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 PfWB Tuch-schal (Bd. 2, Sp. 589)   PfWB Tuch (Bd. 2, Sp. 585)   PfWB Räps-tuch (Bd. 5, Sp. 378) 
   Tuch-schal f. (!): 'Umhängeschal'; die groß Duchschal [ PS-Erfw]. Der Schal gehörte zur früheren Frauentracht; er wurde achteckig zusammengelegt und bei Hochzeiten getragen. —

 

   Tuch n.:
1. wie schd.
a. nach dem Material (nur Sing.).
α. Gewebtes aus Wolle, aber auch aus Flachs, Hanf und Baumwolle, Duch (dux, dūx), Duk (dūg), Douch (doux), zur Verbr. s. K. 103 [allg.], (dux) [Lambert Penns 45 Don-Werb Schowe Torscha Gal-Dornf Obl Buch-St. Onufry]. (Einzelne Gewährspersonen aus verschiedenen Orten der Pfalz schreiben unter schriftspr. Einfluß Tuch.) Tucharten: werke D. 'grobes T. aus Werg' [ NW-Freinsh], leinenes D. [ BZ-O'ottb], hänfe D. 'T. aus Hanf' [ KU-Schmittw/O], wollenes D. [ PS-Busbg], gerippt D. 'geripptes T.' [ LU-Opp]; in Zs.: Fimmel-, PfWB Halb-, PfWB Hodentuch. Historische Belege mit z. T. heute nicht mehr gebräuchlichen Bezeichnungen: a. 1425: von gemeinem tüch das zwayer eln breit ist; wirken breits duchs; von ein eln henffis tüchs; 5 eln awerkis tuchs 'Tuch aus

[Bd. 2, Sp. 586]

Werg'; 5 elen lynens duchs; von eyme lomperschen duche 'T. aus der Lombardei'; von eyme mechelschen duche 'T. aus Mecheln'; von eyner ele breit fliesche duche 'T. aus Flachs (?)' [alle aus: LeinArch. (Löhne)]. a. 1550: 29 Elen wircken dhuch [KellR Lichtenberg bei Kusel]. a. 1587: 6½ el leynen duch [Westpf. Gesch. Bl. 1903, S. 48]. a. 1596: 42 ehlen ... würken duch zu drey Par Leilachen, die ehl füer 21 Pf. [Werschw-SchR, Bl. 273] a. 1668: 24 ohlen hanfen duch- [Groh Wörschw 92]. — 's (leinene) D. werd gebaucht 'in Lauge gewaschen', s. PfWB bauchen 1 [verbr. um 1900]. 's D. kummt uf die Duchbleich un werd gegoss [ KU-Schmittw/O]. RA.: Er is weiß wie e D., von der blassen Gesichtsfarbe [ZW-Battw, verbr.]. Er reißt D., vom Schnarcher [ RO-Lohnsf]. Er hot grob D. am Mutze (am Rock) 'ist ein grober Mensch' [ BZ-Dierb]. Ich du der e D. um 'Ich tue dir einen Schaden an' (Tuch umtun hier wohl anstatt einen Tucken antun) [RO-Münstapp]. Zwee Hosseee D. 'Gleiche Brüder — gleiche Kappen' [ Don-Schowe]. SprW.: Grob Garn git grob D. [ BZ-Dierb]. VR.: Wie es D., so de Rock; wie die Gääße, so de Bock; wie de Schuster, so die Schuh; wie de Bauer, so die Kuh [Krieger 38]. Im Kinderspiel Ellenmessen ruft die »Magd«: Mutter, 's D. brennt, wenn der »Jude« sich eine Elle angeeignet hat [ HB-Bexb]. —
β. s. PfWB Wachstuch. —
b. 'Tuch von bestimmter Form, bestimmtem Zwecke dienend', auch Pl. und Dim.
α. das dreieckich D. 'Umhängetuch', ein viereckiges Tuch, das in der Diagonale zusammengelegt wurde [ KU-Bedb ZW-Gr'bundb]; 's groß D., dass. [ KB-Kriegsf];

[Bd. 2, Sp. 587]
's achteckich D. 'Tuch, dessen vier Ecken umgeschlagen wurden' [ KU-Lauteck KL-Hirschhn]; vgl. PfWB Tuchschal. Nach Becker Volkstr. 132 ff. wurde noch in der zweiten Hälfte des 19. Jh. zum Mützel (Jäckchen mit Ärmeln) und zum Leibchen (Jäckchen ohne Ärmel) von Frauen und Mädchen ein Tüchlein getragen, das den Brustausschnitt bedeckte. Zum Ausgehen gehörte das etwa 80 cm breite Schultertuch, das, in Dreiecksform zusammengelegt, über den Rücken herabhing. Bei festlichen Gelegenheiten breitete man ein weißes, mit Stickereien und vielfach auch mit Spitzen besetztes Tuch aus Seide, Musselin oder Tüll über den Rücken. Solche Tücher schenkten die Burschen gern ihren Mädchen als Kerwestick (s. Kirbenstück). Für weniger feierliche Gelegenheiten hatte man seidene, leinene oder baumwollene Tücher mit bunter Stickerei oder einfachen Mustern, für den Alltag Tücher aus gröberer Leinwand, Baumwolle oder Kattun. —
β. e Dichelche for um die Ohre, for uf de Kopp [KU-Bedb, verbr.]. Du hoscht schun wieder kän D. uf'm Kopp [ LU-Alsh]. Du muscht der e D. um de Hals binne (wickele), des is gut for Halsweh [GH-Kand, verbr.]. Manche Frauen hatten gleich drei Tücher: eines um die Stirn gegen Kopfweh, eines um das Kinn gegen Zahnschmerzen und eines um den Hals gegen Halsweh [ BZ-Dernb]. —
γ. Bezeichnungen sonstiger Tücher in Zs., nach verschiedenen Zweckbestimmungen geordnet: Scher-, Schlabber-, Schurz-, Vortuch; Ansteck-, Pussier-, Herren-, Kavalier-, Schmus-, Schwips-, Sprutz-, Strunz-, Wichser-, Ziertuch; Taschen-, Nas-, Rotz-, Sack-, Schnaub-, Schneuz-, Schnupftuch; Altar-, Bank-, Bett-, Tisch-, Tresor-, Fenster-, Hand-, Leil-, Leintuch; Brot-, Käse-, Korbtuch; Seihtuch; Äschen-, Bauchtuch; Abputz-, Abreib-, Abstaub-, Abwisch-, Aufwäsch-, Putz-, Staub-, Streich-, Wischtuch; Futter-, Gras-, Heu-, Kohl-, Laub-, Reps-, Sätuch; Leichen-, Sargtuch; Segel-, Wagentuch; Fulard-, Hals-, Kopf-, Schulter-, Umhängetuch. Abl. Getüch. — a. 1525: funff furaltar blauw schlechter gedruckter Ducher [SpeyDomKl.]. —
δ. s. PfWB Brusttuch 1. —
ε. s. PfWB Goßtuch. —
c. 'Tuchballen', vgl. Lexer Lexer II 1572; e Duch [ KU-Gumbsw]. a. 1522: 31½ gülden 5 alb vor 7 dycher [LandsbgKellR]. —
d. e Duch Gras, 'eine Last Gras, das in das Grastuch eingebunden wird' [nordwestl. Teil der mittl. VPf mit den Außenorten NW-Ellstdt Erph Dürkh Lindbg Appth (Bertram § 293)]. —
2. übertr.
a. so e (schlechtes) D. 'Taugenichts' [Gal-Dornf u. Umg.]; 'liederliches Weib' [ Don-Schowe Torscha Lenauh]. —
b. s. PfWB Brusttuch 2, PfWB Hungertuch. F.: Die Formen von Pl. und Dim. wie

[Bd. 2, Sp. 588]
bei Buch. Südhess. I 1797 ff.; RhWB Rhein. VIII 1423 ff.; LothWB Lothr. 110; ElsWB Els. II 648; Bad. I 583.

 

 -tuch n.: 'Tuch, das zum Rapstransport zwischen die Wagenleitern gelegt wird', -duch [ NW-Geinsh]; vgl. PfWB Wagentuch. Südhess. IV 1229.