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 PfWB tsche (Bd. 2, Sp. 580)   RhWB Zicke I (Bd. 9, Sp. 763)   PfWB brr (Bd. 1, Sp. 1264) 
   tsche Interj.: Lockruf für Ziegen (im hohen Fistelton), tsche-tsche! [ ZW-Wintb]; vgl. PfWB tscher.

 

  PfWB  ElsWB  LothWB Zicke I das Wort ist in der Bed. 1 allg., u. zwar -i-, –e- Rhfrk, Mosfrk, Rip, Berg, SNfrk; sik Klevld; Klev, Rees auch sēk; einige Male mit hypokorist. Rundung -y- Rip, SNfrk verbr. [Köln-Frechen, Bergh-Blatzh -u- (Rückbildung aus tsykχə)], Pl. -kə(n), Dimin. -χə(n), –kskə(n) f.: 1.a. die Ziege (weibl.) im allg., aber mehr kosend (s. Geiss, Hippe, Hitte); das Dimin. bezeichnet dann in der Regel das Jungtier; de Z. blart meckert OBerg; os Z. well nom Bock Rip, Allg. RA.: Dat kann onse Z. niet trecken das ist für uns zu teuer Rees-Haldern. Neisgierig (neugierig) as en Z. ebd. Gāssehannes (Geissen-) van Iteschdorf (Daun-Üdersd), häste noch en Z. em Korf? Loss se lafen, mechen se kafen Zuruf an einen Mann mit einer Hotte auf dem Rücken Koch-Lutzerath. Ählscheder (Ehlschd) Rinner, Bonnefeller Kinner, Hardrer Böck on Rengsdorfer Z. Neckspr. Neuw-Bonef. In Räs (Rees), dor kiken de Z. dör de Gläs (Fenster) Rees. Et es en Tur, säj Bekmann, dor sat hej met de S. op et Dak Rees-Emmerich. — b. Lockruf an die Ziege: zick, zick; zück, zück usf. Allg.; zeck do, zeck do! Saarbg-Winchering. — 2. übertr. a. persönl. α. en leckere Z. ein nettes Mädchen Rees-Haldern. — β. tsikskəs Pl. ABC-Schützen Kemp-Lobberich. — γ. verächtl. (so auch die folgenden) verwende Z. verwöhntes Mädchen Rees-Isselbg; en Z.skə Haldern; en Z. van en Dirn ebd.; Zeck Simm-Stdt. — δ. tsek streitsüchtiges Weib Kreuzn-Sobernh. — ε. en wiərisch Z. wildes, ausgelassenes Mädchen Meis-Breitenh. — ζ. en bang Z. ängstl. Mensch Mettm, Düss-Hucking. — η. eigensinniges Mädchen Rees-Isselbg. — b. in Spielen. α. S.ən höjen (hüten) das Sauspiel Rees-Isselbg; Z. raus! dass. Saarl-Dilling. — β. tsikχəs Schnappballsp. Saarbr. — γ. Nachlaufesp. Birkf-Herrst, Gummb-Berghsn (tsek), Kreuzn-Sponh (-χəs); Z. op Gummb-NBreidenb. — δ. ein dreibeiniges Gestell aus einem so gewachsenen Ast, im Zeckwerfjesspiel verwandt; die in einiger Entfernung von der Zeck stehenden Spieler versuchen nacheinander sie mit Knüppeln umzuwerfen, während einer als Wächter dabei steht; ist das gelungen, so sucht sich jeder der Spieler eines der geworfenen Knüppel zu bemächtigen, auch der Wächter, nachdem er vorher die Zeck wieder aufgestellt hat; wer keinen Knüppel erwischt, wird dann Wächter Siegld. — c. sachl.

[Bd. 9, Sp. 764]
kleines Bärtchen an der Unterlippe, am Kinn Klevld (lrhn.) [Geld-Stenden m.]; lot ouw de S. doch afschere Klev.

 

   brr Interj.:
1. Ausruf beim Empfinden von Kälte. Brr, wie kalt! [ KL-Reichb]. —
2. Anruf für Tiere.
a. Aufforderung zum Halten.
α. für Pferde [allg.]. Dazu die scherzh. Bez. für den Militärtrain: Kompanie Brr! [verbr., Soldatenspr.]. —
β. für Ochsen [ KU-Ehw LA-Edk], für Kühe [ KU-Ehw]. —
b. Aufforderung zum Traben [ GH-Zeisk]. —
c. Scheuchruf.
α. für Tauben [ KU-Albb RO-Rehborn LA-Ilbh BZ-Gossw], für Hühner [ RO-Rehborn]. —
β. für Schafe [ PS-Zesbg], für das Rindvieh [ FR-Beindh]. —
d. Lockruf für Ziegen [ Buch-Illisch]. — Südhess. I 1154; RhWB Rhein. I 891 u. VI 1062; ElsWB Els. II 176; Bad. I 338.