das trifft nicht zu, ist nicht beabsichtigt' [Land, verbr.]. Do is die R. drufkumm [KU-Diedk, verbr.]. 's hot sich die R. grad getroffe [LU-Friesh, verbr.]. Seiner R. noo war er net debei [ KU-Schmittw/O]. Er hot e schweri R. 'spricht schwerfällig' [ BZ-Nd'horb], kommt mit de R. net fort, dass. [ GH-Schwegh]. Er dut em dauernd in die R. falle 'unterbricht, stört dauernd' [LU-Opp, verbr.]. Do muß ich der grad emol in die R. falle 'eine Zwischenbemerkung machen, entgegnen' [ZW-Battw, verbr.]. Vergeß emol dein R. net!, dass. [LU-Friesh, verbr., auch Auslandspfälzer]. Den werr ich zur R. stelle 'zur Rechenschaft ziehen' [LA-Gommh, verbr.]. Der soll emol R. un Antwort stehe 'sich rechtfertigen; Auskunft, Rechenschaft geben' [LU-Oggh, verbr.]. Ää R. gibt die anner 'Ein Wort greift ins andere' [ LA-Nd'hochstdt]. Es hot em die R. verschlaa 'Er fand keine Worte (vor Schreck, Entsetzen)' [KU-Kaulb, verbr.]. Die R. is em gefall 'Er kann nicht oder nicht mehr gut reden (z. B. wegen Trunkenheit)' [ KU-Schmittw/O, Don-Gert]. Des is die R. net wert 'ist unwichtig' [ KU-Bedb]. Uf sein R. kammer net gihn 'Er ist unzuverlässig, unglaubwürdig' [ KU-Schmittw/O]. Aus seiner R. werd mer net klug [ebd.]. Ach, was gebb ich for dei R.! [ ZW-Battw]. Höfliche Ablehnung des Dankes: Mach kä langi R.! [ BZ-Annw]. — 2. 'Ansprache, Predigt'; Zs.: Abschieds-, Trauer-, Trau-, Fest-, Grab-, Hochzeits-, Kirbe-, Leich(en)-, Lob-, Stand-, Strauß-, PfWB Wahlrede; e beißendi R. [Kus]; e gepeffert R. [ KU-Schmittw/O]; e R. halle (halde) [verbr.], schwinge [ BZ-Dierb], spauze (schla'e) [ ZW-Battw]. Er hot e R. geredt, 'gehalten' [ LU-Opp]. Kannschde dei R.? [ KL-Reichb]. Sei R. hat uns gefall [ KL-Reichb], war kurz un gut [ LU-Opp], hot Kopp un Arsch g'hatt [ LU-Opp]. Die R. is net uf seim Mescht [Bd. 5, Sp. 438] gewachs [ KU-Schmittw/O]. Zum Kerwestrauß geheert e R. [Krieger 47]. SprW.: Kurzi R., gudi R. [ LU-Opp]. Mer kann kein R. aus em Ärmel schirrle [ KU-Schmittw/O]. — Südhess. IV 1298/99; RhWB Rhein. VII 225/26; Lothr. 406/07; ElsWB Els. II 234/35.
| 1. a. 'Redeweise, Fähigkeit eines Menschen, sich mit Worten auszudrücken', Sproch (brōx) [mancherorts ges. Pf Castleman Zwbr. 26 Christmann Kaulb 7 Juner 82 Karch Gimmdg/ Muttstdt 236 Mang 115 Müller Dietschw 61 Schandein Ged. 249 Schneckenburger 18 Lambert Penns 140 Wood Schärf. Penns 286 Don-Schowe Torscha], Sprach (brāx) [ KU-Brück Kaulb Kreimb Schmittw/O]; Sproch um 1932 bereits veraltet und von neuerem Sprach abgelöst [ KU-Schmittw/O]; Pl. Sproche (brōχə) [ NW-Hardbg Wachh]; jemand on de Sp. kenne 'jemanden an der Stimme, am Tonfall, an der Ausdrucksweise erkennen' [ KU-Schmittw/O]. Hot die e Sp.! [ LA-Nd'hochstdt]. Des war am fuchzehde Ogdower un do hab ich mich halt mid meine Sp. e bissel oostrenge welle [ LA-Gommh]. Mei Sprooch wachst wild [Kraus Arwed 11]. Die Sprooch isch streng, die Wohrhät oft e Bärd (Bürde) [Kraus Arwed 18]. RA.: hänke bleiwe mit de Sp. 'stottern' [ LU-Böhl]; net so [Bd. 6, Sp. 321] fort kumme mit de Sp. 'nur stockend reden können' [ LU-Böhl]; e bissel e schweri Sp. hawe 'einen Sprechfehler haben, mit der Zunge anstoßen' [ LA-Mörzh]. Der verfehrt e Sp. 'Er spricht in einer kühnen, anmaßenden, freche Weise' [ KU-Schmittw/O]. Dem hot 's die Sprooch verschlaa 'Er kann vor Schreck nichts mehr sagen' [Kaislt, mancherorts, Bernhard 152 Krieger 17 Gal-Brig]. Es halem die Sp. verschlaa, dass. [ KU-Bedb]. Mer ment, du häscht die Sp. verlor, du seist stumm [ KL-Reichb]. Hat's deer die Sp. verschlaa? [ PS-Saalstdt]. Er hot die Sp. verlor; dem is die Sp. gefall [vereinzelt Don, Krämer Gal 204]. — b. 'Rede, Gespräch, Unterhaltung'; vgl. PfWB Rede1; Zs.: PfWB Ansprache, PfWB Gesprach, PfWB Gespräch; ebbes zur Sp. bringe 'über etwas reden, verhandeln, Ansichten äußern' [ KU-Schmittw/O]; met de Sp. net recht erausricke wolle 'sich nur vorsichtig äußern' [ KU-Schmittw/O]. Eraus mit d'r Sp.! Scheiß dich aus! 'Rede endlich! Sag, was Du weißt!' [ LU-Opp]. Nore (jetz emol) raus met de Sp.! 'Sag jetzt endlich, was Du denkst, was Du von der Sache weißt!' [KU-Kaulb, mancherorts, Sunndag 14. 9. 1958]. Du weescht's, mahnscht awer net saan, heraus met de Sp.! [ KL-Reichb]. Wie ich in die Gesellschaft kumme bin, hanse grad die Sp. vun dem Unglick gehatt [ PS-Erfw]. RA.: Mer horre (haðe, hatten) die Sp. devun 'Wir haben schon darüber gesprochen' [ KU-Brück Kaulb Kreimb WD-Niedkch LU-Oggh]. Mer harre grad alleweil die Sp. devun g'hat [ LU-Opp]. Mer hen die Sp. devun g'hat [LU-Böhl Friesh NW-Wachh LA-Gommh Land BZ-Dierb]. Es wor (war) die Sp. devun [ KU-Schmittw/O RO-Dielkch Pirmas]. Er rickt mit der Sp. net raus 'Er verheimlicht etwas' [Pirmas]. Do war noch kan Sp. devun 'Davon war noch keine Rede' [ KU-Kaulb Kreimb]. Do kann gar ken Sp. devun sein 'Das kommt überhaupt nicht in Frage' [ KL-Hirschhn]. Vun dem war keen Sp., dass. [ KU-Trahw]. Die Sp. is uff'n kumm 'Man hat von ihm und über ihn geredet' [ KU-Schmittw/O]. De annere Buwe hotts aach die Sprooch verschlaa [Schneider Singersepp 16]. — 2. a. 'die Mundart einer Region, einer kleineren Gruppe'; Zs.: PfWB A-Sprache, PfWB Bauernsprache; die schäinst Sp. [Spey]; die pälzisch Sp. [ PS-Erfw LU-Opp]; die Pälzer Sp. [ LU-Oggh]. Mer heert an de Sp., wu er her isch [ PS-Erfw]. Der hot e artlichi (artlich) Sp., den versteht mer schier nit 'Er spricht eine eigenartige Mundart' [ LU-Opp]. Die pälzisch Sp. is e scheeni Sp.! [ KL-Reichb]. Die Pälzer Sprooch fließt grad so raus / un loßt sich babble uhne Paus [Wilms Land und Lewe 46]. Un niemand kann dort (nämlich in Frankreich) pälzisch schwätze / Un weeß die Pälzer Sprooch zu schätze [Münch Werke I 118]. Die Gäscht in Pälzer Sprooch zu begrieße ... [Münch Werke II 234]. Weil Pälzisch is e Sprooch vun Kraft, / wu Klarheit un Verschdändnis schafft [Wilms Land und Lewe 46, Krieger 4]. Do is halt doch mei Pälzer Schprooch / die allerscheenscht un deitlichst doch [Krieger 4]. Mer Pälzer han, das is [Bd. 6, Sp. 322] kää Frooch / Vun alle Schtämm die schänschte Schprooch [Krieger 5]. Und do es es ganz gut, wann se unser Sprōch werrer verstehn lehre [PfId. 165]. — b. 'Sprache eines Landes, Fremdsprache' [vereinzelt]; e fremdi Sp. [Krämer Gal 204]; fremme Sproche [ NW-Wachh]. No' dene ihre fremde Sprooche, / Do dät jo nie kee Mensch meh froge [Münch Werke II 232]. Die han e merkwerdich Sp.! 'Die Fremden sprechen eine merkwürdige Sprache' [ KU-Kaulb Kreimb]. Die Däätsch Sprooch is viel kräfticher [Wood Schärf. Penns 284]. E jed Volk schwätzt e annri Sprooch [Münch Werke II 228]. Was for e Sprooch is dann die bescht? [Münch Werke II 229]. Do gäbt's keen Schdreit mee, kee Gezeeder / bei so re Sprooch vertraat sich jeder [Wilms Land und Lewe 46]. E gudes Kunschtwerk schprecht zu alle Leit in alle Schprache [Krieger 50]. Drei Sprooche spreche: deitsch, jiddisch un durch die Nas [NW-Hardbg und Umg.]. — 3. s. PfWB Absprache. — RhWB Rhein. VIII 402/ 03; LothWB Lothr. 490 Sproch; ElsWB Els. II 556; Hess.-Nass. III 694/95.
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