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| PfWB drücken (Bd. 2, Sp. 561) | PfWB lehren (Bd. 4, Sp. 883) | PfWB Ge-lehrter (Bd. 3, Sp. 174) | |||||||||||||||||||||||||||||
1. 'einen Druck ausüben', dricke (drigə) [fast allg.], drecke (dregə) [KU-Gumbsw WD-Niedkch PfId. 165]. a. (auf) etwas d.; (uf) de Knopp (z. B. den Klingelknopf) d., die Hand d. u. ä. [allg.]. RA.: Loß der se (die Hand) d.! 'Laß dich beglückwünschen!' [ KL-Siegb]. Er drickt die Wertshausbank 'sitzt oft im Wirtshaus' [ RO-Obd]. Sie dricken noch die Schulbank [LU-Oggh, verbr.]. Er geht Schlenke dricke 'zieht bettelnd umher' [ RO-W'grehw]. Der Geizhals drickt de Penning [ PS-Schmalbg HB-Webh]; drickt de Penning bloo [Hebel 21]. Ich drick d'r de Daume 'wünsche dir gutes Gelingen' [allg.]. — Sonderbedeutungen: α. 'weichdrücken'. Das kammer dricke wie Wachs [ ZW-L'wied]. BR.: De Oktower drickt die Trauwe 'Die Oktobernebel machen die Weinbeeren dünnhäutig und weich' [ KB-Zell]. — β. 'zerdrücken'; Scholle mit de Walz dricke [ GH-Kand]. — γ. 'totdrücken'. Wann die Jachd uf Hase noch nit uf isch, muß d'r Hund än dricke, damit der Jäger doch zu seinem Braten kommt [ LA-Rhodt]. — δ. 'durch Drücken in Bewegung setzen, schieben'; de Waa (Wagen) d., de Karch (Karren) d. [NPf, allg.]. RA.: Du hascht de Karch in de Dreck gedrickt, zieh 'ne a wirrer eraus! [ KL-Reichb]. Scherzh. Deutung für das Fauchen der bergauf fahrenden Lokomotive: Helf mer dricke, ich bleib sticke [LU-Friesh, verbr.]. Ich helf d'r aa emol berjenunner dricke, scherzh. Ausdruck des Dankes für eine Gefälligkeit [ KL-Reichb]. Der hot geholf an de Kerch dricke, vom Glatzköpfigen [ Gal-Josbg]. Scherzh. Antwort auf die Frage Wie geht's?: Wann's net geht, misse mar'sch dricke [ ZW-Ernstw]. Dazu die Var.: Wann's gut geht, braucht mer net se dricke [ NW-Geinsh]. Auch vom Ziehen der Ochsen und Kühe (genommen vom Drücken mit dem Stirnjoch): die Ochse dricke lehre [ PS-Hetths]. Was mielich (möglich) is, dricke mein Kih [Hebel 45]. — ε. In der Sprache der Gewichtheber 'heben, ohne Schwung zu nehmen' [verbr.]. — ζ. den Preis d. 'unterbieten', umgspr. [verbr.]. — η. 'eine besondere Leistung vollbringen'. Ich han's gedrickt 'habe es geschafft', z. B. 'habe den Streit geschlichtet' [ KL-Niedkch]. Er hot's ehm gedrickt wie der Jurko seiner Gluck, iron. von einem Übereifrigen, dessen Kraftaufwendung sich als unnötig erwiesen hat [ Gal-Obl]. — θ. e Kopp d. 'übelgelaunt, verschnupft sein' [HB-Alth Medh (PfId. 78) ZW-Battw]. — b. jemand d. α. 's Kind drickt sein Mamme [ KL-Kindsb, allg.]. Zs. PfWB liebdrücken. Er dut gern die Mädle d. [NW-Frankeck, verbr.]. Die Jule hot mich lieb; sie saat, sie wär vun Bricke. Un wer die Jule liebt, der därf se dricke [Feierowend [Bd. 2, Sp. 562] Nr. 8/1950]. — β. Die Schuh dricke mich, weil sie zu eng sind [ RO-Obd, allg.]. RA.: Der wääß, wu'ne de Schuh drickt 'was ihm fehlt' [ LA-Gommh]. Was man nicht gebrauchen kann: e Stiwwel (Stiefel), wo drickt, un e Sigar, die net zieht [WPf]. 's Kummet drickt'n, von einem Arbeitsscheuen [ BZ-Dierb]. Vom körperlichen Beengtsein überhaupt im Rätsel: Es liechen vier Geschwischder in ener Kischt un dricken sich net (die vier Teile der Walnuß) [ BZ-Dernb]; vgl. gedrückt (voll). — γ. vom Druckgefühl im Körperinnern. Es drickt mich im Maa (Magen) [ ZW-Battw, allg.]. Die Wind dricken mich, von Blähungen [ GH-Nd'lustdt]. — δ. vom Albdrücken, vgl. PfWB Drücken, PfWB Drückemännchen 1 b. De Alb hot mich heit nacht gedrickt [ FR-Bobh]. Mich hot's heit nacht gedrickt, mich hot e Hex geploocht (geplagt) [ GH-Erlb]. — ε. von schwüler, drückender Luft. Die Luft drickt heit [Kaislt, verbr.]. Heit isch sou drickend [GH-Nd'lustdt, verbr.]. Heit isch so e drickend Wedder [LA-Gommh, verbr.], e drickend Hitz [FR-N'lein, verbr.]. — ζ. von materiellen Sorgen, drückender Schuld. Den dricken sei Schulde, er weeß nimmi, wu anne un wu naus [Gal-Dornf, verbr.]. De arem Bauer es so arig gedreckt met Abgabe [PfId. 165]. Er hat eppes, wo'ne drickt; zentnerschwer leit's uf'm [KL-Reichb, verbr.]. SprW.: Armut schändt net, awwer sie drickt [KU-Diedk, verbr., auch Don Gal Buch]. — η. vom Druck überschäumender Kraft. RA.: Den drickt die Millich, von einem, der hinter den Mädchen her ist [KB-Bennhs, verbr.]. — 2. a. etwas, jemand d., an etwas, an jemand d., entsprechend auf, in, gegen (wider) etwas oder jemand d.; 's Kind ans Herz d., an sich d. [nördl. VPf, allg.]. Volksmed.: For 's Blut se stille, muß mer Spinnwebe uf die frisch Schnittwund dricke [ LU-Opp]. De Waan (Wagen) in die Scheier d. [westl. WPf]. Die schwiel Luft drickt eem (einen) in de Borrem [ LU-Alsh]. Er horrem (hat ihm) e Trinkgeld in die Hand gedrickt [ KU-Schmittw/O, allg.]. Do kammer (kann man) sich die Aue vor de Kopp d., von der Anstrengung beim Drücken eines Wagens u. dgl. [KU-Wolfst, verbr.]. — b. etwas aus etwas d.; Saft aus de Zitron d. [Kaislt, allg.]; Madeering (Eiter) aus'm Schwäärn (Geschwür) d. [Gal-Dornf, verbr.]. — 3. sich d. a. gegenst. α. 'sich senken'. Die Mauer drickt sich [ NW-Frankeck]. De schnee drickt sich 'vergeht' [ KU-Bedb]. — β. De Has drickt sich 'duckt sich' [ KU-Schmittw/O]. — b. übertr. α. 'sich davonschleichen, unbemerkt (von einer Gesellschaft) weggehen'. Wie's emol zwelf Uhr war, hot er sich gedrickt [FR-Bockh, verbr.]; vgl. PfWB Drückeberger 3. Drick dich! 'Geh weg!' [ RO-Dielkch KL-Mehling Frankth NW-Dürkh Haardt]. — β. 'sich bei der Arbeit, vor einer Verpflichtung d. Er drickt sich vun de Ärwet [ LU-Opp]; vgl. Ge- [Bd. 2, Sp. 563] drücks. Er drickt sich beim Zahle [ KU-Hundh]. Er drickt sich, wu er nore kann [ Gal-Dornf]. — γ. 'sich der Strafe entziehen' [ LU-Altr]. — δ. 'einer Auseinandersetzung, einem Kampf mutlos aus dem Weg gehen'. Er drickt sich, er hat Ängscht [Kus KL-Niedkch]. — 4. Part. Perf. a. 'untersetzt', vom Körperbau bei Tieren. Die Kuh es gedrickt [ KB-Kriegsf, BZ-Albw]; dafür auch geblocht (s. PfWB blochen 4), gepackt (s. PfWB pakken 4 a), gestaucht (s. PfWB stauchen). — b. 'niedergeschlagen, mutlos'. Er is ganz gedrickt [KL-Kindsb, verbr.]. — Zs. PfWB ab-, PfWB an-, PfWB ane-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB bei-, PfWB darauf-, PfWB tot-, PfWB durch-, PfWB ein-, PfWB fort-, PfWB heraus-, PfWB her-, PfWB herein-, PfWB herüber-, PfWB herum-, PfWB herunter-, PfWB hinab-, hinan-, PfWB hinauf-, PfWB hin-, PfWB hinein-, PfWB hinüber-, hinweg-, PfWB lieb-, PfWB nieder-, PfWB ver-, PfWB vor-, PfWB zu-, PfWB zurück-, PfWB zusammendrücken. — Südhess. I 1770 ff.; RhWB Rhein. I 1509/10; Saarbr. 51; LothWB Lothr. 103; ElsWB Els. II 752; Bad. I 573/74.
| 1. 'lernen', lehre (lrə, lərə) [verbr. westl. NPf westl. u. südl. WPf SW der südl. VPf vereinzelt übrige Pf, s. K. 277], lihre (līrə) [ RO-Duchr HB-Mimb Webh], lehre neben lerne [vereinzelt gesamte Pf]; vgl. PfWB lernen 1; Part. Perf.: gelehrt; vgl. PfWB gelehrt, PfWB Gelehrter; leicht (schwer) l. [ KU-Brück PS-Gersb Erfw]; gut (schlecht) l. [ZW-Battw PfId. 86]; deck 'oft' l. [ WD-Niedkch]; fleißich (viel, nix) l. [mancherorts]; auswendich l. [ KU-Brück]; de Kadissem (Katechismus) l. [ LA-Ilbh]; e Geschäft l. 'einen handwerklichen Beruf erlernen' [ KU-Bedb]. Die Kinn lehre eppes [ ZW-Battw]. Was han eich sou leicht gelehrt! 'auswendig gelernt!' [ WD-Niedkch]. Eich han schon alles gelehrt on geschrebb 'Ich habe schon meine Aufgaben gemacht' [ebd.]. Eich han mei Sach gelehrt, dass. [ebd., ZW-Battw]. Paß in de Schul uf un du ordentlich l.! [IB-Ensh (Glass 58)]. Do awer kammersch lehre, wie mer die Bäm ranscheere muß [WPf (PfId. 180)]. Die mürre grausam vel Latein un Französisch recetera l. [ebd. 165]. In Kaul- unn in Kreembach, do lährt mr so Triller [Christmann Grummet 40]. RA.: Wer sich beim Essen verschluckt, muß noch emol esse l. [ ZW-Bechhf]. SprW.: Wammer so alt werd wie e Kuh, lehrt mer immer noch dazu [ZW-Gr'bundb, verbr.]; Var.: mouß mer l. emmerzu [ WD-Niedkch]. In de Juchend was l., isch de beschde Notpänning [IB-Ommh (Walle 22)]. KR.: Es reent un schneet, es geht e kalder Wind; / Die areme Soldade mascheere mit de Flint, / De Ranze uf'm Buckel, de Sawel in de Hand. / Adjee mein liewe Vadder, ich lehre Musigant [ HB-Kirrbg]. Enche, denche, Dindefaß, / geh in die Schul un lehre was. / Wann de was gelehret hosch, / kimmsche haam un seesche (sagst du) mer's [KU-Rothsbg (Mang 231)]. a. 1785: Elisabetha Müllerin lehret recht gut [Catalogus Lectionum (PS-Windsbg)]. — 2. 'lehren' [F. wie 1., Verbr. im Gebiet lehre (s. K. 277) wie bei 1, in der übrigen Pf neben altem lerne 'lehren' (vgl. PfWB lernen 2) Vordringen des gleichbed., hochsprachlich gestützten lehre]; Zs.: PfWB anlehren; eene eppes l. [ KU-Brück WD-Niedkch]; ääm eppes l. [ PS-Gersb]; eene Mores l. 'einen zurechtweisen', auch: 'einen verhauen' [verbr., Krieger 14], 'einem Schicklichkeit und Anstand [Bd. 4, Sp. 884] beibringen' [ IB-Bliesmg/Bolch Blieskst]; Var.: Ich will der weise, was Moses un die Prophete gelehrt hän! [ LU-Opp]. Drohung des Lehrers dem unfolgsamen, faulen Schüler: Ich werr dich l.! [ KU-Brück PS-Gersb]. Du hascht denne eppes schenes gelehrt! 'Du hast ihm etwas Ungeziemendes beigebracht, ihn zu Schlechtigkeiten verleitet' [ KL-Reichb]. Der hat Stunne bei N. genumm, do hat er sich Schikane l. losse [ ZW-Battw]. Er dut die Ochse, (die Stier(e)) l. 'im Gespann ziehen lehren' [KU-Albess Altkch W'mohr HB-Alth Seyw IB-Aßw Bebh Seelb ZW-Bechhf Stamb Wiesb Zweibr PS-Schweix Vinn], dricke l, dass., vgl. PfWB drücken 1 aδ [ ZW-A'hornb Walshs], fahre l., dass. [ KU-A'glan], ziehe l., dass. [ HB-Lu'thal], lehre zieh [ KU-Wahnwg]; vgl. PfWB gewöhnen 1 a; 's Kalb l. 'das Kalb zum Säugen an der Kuh gewöhnen', vgl. PfWB gewöhnen 1 b [ ZW-O'aub]. — Zu niedd. u. rhein. lēren, līren 'lernen' u. 'lehren' ( DWB DWb. V 762); die Lautfolge -rn in der WPf selten, vgl. das Fehlen des n in PfWB gern, PfWB Kern, PfWB Korn u. a. — Südhess. IV 246; RhWB Rhein. V 315 ff.; LothWB Lothr. 333; ElsWB Els. I 605.
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