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| PfWB trinken (Bd. 2, Sp. 518) | PfWB stauben (Bd. 6, Sp. 446) | PfWB stiebern (Bd. 6, Sp. 567) | |||||||||||||||||||||||||||||
[Bd. 2, Sp. 519] hälmche t. [ebd.]. Loß mich e Maulvoll t.! [ LA-Herxh]. Der trinkt e Bauchbitt voll [ PS-Geisbg]. Er dut allegebott t. 'Er trinkt oft' [ RO-Obd]. Er dut 'm Becherche selieb (zuliebe) t. [ KU-Schmittw/O]. Er hot in de leere Mache (Magen) getrunke [ LA-Gommh]. Kaffee getrunk?, scherzh. Grußformel beim Vorübergehen an Arbeitenden zur Nachmittagszeit [ RO-Steinb]. RA.: Er hot Gall getrunke, vom Griesgrämigen [ LU-Opp]. Er macht e G'sicht, wie wann er Essig getrunk hätt [ PS-Gersb]. Er hot net 's Wasser verdient, wu er getrunke hot [ LU-Muttstdt]. Gell, du hoscht noch kään Kannelwasser getrunke? Androhung von Schlägen [ NW-Weish/S]. Er hot Plauderwasser getrunk, von einem Geschwätzigen [ Gal-Brotschk]. Der muß heit barfießig schlofe gehe un kalt Wasser trinke, scherzh. Trost für ein Kind, wenn ihm jemand wehgetan hat [ KL-Trippstdt Kaislt KU-Kaulb, ähnl. Don Gal Buch]. Wammer dich net hätt un de Leffel, mißt mer die Supp trinke [NW-Wachh, verbr., auch Don Gal Buch]. SprW.: Abwarte un Tee trinke! [KU-Kaulb Krieger 41] Volksmed.: Bei Dorchmarsch (Durchfall) trenkt mer kalt Wasser, bei Vergiftunge warem Wasser un Butter dren [ WD-Niedkch]. Volksgl.: Fer's Heemweh soll mer Kaffee darich der Spiellumpe seihe un drinke, dann vergeht em 's Heemweh [PennsDeitschEck 27. 2. 1954]; Var. s. bei PfWB Schlückser. Einen VR. s. bei PfWB Birne 1 a (Bd. I 935 Z. 31). — Im bes. 1. a. 'alkoholische Getränke trinken'. Zs. PfWB ab-, PfWB an-, PfWB aus-, PfWB er-, PfWB herum-, PfWB mit-, PfWB nach-, PfWB ver-, PfWB voll-, vor-, weg-, PfWB zutrinken. Syn.: PfWB abbeißen 1, PfWB abheben I 2 f, PfWB abschießen 1 c, PfWB abtrinken 3 b, PfWB abziehen I 1 a δ, PfWB anfeuchten 2, PfWB anrauchen 2, PfWB ausblasen 2, PfWB ausbürsten 2, PfWB auspitschen, PfWB ausschwenken, PfWB ausstauben 3, PfWB ausstülpen, PfWB bamscheln, PfWB bamschen, PfWB bechern, PfWB perlen1 1, PfWB pfetzen 6, PfWB pitschen1, PfWB plämpern, PfWB blasen 3, PfWB prösteln, PfWB prosten, PfWB prostern, PfWB büffeln2, PfWB büffen2, PfWB pülvern 2, PfWB pumpen 1 b, PfWB bumpsen 3, PfWB bürsten 2, PfWB darangießen, -schütten 2, PfWB daraufmachen 2 a, -setzen 2 b, PfWB tanken 2, PfWB tätschern, PfWB dawiderschütten, PfWB tönen 2, PfWB torschen, PfWB tränken 1 c, PfWB trudeln, PfWB dudeln, PfWB tulpen, PfWB tuten, PfWB genehmigen, PfWB genießen, PfWB gießen (hinter die Binde, auf die Pfanne), gluckern, heben, hinunterbürsten, -drehen, -gießen, -jagen, -leeren, -schütten, -stürzen, kaufen, kippen, kneipen, knorksen, läppern, latzen, ledern, leeren, leisten, logeln, löschen (den Brand), lotteln, lumpen, lüpfen, mahlen, mitnehmen, nehmen, nippen, rupfen, saufen, schaskenen, schlachten, schlenkern, schlucken, schlurfen, schmettern, schmieren, schnäpseln, schnapsen, schnärren, schnellern, schöpfen, schöppeln, schütten (hinter die Krawatte), schwächen, [Bd. 2, Sp. 520] PfWB schwefeln, PfWB schwenken, PfWB stauben, PfWB stechen, PfWB stemmen, PfWB stoßen, PfWB stülpen, PfWB stürzen, PfWB suckeln, PfWB süffeln, suffen, süffern, PfWB umstoßen, PfWB verdrücken, PfWB verhaften, PfWB verlöten, PfWB wamschen, PfWB wegmachen, PfWB weichen, PfWB zechen, PfWB zerren, PfWB zulegen, PfWB zupfen, PfWB zwitschern. Vgl. auch die Syn. zu PfWB betrinken. — α. intrans. RA.: uf pälzisch t. 'alle Gläser leeren bis auf den letzten Tropfen' [Wilde 263]. Aufforderung zum Trinken: Trink, awwer aus käm leere (Glas)! [ GH-Kand, PS-Erfw]. Trink, daß de was werscht! [ NW-Freinsh]. Trink emol, bischt eh kän Stiefkind! [ PS-Erfw]. Vadder, trink, mer sein Brirer! [Hebel 32]. E Veglche hot immer nore geß un geß un nie getrunk, un so is es verreckt (Aufmunterung zum Trinken) [Don (Steinmetz)]. Mer redt immer bloß vum viele Trinke, an de Dorscht denkt känner [Pirmas]. Zuruf an den Trinkenden: Trink g'sund! [verbr. Gal]. Zum ersten: Trink un steh! Darnach: Trink un geh! Trinkst du ferner und setzt dich nieder, ei, so such auch Geld herwieder [PfW. 1909 S. 88 (alter Weinspruch von 1669 aus KL-Fischb)]. Scherzw. des Trinkenden: Ich trink for eich all (wie der katholische Pfarrer beim heiligen Abendmahl) [ KU-Schmittw/O]. Er trinkt se all unner de Disch 'Er verträgt mehr als alle anderen' [ KL-Fischb, allg.]. Er trinkt for e Kreizer un stellt sich besoff for e Sechser [verbr. Gal]. Er raacht net, trinkt net, schnuppt net, un lebt ganz wie e Sau [ RO-O'mosch]; vgl. die Var. bei rauchen u. Sau. SprW.: Esse un Trinke halt Leib un Seel zamme [NW-Kallstdt, verbr., auch Don Gal Buch Rußl]; dass.: Gut Esse un Trenke ... [ HB-Kirrbg], Gut gesse un getrunke ... [ LU-Friesh, KB-Kriegsf]. — β. trans. de Korze (den Kurzen 'Schnaps') t. [KU-Kaulb, verbr.]; e Schoppe t. [allg.]; e Halbschoppe t. [ GH-Kand]; e Stehschoppe t. 'vor dem Weggehen noch im Stehen t.' [ KU-Bedb RO-Obd]; vgl. PfWB Trollschoppen; enner (enne, en, ens usw., s. PfWB ein) t. [allg.]. Trinke mer noch ääns? [ KL-Fischb]. Vinzenz, trink ens! [ LA-Hainf]. Den kann mer trinke, bis eem die Finger gleichgewachse sin 'bis in Ewigkeit' [ KB-Zell]. Er hot en soviel (einen zuviel) getrunke [ LA-Gommh]. Er hot iwwer de Dorscht getrunk [ KU-Schmittw/O]. De Hofjäb hot de Korze e bißche arig gere gedronk [PfId. 187]. Der kann nix trinke, er sauft alles [ KB-Kerzh]. Beschääd t. 'trinken, wenn einem das Glas angeboten wird' [LA-Venn, verbr.]; Bruderschaft t. [allg.]; Winkuf t. 'beim Abschluß eines Kaufhandels die Beteiligten und Freunde freihalten', vgl. PfWB Weinkauf [Kirchhbol]. SprW.: Wer lang Wein trinkt, werd alt [Wilde 262]. Wer's glaabt, werd selig; wer Wein trinkt, werd fröhlich [ LU-Friesh]. Volksgl.: 'me Kind därf mer nix Stärkeres zu drinke gewwe, ebs (ehe er) en Johr alt is, 's wachst nimmi [Fogel Beliefs Penns Nr. 77]. Trinklied: Trink mer [Bd. 2, Sp. 521] noch e Treppche usw., s. PfWB Tropfen 2 a. a. 1534: ein pfennig werdt Brots vnd ein Mosz wein zu essen vnd drincken [SSp., Weistum von LU-Neuhf]. — b. 'regelmäßig und zuviel Alkohol t., der Trunksucht verfallen sein', vgl. PfWB Trinker, PfWB betrinken. Er trinkt, hot aangfang se t., hot sich 's Trinke aangewähnt [ NW-Kallstdt, allg.]. Er kann 's Trinke net losse [ KU-Schmittw/O]. — c. in älterer Zeit: Tabak t., s. PfWB Tabak 1 b. — 2. an der Mutterbrust t. 's Kind trinkt, kriet se trinke [ BZ-Dierb, allg.]; 'm Kind se trinke genn 'die Brust geben' [ KU-Bedb]. Sie loßt 's Kind noch t. [ LA-Gommh]. 's Kind dut Ditz t. [verbr. Don Gal Buch]. Ein Rätsel s. bei PfWB Faß. — F.: fast allg. driŋgə; dreŋgə in KU-Frohnf WD-Niedkch RO-Lohnsf: dręŋgə in HB-Kirrbg IB-Rohrb LU-Böhl. Part. Perf. gədruŋg fast allg. WPf, gedruŋgə fast allg. VPf (vgl. Linie gebroch/gebroche auf K. 1); gədroŋg u. gədroŋgə zum Inf. dreŋgə, dręŋgə. Präsensformen wie bei bringen. — Südhess. I 1733 ff.; RhWB Rhein. VIII 1367 ff.; LothWB Lothr. 104; ElsWB Els. II 760/61; Bad. I 560/61.
| 1. a. 'Staub oder staubförmiges Material (Mehl) abgeben, aufwirbeln', staabe (dābə) [ KL-Ottb Ottbg KB-Weihf FR-Lambsh Tiefth], staawe (dāwə) [verbr., IB-Ensh (Glass 95) Höh 63, Krämer Gal 206 Lambert Penns 142], stääbe [NW-Deidh Bergz (PfId. 135)], stääwe (dwə) [KU-A'glan Friedhs HB-Breitft IB-Ensh (Glass 95) PS-Glashtt Land BZ-Wilgws]; Part. Perf. gestääbt (gədbd) [ PS-Rodalb], g(e)staabt (gədābd, gdābd) [Krämer Gal 206 Beam Penns 87 Lambert Penns 142]; vgl. PfWB staubeln 1 a; Zs.: PfWB ab-, PfWB aus-, PfWB dahin-, PfWB ein-, PfWB ver-, PfWB hinausstauben. De Wind stääbt 'jagt Staub auf' [ GH-Vollmw]. Das Heu stääbt [ SP-Harths]. Die Frucht 'Getreide' staabt so arich [Krämer Gal 206]. Do hat's gestääbt! [ PS-Rodalb]. Do staabt's dann awwer! [Kröher Lyoner 67]. Ou, uffem Nouwää dudd awwer aarich stäwe, isch awwer känn Wunner, wälls soo long nidd geräänd hat [IB-Ensh (Glass 95)]. RA.: st. wie 'n Wollstaabsack (Wollstaubsack), von trockenfaulen Weintrauben [ NW-Kallstdt]. Der is so arem, daß em 's Arschloch staabt [ KB-Zell LU-Opp]. Du fahrscht mich, daß es nore so staabt, sehr schnell [ Gal-Dornf]. — b. 'Staub entfernen, abstauben'; Kleider stääbe [KU-O'staufb LA-Ranschb]; vgl. PfWB staubeln 1 b. — 2. 'fein regnen' [mancherorts ges. Pf]; vgl. PfWB staubeln 2, PfWB staubern; Syn. s. PfWB rieseln 2; fei staawe [ KU-Obw/T]. Es staabt [mancherorts WPf vereinzelt übrige Pf]. Es stääbt [ KU-Hüffl Kollw ZW-Battw SP-Mechth LA-Altd BZ-Eußth GH-Minf]. Es stääbt (stabt) so e bißche [ ZW-Battw KU-Hinzw FR-Bockh Höning NW-Bobh], stäibt e bissi [ KU-Schmittw/O]. — 3. a. 'jemanden vertreiben, wegjagen, verscheuchen', staawe [KU-Kaulb KB-Boland FR-Ebertsh BZ-Klingmst SOPf (Heeger Nachl.) Lambert Penns 142 Gal-Dornf], stääwe [KU-Rammb IB-Ballw Erfw/Ehling SOPf (Heeger Nachl.) Müller Dietschw 62 PfId. 135 PfMus. Oktober 1920 Thielen 106], stewe [Wilms Alph. 51]; vgl. PfWB stabern, PfWB stäbern, PfWB stiebern, PfWB stöbern 3; Syn. s. PfWB fortjagen. Ich stab dich! [Schandein Sprachsch. 69, PS-Geisbg]. Ich häwen g'stääbt [LA-Venn, vereinzelt SOPf, Wilms Alph. 51]. Denne muß mer st. [Krämer Gal 206]. Wenn dersell wittschder soo gronndich isch, dunn ich ne awwer st.! [Glass 95]. RA.: Dem han ich e mol de Kiel gestääbt, verhauen [ KL-Wörsb]. VR.: Annemarie sitze bie, / geh ins Parrersch Garte, / ropp die griine Kneppcher ab - / de Parre werd dich staabe! [F. Heeger in: Feierowend 8/1950 S. 5]; Var. s. PfWB Bohnenplatsche. — b. 'jemanden mit schroffen Worten abweisen, die Meinung sagen'; ane stawe [Kühn Hamet 136]; Syn. s. PfWB ausschelten. Ich han en g'stääbt [ NW-Weish/S]. — c. 'jemanden verhauen' [ KU-O'eisb ZW-Mittb LA-Mörzh]; Syn. s. PfWB durch -2, PfWB verhauen 1; e paar st. [ ZW-Battw]. RA.: stääbe, daß de (du) die Lappe ver- [Bd. 6, Sp. 447] lierscht [ RO-Obd]. Ich staab dich, daß de Lumbe kotzscht [ FR-Gr'niedh]. — 4. 'sich eilends fortbewegen'. Der is gestaabt! [ NW-Weish/S]; Syn. s. PfWB weglaufen. Un - wie vu'me Mangnet gezoh - schdracks durchs Lauterdaal geschdaabt [Sunndag 5/1965 S. 2]. — 5. 'einen trinken'; eener st. [ FR-Studh Frankth]; Syn. s. PfWB betrinken. — Mhd. stouben, stöuben 'stieben machen, Staub erregen, aufwirbeln, trinken, verjagen' ( Lexer Lexer II 1215/16). — RhWB Rhein. VIII 538/39; LothWB Lothr. 495 steiwen; ElsWB Els. II 568 stäüben; Hess.-Nass. III 737; DWB DWb. X, II,1 1097 ff.
| 1. 'fein regnen oder schneien, stieben', stiew(e)re (dīwərə, dīwrə) [BZ-Darst Dierb PfId. 137 vereinzelt Gal], stiwwere (diwərə) [KB-Kerzh LU-Böhl Beam Penns 89 vereinzelt Gal]; vgl. PfWB kieseln 2, PfWB stieben; Syn. s. PfWB rieseln 2. Es stiewert [BZ-Darst Bertram § 295]. Wann's stiwwert, blost un schneet un dobt, / Do ward die Grundsau noch gelobt [Birmelin Penns Poems 21]. — 2. a. 'jemanden vertreiben, wegjagen, verscheuchen', stiwwere [KB-Kerzh FR-Bockh BZ-Dörrb, Steinmetz], stiewere [Gal-Obl, Krämer Gal 207], stibern [Klein Prov. 169], stüweren [Klein Prov. 179]; vgl. PfWB stauben 3 a; Zs.: PfWB hinausstübern; Syn. s. PfWB fortjagen. Ich hun dene awer gestiwwert [ FR-Bockh]. — b. 'fortlaufen', stiwwere [ NW-Kallstdt]; Syn. s. PfWB weglaufen. — 3. a. 'schimpfen' [ PS-Zesbg]; Syn. s. PfWB schelten. Ich han en gestiebert [ PS-Zesbg]. — b. 'jemanden beruhigen', von Kindern, stiwwere [ ZW-O'hs]; vgl. PfWB dibbern 2; Zs.: PfWB verstübern. — 4. s. auch in PfWB aufstöbern, -stübern.
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