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| PfWB Trompeten-zunge (Bd. 2, Sp. 541) | PfWB Zunge (Bd. 6, Sp. 1682) | |||||||||||||||||||
1. a. 'muskulöses Organ im Mund (zum Schmecken, Hervorbringen von Lauten, zur Nahrungsaufnahme u. a.) von Mensch und Tier', Zung (dsuŋ) [verbr., Christmann Kaulb 85 Höh 78 Mang 109 Lambert Penns 185 Krämer Gal 249], Zong (dsoŋ) [ KU-Krottb HB-Kirk Kirrbg IB-Habkch Ingb], Zoung (dsouŋ) [ WD-Niedkch]; Pl. -e [verbr.]; Dim. Sg. Zingelche [mancherorts WPf nördl. und mittl. VPf], Zingel [VPf SPf]; Dim. Pl. Zingelcher [mancherorts WPf nördl. und mittl. VPf], Zinglich [mancherorts SOPf], Zingle [östl. VPf Südrand]; Zs.: PfWB Floh-, PfWB Gauls-, PfWB Hunds- 1, PfWB Kuh-, PfWB Läster-, PfWB Ochsen- 1, PfWB Sau-, PfWB Schlangen-, PfWB Schnaken-, PfWB Schweine-, PfWB Schweins-, Weiber-, PfWB Weinzunge; e beleedi (belegte) Z. [ FR-Kindh]; die Z. rausstrecke, um jemanden zu ärgern, zu verspotten [ZW-Stamb, verbr.]. Er steeßt mit de Z. an 'lispelt' [ ZW-Battw]. Weis mer emol dein Zingelche, zu einem Kind [ KL-Fischb]. RA.: e feini Z. 'guter [Bd. 6, Sp. 1683] Geschmackssinn' [ KL-Fischb]; e schweri Z., infolge Trunkenheit, Müdigkeit [ KL-Matzb]; Hoor uf de Z. han 'ein scharfes, böses Mundwerk haben' [KL-Erlb, verbr.]; e bees (spitz) Z., dass. [PS-Erfw, verbr.]; e Z. wie e Schwert, dass. [Pirmas]; die Z. denoo lecke 'nach etwas begehrlich sein' [ KL-Siegb]; 's Herz uf de Z. hawwe 'ohne Hemmungen sagen, was man fühlt, denkt' [ LU-Opp]; vun de Lung uf die Z. 'ohne lang nachzudenken aussprechen' [KL-Landstl, mancherorts]; sich die Z. verbrenne 'durch freimütige Äußerungen in Schwierigkeiten geraten' [PS-H'einöd, verbr.]. 's leit mer uf de Z., wenn man etwas aussprechen möchte, was einem im Moment gerade nicht einfällt [Kaislt, verbr.]. Ich hunn's uf de Zung gehatt 'Ich wollte es gerade aussprechen' [ FR-Bockh]. Plaurer 'rede' langsam, sunscht duscht der d' Zung verknippele, zu einem, der sich beim schnellen Sprechen verhaspelt [ GH-Zeisk]. Fer was hoschde dei Z. im Maul? 'Nun sag etwas!' [ PS-Burgalb]. Er steht do (sitzt, geht erum) un hot die Z. im Maul 'Er steht untätig, ratlos, wortlos da und unternimmt nichts' [LU-Neuhf, verbr.]. Demm hängt die Z. raus 'Er ist abgehetzt, durstig' [ GH-Zeisk]. Dem g'heert die Z. g'schabt, von einem, der beim Essen zu wählerisch ist [ NW-Wachh, mancherorts]. De Dout sitzt em uf de Z. 'Er stirbt bald' [ BZ-Dernb]. Mit der Z. kennt mer e Paar Schuh sohle, von einer breiten, großen Zunge [ KU-Krottb]. Das schmeckt, wie wann de Mond uf die Z. scheint 'schmeckt nach gar nichts' [Land]. Als iwwer die Z. geforzt un's Arschloch geschont, derb, zu einem Rülpsenden [Kaislt]. Volksgl.: Wann em 's links Ohr brennt, beißt mer in der Schärz un sagt: Ich hoff, du beißscht dir in die Z. [Fogel Beliefs Penns Nr. 376]. a. 1559: so der Zeuge falsches Zeugnis gab und das offenbar wurde ... soll man ihm sein Zunge hinten zu dem Rachen erausreißen [Knapp 50 (KL-Ottb)]. — b. 'Zunge als Speise, Gericht' [verbr.]; sauri Z. 'sauer zubereitete Zunge' [ BZ-Albw]. Beim Schlachtfest gibt es das Zingelche un die Niere [Rockhs]. — 2. übertr. auf zungenähnliche Gegenstände. a. 'Lederlasche im Schnürschuh' [verbr. NPf MPf NWPf]; s. K. 270 Lasche; Zs.: PfWB Schuhzunge; Syn. s. PfWB Lasche 1. — b. 'Zeiger an der Waage (zeigt den Gleichstand der Waagschalen an)' [verbr.], auch nur Dim. RA.: es Zingelche an de Woo 'Wer in einer schwebenden Angelegenheit den Ausschlag geben kann' [ KL-Reichb]. SprW.: De Geldsack is an de Woog die Z. 'Reichtum gibt oft den entscheidenden Ausschlag' [Krieger 26]. — c. 'kurzes Verbindungsstück, das die Deichsel nach hinten fortsetzt' [BZ-Nd'horb, Klein Wag. 104]; Zs.: PfWB Deichselzunge. — d. in den Pflanzennamen PfWB Teufels-, PfWB Trompeten-, PfWB Gänse-, PfWB Hirsch-, PfWB Hunds- 2, PfWB Ochsenzunge 2. — e. vgl. PfWB Esels-, Katzen-, PfWB Schnaken- 2, PfWB Schnallenzunge. — RhWB Rhein. IX 870 ff.; LothWB Lothr. 562; ElsWB Els. II 908.
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